Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom Heiliger Stefanus 27.12. im Lesejahr C:

Ich sehe den Himmel offen

Ich erinnere mich an Oster 2002, als ich noch Seminarist war. An diesem Tag, gleich nachdem wir das Hochfest in unserer Kapelle im Priesterseminar beendet hatten, sagte uns unser Direktor, „Könnte ich diese Freude fĂŒr sie bewahren, wĂŒrde ich die nehmen und jeder von euch jeden Tag ein Bisschen davon geben, damit jeden Tag jeder von euch sie erfahren könnte.“ Könntest du dir das vorstellen! Die Seminaristen waren voll Freude und von diesem Fest tief begeistert. Und unser Direktor hatte uns ganz vom Herzen gewĂŒnscht, dass wir tĂ€glich solche Freude erfahren. Warum denke ich jetzt an diesem Tag? Wir sind gerade am zweiten Weihnachtsfesttag, aber die Erfahrung des heiligen Stephanus, dessen Fest wir heute feiern dĂŒrfen, erinnert uns daran, dass, mit Christus auf den Weg unseres Lebens zu gehen, ist nicht immer „a bed of roses“. Viele Dinge kommen uns im Leben, die uns diese Freude zu entnehmen versuchen. Deswegen besteht unsere Freude manchmal nicht. Heiliger Stephanus legt das Zeugnis ab, dass es möglich ist, den Himmel offen sehen zu können, selbst wenn es wegen Christus und unseres Glaubens ein Kreuz zu tragen besteht. Wieso? Weil Christus mit uns bleibt. Die kleine Geschichte von Margaret Fishback Powers, „Spuren im Sand“ sagt uns viel zu diesem Gegenwart Jesu, die wir manchmal nicht erfahren: Eines Nachts hatte ich einen Traum: „Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorĂŒbergezogen war, blickte ich zurĂŒck. Ich erschrak, als ich entdeckte, daß an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens. Besorgt fragte ich den Herrn: „Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“ Da antwortete er: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“ Wenn es ein Kreuz zu tragen gibt, wenn es scheint, als ob du allein bist, wenn es viel Streit um dein Leben gibt wegen vieler Verfolger, vergiss nicht die Augen aufzurichten. Denn den Himmel bleibt fĂŒr dich immer noch offen. Der Immanuel – Gott mit uns – ist immer noch mit dir. Die Finsternis wird vergehen, aber Gottes Gnade und Huld wĂ€hrt auf ewig. Gebet: AllmĂ€chtiger Gott, wir ehren am heutigen Fest den ersten MĂ€rtyrer deiner Kirche. Gib, dass auch wir unsere Feinde lieben und so das Beispiel des heiligen Stephanus nachahmen, der sterbend fĂŒr seine Verfolger gebetet hat. Amen.

Evangelium vom Heiliger Stefanus 27.12. im Lesejahr C:








Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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