Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 19. Sonntag im Jahreskreis C im Lesejahr C:

Aufgrund des Glaubens

Es ist unglaublich, was Abraham aufgrund des Glaubens erlebt hat. Ich meine nicht nur die wunderbare Verheißung, die Gott letztendlich in Abrahams Leben erfüllt hat, sondern auch das harte Leben, durch das er in Gott hineingewachsen ist. Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde. Auf diesem Glaubensweg erlebte Abraham vieles, das man sich normalerweise nicht wünschen würde, aber aus jenen Erfahrungen wurde Abraham der, das zu werden Gott ihn geschaffen hat.

Abraham und seine Frau Sara, die uns als Vorbilder des Glaubens gezeigt werden, waren ja nicht makellos auf ihrem Weg des Glaubens gepilgert. Sie waren – wie wir – schwache Menschen, die manchmal wegen unerfüllter Erwartungen und Verheißungen Gott anklagten. Wir wissen, dass Gottes Verheißung an Abraham, Stammvater eines großen Volkes zu werden, sich nicht unmittelbar nach dem Auszug verwirklichte. Er musste noch bis zu seinem neunundneunzigsten Lebensjahr kämpfen, bevor er ein Kind bekommen sollte. Das war nicht einfach für ihn und seine Frau Sara. Sein Glaube an Gott begann nach und nach zu bröckeln. Wir wissen z.B., wie er sich aus Zweifel am Plan Gottes – aber mit Zustimmung Saras – Hagar, die Magd, zur  Frau nahm und dadurch einen Sohn, Ismael, zeugte. Aber das war nicht die Verheißung. Auch Sara – sie lachte ungläubig und spöttisch, als Gott seine Verheißung erneuerte. Aus der Heiligen Schrift wissen wir jedoch, dass Abraham und Sara, trotz aller Enttäuschungen über Gott, ihren Weg des Glaubens nie für immer verließen. Sie hielten letztlich an Gott fest und durften erleben, dass Gott seinem Versprechen treu war. Ganz wichtig zu erwähnen ist, dass sie – durch die harten Erfahrungen und ihr Vertrauen auf Gott – letztendlich so geformt wurden, dass sie bereit waren, Gott alles zu opfern. Abraham war sogar bereit, seinen einzigen Sohn Isaak dahinzugeben.

Liebe Brüder und Schwestern, wir wissen, dass es nicht einfach ist, in dem festzustehen, was man erhofft, und überzeugt zu bleiben von Dingen, die man nicht sieht. Genau das ist es jedoch, was es bedeutet, zu glauben. Jeder von uns hat seine Glaubensgeschichte. Die Frage ist, was kann ich heute erzählen, was in meinem Leben aufgrund meines Glaubens geschehen ist. Ich meine hier nicht, was in meinem Leben bisher geschah, weil ich nie an Gott gezweifelt oder Gott angeklagt habe, sondern, was in meinem Leben geschehen ist, weil ich – trotz all meiner Zweifel und meiner Anklage – bei Gott geblieben bin. Das persönliche Wachstum im Glauben geschieht auch im Kampf eines harten Lebens, wenn wir bei Gott stehen, trotz aller Zweifel.

Vielleicht gibt es jetzt in Ihrem Leben, in Ihrer Familie, in Ihrer Beziehung oder in Ihrem Arbeitsfeld solch einen Kampf. Vielleicht denken Sie deswegen, dass Gott Sie verlassen hat. Ich freue mich darüber, dass Sie sich trotzdem entschieden haben, an diesem Gottesdienst teilzunehmen. Aufgrund des Glaubens sind Sie - trotz allem - zu Gott gekommen. Allein das ist ein Zeichen, dass Sie den Weg des Glaubens nicht verlassen wollen; ein Zeichen, dass Sie Ihren Lebensweg immer noch mit Gott gehen wollen. Wenn Sie Gott noch Ihr Herz öffnen, wenn Sie ihm noch zuhören wollen, dann werden Sie ihn sagen hören, dass er Sie niemals verlassen wird. Denn, wie Paulus geschrieben hat: „Was kann uns scheiden on der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? … ich bin gewiss: weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Röm 8,38-39) Egal, wie es in Ihrem Leben geht, vergessen Sie nicht, dass Gott Sie liebt und, dass nichts Sie von seiner Liebe scheiden kann.



Evangelium vom 19. Sonntag im Jahreskreis C im Lesejahr C:

Von der rechten Sorge und der Aufforderung zur Wachsamkeit

Lukas 12,32-48

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.

Der barmherzige Jesus kommt am Rande eines Sees auf uns zu.
Jesus kommt wieder!
Foto: privat

Verkauft euren Besitz und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden! Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst! Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.

Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft! Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach - selig sind sie.

Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Da sagte Petrus: Herr, sagst du dieses Gleichnis nur zu uns oder auch zu allen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde einsetzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die Tagesration gibt? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, das sage ich euch: Er wird ihn über sein ganzes Vermögen einsetzen. Wenn aber der Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verspätet sich zu kommen! und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.





Ausdruck als pdf im A4 Format
Druckversion


Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

Übersicht