Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum 20. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: B

Der Glaube gen├╝gt

Hinter jeder menschlichen Handlung steckt die Grundhaltung des Vertrauens. Sie ist eine Art von Zutrauen und Gutheißen, die es uns überhaupt erst ermöglicht zu handeln. Ich kann nicht handeln, wenn ich nicht glaube, dass meine Handlung zu einem bestimmten Ergebnis führen würde. Ohne zu glauben, dass ich Euch, die versammelte Gemeinde, in dieser Kirche treffe, wäre ich heute nicht hierhergekommen. Du hättest nicht Deinen Mann oder Deine Frau geheiratet, wenn Du nicht geglaubt hättest, dass Du mit ihm oder ihr eine gemeinsame Zukunft gestalten könntest. All Deine Hingabe an diese Ehe bezieht sich auf das Zutrauen, dass es Euch gelingt, und, wenn Du aufhörst zu glauben, dass Du mit ihm oder mit ihr für immer eine gemeinsame Zukunft gestalten kannst, beginnt Deine Ehe zu scheitern. Diese Beispiele könnten wir fortführen.

Die Hauptsache ist: Der Glaube kann aus unserem Alltag nicht weggedacht werden. Denn er ist die Grundhaltung des Vertrauens, die unser Tun erst möglich macht. Keine Handlung, keine Beziehung, kein Erfolg wäre möglich im Leben ohne den Glauben. Das bedeutet, wir glauben, bevor wir handeln können, wir glauben, bevor wir in eine Beziehung eintreten können. Das Vertrauen, dass wir es können, führt uns zum Handeln. Das Zutrauen, dass wir es gemeinsam schaffen können, führt uns zu Beziehungen. Aber das bedeutet nicht, dass es nicht die Hektik des realen Lebens im Miteinander geben wird, weil man den Glauben hat. Nein! Aber insofern wir glauben, können wir nichtsdestotrotz weitergehen.

Auch im religiösen Kontext steht der Glaube im Mittelpunkt. Wir können keine Beziehung mit Gott führen, ohne an Ihn zu glauben. Die Lesungen von heute lehren uns, wie wichtig der Glaube an Gott ist, damit wir Beziehung mit Ihm haben können. Vor Gott ist unser Glaube wichtiger als unsere Herkunft. Wenn wir die Geschichte des christlichen Glaubens gut verstehen wollen, dann vergessen wir nicht, wie Abraham auserwählt wurde, damit Gott sich Generationen von Glaubenden schafft. Er hatte Abraham sogar versprochen, aus seinen Nachkommen ein Gott geweihtes Volk zu schaffen. Das hat Gott getan. Aber ganz deutlich in den heutigen Lesungen ist, dass der Glaube an Gott den Vorrang hat über die Herkunft. Auch die Leute, die man „die Fremden“ nennt, weil sie ursprünglich keinen Anteil haben an Gottes Bund mit Abraham, „werde ich zu meinem heiligen Berg bringen.“ Das haben wir in der heutigen ersten Lesung gehört. In der zweiten Lesung weist der Heilige Paulus darauf hin, dass auch die Leute, die nicht ursprünglich zum Volk Gottes gehörten, zu Gott gehören durch ihren Glauben.

Die Erzählung über die kanaanäische Frau, die Jesus um die Heilung ihrer Tochter bat, zeigt uns nochmal eindrücklich den Vorrang des Glaubens in der Beziehung mit Gott. Diese Frau hat von Jesus die Heilung ihrer Tochter erhalten, nicht, weil die Frau zum ursprünglichen Volk Gottes gehörte, die sein Erbarmen als Gnadengabe bekommen, sondern, weil sie geglaubt hat, dass Jesus ihre Tochter heilen könnte. „Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst“ bekam sie von Jesus als Antwort.

Liebe Brüder und Schwestern, der Glaube hat Vorrang in unserer Beziehung mit Gott. Er ermöglicht es uns, zu Ihm immer wieder zu kommen, auch wenn wir das noch nicht erhalten, was wir von Ihm erwarten. Wer den Glauben hat, geht nicht weg von Gott, auch wenn er in seinem Leben unerwartete und schwierige Erlebnisse erfahren muss. Wie der Psalmist sagt er immer wieder, „Du bist meine Zuflucht, o Gott.“ Aber, wo der Glaube aufhört, dort geht kein Leben mit Gott weiter. Der Glaube ist das Auge, durch das wir das Wirken Gottes sehen und wahrnehmen können. Wer das Auge des Glaubens verliert, nimmt Gottes Wirkung nicht mehr wahr, obwohl Gott ihn immer noch liebt.

Es gibt viele, die den Glauben aufgegeben haben oder sogar von Gott nichts mehr hören wollen. Es gibt auch viele, die sich nicht mehr für die Geschichte und Erzählungen über Gott interessieren. Sie sagen, Gott und Glaube seien ihnen langweilig. Denn wer das Auge des Glaubens verliert, verliert auch den Geschmack der Geschichte über Gott. Ich schreibe nicht zu denen, die schon von Gott weggegangen sind. Ich schreibe zu Dir, die Du noch Interesse an Gott hast. Deswegen bist Du hier. Deswegen möchtest Du von Gott hören. Wie stark ist Dein Glaube? Glaubst Du noch, dass Er hier ist? Glaubst Du daran, dass Er alles kann, was Er will? Glaubst Du daran, dass Du einen Zugang zu Gottes Hilfe auch für Deine gegenwärtigen Herausforderungen im Leben hast? Der Priester wird bald das Brot und den Kelch erheben, damit das Brot und der Wein zu Leib und Blut Christi gewandelt werden. Glaubst Du daran, dass Du wirklich Jesus in der Heiligen Eucharistie empfängst? Sprichst Du mit Ihm nach dem Empfang der Eucharistie? Lieber Bruder, Liebe Schwester, höre nicht auf zu glauben, bis Du von Jesus eine Antwort bekommst, die zeigt, es ist Dir gelungen, weil Du geglaubt hast!



Evangelium vom 20. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Die Rede ├╝ber das Himmelsbrot in der Synagoge von Kafarnaum

Joh 6,51-58

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

Eine breite Br├╝cke f├╝hrt ├╝ber eine Autobahn ├╝ber die Bibel in den Himmel.
Wir sind zum ewigen Leben berufen!
Javier C. Acosta, by Fotolia

Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?

Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.

Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.

Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.

Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.





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Video zum Thema:


Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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