Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum 21. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: B

F├╝r wen halte ich Jesus? Und wer bin ich?

Eine Woche, nachdem wir über die Wichtigkeit des Glaubens nachgedacht haben, stellt Jesus uns zwei wichtige Fragen: „Für wen halten mich die Menschen?“ und „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Die Antwort auf die erste Frage soll nur die Überzeugungen der anderen Menschen widerspiegeln, aber keine eigenen Überzeugungen. Dann wäre alles sehr einfach, wenn man nur das Interesse hätte an den Erzählungen und Geschichten über Jesus. Selbst wenn man kein Christ ist, kann man etwas über Jesus sagen. Um die erste Frage also beantworten zu können, braucht man keine tiefere Beziehung mit Jesus zu haben. Die Theologen und Theologinnen, die viel über Jesus forschen, ohne mit Ihm eine persönliche Begegnung gehabt zu haben, versuchen, die erste Frage zu beantworten. Man braucht dafür nur die Geschichte und die Erzählungen über Jesus zu lesen, um vielleicht zu einem wissenschaftlichen Ergebnis zu kommen. Die zweite Frage aber ist nicht so einfach. Diese Frage lautet: „Für wen haltet ihr mich?“ Also: „Für wen halte ich Jesus?“ „Wer ist Jesus für mich?“ „Wer ist Er in meinem Leben?“

Diese zweite Frage ist eine Frage der persönlichen Sicht meines Glaubens, eine Du-Frage, deren Antwort meine persönliche Überzeugung benötigt. Man kann die Frage anders stellen, und zwar: „Wo befindet sich Jesus in meinem Alltag?“ „Welchen Platz habe ich Jesus in meinem Leben gegeben?“ Sie ist deshalb keine theoretische Frage, sondern eine praktische Frage. Und darum ist meine Antwort abhängig von meiner inneren Erkenntnis und Überzeugung von Jesus. Ich meine mit 'innner Erkenntnis und Überzeugung' das, was aus meinen persönlichen Begegnungen mit Jesus entstammt. Wie wir wissen, kann niemand über eine richtige Überzeugung von Jesus verfügen, der keine persönliche Erfahrung mit Ihm gehabt hat.

Wo begegnest Du Jesus? Wo hat Gott sich Dir offenbart? Was sagst Du heute aus Deinen eigenen Erfahrungen über Jesus? Wir haben viele Gelegenheiten Jesus zu begegnen, wenn wir Ihm einen Platz in unserem Leben schaffen wollen. Wenn wir z.B. im Gebet zu Ihm rufen und mit Ihm unseren Tag planen und gestalten, dann haben wir die Möglichkeit, Ihm in unserem Alltag wieder und wieder zu begegnen. Wenn wir über das Wort Gottes nachsinnen, begegnen wir Ihm wieder. Wenn wir daran glauben, dass jeder Mensch ein Abbild Gottes ist, dann begegnen wir Jesus in jedem Menschen, den wir treffen. Wenn wir daran glauben, dass Er gegenwärtig ist in dieser Heiligen Messe, dann haben wir auch die Gelegenheit, Ihm hier zu begegnen. Er ist hier! Die Frage ist nur, ob wir daran glauben. Denn nur das Auge des Glaubens kann seine Gegenwart wahrnehmen.

Auch in unserem Leben ist es wichtig zu unterscheiden zwischen dem, was die Menschen über uns denken oder sagen, und was Gott über uns sagt. Wenn wir uns fragen, „für wen halten uns die Menschen?“ bekommen wir viel zu viele Antworten. Denn die Menschen sagen viel über uns. Sie sagen heute so und morgen so, aber was sie sagen stimmt nicht ganz. Was zählt, ist nicht das, was die Leute über uns sagen, sondern was Gott über uns sagt. Denn allein die Einschätzung Gottes stellt genau dar, wer wir sind. Nur Er, aus dem und durch den und auf den hin die ganze Schöpfung ist, weiß genau, wer ich bin. Nur das, was Er über mich sagt, ist mir wichtig.

Die wichtige Frage ist deswegen: „Unter wessen Blick stellen wir uns?“ Stellen wir uns unter den Blick der Menschen, dann werden wir hin und her geworfen. Dann werden wir nicht erkennen, was richtig ist. Stellen wir uns aber unter den Blick des barmherzigen Gottes, der uns unsere Würde gibt, dann erkennen wir, dass wir seine geliebten Kinder sind. Wie Jesus Petrus beim Namen gerufen und ihm den Schlüssel des Himmelreichs gegeben hat, ruft Er auch jeden von uns bei seinem Namen. Er ruft Dich bei Deinem Namen. Höre zu, was Er über Dich heute sagt!



Evangelium vom 21. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Die Spaltung unter den J├╝ngern

Joh 6,60-69

In jener Zeit sagten viele der Jünger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?

Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war?

├ťber eine blauen Erdkugel schwebt eine wei├če Taube.
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Der Geist Gottes macht uns lebendig!






Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.

Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist.

Ein Wegweiser zeigt 3 unterschiedliche Richtungen an!
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Dir ist die Freiheit der Entscheidung gegeben!






Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?

Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.





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Video zum Thema:


Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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