Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom Palmsonntag

Auch das menschliche Leid hat einen Sinn: Die wichtige Lehre aus der Passion Jesu Christi

Wir befinden uns schon am Palmsonntag, ein Tag, der auch Passionssonntag genannt wird. Es geht an diesem Tag um das Leiden Christi, aber zuvor um seinen königlichen Einzug in Jerusalem. Die gleiche Menschenmenge, die ihn gelobt und gepriesen und ihn nach Jerusalem feiernd begleitet hatte, hat ihn bald danach verurteilt und seine Kreuzigung gefordert. Ja, das Leiden des Sohnes Gottes haben wir heute in der Passion gehört. Wir kennen die Geschichte des Leids gut, aber oft vergessen wir, dass auch der Sohn Gottes gelitten hat. Er ist nicht vom Schicksal des Menschen ausgenommen. Er hat nicht nur an unserem Leid und Schicksal teilgenommen, sondern auch uns gelehrt, wie wir mit diesem Schicksal umgehen können. Außerdem wird unser Leid durch seines geheiligt und bedeutsam.

Das Leid ist das Gefühl des Schmerzes, das unseren Körper oder Geist betrifft, aber, weil der Körper und der Geist des Menschen eine untrennbare Einheit bilden, bleibt der Schmerz nicht alleine die Sache des Körpers oder des Geistes, sondern die des Menschen insgesamt. Der Mensch leidet – ob im Körper oder im Geist. Um dem Leid des Menschen einen Sinn zu geben, betrachten wir zwei wichtige Dinge, die wir aus dem Leiden Christi lernen dürfen:

  • Das Leid ist unerwünscht, aber auch unvermeidbar. Niemand wünscht sich das Leid oder die Schmerzen, aber es ist in unserem Leben unvermeidbar. Es ist sinnvoll, dass wir versuchen, wenn es möglich ist, das Leid zu vermeiden. In Getsemani hat Jesus uns ein Beispiel gegeben, dass wir zuerst den Ursprung des Leidens prüfen dürfen, bevor wir es denn annehmen sollen. Er hat seinen Vater gebeten, ihm den Kelch der Schmerzen zu ersparen. Er hat geäußert, dass er vom Leiden verschont werden wolle. Aber auch seine Bereitschaft hat er gezeigt, das Leiden anzunehmen, wenn es überhaupt einen Sinn hat im Willen seines Vaters zu sein. Ich denke da an das Gelassenheitsgebet von Reinhard Niebuhr, ein US-amerikanischer Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Je mehr wir das Leid bedauern, das wir nicht vermeiden können, desto mehr leiden wir. Dass wir in manchen Situationen leiden müssen, bedeutet aber nicht, dass wir in diesen Situationen keine Wahl haben. Nein. Wir haben doch die Wahl, das Leid anzunehmen, um sein „Wozu“ zu suchen, oder es abzulehnen. Die Haltung der Ablehnung vermehrt das Leid jedoch. Denn unser Leid wird dadurch verdoppelt.
     
  • Fragen Sie nicht „Warum?“, sondern „Wozu?“.  Normalerweise, wenn wir vom unvermeidbaren Leid betroffen sind, stellen wir Gott die Frage: „Warum?“ "Gott, warum ich?" "Warum jetzt?" "Warum so …?" Solche Fragen nützen nichts. Die hilfreiche Frage ist: "Gott, wozu soll ich das Leid ertragen?" Das heißt, wir versuchen, den Sinn des Leidens herauszufinden. Es gelingt uns ja nicht oft, den Sinn des Leidens schon am Anfang zu entdecken. Den Sinn entdecken wir fast immer ganz am Ende des Leidens. Also, das „Wozu“ unseres Leidens erkennen wir oft erst ganz am Ende. Es gibt aber kein Leid, das kein „Wozu“ hat. Es ist nicht richtig zu sagen, dass Gott uns das Leid schickt. Denn das Leid ist die Auswirkung des Verhaltens der Schöpfung, sei es der Mensch oder die Natur. Aber, weil Gott derjenige ist, der auf krummen Linien gerade schreibt, bringt er all unser Leid zu einem guten Ziel. Jesus hat dreimal über sein Leiden gesprochen. Er wusste schon, dass sein Leiden ein Ziel hat. Er fragte nicht „Warum?“, sondern er sagte zu seinem Vater: „Wenn dein Wille das erlaubt, dann nehme ich das an.“ Man muss die Haltung der Selbst-Transzendenz einnehmen, bevor etwas Gutes aus seinem Leid entstehen kann. Die Haltung der Selbst-Transzendenz bedeutet, über die schmerzvolle Situation oder den schmerzvollen Moment hinauszuschauen, die Gedanken auf das mögliche Gute zu lenken, das aus dem Leid entstehen kann. Am besten bedeutet die Haltung der Selbst-Transzendenz, die Augen auf Gott zu richten, der unbedingt aus jedem Leid etwas Gutes machen kann. Nur wenn ich über mein Schicksal hinausschaue und meine Gedanken auf Gott und seine Kraft und Liebe richte, kann ich mein Leid besser ertragen.

Liebe Brüder und Schwestern, wir können zwar das Leid nicht vermeiden. Denn es ist unser Schicksal als Menschen. Aber wir können unsere Haltung gegenüber unserem Leid wählen. Der größte Schmerz kommt nicht aus dem Leid, sondern, aus einer falschen Haltung gegenüber dem Leid. Jesus hat uns ein Beispiel gegeben, damit auch wir mit Gelassenheit unser Leid annehmen. In seinem Leiden wird unser Leid geheiligt, damit wir nicht mehr sinnlos leiden. Lasst uns all unser Leid mit Seinem vereinigen. Er schenkt uns die Gnade, weiterzugehen, selbst wenn wir vor Schmerzen weinen und schreien. Denn über das Leid hinaus gibt es einen Sinn.



Evangelium vom Palmsonntag im Lesejahr A:

Das Leiden und Sterben unseres Herren

Mt 26,14-75.27,1-66

In jener Zeit ging einer der Zw├Âlf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm drei├čig Silberst├╝cke. Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern. Am ersten Tag des Festes der Unges├Ąuerten Brote gingen die J├╝nger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl f├╝r dich vorbereiten? Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister l├Ąsst dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen J├╝ngern das Paschamahl feiern. Die J├╝nger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor. Als es Abend wurde, begab er sich mit den zw├Âlf J├╝ngern zu Tisch. Und w├Ąhrend sie a├čen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. Da waren sie sehr betroffen, und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Sch├╝ssel getaucht hat, wird mich verraten. Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift ├╝ber ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. F├╝r ihn w├Ąre es besser, wenn er nie geboren w├Ąre. Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es. W├Ąhrend des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den J├╝ngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den J├╝ngern mit den Worten: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das f├╝r viele vergossen wird zur Vergebung der S├╝nden. Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters. Nach dem Lobgesang gingen sie zum ├ľlberg hinaus. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr alle werdet in dieser Nacht an mir Ansto├č nehmen und zu Fall kommen; denn in der Schrift steht: Ich werde den Hirten erschlagen, dann werden sich die Schafe der Herde zerstreuen. Aber nach meiner Auferstehung werde ich euch nach Galil├Ąa vorausgehen. Petrus erwiderte ihm: Und wenn alle an dir Ansto├č nehmen - ich niemals! Jesus entgegnete ihm: Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, noch ehe der Hahn kr├Ąht, wirst du mich dreimal verleugnen. Da sagte Petrus zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben m├╝sste - ich werde dich nie verleugnen. Das gleiche sagten auch alle anderen J├╝nger. Darauf kam Jesus mit den J├╝ngern zu einem Grundst├╝ck, das man Getsemani nennt, und sagte zu ihnen: Setzt euch und wartet hier, w├Ąhrend ich dort bete. Und er nahm Petrus und die beiden S├Âhne des Zebed├Ąus mit sich. Da ergriff ihn Angst und Traurigkeit, und er sagte zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode betr├╝bt. Bleibt hier und wacht mit mir! Und er ging ein St├╝ck weiter, warf sich zu Boden und betete: Mein Vater, wenn es m├Âglich ist, gehe dieser Kelch an mir vor├╝ber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er ging zu den J├╝ngern zur├╝ck und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Dann ging er zum zweitenmal weg und betete: Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir nicht vor├╝bergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille. Als er zur├╝ckkam, fand er sie wieder schlafend, denn die Augen waren ihnen zugefallen. Und er ging wieder von ihnen weg und betete zum drittenmal mit den gleichen Worten. Danach kehrte er zu den J├╝ngern zur├╝ck und sagte zu ihnen: Schlaft ihr immer noch und ruht euch aus? Die Stunde ist gekommen; jetzt wird der Menschensohn den S├╝ndern ausgeliefert. Steht auf, wir wollen gehen! Seht, der Verr├Ąter, der mich ausliefert, ist da. W├Ąhrend er noch redete, kam Judas, einer der Zw├Âlf, mit einer gro├čen Schar von M├Ąnnern, die mit Schwertern und Kn├╝ppeln bewaffnet waren; sie waren von den Hohenpriestern und den ├ältesten des Volkes geschickt worden. Der Verr├Ąter hatte mit ihnen ein Zeichen verabredet und gesagt: Der, den ich k├╝ssen werde, der ist es; nehmt ihn fest. Sogleich ging er auf Jesus zu und sagte: Sei gegr├╝├čt, Rabbi! Und er k├╝sste ihn. Jesus erwiderte ihm: Freund, dazu bist du gekommen? Da gingen sie auf Jesus zu, ergriffen ihn und nahmen ihn fest. Doch einer von den Begleitern Jesu zog sein Schwert, schlug auf den Diener des Hohenpriesters ein und hieb ihm ein Ohr ab. Da sagte Jesus zu ihm: Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder glaubst du nicht, mein Vater w├╝rde mir sogleich mehr als zw├Âlf Legionen Engel schicken, wenn ich ihn darum bitte? Wie w├╝rde dann aber die Schrift erf├╝llt, nach der es so geschehen muss? Darauf sagte Jesus zu den M├Ąnnern: Wie gegen einen R├Ąuber seid ihr mit Schwertern und Kn├╝ppeln ausgezogen, um mich festzunehmen. Tag f├╝r Tag sa├č ich im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht verhaftet. Das alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten in Erf├╝llung gehen. Da verlie├čen ihn alle J├╝nger und flohen. Nach der Verhaftung f├╝hrte man Jesus zum Hohenpriester Kajaphas, bei dem sich die Schriftgelehrten und die ├ältesten versammelt hatten. Petrus folgte Jesus von weitem bis zum Hof des hohepriesterlichen Palastes; er ging in den Hof hinein und setzte sich zu den Dienern, um zu sehen, wie alles ausgehen w├╝rde. Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat bem├╝hten sich um falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tod verurteilen zu k├Ânnen. Sie erreichten aber nichts, obwohl viele falsche Zeugen auftraten. Zuletzt kamen zwei M├Ąnner und behaupteten: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes niederrei├čen und in drei Tagen wieder aufbauen. Da stand der Hohepriester auf und fragte Jesus: Willst du nichts sagen zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen? Jesus aber schwieg. Darauf sagte der Hohepriester zu ihm: Ich beschw├Âre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Messias, der Sohn Gottes? Jesus antwortete: Du hast es gesagt. Doch ich erkl├Ąre euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: Er hat Gott gel├Ąstert! Wozu brauchen wir noch Zeugen? Jetzt habt ihr die Gottesl├Ąsterung selbst geh├Ârt. Was ist eure Meinung? Sie antworteten: Er ist schuldig und muss sterben. Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn. Andere ohrfeigten ihn und riefen: Messias, du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer hat dich geschlagen? Petrus aber sa├č drau├čen im Hof. Da trat eine Magd zu ihm und sagte: Auch du warst mit diesem Jesus aus Galil├Ąa zusammen. Doch er leugnete es vor allen Leuten und sagte: Ich wei├č nicht, wovon du redest. Und als er zum Tor hinausgehen wollte, sah ihn eine andere Magd und sagte zu denen, die dort standen: Der war mit Jesus aus Nazaret zusammen. Wieder leugnete er und schwor: Ich kenne den Menschen nicht. Kurz darauf kamen die Leute, die dort standen, zu Petrus und sagten: Wirklich, auch du geh├Ârst zu ihnen, deine Mundart verr├Ąt dich. Da fing er an, sich zu verfluchen und schwor: Ich kenne den Menschen nicht. Gleich darauf kr├Ąhte ein Hahn, und Petrus erinnerte sich an das, was Jesus gesagt hatte: Ehe der Hahn kr├Ąht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich. Als es Morgen wurde, fassten die Hohenpriester und die ├ältesten des Volkes gemeinsam den Beschluss, Jesus hinrichten zu lassen. Sie lie├čen ihn fesseln und abf├╝hren und lieferten ihn dem Statthalter Pilatus aus. Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass Jesus zum Tod verurteilt war, reute ihn seine Tat. Er brachte den Hohenpriestern und den ├ältesten die drei├čig Silberst├╝cke zur├╝ck und sagte: Ich habe ges├╝ndigt, ich habe euch einen unschuldigen Menschen ausgeliefert. Sie antworteten: Was geht das uns an? Das ist deine Sache. Da warf er die Silberst├╝cke in den Tempel; dann ging er weg und erh├Ąngte sich. Die Hohenpriester nahmen die Silberst├╝cke und sagten: Man darf das Geld nicht in den Tempelschatz tun; denn es klebt Blut daran. Und sie beschlossen, von dem Geld den T├Âpferacker zu kaufen als Begr├Ąbnisplatz f├╝r die Fremden. Deshalb hei├čt dieser Acker bis heute Blutacker. So erf├╝llte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: Sie nahmen die drei├čig Silberst├╝cke - das ist der Preis, den er den Israeliten wert war - und kauften f├╝r das Geld den T├Âpferacker, wie mir der Herr befohlen hatte. Als Jesus vor dem Statthalter stand, fragte ihn dieser: Bist du der K├Ânig der Juden? Jesus antwortete: Du sagst es. Als aber die Hohenpriester und die ├ältesten ihn anklagten, gab er keine Antwort. Da sagte Pilatus zu ihm: H├Ârst du nicht, was sie dir alles vorwerfen? Er aber antwortete ihm auf keine einzige Frage, so dass der Statthalter sehr verwundert war. Jeweils zum Fest pflegte der Statthalter einen Gefangenen freizulassen, den sich das Volk ausw├Ąhlen konnte. Damals war gerade ein ber├╝chtigter Mann namens Barabbas im Gef├Ąngnis. Pilatus fragte nun die Menge, die zusammengekommen war: Was wollt ihr? Wen soll ich freilassen, Barabbas oder Jesus, den man den Messias nennt? Er wusste n├Ąmlich, dass man Jesus nur aus Neid an ihn ausgeliefert hatte. W├Ąhrend Pilatus auf dem Richterstuhl sa├č, lie├č ihm seine Frau sagen: Lass die H├Ąnde von diesem Mann, er ist unschuldig. Ich hatte seinetwegen heute nacht einen schrecklichen Traum. Inzwischen ├╝berredeten die Hohenpriester und die ├ältesten die Menge, die Freilassung des Barabbas zu fordern, Jesus aber hinrichten zu lassen. Der Statthalter fragte sie: Wen von beiden soll ich freilassen? Sie riefen: Barabbas! Pilatus sagte zu ihnen: Was soll ich dann mit Jesus tun, den man den Messias nennt? Da schrien sie alle: Ans Kreuz mit ihm! Er erwiderte: Was f├╝r ein Verbrechen hat er denn begangen? Da schrien sie noch lauter: Ans Kreuz mit ihm! Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer gr├Â├čer wurde, lie├č er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die H├Ąnde und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache! Da rief das ganze Volk: Sein Blut komme ├╝ber uns und unsere Kinder! Darauf lie├č er Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu gei├čeln und zu kreuzigen. Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus, f├╝hrten ihn in das Pr├Ątorium, das Amtsgeb├Ąude des Statthalters, und versammelten die ganze Kohorte um ihn. Sie zogen ihn aus und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und gaben ihm einen Stock in die rechte Hand. Sie fielen vor ihm auf die Knie und verh├Âhnten ihn, indem sie riefen: Heil dir, K├Ânig der Juden! Und sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen ihm damit auf den Kopf. Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. Dann f├╝hrten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon; ihn zwangen sie, Jesus das Kreuz zu tragen. So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird, das hei├čt Sch├Ądelh├Âhe. Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war; als er aber davon gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken. Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich. Dann setzten sie sich nieder und bewachten ihn. ├ťber seinem Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht, die seine Schuld angab: Das ist Jesus, der K├Ânig der Juden. Zusammen mit ihm wurden zwei R├Ąuber gekreuzigt, der eine rechts von ihm, der andere links. Die Leute, die vorbeikamen, verh├Âhnten ihn, sch├╝ttelten den Kopf und riefen: Du willst den Tempel niederrei├čen und in drei Tagen wieder aufbauen? Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz! Auch die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die ├ältesten verh├Âhnten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Er ist doch der K├Ânig von Israel! Er soll vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben. Er hat auf Gott vertraut: der soll ihn jetzt retten, wenn er an ihm Gefallen hat; er hat doch gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Ebenso beschimpften ihn die beiden R├Ąuber, die man zusammen mit ihm gekreuzigt hatte. Von der sechsten bis zur neunten Stunde herrschte eine Finsternis im ganzen Land. Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani?, das hei├čt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabeistanden und es h├Ârten, sagten: Er ruft nach Elija. Sogleich lief einer von ihnen hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Die anderen aber sagten: Lass doch, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft. Jesus aber schrie noch einmal laut auf. Dann hauchte er den Geist aus. Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte, und die Felsen spalteten sich. Die Gr├Ąber ├Âffneten sich, und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. Nach der Auferstehung Jesu verlie├čen sie ihre Gr├Ąber, kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen. Als der Hauptmann und die M├Ąnner, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr und sagten: Wahrhaftig, das war Gottes Sohn! Auch viele Frauen waren dort und sahen von weitem zu; sie waren Jesus seit der Zeit in Galil├Ąa nachgefolgt und hatten ihm gedient. Zu ihnen geh├Ârten Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und des Josef, und die Mutter der S├Âhne des Zebed├Ąus. Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimath├Ąa namens Josef; auch er war ein J├╝nger Jesu. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu ├╝berlassen. Josef nahm ihn und h├╝llte ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er f├╝r sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. Er w├Ąlzte einen gro├čen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie sa├čen dem Grab gegen├╝ber. Am n├Ąchsten Tag gingen die Hohenpriester und die Pharis├Ąer gemeinsam zu Pilatus; es war der Tag nach dem R├╝sttag. Sie sagten: Herr, es fiel uns ein, dass dieser Betr├╝ger, als er noch lebte, behauptet hat: Ich werde nach drei Tagen auferstehen. Gib also den Befehl, dass das Grab bis zum dritten Tag sicher bewacht wird. Sonst k├Ânnten seine J├╝nger kommen, ihn stehlen und dem Volk sagen: Er ist von den Toten auferstanden. Und dieser letzte Betrug w├Ąre noch schlimmer als alles zuvor. Pilatus antwortete ihnen: Ihr sollt eine Wache haben. Geht und sichert das Grab, so gut ihr k├Ânnt. Darauf gingen sie, um das Grab zu sichern. Sie versiegelten den Eingang und lie├čen die Wache dort.



Kommentare zu diesen Evangelium:
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

├ťbersicht