Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom Hochfest Christkönig

Mein Königtum ist nicht von dieser Welt, so Jesus

Heute, der letzte Sonntag im Jahreskreis, feiern wir das Fest des Christkönigs. Das Christkönigsfest ist ein schöner Abschluss des Kirchenjahres, weil es die Begegnung der Zeit mit der Ewigkeit bezeichnet, und zwar in der realistischsten Weise. Es ist ein Fest, in dem Christus als der König der gesamten Schöpfung verehrt wird; ein Fest, das uns vieles lehrt, nicht nur über Jesus, sondern auch über das Reich Gottes. Es ist ein Fest, das wir in Erinnerung an die Macht und die Herrlichkeit Jesu Christi feiern. Aber was genau bedeutet diese Macht und Herrlichkeit? Der Gedanke von der Königsherrschaft Christi, der im Mittelpunkt dieses Festes steht, betont nicht eine überhebliche Beanspruchung weltlicher Macht, sondern es hat eine eschatologische Bedeutung. Jesus selbst sagt: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.

Diese Aussage Jesu liefert uns also drei wichtigste Punkte:

  1. Sein Königtum hat eine eschatologische Bedeutung.
  2. Durch die Liebe und Hingabe überwindet er alle Gewalt.
  3. In vertrauensvoller Auslieferung an Jesus erkennen und erleben wir die Macht seiner Herrschaft.

Sein Königtum hat eine eschatologische Bedeutung. Eschatologie ist ein sehr großes und weites Thema, über das Theologen viele Bücher geschrieben haben. Und ich will nicht darauf eingehen. Aber, dass das Königtum Christi eine eschatologische Bedeutung hat, bedarf, insbesondere heute, einer guten Erklärung. Einfach gesagt, bedeutet es, dass das Königtum noch nicht völlig erschienen ist. Zumindest passt dieses Königtum nicht zu unserer Vorstellung des weltlichen Königtums. Was wir darunter verstehen, ist etwas ganz anderes als das, was wir über ein weltliches Königtum wissen. Nehmen wir ein Beispiel an und hören, was Jesus seinen Jüngern gesagt hat: „Ihr wisst, dass die Herrscher dieser Welt ihre Völker unterdrücken und die Großen ihre Vollmacht gegen sie gebrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ (Mt 20,25-28) Ein Königtum wird eigentlich mit Macht gleichgesetzt. Aber Jesus Christus hat eine andere Art und Weise, durch die er seine Macht zeigt – Liebe und Hingabe. Weil diese Art und Weise der Anwendung von Macht nicht in unsere Vorstellungen passt, können wir das Königtum Christi noch nicht ganz verstehen.

Durch die Liebe und Hingabe überwindet er alle Gewalt und herrscht über allem. Der Schöpfer kennt ganz und gar die Schwäche und die Stärke aller Schöpfung. Der allwissende, allmächtige Gott braucht keine Macht zu ergreifen, bevor er das tut, was zu tun nötig ist. Jesus, der Sohn Gottes, der der Welt sein Königtum zeigen möchte, tut das einzig durch seine Liebe und Hingabe. Liebe und Hingabe sind die größte Macht, die alle Situation und Gewalt überwinden kann. Liebe bedeutet, dein Bestes zu geben, um das Geschätzte zu gewinnen. Die Liebe ist nicht zu trennen von der Hingabe. Wir lieben, was wir schätzen. Und, um das zu behalten oder wiederzugewinnen, sind wir bereit etwas Wichtiges dahinzugeben. Jesus Christus zeigt uns also die Macht der Liebe, indem er für uns sein Bestes – sein Leben – hingegeben hat. Das hat er für uns getan. Seine Macht als der König aller Könige ist die Liebe.

In vertrauensvoller Auslieferung an Jesus erkennen wir die Macht seiner Herrschaft: Das Königtum Christi ist nicht von dieser Welt, weil es eschatologisch und die Macht die Liebe ist. Aber, was genau bedeutet das für uns? Zum einen hat er uns durch seine Liebe und Hingabe den Weg der Wahrheit gezeigt. Er selbst ist der Weg, in dem wir Erlösung finden. Zum anderen hat er uns die Waffen gegen das Böse gegeben. Diese Waffen sind Liebe und Hingabe. Wenn wir uns ihm vertrauensvoll ausliefern, indem wir diese Waffen annehmen, erkennen und erleben wir die Macht seiner Herrschaft nicht nur in unserem Leben und unserer Familie, sondern auch in unserer Welt. Die Beispiele der Heiligen bezeugen die Realität der Macht der Liebe. Mutter Teresa, die diese Waffen völlig angenommen hat, hat Millionen von Menschen die Hoffnung wiedergegeben und ihnen Freude geschenkt. Sie ermutigt uns: „Gib der Welt das Beste, was du hast – es wird nicht genug sein. Trotzdem – gib weiter dein Bestes.“ So können wir auch die Herrschaft Christkönig verbreiten. Er herrscht über alles! Und seine Herrschaft kann also Auswirkungen auch auf unseren Alltag haben.



Evangelium vom Hochfest Christkönig im Lesejahr A:

Das Gleichnis vom Gericht des Menschensohnes √ľber die V√∂lker

Matthäus 25,31-46

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J√ľngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle V√∂lker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den B√∂cken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die B√∂cke aber zur Linken.

Dann wird der K√∂nig denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt f√ľr euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gef√§ngnis, und ihr seid zu mir gekommen.

In einer Menschenmenge √ľbergibt ein Mann dem anderen Geld!
Jesus kommt wieder, als König und Herr!
Foto: Uwe L√ľtjohann, Quelle: Fotolia

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch:

Was ihr f√ľr einen meiner geringsten Br√ľder getan habt, das habt ihr mir getan.

Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das f√ľr den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gef√§ngnis, und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gef√§ngnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr f√ľr einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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