Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 2. Adventssonntag A

Wie bereite ich mich auf das Kommen Jesu vor?

Angekündigt wird es in der ganzen Adventszeit, dass Jesus kommt. Zu einer Zeit, die die Menschen nicht vorherbestimmt haben, ist er vor 2019 Jahren in unsere Welt gekommen. Mit einer wichtigen Botschaft ist er zu uns gekommen, mit der Botschaft der Liebe. „Siehe, wie sehr Gott uns Menschen liebt, dass er seinen Eingeborenen Sohn gegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, das Leben haben“, so heißt es in der Heiligen Schrift (Joh 3,16). Diese Botschaft der Liebe soll von uns Menschen angenommen und verbreitet werden. Aber wie können wir sie annehmen? Akzeptieren wir einfach, dass Gott uns liebt und dass wir durch Jesus Christus das Leben haben. Gemeint ist nicht irgendein Leben, sondern das Leben, das von Gottes Liebe geprägt wird, das Leben, das wir erhalten, wenn wir mit dem Heiligen Geist getauft werden. Wie schön wäre es, wenn wir das Leben haben!

Dieses Leben zu erhalten, ist aber nicht ein einmaliges Geschehen, sondern es erfordert von uns, mit Jesus den Weg des Lebens zu gehen. Ja, mit Jesus den Weg des Lebens gehen! Dafür müssen wir Jesus unser Herz öffnen, damit er den Zugang zu unserem Herzen findet. Das benötigt aber Umkehr. Darum ruft uns der Vorläufer Jesu, Johannes der Täufer, zur Umkehr. Vielleicht fragen wir uns: brauchen wir noch eine Umkehr, wenn man schon ein Christ ist? Meine Antwort auf diese Frage wäre: insofern wir noch eine Lücke haben zwischen dem Leben, zu dem Jesus uns zu leben berufen hat, und dem Leben, das wir zur Zeit leben, müssen wir umkehren.

Umkehr bedeutet Jesus näherzukommen. Johannes der Täufer zeigt einen Unterschied zwischen der Botschaft der Umkehr, zu der er berufen wurde, und der Botschaft Jesu Christi, an der alle, die ihn angenommen haben, auch teilhaben dürfen und sollen – die Botschaft der Liebe. Aber nur, wenn man Jesus angenommen hat, kann man an dieser Botschaft teilhaben. Nur, wenn man Jesus den Zugang zu seinem Herzen geöffnet hat, kann man mit dem Heiligen Geist getauft werden, der die Teilnahme an dieser Botschaft überhaupt erst ermöglicht. Also Umkehr ist ganz wichtig und bedeutet, Jesus näherzukommen. Jeder von uns braucht Umkehr in einem gewissen Sinne. Es hängt davon ab, wo ich mich befinde in Bezug auf Jesus und das Leben, das er mir verspricht.

Die Frage ist: wo in meinem Leben bedarf ich der Umkehr? Was versperrt mir den Weg zu Jesus? Oder umgekehrt gefragt: „Was versperrt Jesus den Zugang zu meinem Herzen? Jeder von uns soll in seinem Leben genauer hinschauen, um herauszufinden, was ihm eine lebendige Freundschaft mit Jesus vorenthält. Natürlich ist Sünde das, was uns den Weg des Herrn versperrt. Im heutigen Evangelium haben wir gehört: „Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm (Johannes der Täufer) hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.“ Brauche ich es, zur Beichte zu gehen? Ja, sicher! Wenn ich in mir Sünde gefunden habe, brauche ich es, als Zeichen meiner Umkehr zur Beichte zu gehen, um in diesem Sakrament, die Lücke zu schließen, die meine Sünde geschaffen hat, zwischen mir und Jesus.

 

Nun, viele Gläubige haben heutzutage Angst zur Beichte zu gehen, weil sich vielleicht unsere Vorstellung von Sünde geändert hat. Das Entscheidende ist aber, dass sich unsere Vorstellung von Gott geändert hat. Wenn wir denken, Gott spielt keine wichtige Rolle mehr in unserem Leben, wenn wir ihn als eine ersetzbare Möglichkeit im Leben ansehen, verschwindet aus unserer Sicht der Schaden der Sünde. Somit können wir denken, 'ja, meine Sünde macht nichts' oder wir sehen überhaupt keine Sünden, wo es doch viele gibt, weil die Rolle Gottes und sein Platz einfach missachtet wird. Wer glaubt, dass seine Krankheit keine ist, der sucht auch nicht die Hilfe eines Arztes. Das hat auch Jesus gesagt: „Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin gekommen zu rufen die Sünder zur Buße, und nicht die Gerechten“ (Lk 5,31-32).

Liebe Brüder und Schwestern, Jesus kommt jeden Tag zu uns. Er möchte, dass wir ihm den Zugang zu unserem Herzen offenhalten. Er will uns durch das Leben begleiten. Er will, dass wir das Leben, das von seiner Liebe geprägt wird, in der Wirklichkeit erleben, damit auch wir die Botschaft der Liebe weitergeben können. Es bedarf nur unserer Umkehr, damit wir Ihm auf seinem Weg zu uns kein Hindernis in den Weg legen oder legen lassen.



Evangelium vom 2. Adventssonntag A im Lesejahr A:

Das Auftreten des Täufers

Matthäus 3,1-12

In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa:

Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!

Johannes kniet und betet. Vor ihm steht ein Lamm. Auf dem Boden liegt eine Schriftrolle.
... kehrt um!
Juan van der Hamen





Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.

Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt?
Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen.
Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.

Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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