Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 32. Sonntag im Jahreskreis

Entdeckt man ein ‚ÄěWozu‚Äú im Leben, ist es leichter, einen Weg dahin zu finden

Das größte Leid im Leben ist es, wenn man lebt, ohne ein wahres Ziel zu haben. Aber wenn man ein solches Ziel erkennt, ist das Leben leichter, selbst wenn man dafür leiden muss. Wir kennen viele Menschen, die ein beeindruckendes und vorbildliches Leben geführt haben, und Menschen, die auch heute ein beeindruckendes, vorbildliches Leben führen. Ihr einziges Geheimnis ist, dass jeder von ihnen ein wahres Ziel hat, wozu er leben und auch leiden will. Es bedeutet dann, dass das, was sie tun, tiefere Bedeutung hat, als das, was man mit den Augen sehen kann. Ohne diesen tiefen Sinn kann man keine Aufgabe mit der nötigen Leidenschaft und Hingabe bewältigen. Aber, wenn man diese hat, kann man sogar scheinbar unbedeutsamen Dingen eine große Aufmerksamkeit schenken und sie ganz besonders behandeln. Man sieht dann - auch in solch kleinen Dingen - eine tiefere Bedeutung, als physische Augen sehen können. 

In den heutigen Lesungen finden wir dazu gute Beispiele. Eine Witwe, die bereit war, dem Propheten Elija die Handvoll Mehl zu geben, die für sie und ihren eigenen Sohn zum Essen geblieben war. Sie hat Elija alles gegeben, weil sie geglaubt hat, dass sie dadurch viel mehr gewinnen konnte. Denn Elija hat ihr versprochen: „So spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen auf den Erdboden sendet.“ Im Evangelium finden wir noch ein anderes Beispiel: Wieder eine Witwe; sie hat zwei kleine Münzen, nur die hat sie, und die hat sie in den Opferkasten hineingeworfen. Jesus hat die Großzügigkeit dieser armen Witwe gelobt, weil sie alles, was sie besaß, gegeben hat. Aber, diese Frau hätte nicht alles geben können, wenn sie keine Hoffnung auf eine große Belohnung gehabt hätte. Alle diese Beispiele bezeichnen die Opfergabe Jesu Christi. Er hat für uns sein Leben hingegeben. Er konnte ein so großes Leiden auf sich nehmen, weil es für ihn der größte Sinn war, die Menschheit zu erretten.

Liebe Brüder und Schwestern, ich bin ganz davon überzeugt, wenn wir unserem tun mehr Bedeutung bemessen, werden wir es williger mit ganzer Hingabe und Leidenschaft tun. Wir werden bereit, dafür etwas hinzugeben. Ein Student, der z.B. für ein bedeutsames Ziel studiert, wird das Studium mit größerer Hingabe tun, als ein anderer Student, der kein richtiges Ziel hat. So ist es mit allem, was wir im Leben tun. Wenn wir das Ziel unserer Aufgabe erkennen und damit im Einklang sind, fällt uns die Aufgabe viel leichter, sie zu erledigen, als wenn wir kein Ziel haben oder wenn wir mit dem Ziel nicht einverstanden sind.

Also, worauf lege ich großen Wert im Leben? Wofür will ich mich hingeben? Für meine Familie? Für meine Kinder? Für meine persönliche Entwicklung? Wichtig ist es, zu verstehen, dass nichts Gutes kommen kann ohne Hingabe. Wir sollten uns auf das Ziel konzentrieren, das wir erreichen wollen, damit wir die Leiden ertragen können, die mit diesem Entwicklungsprozess einhergehen.



Evangelium vom 32. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr A:








Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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