Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom Hochfest der Auferstehung des Herrn - Ostersonntag im Lesejahr C:

Das Wunder des leeren Grabes

Halleluja! Jesus Christus ist vom Tode auferstanden. Es ist heute nur noch Jubel und Freude! Nach der Fastenzeit, und nach diesen Tagen, in denen wir über das Leiden und die Schmerzen Christi nachgedacht haben, ist es wieder die Zeit des Jubels und der Freude. Die Geschichte Jesu Christi endete nicht mit dem Leiden und dem Sterben. Nach dem Kreuz kommt jetzt die Krone. Jesus blieb nicht im Grab. Die Macht des Todes konnte ihn nicht lange halten. Liebe Brüder und Schwestern, das erste Zeichen der Auferstehung des Herrn ist das leere Grab. Das Wunder des leeren Grabes lehrt uns viel für unser Leben.

Das Grab ist der Ort der Beisetzung eines Menschen. Es scheint die letzte Station der Existenz eines Menschen zu sein, es scheint der letzte Ort zu sein, wo sich unsere Verstorbenen befinden. Man könnte denken, das Grab ist der Triumph des Todes. Aber der Triumph des Todes ist nur für eine Weile. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Das Grab ist nicht die letzte Station unserer Pilgerschaft. Bei der Beerdigung eines Menschen sagen wir: „Von der Erde ist unser Bruder oder unsere Schwester genommen, zur Erde kehrt er oder sie zurück. Der Herr aber wird ihn/sie auferwecken.“ Das heißt, da die Macht des Todes unseren Herrn nicht im Grab halten konnte, hat Jesus auch für uns die Macht des Todes gebrochen.

Das Wunder des leeren Grabes Jesu lehrt uns auch, dass das Leiden, das Kreuz, die Schmerzen, der Tod nur eine Station im Leben ist. Dies alles geht vorbei und hat nicht das letzte Wort über unser Leben. Man sagt, nach dem Kreuz kommt die Krone. Nach drei Tagen ist unser Herr auferstanden. Drei Tage bezeichnet auch die Dauer unseres Leidens, unserer Schmerzen und unseres Sterbens. Nach dieser Zeit – nach „drei Tagen“ – verliert unser Kreuz und unser Leiden seinen Stachel. Der Prophet Hosea hat das sehr schön ausgedrückt: „Auf, lasst uns zum Herrn zurückkehren! Denn er hat gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird uns auch verbinden. Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet er uns wieder auf und wir leben vor seinem Angesicht.“ (Hos 6,1-2)

Für jeden Schmerz, für jedes Leid in unserem Leben gibt es einen bestimmten Moment, in dem es seinen Stachel und seine Macht verliert. Wie soll dann unsere Haltung sein gegenüber den Schmerzen, gegenüber dem Kreuz, gegenüber den Leiden des Lebens? Sie soll eine Haltung voll Hoffnung sein. Wir sollen uns gegenüber dem Leiden nicht so verhalten, als wäre es die letzte Station unseres Lebens. Wir sollen unsere Augen über den momentanen Stachel des Leidens hinweg aufrichten, um den Moment des leeren Grabes zu sehen und um darauf zu hoffen, also auf den Augenblick, dass die Kraft der Auferstehung Christi uns das Leben wiederherstellt.

Liebe Brüder und Schwestern, das Grab ist schon leer. Jesus Christus ist auferstanden. Durch ihn besitzen wir die Kraft des Triumphes gegen das Leiden, gegen die Schmerzen, gegen den Tod, - die Kraft des Lebens. Öffnen wir unser Herz für diese Kraft, so dass wir sie neu empfangen. Lasst uns auch in allen Bereichen unseres Lebens durch diese Kraft das Leben verkünden. Möge unser Herr das Wunder des leeren Grabes wirken, in unserem persönlichen Leben, in unserer Familie, in unseren Beziehungen, so dass alle guten Dinge in unserem Leben, die sich schon im Grab befunden haben, wieder befreit werden. Amen.



Evangelium vom Hochfest der Auferstehung des Herrn - Ostersonntag im Lesejahr C:

Das leere Grab

Johannes 20,1-9

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala fr√ľhmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem J√ľnger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere J√ľnger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere J√ľnger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schwei√ütuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere J√ľnger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.



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Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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