Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom Hochfest der Gottesmutter Maria im Lesejahr C:

Durch ihn und mit ihm und in ihm

Heute dürfen wir das Hochfest der Gottesmutter Maria feiern. Ich frage mich, warum hat die Kirche zur Feier dieses Hochfests den ersten Tag des Jahres genommen? Welche Bedeutung oder welches Zeichen versteckt sich hinter ihrer Wahl des Tages für dieses Fest? Wie wir wissen, ist der erste Tag des Jahres ein wichtiger Tag, an dem wir uns mit der Planung für das neue Jahr beschäftigen sollen. Ich denke, das Fest liefert uns etwas Wichtiges zur Planung des Jahres. Nehmen wir uns eine kurze Zeit in dieser Predigt, um zu überlegen, was es bedeutet, dass Gott einen Menschen, eine Frau, als seine Mutter nimmt, und was für eine Bedeutung das für uns hat.

In der Menschwerdung Christi trat Gott in die menschliche Welt ein, nicht einfach als unser Schöpfer, sondern als unser Bruder und Erlöser, der nicht nur unseren sterblichen Leib annahm, sondern auch an allem menschlichen teilnahm. Durch Maria, mit Maria und in Maria wurde Gott Mensch. Gott hat es so gewollt, damit wir daraus lernen, wie wir unsere menschliche Vollendung in Gott finden können. Das geschieht aber nur durch ihn und mit ihm und in ihm. Marias Mutterschaft Gottes ist ein Zeichen für das, was es heißt, ein Mensch zu sein, weil sie unsere Berufung und Aufgabe als Menschen zusammenfasst. Durch ihr Ja-Wort hat Maria dem Logos Fleisch gegeben, das Wort Gottes, durch das alles geschaffen wurde und wird. Marias Ja ist bemerkens- und lobenswert, weil sie auch „Nein“ hätte sagen können. Hätte sie Nein gesagt, wäre das Wort nicht Mensch geworden, zumindest nicht durch sie, mit ihr und in ihr. Gott hätte ohne menschlichen Beitrag Mensch werden können, weil er alles kann. Aber er hat es so gewollt, weil er uns Menschen gerne als Mitarbeiter haben will. Maria hat ihre Chance gut genutzt. Dadurch ist die Menschheit und die Welt  Gott begegnet - durch Maria.

Marias Mutterschaft ist aber auch für uns ein Vorbild. Denn wir alle sind auch gewissermaßen berufen, das Wort Gottes Fleisch werden zu lassen. Das ist es eigentlich, was es bedeutet, Mensch zu sein: das wir uns und unserer Welt Gott gebären. Die Stelle Marias als Gottesmutter kann zwar niemand einnehmen, aber ihre Berufung, der sie treu geblieben ist, liefert uns das Urbild unserer Menschheit, also das Musterbild, das unsere Ur-Eltern durch die Sünde verloren hatten, das auch uns immer noch fehlte, wenn wir Maria nicht nachahmen würden. Das Wort Gottes legt in uns alles hinein, was wir sein können, der Heilige Geist bekräftigt uns, um diese Vollendung zu erlangen. Aber alles gelingt nur, wenn wir mit Gott mitarbeiten, wenn wir zu ihm Ja sagen. Wir sind so erschaffen, dass wir unsere Vollendung nur erlangen können durch Gott, mit Gott und in Gott. Das bedeutet aber auch, dass Gott durch uns, mit uns und in uns, seinen Willen zur Vollendung bringt.

Welche Bedeutung hat das Fest für uns in Bezug auf den ersten Tag des Jahres? Der erste Tag des Jahres ist für die meisten Menschen ein Tag des Vorsatzes und der Zielsetzung für das neue Jahr. Er ist für uns ein Tag, an dem wir sehr stark das vor uns liegende Jahr planen wollen. Wie schön wäre es, wenn wir verstehen und daran denken, das wir diese Pläne nur umsetzen können durch Gott und mit ihm und in ihm! Wir empfangen von Gott den Segen, die Kraft und die Gnade für diese Berufung. Möge das Wort Gottes dieses Jahr auch durch uns und mit uns und in uns erreichbar und erfahrbar werden.

Gebet: Barmherziger Gott, durch die Geburt deines Sohnes aus der Jungfrau Maria hast du der Menschheit das ewige Heil geschenkt. Lass uns (auch im neuen Jahr) immer und überall die Fürbitte der gnadenvollen Mutter erfahren, die uns den Urheber des Lebens geboren hat, damit auch wir der Welt dein Licht näher bringen. Amen.



Evangelium vom Hochfest der Gottesmutter Maria im Lesejahr C:








Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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