Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 2. Adventssonntag

Unser Leben so gestalten, dass wir der Weg des Herrn werden

Im heutigen Evangelium ist zu lesen: „Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jeder Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.“ Stellen wir uns vor, was die Schlucht, der Berg und der Hügel bedeuten, wenn sie sich auf einer Alltagsstraße befänden. Diese sind nur zu erwarten, wenn man eine abenteuerliche Reise machen möchte, aber nicht auf einer normalen Straße; denn sie würden die Fortbewegung auf der Straße fast unmöglich machen.

Diese Dinge bezeichnen auch spirituelle Symbole. Der Berg und der Hügel bezeichnen das, was da in unserem Leben zu finden ist, was den Weg Jesu blockiert – nämlich die Sünde –, aber die kommt durch unser Tun. Die Schlucht dagegen bedeutet, dass etwas in unserem Leben fehlt, was den Weg Jesu zerstört, wie eine Schlucht die normale Straße zerstören kann. Da könnte man die Liebe nennen. Wenn in unserem Leben die Liebe fehlt, kann Jesus keinen Durchgang zur Welt durch uns finden. Denn die Liebe ist die Brücke, durch die Jesus einen Zugang zu den anderen und zur Welt hat. Wenn der Mangel an Liebe nicht aufgefüllt wird und die Berge und Hügel der Sünde nicht gesenkt werden, wird der Weg des Herrn krumm und uneben.

Es gehört zu der Adventszeit, dass wir überlegen, wo noch die Berge und Hügel der Sünde in uns sind, und wo - oder wie sehr - es uns noch an Liebe fehlt. Also, wir erwarten das Kommen des Herrn nicht nur für uns und in unserem Leben, sondern auch, dass er durch uns einen Weg zu den anderen findet. Deswegen wäre es sinnvoll zu überlegen, ob ich das Sakrament der Beichte brauche. Auch kann ich überlegen, ob es möglich ist, Jesus jeden Tag etwas mehr Zeit zu schenken im Gebet und für das Nachsinnen über sein Wort, um in meinem kalt gewordenen Herzen das Feuer der Liebe wieder neu zu entfachen.

Liebe Brüder und Schwestern, Jesus kommt. Wir erwarten seine Ankunft. Zum einen soll die Erwartung nicht so laut und schrill sein, dass es uns zur Unruhe bringt. Es soll eine Suche nach innerer Ruhe und innerem Frieden sein. Zum anderen braucht der Herr einen Weg, damit alle Menschen das Heil sehen, das von Gott kommt. Wir beschäftigen uns daher mit der Vorbereitung seines Weges.

Es gibt viele angsterzeugende Situationen in unserer Welt, in unserer Familie, in unserer Umgebung, in die Jesus eintreten will, wenn wir ihm denn unser Leben und unser Herz überlassen. Die vernachlässigten Kinder, die fast zerstörte Ehe, die ungepflegten alleinstehenden Älteren, die Kranken und alle Menschen, die so leicht übersehen werden, sie alle brauchen offene Herzen und hilfsbereite Hände, die eine Brücke für Jesus bauen wollen, so dass er sie erreichen kann. Vielleicht sind wir direkt von einer dieser Situationen betroffen. Vielleicht sind sie auch nur in unserer Umgebung zu finden. Unser Herz wird geöffnet sein und unsere Hände hilfsbereit für solche Situationen, wenn wir unser Leben so gestalten, dass es der Weg Jesu wird. Jesus will, dass alle Menschen das Heil sehen, wenn er kommt. Wie und wo kann ich dabei helfen?                                                                                                                                                                 



Evangelium vom 2. Adventssonntag im Lesejahr A:

Joh der TĂ€ufer

Mt 3,1-12

In jenen Tagen trat Joh der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

Es brennen 2 rote Kerzen am Adventskranz.
2. Advent

Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Eine Stimme ruft in der Wüste:

Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!

Joh trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.

Joh der Täufer strekt seinen Zeigefinger nach rechts. Damit weist er auf Jesus hin.
... der Retter kommt!

Als Joh sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt?

Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen.

Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.





Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde BlindenfĂŒhrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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