Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 14. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: A

Ruhe finden trotz aller Lasten im Leben

Bei uns, liebe Brüder und Schwestern, herrscht kein Mangel an Lasten im Leben. Lasten sind mit unserem Leben untrennbar verbunden. Wer von uns hat nicht seine Lasten zu tragen? Ob das die Last der Verantwortung ist, eine finanzielle Last, die Last der Enttäuschung, die Last der aus einer Beziehung stammenden Herausforderungen, die Last der Kinderlosigkeit, die Last des Verlustes von irgendetwas, das uns im Leben notwendig und wichtig ist, die Last der aktuellen Pandemie, die Last einer Krankheit, ob es die Einsamkeit ist, die Menschen entmutigt, oder die Lasten, die in uns das Gefühl des „Ich kann nicht mehr …“ auslösen. Wer von uns hat keine Last zu tragen? Was ist die Last deines Lebens? Und wohin gehst du mit dieser Last, wenn sie dich  niederzudrücken versucht?

Wenn wir uns mit diesen lebensaktuellen Fragen beschäftigen möchten, ist es dabei hilfreich, uns das heutige Evangelium vor Augen zu halten. „Kommt zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ Mit diesem Satz zeigt Jesus nicht nur, dass Er unsere Situation gut kennt, sondern auch, dass Er die Lösung dafür hat. Er ruft uns zu sich mit der festen Zusage, uns Ruhe zu verschaffen.

Eine der Wirkungen einer Last ist, dass sie einen unruhig machen kann. Und gerade das ist die schlimmste Wirkung einer Last. Wenn sie unseren geistigen Zustand so prägt, dass wir beunruhigt werden. Die Lasten, die wir im Leben tragen, machen uns leider oft unruhig. Es ist doch interessant, was Jesus uns verspricht: „Ich werde Euch Ruhe verschaffen.“ Er sagt nicht „Ich werde diese Last wegnehmen", sondern „Euch Ruhe verschaffen.“ Was bedeutet das denn? Das bedeutet nicht unbedingt, dass Er mir die Last wegnimmt, wenn ich zu Ihm komme. Denn sofern ich am Leben bleibe, wird Gott mich nicht verschonen vor den mit dem Leben verbundenen Herausforderungen, auch wenn ich sein Jünger bin, auch wenn ich seinen Geboten treu bin und es immerzu bleibe. Jesus verspricht, uns auf jeden Fall etwas Wichtiges zu schenken, und zwar Ruhe, auch wenn Er uns diese Lasten nicht wegnimmt.  Er will uns die Unruhe, die mit diesen Lasten verbunden ist, wegnehmen, wenn wir zu Ihm kommen.

Liebe Brüder und Schwestern, es fällt schwer, in unserer heutigen Umwelt wirklich zur Ruhe zu kommen. Viele von uns versuchen, in den Ferien zur Ruhe zu kommen, indem sie sich von den Herausforderungen der Arbeit und des Alltags zurückziehen. Aber es gelingt ihnen nicht immer, die erwünschte Ruhe zu finden. Unser Geist beschäftigt sich mit vielen Sachen, auch wenn wir körperlich nicht beschäftigt sind. Der Geist muss auch beruhigt werden. Arbeitspausen allein können uns diese Art von Ruhe nicht verschaffen. Jesus lehrt uns aber den Weg zu dieser Ruhe: „Nehmt mein Joch auf Euch und lernt von mir“ sagt Er uns. Und was meint Er damit?

Wir können das nur verstehen, wenn wir den Begriff „Joch“ und seine Bedeutung im Zusammenhang mit Lasten verstehen. In diesem Zusammenhang bedeutet ein Joch, etwas zum Tragen einer Last. Z.B. ein Zuggeschirr, mit dem zwei Ochsen vor einen Wagen oder Pflug gespannt werden, nennt man ein Joch. Ein anderes Beispiel ist eine Schultertrage, mit der Körbe oder Eimer getragen werden. Man nennt diese auch Tragjoch. In diesen Beispielen hat Joch etwas gemeinsam – es macht die Lasten leicht und tragbar. Und wenn Jesus von seinem Joch spricht, meint Er unsere Verbundenheit mit Ihm, in der wir nicht mehr allein sind, und unsere Lasten allein tragen müssen, sondern, verbunden mit Ihm ist jede Last für uns leicht zu tragen. Jesus spricht von dieser Verbundenheit, in der wir uns sicher fühlen, vom Vertrauen auf Ihn, in dem wir Ihm – wie Kinder – alle Situationen unseres Lebens anvertrauen dürfen. Das Joch Jesu auf sich zu nehmen ist gleichzeitig ein Zeichen von Demut (es anzunehmen, dass wir es nicht allein schaffen können, und dann zu Jesus zu kommen) und ein Ursprung von innerer Kraft, die uns stark macht, egal, wie schwer unsere Lasten sind.

Wollen wir diese Einladung Jesu ernst nehmen und jetzt in Wirklichkeit zu Ihm gehen. Es ist ein Angebot, das wir alle zum Leben brauchen. Ich frage dich deswegen noch einmal: Was ist deine Last? Und wohin gehst du mit deiner Last? Warum nicht zu Jesus? Bring deine Last zu Jesus. Du kannst jetzt in der Stille dein Vertrauen auf Ihn erneuert aussprechen.



Evangelium vom 14. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Der Dank Jesu an den Vater, vom leichten Joch Jesu

Mt 11,25-30

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unm├╝ndigen aber offenbart hast.

Wir blicken von oben auf die Jesusstatur in Rio de Janeiro
Jesus f├╝hrt uns zum Vater!




Ja, Vater, so hat es dir gefallen.

Mir ist von meinem Vater alles ├╝bergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin g├╝tig und von Herzen dem├╝tig; so werdet ihr Ruhe finden f├╝r eure Seele.



Eine Frau hebt vor einem Getreidefeld dankend ihre Arme nach oben!
Jesus befreit uns!
Seine Last ist leicht!







Denn mein Joch dr├╝ckt nicht, und meine Last ist leicht.









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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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