Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 28. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: A

Die Lehre des Gleichnisses vom Hochzeitsmahl: Meine Entscheidungen gegen├╝ber Gottes F├╝gung und Vorsehung

Die heutige erste Lesung beginnt mit den Worten: „An jenem Tag wird der HERR der Heerscharen auf diesem Berg – dem Zion – für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den feinsten, fetten Speisen, mit erlesenen, reinen Weinen.“ Ein Festmahl für alle Völker mit feinsten Speisen und Weinen! Im heutigen Psalm betont der Psalmist seinen Glauben an die Wirklichkeit dieser Verheißungen und spricht sie in sein Leben hinein: „Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Meine Lebenskraft bringt er zurück. Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen. … Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN für lange Zeiten.“ (Psalm 23)

Das sind schöne Worte, die uns daran erinnern, dass Gott uns liebt und ein schönes Ende für unser Leben vorsieht; dass Er uns großzügig und liebevoll durch das Dick und Dünn des Lebens begleitet. Es sind Worte, die uns sagen, dass es etwas im menschlichen Leben gibt, das über die Hektik des Alltags hinausgeht – Gottes Vorsehung und Fügung, die unser Leben zur Vollendung führt. Was ist diese Vorsehung? Wenn ich an das Wort „Vorsehung Gottes“ denke, erinnere ich mich an eine Zeile, die Romano Guardini 1943 in seinem Buch „Vorschule des Betens“ geschrieben hat: „Es gibt in der Verkündigung Jesu eine Lehre, die das Ganze des Daseins umfasst und es jeweils auf den einzelnen Menschen ausrichtet: die Botschaft von der Vorsehung. Danach wird, was immer in der Welt ist und vor sich geht, durch die Liebe, Weisheit und Macht des Vaters zum Heil des glaubenden Menschen gelenkt.“

Verstehst Du, dass Deine Geschichte und Deine Zukunft nicht vollständig in Deinen Händen liegen, selbst, wenn Du auch zu Recht denkst, Du habest die Freiheit, selbst Dein Leben zu bestimmen? Verstehst Du, dass, obwohl Deine Entscheidungen Dein Leben bestimmen können, aber dass das, wofür Du Dich entscheidest, bestimmt, ob Du am Ende zufrieden oder unzufrieden mit Deinem Leben sein wirst? Die Frage ist nicht, ob Du die Freiheit hast, Entscheidungen in Deinem Leben zu treffen, sondern, ob das, wofür Du Dich entscheidest, Dir wirklich ein glückliches und erfülltes Leben ermöglichen kann. Jede Entscheidung, die wir im Leben treffen, hat ihre Wirkungen, die wir gar nicht bestimmen können, trotz unserer Freiheit. Im Leben ernten wir das, was wir aus Freiheit gesät haben. Wenn ich z.B. mich entscheide, im Alltag nur Süßigkeiten zu essen, kann das zwar meine freie Entscheidung sein, aber über die Folgen meiner Handlung kann ich selbst leider nicht entscheiden. Deswegen ist es wichtig, wenn ich über meine Freiheit nachdenke, auch mit den unvermeidbaren Wirkungen meiner Handlungen zu rechnen, den Wirkungen, die kommen werden, egal, ob ich sie will oder nicht.

Im Gleichnis vom Hochzeitsmahl lehrt uns Jesus, dass der Mensch sich auch gegen Gott und seinen Plan entscheiden kann, wenn er will, aber die Wirkung solchen Widerstands kann nicht vermieden werden. Ich kann mich gegen das Hochzeitsmahl entscheiden, aber ich kann den Verlust, den diese Entscheidung nach sich zieht, nicht vermeiden. Ich kann mich entscheiden, bei diesem Hochzeitsmahl kein Hochzeitsgewand zu tragen, muss aber auch die Konsequenzen dieser Handlung tragen. Das scheint zu hart zu sein. Aber das ist auch eine große Wahrheit über das menschliche Leben. Wir sind frei, aber nicht ohne Konsequenzen. Wozu sind wir dann frei?

Liebe Brüder und Schwestern, ich denke, die beste Verwendung unserer menschlichen Freiheit ist es, uns zu entscheiden, mit Gottes Fügung und Führung mitzuwirken. Das tun wir dann, wenn wir bei unseren Entscheidungen vorher gut überlegen, nicht einfach, was uns sofortigen Komfort und unmittelbares Glück bringt, sondern, was uns zu unserem besten Selbst bringen kann und zum besten Selbst des anderen dient. Das bedeutet, das große Bild des Lebens im Blick zu haben, egal, ob es sofort komfortabel ist oder nicht; sich für das von Gott vorbereitete Hochzeitsmahl zu entscheiden, auch wenn es jetzt unbequem und schwierig ist. So können wir verstehen, was uns Paulus in der zweiten Lesung sagt: „In jedes und alles bin ich eingeweiht: in Sattsein und Hungern, Überfluss und Entbehrung. Alles vermag ich durch den, der mich stärkt. … Mein Gott wird euch durch Christus Jesus alles, was ihr nötig habt, aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit schenken.“ Entscheide Du Dich in Deinem Leben mit der Fügung und Führung Gottes mitzuwirken!



Evangelium vom 28. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Das Gleichnis vom k├Âniglichen Hochzeitsmahl

Mt 22,1-14

In jener Zeit erz├Ąhlte Jesus den Hohenpriestern und den ├ältesten des Volkes das folgende Gleichnis:

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem K├Ânig, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen G├Ąste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!

Eine gro├če festlich geschm├╝ckte Hochzeitstafel ist bereitet!
Es ist alles bereitet, Herzlich Willkommen!

Sie aber k├╝mmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen ├╝ber seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der K├Ânig zornig; er schickte sein Heer, lie├č die M├Ârder t├Âten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.

Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die G├Ąste waren es nicht wert eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Stra├čen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Stra├čen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, B├Âse und Gute, und der Festsaal f├╝llte sich mit G├Ąsten.

Eine Hochzeitsgemeinschaft ist beim Abendessen.
Eine gute Gemeinschaft basiert auf einem festen Fundament!

Als sie sich gesetzt hatten und der K├Ânig eintrat, um sich die G├Ąste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.

Da befahl der K├Ânig seinen Dienern: Bindet ihm H├Ąnde und F├╝├če, und werft ihn hinaus in die ├Ąu├čerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Z├Ąhnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserw├Ąhlt.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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