Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum 4. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: B

Die heilende Kraft des Wortes Gottes

Haben Sie schon einmal daran gedacht, wie sehr die gesprochenen Worte Ihr Leben beeinflussen? Die gesprochenen Worte: die Worte, die Sie über sich selbst hören oder die zu Ihnen gesagt werden, und die, die Sie zu sich selbst sprechen! Worte, ob wir sie von anderen über uns hören oder die uns gesagt werden, oder wir sie zu uns selbst sprechen, haben auf unser Leben viel mehr Einfluss, als die meisten von uns das wahrhaben wollen. Es wurde auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Worte der Eltern an ihre Kinder die Entwicklung der Kinder so stark prägen können, dass die meisten Kinder nur mit großer Mühe vom Einfluss solcher Worte loskommen, wenn der Einfluss negativ ist. Wissen Sie, dass die Worte, die wir regelmäßig hören und verinnerlichen, unsere Gedanken prägen? Unsere Gedanken formen unser Verhalten. Unser Verhalten hat prägenden Einfluss auf unsere Gewohnheiten. Unsere Gewohnheiten bestimmen unser Leben. Es gibt sogar eine These, die lautet: „Der Mensch wird allmählich die Worte, die er andauernd hört und verinnerlicht.“

Liebe Schwestern und Brüder, so groß ist die Wirkung des Wortes in unserem Leben. Im Zusammenhang mit den Worten, die wir täglich annehmen, kann man auch daran denken, dass der „Input“ den „Output“ bestimmt! Die Worte, die ich höre und verinnerliche, sind entscheidend, wie gut oder schlecht sich meine Gedanken und meine innere Sprache entwickeln. Sie prägen mein Leben allmählich! Die wichtigste Frage ist daher: Womit fülle ich mich? Womit füllen wir uns? Mit welchem Gedankengut füllen wir unseren inneren Menschen? Wenn Worte so einflussreich in unserem Leben und in unserer Welt sind, ist es wichtig, dass wir mit Worten sehr achtsam umgehen. Ich meine insbesondere die Worte, die wir annehmen und verinnerlichen, die Worte, die unser Gedankengut werden. Es gibt Worte, die uns aufbauen und stärken, Worte, die heilende Kraft haben. Manche Worte sind aber verletzend, zerstörend, entmutigend und entkräftend, und sie bleiben oft jahrelang im Gedächtnis.

Wie schön ist es, wenn wir jeden Tag heilende und kraftgebende Worte annehmen und verinnerlichen. Wenn wir solche Worte suchen, ist das Wort Gottes dafür ein Muster. Heute am Sonntag des Wortes Gottes ist es gerade eine wunderbare Gelegenheit, daran zu denken, wieviel Kraft wir täglich im Wort Gottes schöpfen können und dürfen. Das Wort Gottes, durch das Er alles erschaffen hat, hat auch eine große Wirkung auf das Leben und auf die Bewahrung der Schöpfung, besonders für uns Menschen, die wir das Wort bewusst annehmen können. Im 5. Buch Mose heißt es: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes geht“, und Jesus zitiert diesen Satz, als er 40 Tage in der Wüste fastet. Mir hilft dieser Satz besonders in dieser Corona-Zeit, weil er die Kraft des Wortes Gottes beschreibt. Er erinnert mich daran, dass Kraft und Heilung nicht nur von dem, was ich esse und trinke (auch Medikamente und Impfstoff) kommen, sondern auch – und ganz besonders – aus den Worten, die mich aufbauen und stärken. Das Wort Gottes hat diese heilende Kraft und ist daher Lebensmittel.

Im Evangelium haben wir gehört, wie das Wort in unserem Leben wirkt. Es hat Vollmacht über Dämonen, über den unreinen Geist und über das Böse. Dämonen, unreiner Geist, das Böse – diese werden oft als identisch angesehen – sie haben etwas gemeinsam, und zwar, sie können der Gegenwart des Wortes Gottes nicht widerstehen. Der böse Gedanke, der nur Rache und Urteil will, kann dem Wort Gottes nicht widerstehen. Der negative Gedanke, der nur schlechte Vorstellungen über uns, über unsere Situation, über die Welt, über die Zukunft, über den anderen beinhaltet, kann nicht dem Wort Gottes widerstehen. Wenn wir das Wort Gottes annehmen und es in unser Gedankengut einbauen, überwinden wir allmählich böse und negative Gedanken und verbessern wir dadurch auch unser Leben. Lasst uns eine kurze Zeit nehmen, um darüber nachzudenken!

Wie wäre es, wenn wir ab heute anfangen, morgens oder spätabends einen kurzen ermutigenden Vers in der Heiligen Schrift zu lesen und darüber zu meditieren, statt in den Medien schlechte Nachrichten zu hören oder zu lesen? Das könnte im Alltag unsere Gedanken prägen, und dadurch auch unser Verhalten und unser Leben. Es ist nur ein kleiner Schritt, der täglich nur 15 Minuten dauern könnte, dessen Wirkung aber uns im Alltag begleiten kann!



Evangelium vom 4. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Die neue Lehre in der Synagoge

Mk 1,21-28

In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.

Jesus steht im Mittelpunkt vieler Menschen im Tempel.  Er hebt bestimmend seinen rechten Arm.
Maler: Paolo Veronese
Quelle: Wikimedia Commons

In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.

Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.

Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenführer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276