Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom Christi Himmelfahrt A Lesejahr: A

Christi Himmelfahrt: Das Abschiednehmen Jesu

Christi Himmelfahrt, das Fest, das wir heute feiern, ist nicht nur das Ende einer Phase in der Geschichte Jesu mit seinen Jüngern, sondern auch der Beginn einer neuen Phase. Christi Himmelfahrt war der letzte Punkt des Abschiednehmens, das zwischen Jesus und seinen Jüngern stattgefunden hat. Für Jesus war es das eindeutige Zeichen, das er seine Aufgabe beendet hat. Ein Teil seines Abschiedsgesprächs schon vor seinem Tod war ein Gebet zu seinem Vater. Er wusste schon, dass er seine Aufgabe beendet hatte. Deswegen betete er zu seinem Vater: „Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.“ Am Kreuz sagte er: „Es ist vollbracht!“ Das bedeutet, ich habe all das getan, was mein Vater mir aufgetragen hat. Das Werk des Heils des Menschen ist im Prinzip getan. Das Tor des Heils ist dem Menschen geöffnet. Seine Himmelfahrt war zugleich seine Verherrlichung.

Aber für seine Jünger war das Geschehen der Beginn einer neuen Phase ihrer Jüngerschaft. Nach diesem Abschiedsgeschehen mussten sie erleben, was Jesus meinte, als er gesagt hat: „Es werden aber Tage kommen, da wird den Hochzeitsgästen der Bräutigam genommen sein, dann werden sie fasten.“ (Matt 9,15b) Die Jünger Jesu mussten lernen, wie sie ohne die körperliche Anwesenheit Jesu leben konnten. Sie mussten sich hinter verschlossenen Türen verstecken und im Gebet und im Lesen der Schriften ihr Leben und ihre Aufgaben neu finden. Die Phase, in der sie mit Jesus körperlich unterwegs waren, war mit der Himmelfahrt zu Ende. Sie fragten sich, „Jesus hat all das für und mit uns getan und zu uns all das gesagt, was ist dann jetzt unsere Aufgabe oder Rolle? Wozu sollen wir leben als Jünger Jesu, wo er jetzt nicht mehr körperlich unter uns ist?“ Aber Jesus hat sie nicht als Waisen zurückgelassen. Die Jünger mussten den Heiligen Geist empfangen, der sie in dieser neuen Phase begleiten würde. Denn ohne den Heiligen Geist hätten sie keinen Mut gehabt, um rauszugehen und den anderen die Geschichte Jesu zu verkünden. Mit Hilfe des Heiligen Geistes bekamen sie die Kraft, zur Ehre und Verherrlichung Gottes zu leben.

Die Frage ist, was bedeutet die Himmelfahrt Jesu für uns, die wir heute dieses Ereignisses gedenken und es feiern? Sie erinnert uns daran, dass das Werk unseres Heils durch Jesus im Prinzip schon 'vollbracht' ist. Ich sage ‚Im Prinzip‘, weil wir dieses Heil annehmen müssen, damit wir daran teilhaben. Wie es für die Jünger Jesu war nach der Himmelfahrt, so haben wir die Aufgabe bekommen, an dem Prozess unseres Heils teilzunehmen, und zwar ohne die körperliche Anwesenheit Jesu. Er ist dann unter uns in einer anderen Art, er hat uns aber den Beistand gesandt, der uns beim Erkennen, beim Verstehen, und bei der Erledigung unserer Aufgabe hilft. Christi Himmelfahrt erinnert uns daran, dass Jesus nicht mehr körperlich erreichbar ist. Wir können unsere Beziehung mit ihm jetzt nur noch durch das Wort der Heiligen Schrift, die gemeinsame Feier der Eucharistie (also das Brechen des Brotes), in der er sich erkennen lässt und in der Verbundenheit (in der Gemeinschaft) miteinander aufrechterhalten und pflegen. Aber all dies ist nur durch die Hilfe des Heiligen Geistes, des Beistands, den Jesus uns gesandt hat, in der Verbundenheit mit seinem Vater möglich.

Wir müssen von den Jüngern Jesu lernen, oft hinter verschlossenen Türen, und zwar im Gebet und im Lesen der Heiligen Schrift, auf die Kraft, die wir für unser christliches Leben brauchen, zu warten. Ab morgen beginnt in unserer Gemeinde zur Vorbereitung auf Pfingsten die Novene zum Heiligen Geist. Wir alle sind zu dieser Novene eingeladen. Denn wir brauchen diese Kraft. Wichtiger noch ist Deine persönliche Vorbereitung auf das Kommen des Heiligen Geistes. Lasst uns diese Zeit zwischen dem Fest der Himmelfahrt Christi und Pfingsten optimal nutzen.



Evangelium vom Christi Himmelfahrt A im Lesejahr :

Der Auftrag des Auferstandenen

Mt 28,16-20

In jener Zeit gingen die elf J├╝nger nach Galil├Ąa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.

Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.

Darum geht zu allen V├Âlkern, und macht alle Menschen zu meinen J├╝ngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.





Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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