Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 17. Sonntag im Jahreskreis

Entscheide Dich f√ľr das Wichtigste im Leben!

Vor ein paar Tagen habe ich in einem Vortrag einen Satz gehört, der mich seitdem beschäftigt. Er lautet: „Ein außergewöhnliches Leben wird erzielt, wenn unsere täglichen Aktivitäten von unserer Lebensmission bestimmt werden“. Ich habe mich gefragt: „Ezekiel, was bestimmt deine Aktivitäten Tag für Tag?“ „Wofür tust Du das, was Du Tag für Tag tust?“ Bei meinen Versuchen, diese Fragen zu beantworten, wurde mir bewusst, dass sie grundlegende Fragen zu meinem täglichen Leben sind. Es sind Fragen, die ich mir nach und nach stellen muss - und soll, um gezielt mein Leben zu gestalten. Liebe Brüder und Schwestern, nach und nach stellt uns das Leben grundlegende Fragen, die wir beantworten sollen, um bedeutungsvoll weiterleben zu können. In den heutigen Lesungen geht es um solche Fragen.

In der ersten Lesung bekommt König Salomo diese Frage: „Worum willst Du Gott bitten, um Deine Aufgabe als König erfüllen zu können?“ Salomo hat überlegt, und glaubte, dass er unbedingt die Begleitung Gottes bräuchte, um überhaupt als König zum Erfolg zu kommen. Er war fest davon überzeugt, dass man die anderen nicht führen kann, ohne, dass man sich selbst von Gott hat führen lassen. "Wenn ich dieses Volk erfolgreich leiten möchte, dann benötige ich die Führung Gottes." Daher hat er Gott um Weisheit gebeten. Das war das einzige Vermögen, das er unbedingt benötigte, um seine Aufgabe als König zu erfüllen. Weisheit! Was ist Weisheit? Die Führung Gottes!

In der zweiten Lesung geht es noch darum, wie wichtig und notwendig es ist, uns der Führung und Fügung Gottes in unserem Leben zu überlassen. Im Leben passieren viele Dinge, die wir gar nicht erwarten, geschweige denn verstehen können. Sie sagen uns, dass wir das Leben nicht im Griff haben können, ohne dass wir dem Schöpfer des Lebens einen Raum geben. Wenn wir diese Dinge ohne den Glauben an Gott und an die Wirklichkeit seiner Fügung betrachten, verlieren wir irgendwann die Orientierung, weil wir gar nicht begreifen können, warum die unerwarteten und ungeplanten Dinge passieren.

Im Leben geht es nicht nur um die Dinge, für die Du selbst die Verantwortung trägst, sondern auch um die Faktoren, die Du selbst gar nicht in der Hand hast. Wenn Gott im Blick Deines Lebens ist, kann er immer die Stücke von den unerwarteten Lebensereignissen, die unbedeutend oder unbegreiflich oder sogar erschütternd zu sein scheinen, zu einer Bedeutung bringen. Denn er ist der Eine, der denen, die er liebt und die gemäß seinem Ratschluss berufen sind, alles zum Guten gereicht. (Also Gott kann alles zum Guten gereichen.) Er kann sogar auf den krummen Linien unseres Lebens gerade schreiben.

Wenn Jesus uns dann im Evangelium von einem Schatz erzählt, für den ein Bauer alles verkauft hat, was er besaß, um ihn zu kaufen, oder von einer besonders wertvollen Perle, für die ein Kaufmann alles verkauft hat, was er besaß, um sie zu kaufen, dann begreifen wir, was Er meint. Es gibt viele Dinge, die im Leben wichtig zu sein scheinen, die aber unserem Leben keine dauerhafte Richtlinie geben können. Solche Dinge gehören zum Bereich des Möglichen. Sie können wir verkaufen, um etwas wichtigeres zu erwerben. Es gibt aber Dinge, die dem Leben seine Richtlinie gewähren. Solche Dinge können wir nicht beiseite wischen, ohne die Orientierung des Lebens zu verlieren. Sie bilden den Bereich der Wirklichkeit im Leben. Wir dürfen sie nicht verkaufen.

Die Frage ist, wie können wir zwischen den Beiden unterscheiden? Als Priester habe ich bei Trauergesprächen vieles gelernt, das uns bei dieser Unterscheidung helfen kann. Bei diesen Gesprächen treffe ich Menschen, die mir sagen, der Tod ihrer oder ihres verstorbenen Angehörigen sei ihnen einen totaler Verlust, nicht nur, weil sie ihn oder sie nicht mehr körperlich sehen könnten, sondern auch, weil der Tod das Ende von allem sei. Ich treffe aber auch andere Menschen, die meinen, sie seien zwar traurig über den Tod eines verstorbenen Angehörigen, aber sie seien froh und dankbar, dass er oder sie, für einen Sinn gelebt habe, der auch über den Tod hinausgehe, einen Sinn, der sie jetzt beruhige und tröste.

Liebe Brüder und Schwestern, beim Sterben eines Menschen begreifen wir oft, was das Wichtigste im Leben ist. Es ist das, was dem Menschen innere Ruhe verschafft, so dass er auch beim Sterben die Hoffnung weiterzuleben nicht aufgibt. Das ist das, was der Heilige Augustinus erkannt hat, als er schrieb: „Unsere Seele kennt keine Ruhe, bis sie Dich findet, o Gott“. Es ist die Überzeugung, dass ich auf einer Lebensmission bin, die meine Aktivitäten Tag für Tag bestimmt. Eine Lebensmission, die nicht aufhört, mich zu begleiten, auch wenn ich alles Vergängliche verliere. Diese Überzeugung schenkt mir Geborgenheit und Ruhe und begleitet mich durch das Leben. Der Kernfaktor dieser Überzeugung ist, dass Gott mich führt, dass Er alles in meinem Leben zum Guten gereicht. Das ist für mich das Leben und das Wichtigste, für das ich mich jeden Tag neue entscheiden will. Entscheide Dich für das Wichtigste in Deinem Leben!



Evangelium vom 17. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr A:

Die Gleichnisse vom Schatz, von der Perle und dem Fischernetz

Mt 13,44-52

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

Eine Perle in einer Muschel liegt am Strand.
Finde die Perle f√ľr Dein Leben!
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Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.




Wir sehen ein Fischernetz mit Fischen an Land liegen.
Die Guten werden von den Schlechten getrennt!
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Weiter ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg.

So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.

Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja.

Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein J√ľnger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf√ľhrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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