Predigten von Pater Ezekiel Oko


Evangelium vom 33. Sonntag im Jahreskreis C im Lesejahr C

Endzeitrede: Tempelzerstörung und Drangsale der Endzeit - Ankunft des Menschensohnes

Lukas 21,5-19

Stufen und Stehlen eines Tempels sind noch √ľbrig geblieben.
... diese Welt wird vergehen
Holger Winkelmann, Israel

In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.

Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.

√úber eine Holzbr√ľcke f√ľhrt ein Weg zu einer Lichtung.
Bleib standhaft und gewinne das Leben!
Holger Winkelmann, Israel

Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.

Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.

Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.




Predigt von Pater Ezekiel:

Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen

Es gibt im Leben Momente, in denen es einem schwer fällt, weiterzugehen. In solchen Momenten geben viele Leute gute Aufgaben oder Projekte auf, an denen sie zuvor gezielt gearbeitet haben. Wir wissen doch, dass nichts Gutes einfach so kommt. Wir sind fast am Ende des Jahres. Das liturgische Jahr kommt schon nächsten Sonntag zum Ende. Vielleicht ist es der Zeitpunkt, einen Rückblick auf die vergangene Zeit des Jahres zu werfen, um herauszufinden, ob wir den Projekten und Aufgaben bisher treu geblieben sind, die wir für dieses Jahr übernommen haben, denen wir unser Bemühen widmen wollten. Haben wir diese Aufgaben erledigt? Oder sind wir noch dabei? Oder haben wir sie schon aufgegeben? Manchmal ist die Versuchung groß, aufzugeben, vielleicht weil uns die benötigten Fortschritte fast unmöglich scheinen.

Jesus Christus betont im heutigen Evangelium die Tugend der „Standhaftigkeit“ oder was wir auch „Ausdauer“ nennen können. Nachdem er schlimme Geschehen aufzählt, die zu erwarten sind, erwähnt er deutlich, dass man nicht aufgeben soll. Man soll sich nur in Gott verankern. Standhaftigkeit ist allerdings nicht nur notwendig, wenn etwas Schlechtes geschieht. Man braucht diese Tugend unbedingt, um überhaupt im Leben Fortschritte zu machen. Denn es ist eine Sache, ein Ziel im Leben zu haben oder wichtige Entscheidungen zu treffen, aber es ist eine andere Sache, auf dem Weg zu unserem Ziel zu bleiben oder uns an unsere Entscheidungen zu halten. Der Unterschied zwischen einem erfolgreichen Leben und einem erfolglosen Leben ist oft nicht, dass das Eine ein Ziel hat, während das Andere kein Ziel hat, sondern es ist die Beständigkeit, mit der jeder sein Ziel verfolgt - das macht den Unterschied zwischen Beiden aus.

Es muss noch ein Weiteres hervorgehoben werden, nämlich, dass es eben besonders schwer ist, in einer schwierigen und harten Zeit standhaft zu bleiben. Wenn alles so läuft, wie wir geplant haben, ist es einfacher auf dem Weg zum Ziel zu bleiben, als wenn wir Enttäuschungen oder Schwierigkeiten erleben. Allerdings können wir leider nicht allen Schwierigkeiten im Leben aus dem Wege gehen. Ein berühmter amerikanischer Psychologe, Jordan Peterson, hat einmal gesagt: „Das Leben ist untrennbar mit dem Leid verbunden.“ Ich denke auch so. Ein Leben ohne Leiden und Schwierigkeiten ist nur zu wünschen. Aber es entspricht niemals der Realität des Lebens. Das Kreuz ist erfahrbar in den kleinen und großen Erlebnissen, die wir jeden Tag haben. Die Frage ist aber: „Was lernen wir aus unserer Erfahrung des Kreuzes?“ Dazu kommt auch diese Tugend – Standhaftigkeit. Wenn wir uns in den Schwierigkeiten an das Ziel halten, dann können wir das erhalten, was uns in den schlimmen Zeiten helfen kann. Jesus verspricht uns seinen tröstenden Beistand und seine Hilfe. Diejenigen, die im Gebet vertrauensvoll auf ihn die Augen richten, können die nötige Kraft empfangen und das Leben gewinnen.

Liebe Brüder und Schwestern, ein Rückblick auf das noch laufende Jahr wäre dann ganz wichtig und hilfreich, zu erkennen, wie es uns geht, mit unserem Ziel, mit unseren übernommenen Aufgaben oder auch unseren Rollen. Gerade dann, wenn es uns unmöglich scheint, weiterzugehen, ist es notwendig, daran zu denken, dass wir nicht allein sind, dass wir den Beistand unseres Herrn erfahren dürfen. In solchen Zeiten sollen wir unsere Augen zu Ihm erheben und um seine Hilfe bitten. Wie Ijob in seinen Leiden vertrauensvoll sagte: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“, so dürfen auch wir vertrauensvoll unseren Kopf hochhalten. Unser Erlöser, Unser Beistand, Unser Helfer lebt. Mit ihm können wir in den schwierigen Zeiten standhaft bleiben und guten Zielen und Aufgaben – trotz aller Schwierigkeiten – treu bleiben.




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Kommentare zu diesen Evangelium:
Das Kommen Christi , Hl. Ambrosius (um 340-397)
Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen, Schott Messbuch
Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen (Lk 21,19), Hl. Maximus der Bekenner (um 580-662)