Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 33. Sonntag im Jahreskreis

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen

Das heutige Evangelium übermittelt uns ein schwieriges Thema – der Untergang der Welt. Wie wir gehört haben, wird beim Untergang der Welt die Sonne dunkel, der Mond hört auf zu scheinen, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert. Das bedeutet, dass alles vorbei wird. Es sind schon mehr als 2000 Jahre, seitdem Jesus diese Worte über den Untergang der Welt gesprochen hat. Aber bislang gibt es noch diese Welt. Ich erinnere mich an das, was im Jahr 2000 geschehen ist, immer wenn ich an die Prophezeiung des Weltuntergangs denke. Es wurde 2000 prophezeit, dass eine 3-tägige Dunkelheit auf der Erde ausbrechen würde. Viele Menschen verkauften ihren Besitz. Denn nach der Prophezeiung sollten die Menschen ihren Besitz verkaufen und das Geld unter den Armen verteilen. Dazu sollten sie auch genügend Kerzen kaufen und segnen lassen, um die Dunkelheit zu überwinden. Viele fürchteten sich vor der prophezeiten 3-tägigen Dunkelheit, so dass sie aus Angst all dieses getan haben, um den plötzlichen Tod und die Dunkelheit oder sogar den Weltuntergang zu bekämpfen. 

Aber, was eigentlich möchte Jesus uns im heutigen Evangelium lehren? Er lehrt uns, dass es im Leben der Menschen Geschehnisse geben wird, die sie gar nicht vermeiden können. Zum einen können die Geschehnisse unerwünscht sein. Zum anderen können sie das Ende anderer erwünschter Ereignisse sein. Das Leben ist fast immer von einem rhythmischen Wechsel von Licht und Dunkelheit – erwünschten und unerwünschten Geschehnissen – gekennzeichnet.  Nehmen wir z.B. an, was passiert, wenn die Sonne dunkel wird. Jedes Mal, wenn die Strahlen der Sonne nicht mehr auf unsere Erde scheinen, wird es dunkel. Das nennen wir Nacht. Oft ist die Nacht unerwünscht. Warum? Weil die Dunkelheit es mit sich bringt, dass die normalen Aktivitäten ruhen müssen. In der Nacht kann man nicht viel mehr tun als schlafen. Wie es die Nacht gibt, so gibt es auch Ereignisse, die das Leben der Menschen schwer und traurig machen.

Z.B. wenn jemand stirbt, wenn man eine schlechte Note beim Studium bekommt, wenn wir miteinander streiten und einander verletzen, wenn ein Ehepaar sich plötzlich entscheidet, sich scheiden zu lassen. All diese Geschehnisse sind so, wie wenn die Sonne dunkel wird. Denn sie sind unerwünscht und sie machen das Leben der Menschen schwer und traurig. Sie lassen eine Art von Dunkelheit im Leben des Menschen aufbrechen, die den Lebensplan erschüttern können. Die Frage ist aber, was sollen wir tun in solchen Situationen? Wie begegnen wir solchen Ereignissen?

Jesus sagt uns, macht euch keine Sorge. Himmel und Erde werden vergehen, aber niemals werden meine Worte und mein Plan für euch vergehen. Das bedeutet, es gibt immer die Hoffnung, dass, wenn es uns schlecht gegangen ist, es uns mit der Zeit wieder gut gehen wird. Nach dem Tod eines geliebten Menschen geht das Leben weiter. Nach der Scheidung einer Ehe, muss das Leben weitergehen. Jesus sagt uns, ich bin immer mit euch, macht euch keine Sorge. Auch wenn ich eine schlechte Note bekommen habe, soll ich nicht aufgeben, weiter zu studieren, um beim nächsten Mal eine gute Note zu bekommen. Vertrauen wir einfach auf Jesus, beten wir zu ihm und machen weiter. Jesus ist immer mit uns und bei uns. Auch heute ist er mit uns in diesem Gottesdienst. In seine Hände legen wir jetzt alle Situationen, die unser Leben schwer machen. In der Stille beten wir jetzt um seine Hilfe.



Evangelium vom 33. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr A:

Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten Silbergeld

Matthäus 25,14-30

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab.

Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

In einer Menschenmenge √ľbergibt ein Mann dem anderen Geld!
Entfalte Deine Fähigkeiten und Begabungen!
James Tissot,
Quelle: via Wikimedia Commons

Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder. Sein Herr antwortete ihm:

Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat!

Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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