Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum Hochfest der Auferstehung des Herrn – Ostersonntag Lesejahr: C


Gott schafft neues Leben auch im Tod!

Zu Beginn dieser Osternachtfeier hatten wir uns im Dunkel der Nacht versammelt. Das Dunkel bezeichnete den Tod – in erster Linie den Tod des Gottessohnes, aber auch unsere gegenwärtigen Ängste, Sorgen, unsere Trauer und unsere Mutlosigkeit. Im Dunkel wirkt der Tod. Im Dunkel wirken Ängste und Sorgen, Trauer und Mutlosigkeit. Im Dunkel wirkt Hoffnungslosigkeit. Doch in dieser Nacht haben wir erlebt, wie das Licht die Finsternis überwunden hat. Diese Nacht wird durch das Licht erleuchtet, das Licht des auferstandenen Herrn, das niemals mehr erlischt. Wir feiern Ostern, liebe Schwestern und Brüder, es ist Pascha, die Nacht des Übergangs vom Dunkel ins Licht, vom Tod ins Leben, von der Trauer in die Freude, von der Gefangenschaft in die Freiheit, von der Verlorenheit in die wunderbare Zukunft, die Gott uns verheißen hat.

Die Osterbotschaft lautet: Das Licht besiegt die Finsternis; Gott schafft neues Leben sogar im Tod! Diese Botschaft lädt uns dazu ein, im Leben die Perspektive der Hoffnung zu entwickeln, die darauf beruht, dass Gott auch immer im Spiel ist. Das bedeutet, egal wie mächtig die Dunkelheit geworden ist, sie wird vom Licht vertrieben. Das Leben ist Sieger über den Tod!

Die Frauen, die zum Grab Jesu gegangen sind, haben zuerst diese Botschaft erhalten: „Jesus von Nazaret, der Gekreuzigte, ist auferstanden, Er ist nicht im Grab!“ Der Tod konnte Ihn nicht gefangen halten! Diese Frauen – Maria aus Mágdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Sálome – hatten doch die Hoffnung, dass nicht alles mit dem Tod Jesu zu Ende ist. Sie glaubten, dass es doch eine Perspektive geben musste, über den Tod hinaus. Deswegen haben sie wohlriechende Öle gekauft, um Jesus damit zu salben. Sie hatten den Mut, sich mit Jesus zu identifizieren. Da fanden sie heraus, dass ihre kleine Hoffnung zur Realität geworden war. Jesus blieb nicht im Grab! Er blieb nicht der Gefangene des Todes! Er war auferstanden!

Liebe Schwestern und Brüder, wir sollen heute diese Osterbotschaft annehmen, sie verinnerlichen und in unserem Leben die Perspektive der Hoffnung entwickeln. Die Hoffnung, dass das Leben siegt. Die Hoffnung, dass da, wo alles tot zu sein scheint, das Leben doch siegen kann. Wir können jetzt auf unser Leben schauen. Was scheint tot zu sein in meinem Leben? Vielleicht denken Sie, die Beziehung mit meinem Vater oder mit meiner Mutter oder mit meinen Kindern oder mit meiner Ehefrau oder meinem Ehemann oder mit meinen Geschwistern, … sei tot. Es gebe da keine Hoffnung mehr, dass die Situation besser werden könne. Einige von uns meinen auch: die Krisensituation in der Kirche sei hoffnungslos. Vielleicht denken auch einige, die Corona-Krise habe ihren Lebensplan so durcheinandergebracht oder gar zerstört, dass es kaum eine Hoffnung zur Rettung gebe. Es gibt doch die Hoffnung! Denn, wo Gott im Spiel bleibt, dort siegt das Licht, das Leben, die Hoffnung.

So, wie die drei Frauen, die zum Grab Jesu gegangen sind, um mit wohlriechenden Ölen Jesus zu salben, müssen wir den Mut haben, das zu pflegen, was uns noch übrigbleibt. Wir müssen das tun in der Hoffnung, dass Gott auch im Tod neues Leben schafft. Er, der die Kraft des Lebens ist, und diese Kraft gewährt - er gewähre in allen Situationen unseres Lebens das Leben, damit auch in diesen Situationen das Leben triumphiert.   



Evangelium vom Hochfest der Auferstehung des Herrn – Ostersonntag im Lesejahr C:

Die Entdeckung des leeren Grabes

Joh 20,1-9

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.



Video zum Thema:

Kommentare zu diesen Evangelium:
Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!(Mt 25,23), Homilie, dem hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407)