Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 4. Adventssonntag A Lesejahr: A

Gott hat uns das Zeichen seiner Liebe gegeben: Die Jungfrau wird einen Sohn geb├Ąren, der Immanuel ÔÇô Gott mit uns ÔÇô genannt wird

Gott wollte uns Menschen das Zeichen seiner Liebe geben, auch wenn wir nach solch einem Zeichen nicht gefragt haben. „Der Herr sprach zu Ahas: Erbitte dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, sei es von unten aus der Tiefe oder von oben aus der Höhe!“ Aber Ahas wollte das nicht. Trotzdem wollte Gott uns das Zeichen seiner Liebe geben. Er gibt uns ein Zeichen, durch das wir seine Liebe erkennen können. Und er will, dass wir nach dem Zeichen Ausschau halten, es sehen und annehmen. Er sagt: „Seht, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und ihm den Namen Immanuel geben, das heißt: „Gott ist mit uns.“

Das Zeichen besteht darin, dass Gott aus Liebe zu unserer Welt kommen will – und zwar nicht mit dem vollen Glanz seiner Herrlichkeit, sondern in aller Demut. Er will an unserer Gestalt als Mensch Anteil haben und die Schwachheit unserer Gestalt annehmen, damit wir – durch seine Nähe und sein Mitleid – unsere Augen auf seine Herrlichkeit richten. Zwei Dinge sind ganz wichtig an diesem Zeichen: 1. Die Jungfrau, die einen Sohn empfangen und gebären will. 2. Der Sohn, der geboren wird und Immanuel – Gott ist mit uns – genannt wird.

Eine Jungfrau musste Gott in unsere Welt bringen, und zwar durch ihr Ja-Wort. Das bedeutet, Gott, der den Menschen erschaffen hat, und ihm alles gibt, will ihm nicht seine Liebe aufzwingen. Er will uns unsere Freiheit – „Ja“ oder „Nein“ zu sagen – nicht nehmen. Damit er zu uns in dieser Weise kommt, braucht es einen Menschen, der durch seine Zusage mitarbeiten will. (Wir können das gut verstehen: In Deutschland sind wir daran gewöhnt, dass man nicht einfach so in unsere Wohnung kommt, außer, wenn wir einem die Tür öffnen. Nur der Einbrecher kann in unsere Wohnung eindringen, ohne dass wir ihn willkommen heißen.) Gott hat in Maria, der Jungfrau, ein offenes Herz gefunden. Und durch Marias Ja-Wort wird der Sohn Gottes Mensch. Seine Menschwerdung hätte nicht funktioniert, ohne diese einwilligende Jungfrau, die im Plan Gottes mitspielen will. Deswegen ist sie und ihr Ja-Wort ein Teil des Zeichens.

Liebe Brüder und Schwestern, in Maria haben wir nicht nur die Mutter Jesu Christi gefunden, sondern auch ein Vorbild, das wir bei der Vorbereitung auf Weihnachten nachahmen sollen. Wir haben uns zwar die ganze Adventszeit auf Weihnachten vorbereitet. Dazu haben wir an vielen Aktivitäten – sowohl geistlich als auch sozial – teilgenommen. In unseren Familien haben wir viel dazu getan, wie es in unserer Kultur und Gesellschaft passend ist. All das ist nicht schlecht. Heute sollen wir aber die Gelegenheit haben, um einen Rückblick auf unsere Vorbereitung zu werfen. Die Frage ist, können wir durch unsere bisherige Vorbereitung sagen: "Ja, Immanuel ist in uns geboren?" Können wir wirklich mit Freude und ohne Zweifel erwidern: „Ja, Gott ist mit uns“?

Jesus Christus, der in uns geboren ist, braucht unser Ja, damit er durch uns zu den anderen kommen kann. Er braucht heute Herzen, in denen er willkommen geheißen wird. Er braucht Herzen, die für die anderen offen sind, damit er dadurch die anderen erreichen kann. Er braucht Hände, mit denen er den Armen helfen kann. Er braucht jemanden, der bereit ist, die Botschaft der Liebe zu verkünden, jemanden, der bereit ist, die Worte der Hoffnung und des Friedens zu verkünden, damit er der Welt seine Liebe zeigen kann. Er braucht Augen, die das Zeichen seiner Liebe gläubig anschauen können. Sind meine bereit für ihn? Wenn wir in dieser Botschaft mitspielen wollen, dann haben wir ein Vorbild: die Jungfrau Maria – ein Teil des Zeichens, das Gott uns gegeben hat. Lasst uns als Schüler und Schülerinnen zu ihren Füßen lernen, wie man den Immanuel empfangen und Ihn für die Welt gebären kann.



Evangelium vom 4. Adventssonntag A im Lesejahr :

├ťber die Geburt Jesu

Mt 1,18-24

Josef sitzt schlafend auf einem Stuhl. Ein Engel steht hinter ihm und zeigt ein eine andere Richtung.
Traum des Heiligen Josef
Maler: Anton Raphael Mengs






Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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