Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom GrĂŒndonnerstag im Lesejahr C:

Tut dies zu meinem GedÀchtnis

Heute dürfen wir das Fest feiern, an dem Jesus nicht nur die Eucharistie, sondern auch das Priestertum eingesetzt hat. Das Fest wird „das letzte Abendmahl“ genannt. In diesem Fest ist die ganze Opfergabe Jesu für die Menschheit eingehüllt, so dass, wenn wir dies feiern, es in unserem Leben Wirklichkeit wird, dass wir die Gnaden empfangen, die aus seiner Opfergabe strömen. Jesus nimmt das Kreuz auf sich, er akzeptiert seinen Tod, um sich für uns hinzugeben. Die Frucht seiner Opfergabe ist, dass wir das Leben haben, und zwar in Fülle. Er hat sein Leben aufgeopfert, damit wir leben dürfen und können. Die Wirkung seiner Opfergabe wird nicht vergehen. Er verspricht uns sein Dabeisein. In der Einsetzung der Eucharistie erfüllt er diese Verheißung. Er macht sich für uns gegenwärtig in der Gestalt seines Leibes und in der seines Blutes. Er will, dass wir an diesem Mahl teilnehmen zu seinem Gedächtnis. Denn er fordert uns auf: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Auch in der ersten Lesung haben wir gehört, was der Apostel Paulus dazu schreibt: „Sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“

Die Jünger Jesu haben diesen Auftrag ernst genommen. Denn nach der Auferstehung Christi, und zwar, nachdem sie die Kraft des Heiligen Geistes empfangen hatten, begannen sie, als eine Gemeinschaft der Gläubigen, die Eucharistie regelmäßig zu feiern. Es heißt auch in der Apostelgeschichte: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.“ (Apg 2,42) Diese Wurzel des Glaubens – also die Eucharistie – bleibt bis heute ein großes Geschenk, das wir niemals vernachlässigen dürfen. Aber was bedeutet eigentlich „Tut dies zu meinem Gedächtnis“? Was meint Jesus damit?

Es bedeutet, dass wir an diesem Brechen des Brotes, das in der Eucharistiefeier in den Leib und das Blut Christi verwandelt wird, teilnehmen, und zwar, dass wir das tun, nicht als ob es nur eine bloße Erinnerung an den Tod Christi wäre, sondern als eine wirkliche Einlösung der Frucht der Opfergabe Christi in unserem Leben. Die Eucharistie ist zwar ein Mahl, aber nicht nur ein Mahl. Die Feier der Eucharistie ist nicht eine bloße Erinnerung an das, was in der Vergangenheit passiert ist. Wenn wir das in Erinnerung rufen, was Jesus durch seine Opfergabe für uns getan hat, tut Jesus etwas, das die Kraft dieser Feier vergegenwärtigt – er wird unter uns gegenwärtig und wirkt auch in uns hier und jetzt die gleiche Heilung, die er damals gewirkt hat. Die Wirkung der Kirche in der Welt strömt aus der Gegenwart Christi. Diese Gegenwart spüren wir am besten in unserer Teilnahme an der Eucharistiefeier.

Es gibt drei Weisen, in denen wir in Wirklichkeit unsere Teilnahme an der Eucharistie zeigen können. Ich nenne sie die dreimal „Amen“, mit denen wir auf die Eucharistie antworten dürfen und sollen. Das Wort „Amen“ bedeutet „Ja, ich glaube.“ Das erste „Amen“ sprechen wir, nachdem der Priester mit den Worten: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit“ das Hochgebet beendet. Wenn wir dieses erste große Amen sagen, meinen wir, dass wir an all das glauben, was der Priester im Hochgebet erwähnt hat. Also, wir sagen damit, dass wir glauben, dass das Brot und der Wein in den Leib und das Blut Christi umgewandelt worden ist. Das heißt, wir glauben jetzt, dass Jesus unter uns ist, in der Gestalt seines Leibes und Blutes.

Das zweite „Amen“ sagen wir gleich vor dem Empfang des Leibes und Blutes Christi. Der Priester oder der Kommunionhelfer sagt uns: „Der Leib Christi“ oder „Das Blut Christi“. Darauf sollen wir „Amen“ antworten. Das heißt: „Ja, ich glaube daran, dass Jesus gegenwärtig ist in der Eucharistie, die ich empfange." Manche von uns schweigen, wenn der Priester ihnen sagt, „Der Leib Christi“. Aber es ist wichtig, darauf „Amen“ zu antworten, nicht nur im Wort, sondern mit einer tiefen Überzeugung, dass es Jesus ist, den wir empfangen. Wir sollen nicht „Danke“ oder „Alles Gute“ oder mit einem anderen Wort antworten, sondern „Amen.“

Das dritte „Amen“ antworten wir nach der Heiligen Messe, und zwar, nicht im Wort, sondern in Taten, die wir in unserem Leben vollbringen. Wenn wir wirklich glauben, dass die Eucharistie, die wir empfangen haben, Jesus ist, können wir auch die Gegenwart Jesu und die Kraft dieser Gegenwart spüren. Diese Kraft wird in unserem Leben und – durch unsere Taten – in dieser Welt wirken. Das bedeutet dann, dass wir mit unserem ganzen Leben die Eucharistie feiern, dass in unserem Leben die Eucharistiefeier eingelöst und gelebt wird.

Liebe Brüder und Schwestern, wir kennen die Geschichte Jesu Christi gut – die Geschichte seiner heilbringenden Taten und Worte. Erinnern wir uns daran, dass aus der Menschenmenge, die sich um Jesus versammelte, nur ein kleiner Teil der Menschen die Kraft seiner Gegenwart gespürt hat. Wir haben sogar in der Predigtreihe an die Figuren der Passion gedacht. Diese Figuren waren die Leute, die Jesus mit einer tiefen Überzeugung geglaubt hatten, dass er in ihrem Leben große Heilung wirken konnte. Vielleicht sind auch wir hier wie eine Menschenmenge. Es könnte sein, dass nur ein kleiner Teil von uns bereit ist, Jesus zu begegnen, mit einer großen Überzeugung und mit einem tiefen Glauben an die Wirklichkeit seiner Gegenwart. Bin ich unter diesem Teil? Wo befindet sich jetzt mein Bewusstsein? Glaube ich wirklich, dass Jesus in meinem Leben und in meinen Lebenssituationen wirken kann?



Evangelium vom GrĂŒndonnerstag im Lesejahr C:








Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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