Impulse für den Tag von Pater Ezekiel


21.02.2019

Sich nicht ablenken lassen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 6. Woche im Jahreskreis C

„Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“ (Mk 8,33). Jesus ist der Meister, der Archetyp, den wir nachahmen sollen. Er lehrt uns heute etwas Wichtiges: wie wir mit den Ablenkungen umgehen können, die versuchen, uns vom uns bewussten richtigen Sinn unseres Lebens abzulenken. Petrus versuchte, Jesus vom Kreuz abzulenken. Wissen Sie, dass das Kreuz eine zentrale Rolle im Leben Jesu und in seiner Botschaft hat? In seinem Kreuz befindet sich der Wille Gottes für sein Leben. Hätte er das Kreuz verweigert, hätte sein Leben keinen Sinn gehabt! Zweimal hat Jesus mit den gleichen Worten solch eine Versuchung abgelehnt. Der andere Fall ist bei seiner Versuchung durch den Teufel: „Hebe dich von mir Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und Ihm allein dienen." (Mt 4,10)

Wir sollen es nicht zulassen, dass Jemand oder etwas uns vom Sinn unseres Lebens ablenkt. Das lehrt uns Jesus. Wir sollen keine Dialoge mit solcher Versuchung haben. „Weg mit dir, geh mir aus den Augen“ sollen wir nicht nur sagen, sondern das zeigen, durch unser Verhalten und unsere Haltung gegenüber solcher Versuchung. Was oder wer uns den Sinn des Lebens raubt, hat alles Wichtige von uns gestohlen. Ich nenne ein Beispiel: Wir leben in einer Gesellschaft, wo die Bedeutung der Familie allmählich schwindet, weil manche von uns eine neue Lehre angenommen haben, dass man ohne eine Verbindung zu einer Familie leben kann. Ohne Verbindung mit einer Familie haben viele Leute den Sinn des Lebens verloren. Wir sollen hier eine Lehre annehmen, die uns den Sinn des Lebens raubt. Stattdessen sollen wir sie – wie Jesus – definitiv ablehnen.

Gebet: Jesus Christus, in dir erkennen wir den Sinn unseres Lebens. Hilf uns, diesen Sinn niemals aufzugeben, selbst wenn es in sich das Leid beinhaltet. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 8,27–33



20.02.2019

Nach vierzig Tagen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 6. Woche im Lesejahr C

Die Zahl vierzig hat eine große Bedeutung, nicht nur in der Bibel, sondern auch im Leben. Sie hat eine hohe Symbolkraft in den biblischen Überlieferungen und taucht immer wieder in den biblischen Geschichten auf, besonders in Bezug auf Buße und Besinnung. Heute ist es das erste Mal, dass diese Zahl in der Bibel auftaucht, und zwar als der Zeitraum des Regens der Sintflut. „Nach vierzig Tagen …“ so beginnt die heutige Lesung. Und sie bezieht sich auf die Dauer der Sintflut. Wichtig, zu erwähnen in Bezug auf die Zahl 40 ist auch der Zeitraum der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste - nach seinem Auszug aus Ägypten. Mehr Beispiele: Für 40 Tage war Mose auf dem Berg Sinai in der Nähe Gottes. Seine Lebensjahre waren auch in drei – je 40 Jahre – unterteilt: die ersten 40 Lebensjahre hatte er im Haus des Pharao verbracht; in den zweiten 40 Lebensjahren war er auf der Flucht vor Pharao gewesen und in den dritten 40 Jahren seines Lebens war er mit den Israeliten durch die Wüste gewandert. Die Stadt Ninive hat 40 Tage ihre Sünden bereut. Für 40 Tage ging Jesus in die Wüste, um sich durch Gebet und Fasten auf seine Sendung vorzubereiten. 40 Tage lagen auch zwischen der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu.

Wenn wir zur Vorbereitung des Osterfestes 40 Tage der Fastenzeit begehen, versuchen wir Jesus nachzuahmen. Aber, was sich hinter der Zahl 40 versteckt, ist sehr bedeutsam. Sie wird aus dem Produkt von 4 und 10 gebildet. Während 4 das Weltumspannende, Irdische und Vergängliche symbolisiert, bezeichnet 10 die Vollendung. 40 steht für den Zeitraum, den man zur Vorbereitung für etwas braucht. Diese Vorbereitungszeit ermöglicht auch Wende und Neubeginn im Leben. Das erinnert mich an den englischen Spruch: „a fool at forty is a fool forever“. Übersetzt bedeutet das: Jemand, der mit vierzig Jahren immer noch dumm ist, hat kaum eine Möglichkeit mehr, sich zu verändern. Gemeint ist, dass man mit vierzig Lebensjahren zum Leben gereift sein sollte.

Jeder von uns hat im Leben einen Zeitraum, in dem er lernen soll, wie er am besten lebt oder einen Zeitraum zur Vorbereitung für etwas. Durch diesen Zeitraum und deren Gelegenheiten kann man für etwas bereit sein oder den Sinn für eine Wende und einen Neubeginn entdecken. Auch in der 40-tägigen Fastenzeit versuchen wir, den Sinn unseres Glaubens zu vertiefen und zu erhalten. Jesus begleitet uns dabei, indem er unsere Augen zur Wahrheit und zum Sinn des Lebens öffnet.

Gebet: Gott, du bist das Licht und die Wahrheit. Öffne unsere Augen zu dir, damit wir das Licht sehen, die Wahrheit erkennen können und dadurch den Sinn des Lebens behalten. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Genesis 8,6–22



18.02.2019

Vermeide die Entstehung des Neids


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 6. Woche im Lesejahr C

Heute lesen wir in der ersten Lesung über den ersten Fall von Neid überhaupt in der Geschichte der Menschheit, wie sie in der Bibel aufgeschrieben wurde: Kain hat seinen Bruder Abel aus Neid erschlagen. Seit diesem Fall ist Neid eine der schlimmsten Grundlagen von Streit und Mord. Neid bezeichnet den Wunsch der Person, die neidisch ist, selbst über als gleichwertig empfundene Güter (materieller oder immaterieller Art) wie die beneidete Person zu verfügen.

Dieser Wunsch basiert aber auf einem Fehlschluss, und zwar dem Schluss, dass die beneidete Person, wegen ihres Besitzes, einen Vorteil vor mir hat, und dass sie die Schuld dafür treffen soll. So entsteht Neid:

1. Die andere Person besitzt etwas, dass ich nicht besitze.
2. Ich glaube, dass diese Person, wegen dieses Besitzes, einen Vorteil vor mir hat. Das heißt, dass ich benachteiligt bin, wegen des Besitzes der anderen.
3. Ich glaube, dass die andere Person verantwortlich ist für meine Benachteiligung; so gebe ich ihr die Schuld dafür.
4. Dann wünsche ich, dass sie diese Schuld trifft.

Erkennen Sie, was an dieser Logik des Neids falsch ist? Dass ich benachteiligt bin, wegen des Besitzes des anderen, und dass der andere schuld daran ist an meiner Benachteiligung. Dies ist falsch und unnötig. Kain aber dachte so. Er dachte, dass sein Bruder Abel schuld daran war, dass Gott kein Gefallen an seinem Opfer hatte. Aber, wie gesagt, das ist überflüssig - und falsch. Neid entsteht daher aus einem Fehlschluss, den wir vermeiden können.

Es könnte sein, dass der andere etwas besitzt, dass ich nicht besitze; und dass er, wegen seines Besitzes, dadurch einen Vorteil hat. Die Frage ist aber: Bin ich deswegen benachteiligt? Und wenn ich es bin, wer trägt die Schuld an meiner Benachteiligung? Kains Opfer gefiel Gott nicht. Aber warum soll Abel dann die Schuld daran tragen? Kain hätte lernen sollen, wie man Gott ein gefälliges Opfer darbringen konnte, statt Böses über seinen Bruder zu denken. Wenn der andere einen Vorteil vor uns hat, wenn wir irgendwie benachteiligt sind oder uns benachteiligt fühlen, sollen wir diese grundlegende Frage beantworten: Wer ist in Wirklichkeit schuld daran? Wenn wir die Verantwortung für unser Leben übernehmen wollen, müssen wir lernen, wie wir unsere Lebenssituation verbessern können, statt neidisch zu sein.

Gebet: Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei den Menschen zu wohnen. Gib uns ein neues und reines Herz, das bereit ist, dich aufzunehmen, und Verantwortung für unser Leben zu übernehmen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Genesis 4,1–15



17.02.2019

Warum auf dem Berg?


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 6. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 6,17-26



16.02.2019



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



15.02.2019

Jesus nahm ihn beiseite, von der Menge weg (Mk 7,33)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 5. Woche im Jahreskreis C

Das heutige Evangelium spricht von der Heilung eines Taubstummen, den Jesus beiseite nahm, von der Menge weg, - als die erste Etappe seines Heilungsprozesses. Diese Geschichte deutet an, dass Heilung ein Prozess statt eines plötzlichen Wunders sein kann. Es ist immer möglich, dass man Heilung als ein Wunder erlebt. Doch ist dieses Erlebnis vom Beiseitenehmen Jesu, um mit ihm in einen Heilungsprozess eintreten zu können, eine wichtige Erfahrung, die wir nicht wegdenken dürfen. Es gibt doch viele Situationen im Leben, die einen beiseite - von der Menge weg - nehmen können. Solche Situationen sind nicht immer schön und nicht immer angenehm. Im Alleinsein in einer solch schwer zu ertragenen Situation kann man sogar in Depression verfallen. Aber wenn man von Jesus beiseitegenommen wird, ist das etwas ganz anderes. Allein mit Jesus in einer Situation, führt es immer zu einer Lösung, die die Situation oder den Zustand unseres Geistes gegenüber der Situation verbessert. Es lohnt sich, wenn man jeden Tag zu Jesus mit seiner Situation geht. Er macht alle Last leicht!

Gebet: Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr. Lass uns, wie der Taubstumme, deine Heilung erfahren, wenn du uns in einer schwierigen Situation beiseitenimmst. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 7,31-37



14.02.2019

Auch wir sind Arbeiter für Gottes Ernte


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 5. Woche im Jahreskreis C

Das Licht für die Völker zu sein und die Arbeiter zu sein, die die Ernte einbringen, so beschreiben die heutigen Lesungen den Auftrag der Apostel. Heute feiern wir den Gedenktag der Heiligen Cyrill und Methodius. Die beiden waren das Licht für die slawischen Völker und haben für sie die Ernte des Heils eingebracht. Jeder, der das Wort Gottes verkündet, bringt für die Menschen die Ernte des Heils ein. Das heißt, er macht den Menschen das bewusst, was Gott für sie getan hat und damit bringt er sie näher zum Heil Gottes. Das Heil Gottes ist eigentlich die Ernte. Nur Gott hat den Garten unseres Heils gegründet. Nur er hat auch in diesem Garten alle „Pflanzen“ angelegt und diese bis zur Ernte gegossen. Alle, die beauftragt sind, die gute Nachricht zu verkünden, was Gott für uns getan hat, nennt man Arbeiter für Gottes Ernte. Denn sie bringen die Ernte ein, so dass allen Menschen damit bewusst gemacht werden kann, dass sie ein Teil von der Ernte erhalten. Anders gesagt, sind sie auch wie das Licht für die Völker. Denn sie helfen dabei, dass die Menschen die Gnade und das Heil Gottes entdecken. So waren der Heilige Cyrill und der Heilige Methodius das Licht für die slawischen Völker und Arbeiter für die Ernte.

Mit diesem Ausdruck - Arbeiter für die Ernte Gottes – kann man auch die Berufung eines jeden von uns beschreiben. Denn auch wir sind Arbeiter, die Gott zur Ernte seines Heils berufen hat. Wenn wir die Welt als den Garten Gottes ansehen, können wir verstehen, warum jeder von uns berufen ist, Arbeiter der Ernte zu sein. Durch unsere Berufung helfen wir einander, das Gute zu entdecken, dass Gott in der Welt und in unserem Leben für uns verborgen hat, und damit ein sinnvolles Leben zu gestalten. Wie das Licht uns zeigt, wo das versteckt ist, was wir brauchen oder suchen, so helfen wir einander durch unsere Berufung, zu entdecken, wo und wie das zu finden ist, was wir brauchen, um sinnvoll zu leben. So sind wir alle Arbeiter der Ernte und das Licht für die Völker. Wir sollen aber überlegen, ob wir immer noch an dieser Arbeit sind!

Gebet: Gott, du Heil aller Menschen, du hast durch die Brüder Cyrill und Methodius den slawischen Völkern das Licht deiner Wahrheit geschenkt. Gib, dass wir deine Lehre mit bereitem Herzen aufnehmen und zu einem Volk werden, das im wahren Glauben und im rechten Bekenntnis geeint ist. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 10,1–9



13.02.2019

Nicht was von außen hineinkommt, sondern was aus dem Herzen kommt


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 5. Woche im Lesejahr C

Jesus lehrt uns heute etwas, dem wir große Aufmerksamkeit schenken sollen: „Was aus unserem Herzen kommt.“ Er meint nicht, dass das, was von außen hineinkommt, keinen Einfluss auf uns haben könnte. Aber das, für das wir moralische Verantwortung übernehmen müssen, entsteht aus dem Herzen und kommt nicht von außen. Aber auch, wie wir mit dem umgehen, was von außen in uns hineinkommt, darüber wird entschieden je nach dem Zustand unseres Herzens. Wie das Herz über den gesundheitlichen Zustand aller Organe unseres Körpers herrscht, so beeinflusst das, was aus unserem Herzen kommt, den Zustand unseres Lebens. Außerdem hat das menschliche Handeln überhaupt nur einen moralischen Wert, weil es aus unserer bewusst getroffenen Entscheidung, also aus unserem Inneren, entsteht. Was „aus dem Herzen kommt“ trägt die Prägung unseres Herzens, unseres Bewusstseins und unserer Entscheidung. Wir können, dürfen und sollen daher die Verantwortung dafür übernehmen. Denn das gehört wirklich zu uns. Darum sollen wir dem eine größere Aufmerksamkeit schenken als dem, was von außen hineinkommt.

Das weiteren ist wichtig zu sehen, dass wir das ändern können, was aus unserem Inneren herauskommt. Deswegen können wir Menschen in der Welt Gutes oder Böses wirken. Es mag sein, dass wir keine Kontrolle über das haben, was von außen hineinkommt, was die Welt uns antut, wie sich die anderen zu uns verhalten. Aber, wie wir uns demgegenüber verhalten, kommt aus unserer Entscheidung. Wir haben darüber Kontrolle und übernehmen die Verantwortung dafür.

Die Frage ist aber, was tun wir, um über das zu herrschen, was aus unserem Inneren herauskommt? Darüber sollen wir uns Gedanken machen. Verschiedene religiösen Traditionen liefern uns Tipps: zum Beispiel stoische Übungen, Yoga u.ä., die manche Leute machen, um ihr Inneres zu beherrschen. Unser Glaube schenkt uns reiche Mittel, durch die wir diese Selbstbeherrschung erreichen können: Das Gebet und die Meditation. Durch Meditation entdecken wir, wie unser Handeln tief aus unserem Geist entsteht und im Gebet erhalten wir die Kraft und die Gnade, über seine Entstehung zu herrschen. Dadurch können wir die Kontrolle über unser Handeln steuern - wie wir wollen. Gott hilf uns!

Gebet: Gott, unser Vater, du hast uns geschaffen, damit wir über die Welt und alle Geschöpfe herrschen. Aber das gelingt nicht, ohne dass wir Kontrolle haben über das, was aus unserem Inneren herauskommt. Hilf uns mit der Kraft des Heiligen Geistes, Selbstbeherrschung zu erlangen, damit wir auch unsere Welt beherrschen können. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 7,14–15



12.02.2019

Es wurde Abend und es wurde Morgen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 2. Woche in dem Lesejahr C

Die Kreativität Gottes wird in der ersten Lesung betont. Wichtig in dieser Betonung ist aber nicht nur seine Kreativität, sondern auch die Stetigkeit seiner Kreativität. Wie wir gehört haben, gab es keinen Tag, an dem Gott nicht etwas erschaffen hat. Auch wenn er eine Pause macht, tut er das bewusst. Der Ausdruck: „Es wurde Abend und es wurde Morgen“ sagt uns vieles, an das wir oft nicht denken. „Es wurde Abend und es wurde Morgen“ deutet die Zeit an, die uns gegeben ist, die aber langsam und allmählich abläuft. Manchmal lassen wir die Zeit leer und unnütz ablaufen. Unsere Begegnung mit der Zeit soll aber nicht leer und unnütz vorübergehen; denn sie ist uns geschenkt, so dass wir sie mit richtigen Wirkungen füllen sollen. Kreativität bedeutet das, was wir der Zeit, die wir bekommen, zurückschenken. Gottes Kreativität markiert die Zeit mit Wirkungen, die die Zeit unvergesslich machen. Kreativität bedeutet, mit der Zeit so aufmerksam umzugehen, dass sie unvergesslich wird. Und, wenn wir wie Gott, stetig kreativ sind, erleben wir ein erfülltes Leben, ein Leben, dessen Zeit mit richtigen Wirkungen gefüllt ist. Lasst uns überlegen, was wir an Gutem während der Zeit hinterlassen haben - jedes Mal, wenn es Abend wird; und, wie wir planen, wenn es Morgen wird, wie wir der Zeit begegnen.

Gebet: Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr und schütze uns. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Genesis 1,20 – 2,4a



10.02.2019

Gottes gnädiges Handeln an uns, wenn es erscheinend keine Hoffnung gibt


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 5. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 5, 1-11



09.02.2019



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



03.02.2019



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



02.02.2019



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



27.01.2019



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



26.01.2019



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



20.01.2019

Die Mutter Jesu war dabei


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 2. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Joh 2, 1-11



19.01.2019



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



17.01.2019

Wenn du willst, kannst du


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 1. Woche im Jahreskreis I

Hast du dir schon einmal vorgestellt, wenn es in deinem Leben keinen Unterschied gäbe zwischen dem, was du willst, und dem, was du kannst? Wie wäre dein Leben, wenn es so wäre? Leider können wir nicht alles, was wir wollen. Des weiteren ist es  auch manchmal so, dass du nicht das darfst, was du willst und kannst. Dass heißt, unsere Freiheit und Fähigkeiten werden von verschiedenen Faktoren eingeschränkt. Es gibt aber Einschränkungen, die wir in unserem Leben bewusst einsetzen. Wir zeigen dann die Stärke unseres Willens in den Dingen, die wir können und dürfen, auf die wir aber verzichten, auch wenn wir sie wollen. Wer also die Freiheit und die Fähigkeit hat, etwas zu tun, besitzt die Macht, das auch zu tun, wenn er will.

Warum gebe ich diese Erklärung über können, dürfen und wollen? Weil ich glaube, dass es uns hilft, zu verstehen, was ein Aussätziger uns im heutigen Evangelium über Jesus lehrt. Er kam zu Jesus, fiel vor ihm auf die Knie und sagte: „Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.“ (Mk 1,40). Dieser Aussätzige sagt eigentlich: „Herr Jesus, du kannst alles, was du willst! Bitte, mach mich rein.“ Wir nennen Gott Allmächtiger, weil er alles kann. Die Frage ist aber, will Gott alles tun, was er kann? Die Antwort auf diese Frage erkläre ich an einem Beispiel: ein Hausbauer will etwas nicht in dem Haus einbauen, was nicht dem Entwurf des Hauses entspricht. Es geht hier nicht darum, dass er das nicht kann oder will, sondern darum, dass das Ziel seiner Arbeit das nicht erlaubt. Wenn er das täte, würde er das Ziel seiner Arbeit nicht erreichen. Denn er will nicht, dass seine Arbeit zu nichts führt. Gott kann alles. Aber er will nicht das tun, was seiner Liebe zu uns und unserer Vollendung widerspricht.

Was lernen wir daraus? Wir lernen zum einen, dass Gott alles kann und dass er alles will, was seiner Liebe zu uns und unserer Vollendung entspricht. Zum anderen ist es dann wichtig, dass wir daran glauben, dass es für Gott keine Einschränkung von Fähigkeit oder Freiheit gibt. Wenn wir ihn um etwas bitten und das nicht erhalten, sollen wir nicht aufgeben um Einsicht zu bitten, so dass wir nach und nach verstehen, was das Schweigen Gottes bedeutet. Das Gebet bietet uns also die Gelegenheit, nicht nur von Gott etwas zu erhalten, was wir wollen, sondern auch seinen Willen in einer Situation zu erkennen.

Gebet: Herr, unser Gott, du hast den heiligen Mönchsvater Antonius aus der Welt herausgerufen und ihm die Kraft gegeben, in der Einsamkeit der Wüste vor dir zu leben. Hilf uns auf seine Fürbitte, uns selbst zu überwinden und dich über alles zu lieben. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 1,40–45



15.01.2019

Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 1. Woche in dem Lesejahr C

Was wir in den heutigen Lesungen betrachten dürfen, ist eine Betonung der Herrschaft Jesu Christi über alle Dinge – also zugleich über alle Geschöpfe und ihre Situationen. In der ersten Lesung geht es um seine Herrschaft über die Engel. Im Evangelium ist zu lesen, wie sogar die unreinen Geister seinem Befehl gehorchen. Kannst du dir vorstellen, dass Jesus allgegenwärtig und der Herr über alles ist? Auch da, wo du jetzt bist, ist er gegenwärtig. Jedes Ding kommt der Gegenwart Gottes entgegen, je nach Art und Weise seiner Gestalt und seines Vermögens. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl! Auch wir Menschen dürfen Jesus als dem Herrn und als allgegenwärtig begegnen. Meines Erachtens besteht das Problem darin, ob wir seine Gegenwart wahrnehmen wollen. Denn ich denke schon, dass wir sie wahrnehmen können, wenn wir wollen, dass das Wort Gottes in uns lebendig wird, wenn wir eine lebendige Beziehung mit ihm aufbauen wollen.

Manchmal denken oder sagen wir, wenn wir von Erfahrungen hören, die manche Menschen mit Gott machen: „Das ist aber unglaublich!“ Manche von uns glauben nicht, dass Gott einem Menschen so nahe und wahrnehmbar sein könnte. Aber der Punkt ist, dass er jedem von uns nahe ist. Und wir dürfen seine Gegenwart erfahren - wenn wir wollen. Es ist ja nicht so, dass die Wahrnehmung von Gottes Gegenwart unser Vermögen übersteigen würde. Denn Gott ist Geist und wir Menschen sind auch geistige Wesen. Aber wenn wir nicht glauben, dass wir geistige Wesen sind und dass das Universum keine geistige Dimension hat, stellt das schon eine Blockade dar bezüglich des Wahrnehmungsvermögens auf alle Dinge von geistiger Gestalt - auch auf Gott. Wir können heute diese Blockade wegnehmen. Aber wie? Der Glaube, dass Gott gegenwärtig da ist, ist der erste Schritt. Der zweite ist, zu glauben, dass wir seine Gegenwart erfahren können und dürfen. Der dritte ist, zu versuchen, in Praxis eine Beziehung mit ihm aufzubauen, indem wir die Erfahrungen anderer Menschen mit Gott lesen und betrachten, ihm unser Herz öffnen und ihm unsere Aufmerksamkeit bewusst schenken.

Warum ist dies wichtig? Als Wesen mit geistiger Dimension geht uns Wesentliches im Leben verloren, wenn wir damit nachlässig umgehen. Ohne die Gegenwart Jesu bewusst wahrzunehmen, ohne mit ihm unseren Weg durch das Jahr zu suchen, gleicht unsere Situation der Situation eines Reisenden, der keinen Plan hat, oder der eines Hausbauers, dem kein Entwurf zur Verfügung steht. Der Heilige Augustinus fragt sich in der zweiten Lesung der heutigen Lesehore: „Warum spricht die Welt nicht zu allen vernehmlich dieselben Wahrheiten?“ Die Geschöpfe sprechen zu uns viel über Gott, „aber nur jene verstehen sie, die ihre Stimme von draußen vernehmen und innerlich mit der Wahrheit vergleichen.“ Die Welt hätte uns viel mehr zu sagen, als wir wahrnehmen können, wenn unsere Beziehung mit Jesus sich nicht entwickelt. Wir würden zuviel verlieren.

Gebet: Herr, unser Gott, im Namen deines Sohnes rufen wir zu dir: Erhöre unsere Bitten, mach uns hellhörig für unseren Auftrag in dieser Zeit und gib uns die Kraft, ihn zu erfüllen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 1,21–28



12.01.2019

Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 12. Januar 2. Woche in der Weihnachtszeit

Was Johannes der Täufer über sein Verhältnis zu Jesus gesagt hat, ist sehr bemerkenswert: „Er [Jesus] muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ sagt er. Im  Fall Johannes‘ kann man diese Aussage buchstäblich verstehen. Denn Johannes hat wirklich seine Mission erledigt, – der Welt – oder genauer gesagt, den Israeliten – das Kommen Jesu bewusst gemacht. Als Jesus kam und seine Mission begann, brauchte es nicht mehr das Zeugnis des Täufers. Dieser verlor allmählich die zentrale Aufmerksamkeit der Leute. Wichtig ist jedoch zu erwähnen, dass es ihm ganz bewusst war, dass er seinen Auftrag erfüllt hatte, dass er nicht mehr in der Mitte der Szene stehen sollte.

Dies ist eine wichtige Lehre für alle, die sich für ewige Zeiten an die Macht klammern wollen. Ich meine diejenigen, die kein Zeugnis für die neue Generation oder für ihren Nachfolger ablegen und ihm die Macht oder das Amt nicht übergeben wollen. Wir dürfen uns auch fragen: „Welches Zeugnis legen wir für unsere nachfolgenden Generationen ab?“ „Was wollen wir ihnen weitergeben?“ Das sind Fragen, die wir sowohl als Einzelne als auch als Gesellschaft beantworten sollten. Ist es möglich, dass wir – wie Johannes – zu unserem Nachfolger nicht nur sagen: „Du musst wachsen, ich aber muss kleiner werden“, sondern ihm auch bei der Vorbereitung der Übernahme der Aufgabe helfen?

Es gibt noch eine andere Sichtweise, in der wir diese Aussage Johannes‘ betrachten dürfen; denn sie liefert uns eine wesentliche Lehre über unsere Beziehung zu Jesus. Wenn unsere Beziehung mit Jesus richtig gestaltet und gepflegt ist, spiegelt sie die Wahrheit dieser Aussage wieder. Jesus wird in uns wachsen; wir aber werden kleiner. Man versteht diesen Vorgang nicht ganz, wenn man darüber nur wortwörtlich nachdenkt. Die Bedeutung ist jedoch tief, aber metaphorisch. Niemand, der tiefer in eine Beziehung hineinwächst, bleibt unverändert. So ist es auch in unserer Beziehung mit Jesus. Wenn wir uns in diese Beziehung hineinwachsen lassen, verändert sich unsere Denkweise, unsere Wünsche und Ziele, usw. Wir nehmen mehr und mehr von Jesus an und werden viel von unserem früheren Lebensstil aufgeben. Wir verändern uns. Es ist dann in diesem Fall richtig zu sagen: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden!" Paulus hat das in einer wunderbaren Weise ausgedrückt: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20)

Gebet: Allmächtiger Gott, du hast den Heiden die Geburt des Welterlösers geoffenbart und die Weisen durch den Stern zu ihm geführt. Lass uns immer tiefer erfassen, dass Christus zu unserem Heil Mensch geworden ist. Amen

Bibelstelle des heutigen Tages: Johannes 3,22–30



16.01.2019

Denn dazu bin ich gekommen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 1. Woche im Lesejahr C

Das heutige Evangelium liefert uns ein Schaufenster dazu, wie Jesus seinen Tag beginnt und wie sein Alltag aussieht: sein Tag beginnt mit einem Gebet an einem einsamen Ort. Dort unterscheidet er, welches Ziel am Tag den Vorrang haben soll. Das tut er gemeinsam mit seinem Vater – im Gebet. Dann ist er vorbereitet für den Tag. Dann kann er im Einzelnen für dieses Ziel leben, egal, was seine Aufmerksamkeit davon wegziehen könnte. Er tut das, um uns ein Beispiel zu geben. Er ist ja unser Archetyp, an dessen Lebensstil wir uns anpassen dürfen und auch sollen. Wir haben gelesen: „Simon und seine Begleiter … sagten zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.“ Wenn er sagt, dazu bin ich gekommen, bezieht er sich schon auf das Ziel, das in seinem ganzen Leben den Vorrang hat.

Ich spreche fast immer von der Bedeutung des Zieles im Leben, weil ich glaube, dass der, der ein „wozu“ kennt, einfacher den Weg dazu findet. Viele Dinge ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wenn wir kein Ziel haben, ist es nicht möglich für uns ein organisiertes und geordnetes Leben zu führen. Es ist uns bekannt, dass unser Alltag uns unterschiedliche mögliche Ziele bietet. Was tun wir in diesem Fall? Denn das kann zum Chaos führen, wenn man keine Priorität unter den verschiedenen Zielen hat. Da müssen wir uns die wichtige Frage stellen, haben wir ein Ziel, das in unserem ganzen Leben den Vorrang über alle anderen hat? Wenn wir darauf eine positive Antwort finden, können wir dann weiter überlegen, welche Möglichkeit sich diesem vorrangigen Ziel am besten anpasst. Im Leben soll es ein Ziel geben, das den Vorrang über alle anderen Ziele hat. Wenn uns ein solches Ziel bekannt ist, können wir unser ganzes Leben darauf lenken. Dann können wir – wie Jesus – bei jeder Entscheidung im Leben sagen: „denn dazu bin ich gekommen.“

Ich denke, auch wenn es nicht um ein Ziel geht, das in unserem ganzen Leben den Vorrang hat, sollte es ein vorrangiges Ziel in jeder Phase und jedem Bereich unseres Lebens geben. Wenn uns das bekannt wäre, könnten wir jeden Tag viele Ablenkungen vermeiden und für ein bestimmtes Ziel leben. Kann ich jeden Tag sagen, dazu tue ich das, was ich jetzt tue? Kann ich in meinem Büro sagen, dazu arbeite ich? Habe ich ein „dazu“ über meine Ehe, mein Studium, meinen Alltag, meine Beziehungen, meine Arbeit, usw.? Wir dürfen jeden Tag – wie Jesus – in aller Frühe, vielleicht wenn es noch dunkel ist, an einem einsamen Ort im Gebet sein, um das „dazu“ zu entdecken.

Gebet: Erhöre uns, Gott, unser Heiland, und gib, dass wir in deinem Licht leben und die Wahrheit tun; denn als Kinder des Lichtes sind wir aus dir geboren. Mache uns zu deinen Zeugen unter den Menschen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 1,29–39



11.01.2019

Er zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 11. Januar 2. Woche in der Weihnachtszeit

Unser Leben braucht eine regelmäßige Zeit des Rückzugs, eine Zeit, in der man sein Leben überblickt, sein Ziel wieder feststeckt und seine Schritte genau betrachtet. Solch eine Zeit braucht man jeden Tag – am besten morgens, bevor man mit den Alltagsaktivitäten beginnt, oder abends, am Ende des Tages, oder zu einer bestimmten Zeit am Tag, die dem eigenen Lebensstil am besten angepasst ist. Ohne einen solchen Rückzug ist richtiger Fortschritt unmöglich. Ich habe das Wort richtiger hier betont, weil es nicht genügt, Fortschritte, sondern richtige Fortschritte zu machen. Das Leben Jesu war ein Rhythmus von Rückzug im Gebet und Fortschritte. Im Evangelium zeigt er uns, wie man die Zeit des Rückzugs verbringen soll – an einem einsamen Ort und im Gebet.

An einem 'einsamen Ort' bedeutet, an einem Ort, an dem alle möglichen Ablenkungen abgestellt werden, um allein zu sein. Die Welt und unser Alltag sind voll mit vielen Ablenkungen. Es ist einfach, sich ablenken zu lassen und das Ziel aus den Augen zu verlieren. Denn heutzutage gibt es viele Informationen, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Aber, wenn uns der bestimmte Inhalt bewusst ist, mit dem wir uns beschäftigen sollen, ist es einfacher, die richtigen Fortschritte zu machen. Allein, an einem einsamen Ort, können wir bewusst den roten Faden unserer Alltagsaktivitäten verstärken, so dass wir ihn immerfort im Blick behalten. Im Gebet bedeutet, mit Gott diese Zeit des Rückzugs zu verbringen. Genauer betrachtet, bedeutet das, durch Gottes Augen unseren Alltag, unsere Situation, unsere Pläne, usw. zu sehen und in Gott die nötige Kraft zu schöpfen. In der Bibel heißt es: „Die aber auf den Herrn hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Flügel. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.“ (Jes 40,31) Die Zeit, die wir alleine mit Gott verbringen, verstärkt unsere Zuversicht, verdeutlicht uns unsere innere Sicht und bekräftigt uns. Damit können wir Tag für Tag unser Ziel verfolgen und unsere Pläne umsetzen.

Gebet: Heiliger Gott, in Christus hast du den Völkern deine ewige Herrlichkeit geoffenbart. Gib uns die Gnade, das Geheimnis unseres Erlösers immer tiefer zu erfassen, damit wir durch ihn zum unvergänglichen Leben gelangen. Amen. 

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 5,12–16



10.01.2019

Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 10. Januar 2. Woche in der Weihnachtszeit

Mir ist aufgefallen, wie diese Worte, die über Jesus – aber auch über jeden von uns – geschrieben sind, sich auf den Kern unserer Existenz und Berufung beziehen. Diese Worte sagen zum einen, dass Jesus eine Mission auf der Erde hat, und zwar, den Armen eine gute Nachricht zu bringen. Jeder Mensch ist vor Gott arm. Jesus hat uns das gebracht, was uns reich macht - und das uns bis zu unserer Vollendung führt. Das bedeutet, dass wir alle diese gute Nachricht brauchen, die Jesus der Menschheit gebracht hat, um die Vollendung zu erlangen. Zum anderen deuten diese Worte darauf hin, dass auch jeder von uns zur Welt gekommen ist, um den Armen eine einzigartige gute Nachricht zu bringen. In diesem Sinn ist Jesus unser Archetyp. Er bringt allen Menschen und der ganzen Welt eine gute Nachricht, die zum allseitigen Reichtum führt. Wir bringen den Armen in einer bestimmten Weise eine bestimmte Nachricht, um sie zu bereichern, in einer bestimmten Weise.

 

Die wichtigen Fragen sind jedoch: Was ist meine gute Nachricht? Wer sind die Armen, zu denen ich gesandt bin? Es sind nur diejenigen, denen ihre Berufung bekannt ist, die diese Fragen richtig beantworten können. Und nur sie können sagen – wie Jesus – heute hat sich diese Prophezeiung erfüllt. Die gute Nachricht ist das, was ich besitze oder habe, womit ich beschenkt bin – materielles oder anderes –, das den anderen bereichern kann. Jeder von uns ist arm auf verschiedene Weise. Wir bereichern einander durch unsere einzigartigen Gaben. Wir sind berufen, die Welt, die Menschen in einer bestimmten und einzigartigen Weise zu bereichern. Wir erfüllen die Mission unseres Lebens oder unserer Berufung, indem wir das tun. Und nur so können wir Zufriedenheit im Leben erreichen. Das Leben hat keinen Sinn, ohne dass du deine gute Nachricht findest und die Armen bereicherst, zu denen du sie zu bereichern gesandt bist. Worin besteht deine gute Nachricht? Wer braucht deine gute Nachricht?

Gebet: Gott, du Licht der Völker, du hast unsere Väter durch die Propheten erleuchtet, uns aber hast du in deinem Sohn die Fülle der Wahrheit und des Friedens geschenkt. Gib uns die Gnade, diese Wahrheit zu bezeugen und deinen Frieden hineinzutragen in unsere Welt. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk 4, 14-22



08.01.2019

Wie wir die anderen sehen wollen, bestimmt, wie wir mit ihnen umgehen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 8. Januar in der Weihnachtszeit

In den heutigen Lesungen hören wir Anweisungen zur Liebe zueinander. Johannes gibt uns in der ersten Lesung Hinweise zur Liebe und Jesus zeigt uns ein wunderbares Beispiel von Liebe zu den Menschen. Ich entdecke etwas Wichtiges in dieser Lehre der Liebe, und zwar etwas, das mit unserer Grundhaltung gegenüber den anderen zu tun hat. Ich meine damit, wie wir die anderen sehen wollen. Ein paar Tage vorher schrieb ich in einem Impuls: „Wie wir denken, wer der andere ist, bestimmt, wie wir zu ihm unsere Beziehung gestalten. Unsere Beziehungen zu anderen Menschen sind ganz unterschiedlich, weil unsere Beziehungen mit ihnen auch unterschiedliche Bedeutungen haben.“ Wir können die anderen nicht lieben, ohne dass wir ihnen die Menschenwürde zuschreiben wollen.

Jesus hatte Mitleid mit den Menschen, die bei ihm waren. Mitleid bedeutet, sich mit den anderen und mit ihrer Situation zu identifizieren. Mitleid ist nicht vorgesehen, wenn wir den anderen nicht als menschenwürdig sehen, oder wenn wir ihn nur benutzen, um dem eigenen Vorteil zu dienen. Wenn wir aber verstehen, dass die anderen auch eine Menschenwürde haben – wie wir –, können wir auch verstehen, dass das, was gut für uns ist, auch für die anderen gut ist. Mit diesem Verständnis können wir auch ihre Situation und ihre Not besser verstehen und mitfühlen. Das erzeugt Liebe.

Liebe Brüder und Schwestern, in einer Welt, in der die Ich-zuerst-Mentalität herrscht, ist es nicht einfach, den anderen die gleiche Würde wie uns selbst zuzusprechen. In einer solchen Welt ist es z.B. für einen Arbeitgeber einfach, die schlechten Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter einfach zu übersehen, weil er sich nur auf seinen Vorteil konzentriert. Wem wir viel Würde zuschreiben, bekommt von uns auch eine große Aufmerksamkeit. Also, wenn wir die anderen unserer Liebe für würdig erachten, können wir – wie Jesus – mit ihnen Mitleid haben und mit ihnen in Liebe umgehen. Es geht deswegen darum, wie wir die anderen sehen wollen.

Gebet: Gütiger Gott, wir gehen durch eine Welt voll Zwielicht und Schatten. Lass dein Licht in unseren Herzen aufstrahlen und führe uns durch das Dunkel dieses Lebens in deine unvergängliche Klarheit. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 6,34–44



06.01.2019



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



05.01.2019



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



04.01.2019

Jesus fragte sie: „Was wollt ihr?“


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 4. Januar in der Weihnachtszeit

Es gibt zwei Fragen, die man sich über eine Beziehung stellen - und dann darauf antworten muss, um in eine Beziehung überhaupt hineinwachsen zu können.

  1. Die erste ist: „Wie verstehe ich diese Beziehung?“ Diese Frage enthält alles, was etwas mit meinem Verständnis über diese Beziehung zu tun hat, wie z.B. wer der andere für mich ist und wie ich diese Beziehung einschätze. Jesus stellte diese Frage seinen Jüngern, indem er zu ihnen sagt: „Was denkt ihr denn, wer ich bin?“ (Mt 16,13-20). Wie wir denken, wer der andere ist, bestimmt, wie wir zu ihm unsere Beziehung gestalten. Unsere Beziehungen zu anderen Menschen sind ganz unterschiedlich, weil unsere Beziehungen mit ihnen auch unterschiedliche Bedeutungen haben. Auch mit Jesus ist es so. Wie wir denken, dass er sei, bestimmt auch letztlich, wie unsere Beziehung mit ihm aussieht.
  2. Die zweite wichtige Frage lautet: „Was will ich überhaupt in dieser Beziehung?“ Also, warum will ich diese Beziehung? Was erwarte ich von ihr? Jesus stellt diese Frage im heutigen Evangelium seinen ersten Jüngern: „Was wollt ihr?“ fragt er sie. Dies ist eine Frage, auf die jeder von uns eine Antwort geben sollte. Was erwarte ich von Jesus? Warum will ich überhaupt eine Beziehung mit ihm haben oder aufbauen?

Diese beiden Fragen sind sehr wichtig in jeder Hinsicht, auch in unserer Beziehung mit Jesus. Wie es im Hebräerbrief geschrieben steht: „Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.“ (Hebr 13,8) Aber: „Er offenbart sich in dem Maß, in dem einer imstande ist, ihn aufzunehmen. Nicht, dass er die ihm eigene Erhabenheit minderte, … voll aber geht er auf das Maß und die Möglichkeiten derer ein, die ihn zu schauen begehren.“ so Maximus Confessor in der zweiten Lesung der heutigen Lesehore. Dass Gott mit uns ist, ist ein so großes Mysterium, das er für alle gleicherweise unsichtbar bleibt, das es die natürliche menschliche Erkenntniskraft übersteigt. (vgl. Maximus Confessor, Aus den Fünfhundert Kapiteln)

Also, jeder von uns erfasst dieses Geheimnis in dem Maß, in dem er imstande ist, ihn aufzunehmen. Wie erkennen wir das Maß, in dem wir imstande sind, Jesus aufzunehmen? Wir erkennen das in den Antworten, die wir auf die beiden obengenannten wichtigen Fragen geben. Wie schön wäre es, wenn wir jeden Tag diese Fragen neu beantworten wollten! Wer ist Jesus für mich? Was will ich von ihm?

Gebet: Allmächtiger Gott, zu unserem Heil ist dein Sohn als Licht der Welt erschienen. Lass dieses Licht in unseren Herzen aufstrahlen, damit sich unser Leben von Tag zu Tag erneuert. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Johannes 1,35–42



03.01.2019

Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 3. Januar in der Weihnachtszeit

Heute dürfen wir das Fest des Heiligsten Namens Jesu feiern, ein Fest, das erst in 16. Jahrhundert entstanden ist. Aber wir wissen schon, wie der Engel den Namen offenbarte, bevor Jesus im Mutterschoß empfangen wurde. Der Name „Jesus“ bedeutet „Gott rettet“. In diesem Namen versteckt sich die Bedeutung der Person Jesu, seine Mission und seine Botschaft. In Jesus und durch Jesus hat Gott uns seine Rettung offenbart und gebracht. Es gibt keinen anderen Namen, durch den wir gerettet werden sollen, heißt es in der Apostelgeschichte 4,12. Dieses Fest erinnert uns daher daran, wer wir – die Getauften – sind. „Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es,“ so Johannes in der heutigen Lesung. Denn „denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben.“ (Joh 1,12)

Wir beziehen uns auf den Namen Jesus auf vielerlei Weise. Zum einen sind wir auf den Namen Jesu getauft. Also, was bei der Taufe geschieht, ist bemerkenswert. Jesus hat die Beziehung zwischen den Menschen und Gott wiederhergestellt, den Zugang zum Himmel und zu Gott hat er uns wieder geöffnet. Bei der Taufe bekennen wir, dass wir das Geschenk Jesu – die wiedergeöffnete Tür des Himmels – annehmen wollen. Dann empfangen wir die Macht, Kinder Gottes zu werden. Zum anderen geschieht unsere ganze Beziehung mit Gott im Namen Jesu. Wir beten im Namen Jesu und empfangen alle Gnade und Gabe in diesem Namen. Dass wir die Macht empfangen haben, Kinder Gottes zu werden, bedeutet, dass wir das Recht haben, Gott unseren Vater zu nennen und mit ihm in Beziehung treten dürfen. Wenn es uns bewusst ist, was es bedeutet, dass wir Kinder Gottes sind, dann hat das den Einfluss darauf, wie wir beten und auf unsere Beziehung zu Gott. Wir sehen Gott dann nicht als eine anonyme Kraft an, sondern als unseren Vater, der uns liebt. Wir werden dann alles im Namen Jesu tun, weil er uns den Vater nahe gebracht hat. Es ist wichtig, dass wir daran denken, wenn wir sagen: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ am Anfang und am Ende unseres Betens, dass wir uns so familiär mit Gott verhalten dürfen, weil Jesus unsere Beziehung mit Gott so einfach gemacht hat.

Gebet: Allmächtiger Gott, dein Sohn ist durch die Geburt aus der Jungfrau uns in allem gleich geworden, außer der Sünde. Gib, dass wir in unserem Denken und Tun den alten Menschen ablegen und ein neues Leben beginnen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Johannes 1,29–34



02.01.2019

Ich bin es nicht wert, mir den Platz Gottes anzumaßen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 2. Januar in der Weihnachtszeit

Heute, am zweiten Tag im neuen Jahr, lehren uns die Lesungen noch etwas Wichtiges: Leugne nicht, dass es Jesus ist, Gott mit uns, und maß dir nicht seinen Platz an. Es geht um den Platz Jesu in unserem Leben. In der gestrigen Predigt haben wir über die Überschrift „durch ihn und mit ihm und in ihm“ nachgedacht, um zu zeigen, dass unser menschliches Leben seine Vollendung nur erlangen kann in der Zusammenarbeit mit Gott. Aber wer es leugnet, dass Gott mit uns ist, dass er in unserem Leben einen unersetzbaren Platz hat, arbeitet nicht wirklich mit Gott zusammen. Johannes versteht das; deswegen ermahnt er uns in der Lesung in ihm zu bleiben (vgl. 1 Joh 2,27-28). Auch im Evangelium lesen wir das Beispiel von Johannes dem Täufer: Als Johannes das Herz der Leute gewonnen hatte und sie taufte, dachten die Juden, dass er der Messias sei. Aber Johannes zögert nicht, ihnen die Wahrheit zu sagen. Er bekennt: „Ich bin nicht der Messias. … Ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.“ (Joh 1,19-28)

Es ist nicht selten, dass der moderne Mensch sich den Platz Gottes anmaßt. Er denkt, Gott spielt keine Rolle mehr in den Geschäften der Menschen, weil sie ohne Gott vieles - ja, vielleicht alles - können. Nietzsche bemühte sich im 19. Jahrhundert seine Zeitgenossenen davon zu überzeugen, dass Gott keine Rolle mehr spielt. Er behauptete, dass Gott tot sei. Aber auch heute denken und verhalten sich viele Menschen so, als ob Gott 'außer Betrieb' wäre. Sie denken - weil sie großartige Dinge in vielen Bereichen des Lebens geschafft haben - dass Gottes Platz ersetzt worden ist durch die Wissenschaft, durch menschliches Denken u.ä.. Johannes hätte sich auch damals den Platz des Messias anmaßen können. Aber er hat die Wahrheit gesagt. Trotz all der wunderbaren Dinge, die er getan hat, wusste er, dass der Platz des Messias unersetzbar ist. Er wusste nur, dass seine Arbeit zur Vollendung gebracht werden musste, durch ihn, mit ihm und in ihm.

Liebe Brüder und Schwestern, wir haben bestimmte Pläne vor uns und eine Agenda für das neue Jahr. Welchen Platz geben wir Gott bei der Umsetzung unserer Agenda und Pläne? Sagen wir uns mit Johannes dem Täufer: „Ich bin es nicht wert, mir den Platz Gottes anzumaßen?" Oder denken wir, dass er nur eine der Möglichkeiten ist, mit denen wir an unser Ziel gelangen können? Nein, Gott ist nicht eine der Möglichkeiten. Er ist unersetzbar. Je mehr wir ihn durch andere Dinge zu ersetzen suchen, desto mehr werden wir in unserem Leben frustriert sein.

Gebet: Gott, unser Vater, du bist in unserem Leben unersetzbar. Hilf uns zu verstehen und zu bekennen – wie der Täufer –, dass wir nicht der Messias sind und wir dich niemals in unserem Leben ersetzen können, damit wir uns in Demut vor deiner Macht niederbeugen und von dir täglich neue Kraft schöpfen. Amen. 

Bibelstelle des heutigen Tages: Mt 23, 8-12



01.01.2019

Durch ihn und mit ihm und in ihm


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Hochfest der Gottesmutter Maria

Als Impuls für das heutige Hochfest der Gottesmutter haben wir Ihnen die Predigt bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 2,16–21



31.12.2018

Es ist die letzte Stunde (1 Joh 2,18)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 7. Tag der Weihnachtsoktav

Heute, am letzten Tag des Jahres 2018, ist es wichtig, dass wir die letzten Stunden, die wir noch haben, sinnvoll verbringen. „Es ist die letzte Stunde,“ erinnert uns die heutige Lesung. Wie können wir diese letzten Stunden sinnvoll verbringen? Zum Danken, zur Verzeihung, zur besinnlichen Betrachtung des möglichen zukünftigen Weges, usw. Also, heute ist ein Tag, an dem wir über die vergangenen 365 Tage Betrachtungen anstellen dürfen und sollen. Dazu könnten ein paar Fragen wichtig und hilfreich sein:

  • Wofür dürfen und wollen wir Dank sagen und wem? Vielleicht ist das Jahr für uns nicht so gut gelaufen. Vielleicht haben wir innerhalb des Jahres schlechte Zeiten erlebt. Trotz aller Leiden und Enttäuschungen haben wir viele Gründe, für die wir dankbar sein sollen. Das heutige Evangelium erinnert uns: „Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.“ (Joh 1,16) Also, vom Dreieinigen Gott haben wir viel Gnade empfangen. Oder ist das bei dir nicht so? Das bedeutet nicht, dass alles so gelungen ist, wie du es geplant hast. Aber zumindest ist es nicht selbstverständlich, dass du noch lebst. Das bedeutet, du hast noch eine Chance, diese Betrachtung durchzuführen. Wenn du sagst, es gibt keinen Grund, wofür du Dank sagen kannst, überleg‘ mal, dass du noch an deine Enttäuschungen denken oder über sie sprechen kannst, selbst das ist ein Grund, dankbar zu sein. Danke Gott für das Leben und für alles, womit er dich dieses Jahr beschenkt hat. Dank ihm für alles, was bei dir in diesem Jahr gelungen ist, aber auch für alles, was für dich schwer zu ertragen war. Denn vielleicht hast du ja auch aus schwierigen Zeiten und Lasten gelernt. Dank ihm für alle Menschen, die dein Leben positiv oder negativ beeinflusst haben. Denn sie alle waren Mittel, durch die dein Leben reifer geworden ist. All diese sind nicht selbstverständlich. Für sie sollen wir Gott und allen betreffenden Mitmenschen danken.
     
  • Was hätten wir anders tun sollen? Das Jahr ist bald vorbei. Es wird bald zu unserer Vergangenheit gehören. Es gibt aber viele Dinge, Fehler, usw., die wir mit großem Bedauern betrachten können. Wir denken, wir hätten uns anders verhalten, oder viele Dinge anders tun können. Wie können wir sinnvoll mit unseren Fehlern aus der Vergangenheit umgehen? Verzeihung! Wir sollen uns jene Fehler verzeihen. Wir sollen auch den anderen ihre Fehler verzeihen. Wir brauchen diese allseitige Verzeihung unbedingt, wenn wir im Leben seelisch und körperlich gesund weitergehen wollen. Das sollten wir in diesen letzten Stunden des Jahres  tun.
     
  • Wo liegt unsere unmittelbare Zukunft? Und mit wem? Wenn wir Glück haben, treten wir in einigen Stunden in ein neues Jahr ein. Es ist dann wichtig, dass wir überlegen, womit wir uns in den kommenden 12 Monaten beschäftigen wollen. Wessen Dabeisein und Hilfe brauchen wir? Zu dieser Frage denken wir über unsere Berufung und unsere Beziehung mit Jesus nach. Wie wir im Evangelium gehört haben, Jesus ist der Ursprung der Zeit; Er ist das Licht, das uns durch die Zeit begleitet; Er ist die Quelle der Kraft, die wir benötigen, um weiterzugehen. Deswegen können wir seine Anwesenheit nicht wegdenken, wenn wir uns ein gesegnetes und gelungenes Jahr wünschen wollen. Du kannst mit ihm deinen zukünftigen Weg durchaus planen und durchführen. Kannst du mit ihm ein paar Stunden für diese Planung im Gebet sein?

Liebe Brüder und Schwestern, wir befinden uns nicht nur am Ende des Jahres, sondern auch am Anfang des neuen Jahres. Was wir mit den letzten Stunden des ablaufenden Jahres machen, beeinflusst erheblich, wie wir mit dem neuen Jahr beginnen können. Verbringe diese letzten Stunden ganz sinnvoll, dann wirst du später dafür sehr dankbar sein!

Gebet: Allmächtiger, ewiger Gott, du der Urheber und das Ziel der Zeit, in der Menschwerdung deines Sohnes hat alles menschliche Streben nach dir seinen Ursprung und kommt darin zur Vollendung. Lass uns zu Christus gehören, in dem das Heil aller Menschen begründet ist. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: 1 Johannes 2,18–21



30.12.2018



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages:



29.12.2018

Gemäß dem Gesetz des Herrn


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 5. Tag der Weihnachtsoktav

Das Königskind Jesus Christus wurde als kleines Kind von seiner Familie durch diese Lebensphase begleitet. Aus dem heutigen Evangelium lernen wir viel über die Erziehung des Kindes. Maria und Josef lehren uns sehr viel. Wie und was die Eltern glauben, spielt eine entscheidende Rolle in der Erziehung ihres Kindes. Maria – mit ihrem Mann Josef – sah ihr Kind mit tiefem Glauben und tiefer Überzeugung als ein besonderes Kind an, das für eine bestimmte Mission geweiht war. Sie verstand, dass einem bestimmten Gesetz gefolgt werden musste, damit dieses Kind seine Mission erfüllen konnte. Deswegen taten sie und ihr Mann für das Kind alles, was gemäß dem Gesetz des Herrn getan werden musste. Sie glaubten nicht nur an die Realität des Engagements Gottes in der Erziehung dieses Kindes, sondern auch daran, dass das Engagement Gottes die Hauptsache in dieser Erziehung war.

Es ist allerdings bedauerlich, dass viele Kulturen denken, dass in der Erziehung eines Kindes das Spirituelle keinen großen Wert besitzt. Wissenschaftlich versucht man zu zeigen, dass der Mensch nur ein Bündel von Molekülen ist, die keine spirituelle Bedeutung haben. Der Mensch ist jedoch ein spirituelles Wesen, dessen Leben gelingt oder nicht, je nachdem wie seine Beziehung zu Gott oder sein spirituelles Vermögen sich entwickelt. Manche Eltern denken auch, sie wollen ihre Kinder nicht zwingen, an Gott zu glauben. Es geht aber nicht um Zwang, wenn wir dem Kind den Glaubensweg zeigen, sondern es geschieht aus Liebe. Wie wir das Kind aus Liebe und elterlicher Pflicht in die Schule bringen, um die Entwicklung seines intellektuellen Vermögens zu fördern, so sind wir auch verpflichtet, alles für das Kind aus Liebe zu tun aber auch gemäß dem Gesetz des Herrn – damit sich seine Beziehung zu Gott entwickeln  kann.

Außerdem ist es wichtig, dass wir daran denken, dass Gott nicht ein „deus otiosus“ oder „deus absconditus“ ist. Deus otiosus oder deus absconditus ist ein Gott, der sich nach der Erschaffung der Welt zurückgezogen hat und nicht mehr in die Entwicklung seiner Schöpfung eingreift. Wenn wir an so einen Gott glaubten, würden wir denken, dass, selbst wenn er uns erschaffen hat, er nichts mit unserem Alltag und unserer Entwicklung zu tun hätte. Gott hat uns aber nicht nur erschaffen, er greift auch in unsere Entwicklung ein. Wie schön wäre es, wenn wir unser Leben gemäß seinem Gesetz leben wollten!

Gebet: Unsichtbarer Gott, dein Licht ist in die Welt gekommen und hat die Finsternis überwunden. Sieh gnädig auf uns und lass uns die Herrlichkeit der Geburt Christi mit würdigem Lob feiern. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 2,22–35



31.12.2018



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Als

Bibelstelle des heutigen Tages:



28.12.2018

Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Unschuldige Kinder

Heute ist das Fest der Unschuldigen Kinder, also der Kinder, die Herodes in Betlehem und der ganzen Umgebung töten ließ, als er merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten und er darüber zornig geworden war. Diese Kinder waren Knaben im Alter bis zu zwei Jahren. Sie waren unschuldig. Diese Tat von Herodes zeigt, wie viel der Mensch zerstören kann, wenn er von seinen Gefühlen überwältigt wird. Zum einen hatte Herodes Angst, dass er seine Macht verlieren könnte, wenn das neugeborene Königskind am Leben bleibt. Zum andern wurde er zornig, weil ihm klar geworden war, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten. Diese beide Gefühle – Angst und Zorn – unkontrolliert - führten ihn zu dieser abscheulichen Tat – das Töten von unschuldigen Kindern.

Wenn wir auf unser Leben schauen, können wir entdecken, wie auch wir böse Taten aus eben solchen Gefühlen vollbringen können. Vielleicht nicht einen anderen Menschen tatsächlich töten, aber schon das Leben der anderen schwer machen. Viele Kriege, die die Menschheit erlebt hat, sind um Macht geführt worden. Manchmal geht es nicht nur um die Macht einer Person, sondern sogar um die eines Landes. Länder kämpfen miteinander um Macht – um wirtschaftliche Macht oder auch andere Arten von Macht. Durch solche Kämpfe leiden viele Unschuldige – vor allem Kinder. Millionen von Menschen werden dabei getötet. Wir denken auch an diese unschuldigen Opfer.

Vielleicht kann ich das Gefühl eines Landes nicht unter Kontrolle bringen, aber meines schon - wenn ich will. Es gibt viele unschuldige Kinder, deren Leben schwer gemacht wird, weil ihre Eltern die Kontrolle über sich verloren haben. Viele Ehen zerbrechen und die Zukunft der daraus hervorgegangenen Kinder wird zerstört. Vielleicht kann ich solche Situationen ein klein wenig vermeiden, wenn ich meine Gefühle unter Kontrolle bringe. Ich kann das Leben der anderen bewahren, wenn ich bereit bin, die Macht aufzugeben, wenn sie das Leben der anderen beschädigt. Nächstes Mal, wenn du ärgerlich oder zornig bist, frag‘ dich, ob es um Macht geht. Denke auch an die Auswirkungen, die deine von Zorn bewirkten Taten auf das Leben der anderen Menschen haben könnten, die unschuldig sind. Überlege, ob es möglich ist, in der betreffenden Situation ein bisschen vernünftiger zu handeln, statt aus dem Zorn heraus. Versuch' das mal!

Gebet: Vater im Himmel, nicht mit Worten haben die Unschuldigen Kinder dich gepriesen, sie haben dich verherrlicht durch ihr Sterben. Gib uns die Gnade, dass wir in Worten und Taten unseren Glauben an dich bekennen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 2,13–18



26.12.2018

Ich sehe den Himmel offen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Heiliger Stefanus HEILIGES CHRISTFEST II

Als impuls für heute haben wir die Predigt am 2. Weihnachtstag für Sie bereit gestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Apostelgeschichte 7,54–60



25.12.2018

Das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Hochfest der Geburt des Herrn

Als Impuls haben wir für Sie die Predigt zum Hochfest der Geburt des Herrn bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 2,1–14



24.12.2018

Das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird uns besuchen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 04. Adventswoche im Lesejahr C

Das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Heute Abend beginnt schon die Heilige Nacht. Wie ist die Vorbereitung bei dir gelaufen? Bist du bereit, unseren Besuch – Jesus Christus – zu empfangen? Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer, ein Mann, der nicht geglaubt hatte, dass das, was der Engel ihm offenbart hat, in Erfüllung gehen würde, hat selbst zu diesem großen Geschehen prophetisch geredet. Im heutigen Evangelium verkündet er: „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.“ (Lk 1,78-79)

Zacharias hat dem Engel nicht geglaubt, weil er noch nicht wusste, dass für Gott alles möglich ist. Er hat alles mit menschlichen Augen gesehen und konnte deshalb nicht glauben, dass es für Gott möglich sein würde, dass seine Frau Elisabeth in vorgerücktem Alter noch ein Kind empfangen konnte.  Er wurde stumm - wegen seines Unglaubens. Aber nachdem er gesehen hatte, wie wunderbar Gott alles bewirkt und zur Erfüllung gebracht hat - sofort legt er Zeugnis dafür ab.

Liebe Brüder und Schwestern, das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird uns besuchen, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. Vielleicht hast du an der Vorbereitung der Geburt Christi nicht wirklich teilgenommen, weil viele Dinge in deinem Leben nicht gut laufen. Vielleicht hast du nicht geglaubt, dass das, worauf wir uns vorbereiten, unserer Aufmerksamkeit wert ist. Es könnte sein, dass du einfach keine Zeit gehabt hast, um dich an den Aktivitäten dieser Adventszeit zu beteiligen. Vielleicht sind diese Aktivitäten bei dir so durcheinandergelaufen, dass du jetzt denkst, die Adventszeit ist dir nicht gut gelungen. Trotz der Unvollkommenheit deiner Vorbereitung ist es immer noch nicht zu spät. Du kannst jetzt Jesus in Demut dein Herz öffnen. Er will dich besuchen, in dein Leben leuchten und deine Schritte auf den Weg des Friedens lenken.

Gebet: Herr Jesus Christus, komm bald und säume nicht. Richte uns auf durch deine tröstliche Ankunft, denn wir hoffen auf deine Güte. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 1,67–79



23.12.2018

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ (Lk 1,45)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 4. Adventssonntag

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 1,39-45



22.12.2018

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ (Lk 1,45)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 4. Adventssonntag

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 1,39-45



21.12.2018

Als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 3. Adventswoche im Lesejahr C

Wir befinden uns immer noch in der Geschichte der Mutter Jesu und was sie mit ihrer Botschaft tat. Im heutigen Evangelium besucht sie Elisabet. Was Elisabet über diesen Besuch gesagt hat, ist der Kern dieses Impulses. Sie rief: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.“ (Lk 1,44) Hier sind zwei Frauen, die unterschiedliche Aufträge bekommen haben. Elisabet soll den Vorläufer des Herrn gebären. Aber, es ist bestimmt, dass Johannes der Täufer schon vom Mutterleib an vom Heiligen Geist erfüllt sein wird (vgl. Lk 1,15). Der Besuch Marias hat diese Prophezeiung zur Erfüllung gebracht.

Im gestrigen Impuls haben wir erwähnt, dass Begegnungen mit Menschen die nötige Einsicht, Kraft oder Erkenntnis zur Fruchtbarkeit erzeugen können. Marias Besuch bei Elisabet hat zwar Elisabets Fruchtbarkeit nicht erzeugt, aber er hat sie gefördert. Wie der Besuch Marias bei Elisabet das Kind in ihrem Leib mit dem Heiligen Geist erfüllt hat, so kann die kleine Hilfe, die wir den anderen geben, ihnen helfen, ihre Früchte anzusetzen. Das bedeutet, dass wir einander brauchen, um unsere Aufträge zu erfüllen – unsere bestimmten Früchte - zu bringen. Ich denke jetzt an die Personen, die mich sehr ermutigt haben, das tägliche Schreiben von Impulsen nicht nur zu beginnen, sondern auch fortzusetzen. Ich vergleiche jetzt ihre Hilfe zur Förderung dieser täglichen Impulse mit dem Besuch Elisabets durch Maria. In gewisser Weise kann auch jeder von uns den anderen fördern oder ermutigen. Du kannst Dir einige Minuten nehmen, um nachzudenken, wer Dich ermutigt oder gefördert hat..., überleg' auch: wen du ermutigen kannst oder schon gefördert hast.

Gebet: Gnädiger Gott, du erfüllst uns mit Freude über das Kommen deines Sohnes in unserem Fleisch. Gib, dass wir einander helfen, diese Freude zu erfahren, wie das Kind im Leib Elisabets sie durch den Besuch Marias erfahren hat. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 1,39–45



20.12.2018

Du wirst ein Kind empfangen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 3. Adventswoche im Lesejahr C

Wir haben gestern über die wesentliche Begegnung geschrieben, die uns die nötige Einsicht, Kraft oder Erkenntnis zur Fruchtbarkeit schenkt. Eine andere Sache ist jedoch, was wir mit dieser Begegnung anfangen. Also, wenn wir schon Bescheid darüber wissen, was für eine Frucht wir bringen sollen, wie antworten wir darauf? Nur in Worten oder auch mit der Tat? Heute hören wir vom Bericht über den Empfang Jesu in der Jungfrau Maria. Bei der Begegnung Marias mit dem Engel Gabriel hat sie die Botschaft über die Frucht erhalten, den Sohn Gottes der Welt zu gebären. Ich stelle mir vor, was mit Maria passiert ist, vom Moment der Anrede des Engels bis zur Geburt ihres Kindes Jesus Christus. Zuerst hat sie ihr Ja-Wort zu diesem göttlichen Plan gegeben. Allerdings musste sie ihr Ja-Wort in der Tat verwirklichen. Sie musste z.B. ihrem Mann Josef die unerwartete Schwangerschaft erklären.

Maria ist erwählt, der Welt Christus zu gebären. Sie hat ihr ganzes Leben mit dieser Botschaft gelebt, selbst wenn sie diese zu schmerzvollen Momenten gebracht hat. Sie hat Jesus geduldig und zuversichtlich bis zur Erfüllung seiner Mission auf der Erde begleitet. Jedem von uns ist auch aufgetragen, in einer bestimmten Weise, Früchte zu bringen, welche die Welt Jesus und dem Heil, das er uns gebracht hat, näher bringen. Hast du schon deinen bestimmten Auftrag entgegengenommen? Wie hast du darauf reagiert, als du die für dich bestimmte Botschaft – vielleicht durch eine Begegnung oder einen „Aha“-Moment – erhalten hast? Hast du auch „Ja“ gesagt? Wenn du "Ja" gesagt hast, ist das nicht selbstverständlich. Es ist ein lobenswerter erster Schritt auf dem richtigen Weg. Denn viele Menschen sagen doch einfach „Nein“. Aber trotzdem ist es auch notwendig, zu überlegen, was jetzt mit dieser Botschaft geschieht. Bist du noch dran? Und wenn alles zu schwierig und mühsam scheint, wie reagierst du darauf?

Auf jeden Fall ist Maria uns ein Vorbild, das wir nachahmen sollen. Denn sie hat nicht nur "Ja" gesagt, sondern ist auch ihrem „Ja“ ihr Leben lang treu geblieben. Wir bitten um ihre Fürsprache.

Gebet: Vater im Himmel, du hast die selige, ohne Sünde empfangene Jungfrau Maria dazu erwählt, dein ewiges Wort aufzunehmen. Du hast sie zur Wohnstatt Gottes gemacht und mit dem Licht des Heiligen Geistes erfüllt. Gib uns die Gnade, gleich deiner demütigen Magd stets deinem Willen zu gehorchen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 1,26–38



19.12.2018

Wenn unser Bemühen unfruchtbar bleibt


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 3. Adventswoche im Lesejahr C

In der Bibel lesen wir oft von Menschen, die trotz aller Mühe unfruchtbar geblieben sind, bis etwas Besonderes passiert ist. Die heutigen Lesungen liefern uns zwei Beispiele. Das eine ist ein Ehepaar, Manóach und seine Frau, über die in der ersten Lesung berichtet wird. Sie hatten keine Kinder. Das andere ist auch ein Ehepaar, Zacharias und seine Frau Elisabet. Auch sie waren unfruchtbar. In diesen beiden Fällen sind sie nach einer Begegnung mit einem Engel Gottes fruchtbar geworden. Allerdings waren die Kinder – Simson und Johannes des Täufers –, die durch das Einwirken Gottes geboren wurden, von Gott auch zu besonderen Aufgaben bestimmt. Deswegen benötigte es eine besondere Begegnung mit dem Engel, bevor ihre Eltern fruchtbar werden konnten. Diese Eheleute rechneten nicht mit dem Besuch eines Engels. Sie waren einfach mit den normalen Aktivitäten des Alltags beschäftigt, aber ohne die Hoffnung aufgegeben zu haben. Sie hörten nicht auf, sich weiter zu bemühen.

Jeder Bereich unseres Lebens ist zu einer bestimmten Frucht vorgesehen. Es kommt jedoch manchmal vor, dass ein Bereich unseres Lebens unfruchtbar bleibt, trotz unseres Bemühens. Das zeigt, dass Fruchtbarkeit nicht nur von unserem Bemühen abhängt. Es gibt noch viele andere Faktoren, die in unser Bemühen miteinbezogen werden müssen, um bestimmte Früchte zu bringen. Wenn uns solche Faktoren noch nicht zur Verfügung stehen, kann unser Bemühen allein die Früchte nicht bringen. In den beiden Fällen, die wir in den Lesungen hörten, brauchten die Eheleute die Botschaft, die vom Engel verkündet werden musste, bevor sie Kinder gebären konnten. Die Frage, die wir uns stellen sollen, wenn unser Bemühen unfruchtbar bleibt, ist: „Was fehlt uns noch?“ Gemeint ist mit dieser Frage, dass an unserem Bemühen offensichtlich noch etwas fehlt.

Es könnte sein, dass uns noch die wesentliche Einsicht fehlt. Es könnte auch sein, dass wir eine Bereicherung unserer Erkenntnis brauchen. Es könnte aber auch sein, dass uns die entsprechende Kraft noch fehlt. Jedenfalls empfangen wir die fehlende Einsicht, Erkenntnis oder Kraft durch Begegnungen – Begegnungen mit Personen, Ereignissen, entsprechender Zeit oder sogar mit Gott, die oder der uns einen „Aha“-Moment schenkt, der uns bekräftigt, befreit oder befähigt, die Frucht zu bringen. Wenn wir dann noch Gott und den anderen mit großer Aufmerksamkeit begegnen und bewusst unsere Zeit mit ihnen verbringen, wird es einfacher, diesen "Aha"-Moment zu erlangen. Zum Beispiel, wenn wir Wallfahrten, Exerzitien und andere spirituelle Veranstaltungen in unsere Terminpläne einbauen, schaffen wir bewusst Anlässe, in denen wir Gott begegnen, neue spirituelle Kraft und Einsicht empfangen können. Alles in allem braucht es manchmal Begegnungen, die uns neue Kraft, Einsicht, Erkenntnis, o.ä., schenken, um im Leben bestimmte Frucht zu bringen. Also, wenn unser Bemühen unfruchtbar bleibt, ist es wichtig, dass wir uns nach solchen Begegnungen auf die Suche machen.

Gebet: Ewiger Gott, durch die Geburt deines Sohnes aus der Jungfrau Maria hast du vor der Welt deine Herrlichkeit offenbar gemacht. Lass auch uns fruchtbar werden, damit du auch durch uns unserer Welt deine Herrlichkeit zeigst. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 1,5–25



18.12.2018

Während er noch darüber nachdachte


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 3. Adventswoche im Lesejahr C

Josef befand sich in einer Situation, die er nicht erwartet hatte, eine überraschende Situation. Er war verlobt mit Maria. Aber bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete. Josef wollte Maria nicht bloßstellen und beschloss daher, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Allerdings nahm er sich noch die Zeit, um darüber nachzudenken. Die Hauptsache dieses Impulses ist diese Zeit, die Josef sich genommen hat, um noch darüber nachzudenken. Weil er solch eine Chance bekommen und ergriffen hat, konnte er in dieser Situation noch von einem Engel beraten werden.

Jeder von uns kennt solche überraschenden Situationen im Leben, in der wir aus Ärger über einen anderen eine sofortige Entscheidung gegen ihn treffen wollen. Allerdings kommen solche voreiligen Entscheidungen zu Verletzungen von Beziehungen und Miteinanderleben, die uns sehr bekannt sind. Vielleicht haben auch wir das schon erlebt. Entscheidungen, die man aus Wut trifft, sind fast immer bedauerlich. Es wäre sehr hilfreich, wenn wir aufhörten, wichtige Entscheidungen zu treffen, wenn wir wütend oder ärgerlich sind. Es ist wertvoll, dass wir uns stattdessen Zeit zum Nachdenken nehmen. Das Ergebnis einer solchen Zeit könnte einen Hinweis zur richtigen Entscheidung mit sich bringen.

Das Nachdenken bedeutet aber nicht, sich noch weiter in die Wut oder in negative Emotionen gegenüber dem anderen zu vertiefen. Es bedeutet, zu versuchen, alle Seiten der Situation mit Klarheit und tieferer Überlegung zu verstehen. Aber das nicht nur durch eine bloße Überlegung zu tun, sondern auch ins Gebet bringen, indem man Gott um die nötige Einsicht bittet. Nehmen wir uns die Zeit zu solchem Nachdenken - wie Josef -, erleben wir den Besuch eines Engels Gottes. Den Besuch des Engels kann man auch Einsicht nennen. Aus diesem Besuch lernt man, wie man mit einer Situation umgehen kann, ohne dass man die Beziehung zum anderen Menschen unwiderruflich verletzt.  Durch das Nachdenken kann man zu einem „win-win“-Ergebnis gelangen; also, ein Ergebnis, in dem jeder Betroffene gewinnt.

Gebet: Allmächtiger Gott, noch lastet die alte Knechtschaft auf uns, noch drückt uns das Joch der Sünde. Schenk uns die wahre Freiheit und mach uns neu durch die Geburt deines Sohnes, auf die wir gläubig warten. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 1,18–24



17.12.2018

Gott ist einer, der auf einer krummen Linie gerade schreibt


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 03. Adventswoche im Lesejahr C

„God writes straight on a crooked line” heißt mein Lebens- und Glaubensmotto; denn in meinem Leben habe ich gelernt, dass Gott uns Menschen nicht einfach dualistisch in schlecht und gut kategorisiert. Vor Gott hat jeder Mensch eine gute Seite. Wir sind doch sein Abbild. Selbst wenn ein Mensch schlechte Dinge getan hat, wird Gott nicht aufgeben, die gute Seite dieses Menschen zum Vorschein zu bringen. Genau das lernen wir auch aus dem heutigen Evangelium – der Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids (Mt 1,1-17). Immer wenn ich diesen Stammbaum lese, fällt es mir auf, wie Gott auf krummen Linien gerade schreibt, wie er der Welt durch schwache und sündige Menschen die besten Geschenke gegeben hat. Gott weiß, dass, egal wie sündig ein Mensch sein mag, er etwas Gutes leisten kann.

Lies mal den Stammbaum durch! Wer in diesem Stammbaum war ohne Sünde und eigene Schwäche? Ich gebe ein Beispiel: Auch Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war, war im Plan Gottes zur Erlösung der Welt. Urija wurde von König David getötet, weil David Urijas Frau als seine Frau nehmen wollte. Also, die Ehe zwischen David und Salomos Mutter war auf Sünde und Ungerechtigkeit gegründet. Aber Gott hat Salomo als Nachfolger Davids auserwählt. Wir kennen noch viele andere Geschichten, wo Gott schwache und sündige Menschen zur Mitarbeit beruft. Gott kennt uns als sein Abbild, egal wie schwach wir sind. Er kann viel Gutes in der Welt durch uns leisten. Das Gleiche macht er auch mit schlechten Situationen in unserem Leben. Durch das Kreuz hat Jesus uns die Erlösung geschenkt.

So ist es auch wichtig, dass wir lernen, wie Gott in uns und in unseren Situationen seinen Plan durchsetzt, indem er uns - oder die Situationen - nie einfach als schlecht oder nutzlos betrachtet. Wir verlieren viel, wenn wir die anderen als nur schlecht oder als unseren Feind betrachten, wenn wir unsere Situationen oder Lebenserfahrungen als nutzlos begreifen. Gott lehre uns, die gute Seite der Dinge, einer Situation oder eines Menschen zu sehen, so dass auch wir auf krummen Linien gerade schreiben können, indem wir etwas Gutes selbst in schlechten Situationen und von jedem Menschen gewinnen.

Gebet: Gott, unser Schöpfer und Erlöser, dein ewiges Wort ist Fleisch geworden aus Maria, der allzeit jungfräulichen Mutter. Du hast auch durch die Beiträge der schwachen und sündigen Menschen den Weg zu Maria bereitet. Gib, dass auch wir den Weg für Christus in unsere Welt mitbereiten dürfen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 1,1–17



16.12.2018

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 3. Adventssonntag

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 3,10-18



15.12.2018

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für C

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 3,10-18



14.12.2018

Wie frustrierend ist es, zu leben, um den Menschen zu gefallen!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 2. Adventswoche im Lesejahr C

Egal, wie man lebt und was man tut, die Menschen müssen an ihm Kritik üben. Das hat Jesus sehr genervt, so, dass er sagt: „Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? … Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!“ Es ist ein frustrierendes Bemühen zu versuchen, allen Menschen zu gefallen. Das bedeutet, es ist nicht möglich, dass alle Menschen meine Taten oder meine Lebensweise akzeptieren, egal wie gut sie ist. Es gibt dazu Menschen, die Kritik an den anderen üben, egal, wie sie sich verhalten. So, was tun wir?

Zum einen ist es wichtig, dass wir offen für die Wahrheit bleiben. Wir sind auf der Suche nach der Wahrheit und lernen immer noch bessere Wege zum Leben. Manche Kritiken sind konstruktiv und gut gemeint. Sie helfen uns, eine andere Sicht einer Sache oder Situation zu sehen. Für solche Kritiken sollen wir offen sein. Denn dadurch werden wir weiser und besser. Zum anderen gibt es aber Kritiken, die destruktiv und unserer Entwicklung abträglich sind. Wir sollen solche Kritiken nicht annehmen.

Wir bleiben offen für die Wahrheit, aber das Leben sollen wir mit persönlicher Überzeugung leben. Denn ohne persönliche Überzeugung werden wir unsicher, was wir tun sollen. Der heutige Psalm deutet darauf hin, wie wichtig es ist, über die Weisheit des Herrn nachzusinnen: „Wohl dem Mann, der Freude hat an der Weisheit des Herrn, über seine Weisheit nachsinnt bei Tag und bei Nacht. Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken.“ Wie schön wäre es, wenn wir diesen Hinweis annehmen würden! Denn wie Paulus schreibt: „In ihm (Christus) sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.“ (Kol 2,3)

Gebet: Allmächtiger Gott, du bist die Wahrheit. Schenke uns den Mut, auf der Suche nach der Wahrheit zu bleiben, so dass wir in dir unsere Zukunft und Sicherheit finden können. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 11,16–19



13.12.2018

Ich mache die Wüste zum Teich und das ausgetrocknete Land zur Oase


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 2. Adventswoche im Lesejahr C

In der heutigen Lesung bekommen wir noch mehr Auskunft über die Freude und Hoffnung, die Gott seinem Volk Israel durch Jesaja versprochen hat: „Die Elenden und Armen suchen Wasser, doch es ist keines da; ihre Zunge vertrocknet vor Durst. Ich, der Herr, will sie erhören, ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht. Auf den kahlen Hügeln lasse ich Ströme hervorbrechen und Quellen inmitten der Täler. Ich mache die Wüste zum Teich und das ausgetrocknete Land zur Oase.“ (Jes 41,17-18). 700 Jahre, nachdem diese Prophezeiung gegeben wurde, kam sie zur Erfüllung, indem Gott nicht nur seinem Volk Israel, sondern auch der ganzen Menschheit die Quelle des lebendigen Wassers – also, des Lebens – schenkt. Diese Quelle ist Jesus Christus, dessen Ankunft wir zwar jetzt erwarten, aber auch jetzt schon jeden Tag feiern dürfen; denn er ist immer da - und mit uns.

Der Durst bezeichnet den Mangel an Sinn und Zufriedenheit im menschlichen Leben. Dieser Mangel kann nicht von irgendetwas beseitigt werden. Wie der Hl. Augustinus gesagt hat: „Unser Herz ist unruhig, bis es ruht in Gott“. Es ist schade, dass wir vielfach den schnell stillenden Effekt suchen und meinen, er könnte unseren Durst stillen, das kann aber allein Gott. Manche suchen das im Alkohol, manche im Aktivismus, andere noch in anderen Dingen, die aber unseren Durst niemals stillen können. Jesus ist die Quelle, die inmitten der Täler hervorbricht, die die Wüste zum Teich und das ausgetrocknete Land zur Oase macht. Tatsächlich und objektiv ist er da. Aber ob wir, die Durstenden, zu ihm kommen wollen, ist eine andere Sache. Gott zwingt das menschliche Herz nicht, sich zu öffnen. Er richtet an uns einen Aufruf der Gnade, so dass wir das Licht sehen und uns gegen die Dunkelheit entscheiden können. Ich bin davon überzeugt, dass, wenn wir Jesus unser Herz öffnen und eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm aufbauen, er unseren Durst stillen kann, egal, welche Art von Trockenheit wir im Leben erfahren.

Gebet: Rüttle unsere Herzen auf, allmächtiger Gott, damit wir deinem Sohn den Weg bereiten und durch seine Ankunft fähig werden, dir in aufrichtiger Gesinnung zu dienen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 11,7–15



12.12.2018

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt (Mt 11,28)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 2. Adventswoche im Lesejahr C

Was war es für ein tröstliches Gefühl, das in mir geweckt wurde, als ich heute früh morgens an die Herausforderungen dachte, die vor mir lagen, das Gefühl der Überforderung in mir hochkam, und ich plötzlich in der heutigen Lesung die folgenden Worte las:

„Weißt du nicht, hörst du es nicht? Der Herr ist ein ewiger Gott, der die weite Erde erschuf. Er wird nicht müde und matt, unergründlich ist seine Einsicht. Er gibt dem Müden Kraft, dem Kraftlosen verleiht er große Stärke. Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen. Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.“ (Jes 40, 25-31) Auch im Evangelium ruft Jesus: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht. (Mt 11,28-30)

Wie rechtzeitig haben diese Worte mich getroffen! Ich bin davon beruhigt und fühle mich ganz tief von Gott geliebt. Ich frage mich, warum heute diese Bibelstelle? Das hat mich vor leerem und negativem Nachdenken bewahrt, das nur zur Entmutigung führt.

Vielleicht bist Du auch jetzt unruhig wegen vieler Herausforderungen. Vielleicht fühlst Du Dich überfordert. Vielleicht gibt es in Deinem Leben viel zuviel Unsicherheit oder Dunkelheit, Verwirrung oder andere Probleme, die Dich entmutigen. Kannst Du diese Worte aus der Heiligen Schrift genauer lesen und über sie nachsinnen? Gott spricht auch zu Dir und zu Deinen Situationen. Er will sein Licht in Deinem Herzen leuchten lassen, Dir neue Kraft schenken und Ruhe verschaffen. Vertrau' mal auf ihn!

Gebet: Allmächtiger Gott, du hast uns durch Johannes den Täufer gemahnt, Christus, dem Herrn, den Weg zu bereiten. Stärke uns mit deiner Kraft, damit wir nicht müde werden, diesem Ruf zu folgen, sondern die tröstende Ankunft dessen erwarten, der uns Heilung bringt. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 11,28–30



11.12.2018

Ein Bote der Freude sein


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 2. Adventswoche im Lesejahr C

Wir befinden uns am dritten Tag der Woche, in der das Wort von uns fordert, den Weg Jesu zu bereiten. Das Wichtige an diesem Thema ist, dass Jesus durch uns die anderen erreichen will. Er, der zu uns kommt, will auch die Herzen aller Menschen und ihre Situationen erreichen. In einer Welt, in der es viel Leid und Schmerz gibt, in der Ungerechtigkeit herrscht, brauchen die Menschen die Boten der Freude, die ihnen neu die Hoffnung geben, indem sie ihnen ihren Gott zeigen. Aber niemand kann ein Bote der Freude sein, ohne dass er selbst die Freude erfahren hat, ohne dass er sich mit der Quelle der Freude verknüpft. Deswegen ist es notwendig, dass wir zuerst die Hindernisse in unserem Leben ausräumen, so, dass wir für die Welt Boten der Freude werden können.

Gott ist die Quelle der Freude, der Ursprung unseres Heils. Er will nicht, dass in unserem Leben und in der Welt Leid, Schmerz und Ungerechtigkeit herrschen. Er will, dass die Menschen das Heil sehen und die Freude im Leben finden können. Er ist auf der Suche nach unserem Herzen, um uns das Geheimnis der Freude zu zeigen. Im Evangelium sagt uns Jesus, dass diese Suche immer weitergeht, insofern es noch eine Seele gibt, die sich noch verirrt hat. (vgl. Mt 18,12-14) Bei dieser Suche sind wir gerufen, Mitarbeiter Gottes zu sein. Wir sind gerufen, Boten der Freude zu sein. Lasst uns an das Gebet des Hl. Franz von Assisi denken und mit ihm von Herzen beten:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen
.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 18,12–14



10.12.2018

Die anderen vor Jesus hinbringen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 02. Adventswoche im Lesejahr C

Im heutigen Evangelium haben wir ein Beispiel, was passiert, wenn wir unser Leben so gestaltet haben, dass wir ein Weg Jesu zur Welt werden: Wir werden praktisch eine Brücke zwischen Jesus und der Welt, zwischen Jesus und den anderen Menschen, zwischen Jesus und den Situationen in unserem Leben und in dem der anderen. Das Beispiel handelt von einigen Männern, die einen Gelähmten - trotz aller Hindernisse - vor Jesus hingebracht haben. Sie wollten unbedingt, dass der Gelähmte geheilt wird, und zwar von Jesus. An diesem Beispiel erkennen wir zwei wichtige Dinge:

Erstens ist zu bemerken, was es bedeutet, gelähmt zu sein. Es bedeutet buchstäblich unfähig zu sein, bestimmte Muskeln zu bewegen. Aber gelähmt sein kann man auch symbolisch verstehen, nämlich als ein Zustand, in dem man nicht mehr in der Lage ist, die erforderlichen Bewegungen zu tun, die einem helfen, Verantwortung für sein Leben und seine Lebensherausforderungen zu übernehmen. In solch einem Fall braucht man unbedingt die Hilfe des anderen. Spirituell ist das eine Situation, in der man nicht mehr vom eigenen Glauben bewegt wird, weil er nicht mehr lebendig ist. Wie wir die Muskeln brauchen, um unsere Körperteile zu bewegen, so benötigt es den Glauben, um sich zu Jesus hinzubewegen. Aber, wenn es jemandem an Glauben fehlt, sollten die anderen ihm helfen.

Zweitens ist es nicht immer einfach, die anderen zu Jesus zu bringen; denn es kann Hindernisse geben. Für die Männer, die im heutigen Evangelium den Gelähmten vor Jesus hingebracht haben, war es auch nicht einfach. Denn wegen der Menschenmenge mussten sie aufs Dach steigen, bevor sie den Gelähmten in den Raum hinunterbringen konnten - genau vor Jesus hin. Ebenso ist es auch für uns schwierig, die anderen zu Jesus zu bringen.

Es gibt heute zum Beispiel viele Familien, in denen nur noch einige am Glauben festhalten. Vielleicht haben Deine eigenen Kinder, Dein Mann, Deine Frau, oder sogar Deine Eltern den Glauben an Jesus verloren. Sie können nicht mehr sehen, wie wichtig Gott in ihrem Leben ist. Was tust Du in diesem Fall? Du sollst ihnen helfen durch das Gebet und durch Liebe. Versuche eine Brücke zu sein zwischen ihnen und Jesus, ein Weg, durch den Jesus sie erreichen kann, ein Kanal der Liebe Jesu für sie.

Gebet: Gott, unser Vater, wir bereiten uns in diesen Tagen darauf vor, die Menschwerdung deines Sohnes würdig zu feiern. Lass unser Gebet zu dir dringen und segne unser Bemühen, damit unser Leben sich erneuert und die ursprüngliche Reinheit wiedergewinnt. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 5,17–26



09.12.2018

Unser Leben so gestalten, dass wir der Weg des Herrn werden


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 2. Adventssonntag

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 3,1-6



08.12.2018

Unser Leben so gestalten, dass wir der Weg des Herrn werden


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 2. Adventssonntag

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 3,1-6



07.12.2018

Sie erzählten von Jesus in der ganzen Gegend (Mt 9,31)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 1. Adventswoche im Lesejahr C

Im heutigen Evangelium geht es um zwei Blinde, deren Augen von Jesus geöffnet wurden, weil sie an Jesus geglaubt hatten. Obwohl Jesus ihnen befohlen hat, über ihre Heilung zu schweigen, konnten sie das Wunder ihrer wiedergeöffneten Augen nicht verbergen. Sie erzählten von Jesus in der ganzen Gegend. Oft schweigen wir über die Wunder, die Gott in unserem Leben bewirkt, weil wir nur das sehen, was noch nicht verwirklicht ist. Wir erzählen oft mehr von unseren Enttäuschungen, als von den Wundern, die wir erlebt haben oder auch heute erleben können. Das Erzählen von Jesus und seiner Wunder in unserem Leben ist auch ein Ausdruck unserer Dankbarkeit. Die Adventszeit schenkt uns die Gelegenheit, an diese Wunder zu denken und jemandem davon zu erzählen.

Was geschieht, wenn wir von Jesus und von seinen Wundern in unserem Leben erzählen? Bei der Erinnerung an Gottes Wunder erleben wir neu die Freude, dass wir einen Vater haben, der uns nicht im Stich lässt. Diese Freude erneuert unser Vertrauen auf Gott und stärkt unseren Glauben. Außerdem können wir die Anderen ermutigen, indem wir von Jesus erzählen. In einer schwierigen Zeit ist es nicht einfach, an unserem Glauben festzuhalten. Aber wir können einander im Glauben ermutigen, wenn wir uns gegenseitig von Jesus und von unseren Erlebnissen seiner Liebe erzählen. Ein verkündeter Glaube wird verstärkt und reicher.

Darüber hinaus wird uns die Erinnerung an die vergangenen Taten Gottes helfen, die aktuelle Herausforderung glaubend anzunehmen und entsprechend zu handeln. Es ist sowohl spirituelle als auch wissenschaftlich anerkannte Wahrheit, dass positives Denken unser Handeln verbessert. Solche Erinnerung an - und solches Erzählen von den Taten Gottes führen zu positivem Denken. Lasst uns heute an Jesus denken, seine Wunder in unserem Leben in Erinnerung rufen und den anderen davon erzählen.

Gebet: Herr, unser Gott, du bist die Kraft unseres Lebens. Hilf uns, dass wir uns vor nichts fürchten, sondern immer an deine Güte in unserem Leben denken. Gib, dass wir festen Mut haben und auf dich hoffen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 9,27–31



06.12.2018

Worauf baue ich mein Haus?


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 1. Adventswoche im Lesejahr C

Jesus empfiehlt uns im heutigen Evangelium (Mt 7,24-27), unser Haus auf Fels zu bauen, damit es niemals einstürzt. Er vergleicht jemanden, der seine Worte hört und danach handelt mit einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baut. Hier ist der Bau eines Hauses zu verstehen als die Gestaltung unseres Lebens. Wir wissen selbstverständlich, dass, um den Einsturz eines Hauses zu vermeiden, es auf Fels gebaut werden muss. Aber im Leben ist es nicht so selbstverständlich, dass man weiß, was eigentlich der Fels bedeutet. Denn das Leben zu gestalten ist komplizierter als ein Haus zu bauen. Auf jeden Fall ist im Leben eine feste Struktur notwendig, damit man nicht von jedem Sturm des Lebens weggeweht wird.

Was genau ist die nötige feste Struktur? Eine Orientierung, die unserem Wesen als Menschen entspricht. Eine entsprechende Orientierung im Leben hilft uns, gesunde Beziehungen aufzubauen, zu sich selbst, zu Gott und den Anderen, zur Welt und allen Dingen und allen Situationen, denen wir im Leben begegnen. Wie kann man eine solch umfassende Orientierung bekommen? Es sollte das Ziel unserer Erziehung sein, dass wir eine richtige Orientierung im Leben gewinnen. Natürlich spielen dabei unsere Kultur, Familie und Gesellschaft, usw., eine wichtige Rolle. Sie schenken uns Ideale, denen wir folgen können, um ein gutes und ordentliches Leben zu erlangen. Manche von solchen Idealen können uns auch manchmal verführen.

Das Wort Gottes ist doch der Masterplan, der alle kulturellen und gesellschaftlichen Ideale des Lebens übersteigt. Das Wort Gottes führt uns niemals in die Irre. Jeder, der das Wort hört und danach sein Leben gestaltet, gewinnt eine Orientierung, die die Stürme des Lebens überdauert. Es zeigt uns, wie wir mit den kleinen und großen Situationen des Lebens umgehen können. Wer sich mit dem Wort Gottes jeden Tag beschäftigt, dem fehlt nicht die Führung, die er braucht, um sein Ziel zu erreichen oder sogar, um das richtige Ziel zu finden. Nimm Dir mal eine kurze Zeit jeden Tag, das Wort zu lesen und über es nachzusinnen. Dann wirst du erfahren, wie reich Dein Leben wird.                                                 

Gebet: Herr, unser Gott, dein Wort erleuchtet uns, zeigt uns den richtigen Weg und schenkt uns eine zuverlässige Orientierung im Leben. Gib, dass wir das Wort jeden Tag hören und darüber nachsinnen, und so danach handeln, dass es uns führt. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 7,21.24–27



05.12.2018

Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr?


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 1. Adventswoche im Lesejahr C

Immer wenn ich das heutige Evangelium lese, denke ich an die Tatsache, dass, um unser Leben als Menschen mit Erfolg zu gestalten und um die daraus stammenden Herausforderungen verantwortlich anzunehmen, es nötig ist, dass wir mit Gott zusammenarbeiten. Es gibt aber zwei extreme Haltungen gegenüber dem Leben, die uns auf falsche Wege führen, wenn wir sie annehmen: 1. Eine bloße Hoffnung darauf, dass Gott für uns schon alles richtet, weil wir an ihn glauben. Diese Haltung sagt, wir brauchen nichts zu tun, weil Gott alles für uns getan hat. 2. Die Überzeugung, dass wir keinen Gott brauchen, um die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Diese Haltung sagt, ohne Gott können wir so weitermachen. Wir tendieren manchmal zu einer dieser Haltungen, ohne zu wissen, dass wir so denken. Jede dieser beiden Haltungen schließt einen wichtigen Teil aus – Gott oder unsere persönliche Verantwortung – und ist daher falsch. Das Richtige kann man mathematisch so ausdrücken: Gottes Hilfe + meine Verantwortung = Erfolg. Der Erfolg, den wir erlangen, wenn wir diesen Weg gehen, führt zu einer allseitigen Entwicklung des Menschen.

Das heutige Evangelium lehrt uns genau das. Eine Herausforderung tauchte plötzlich auf – eine große Menge, die hungrig war, der Jesus mit seinen Jüngern etwas zu essen geben musste. Zunächst hatte Jesus Mitleid mit den vielen Menschen. Dann hat er mit den Jüngern darüber gesprochen, wie man die Herausforderung verantwortlich annehmen könnte. Aber die Jünger glaubten nicht, dass sie etwas tun konnten, um dieses Problem zu lösen: „Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen?“ fragten sie Jesus. Dann sagte Jesus ihnen das Wichtige, das man in jeder Situation tun soll: „Wie viele Brote habt ihr?“ Das bedeutet, was genau können sie hier und jetzt tun, um dieses Problem zu lösen, selbst wenn es sie nur ein kleines Stück der Lösung näherbringt?

Wir fühlen uns oft von einem Problem oder einer Herausforderung überfordert, weil wir nur sehen, wie groß das Problem oder die Herausforderung ist, ohne dass wir daran denken, dass wir hier und jetzt etwas tun können, egal, wie wenig es scheint. Gott möchte, dass wir in jeder Herausforderung schauen, wie viele Brote wir haben – also, was in unserer Hand liegt, dass wir hier und jetzt tun können, um weiterzugehen. Wenn wir das tun und auf Gott vertrauensvoll und glaubend unsere Augen richten, erfahren wir das Wunder der Vermehrung. Das ist jetzt Gottes Hilfe. Gott vermehrt die Wirkung, die unser Bemühen in einer Situation nach sich zieht. Das Wunder der Vermehrung erfolgt durch unsere Zusammenarbeit mit Gott.

Gebet: Herr, unser Gott, bereite durch das Wirken deiner Gnade unser Herz, damit wir bei der Ankunft deines Sohnes würdig sind, am himmlischen Gastmahl teilzunehmen und aus seiner Hand die Speise des ewigen Lebens zu empfangen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 15,29–37



04.12.2018

All das hast du den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 1. Adventswoche im Lesejahr C

Im heutigen Evangelium lesen wir das, was Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist und voll Freude, ausruft: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.“ Von wem spricht Jesus? Wen nennt er die Weisen und Klugen und wen die Unmündigen? Jesus sagt das, nachdem die Zweiundsiebzig zurückgekehrt sind, die von ihm zur Verkündigung des Evangeliums ausgesandt waren. Mit den Worten „Weisen und Klugen“ meinte Jesus diejenigen, die wegen ihres Wissens, ihrer Erkenntnisse, ihrer Erfahrungen, oder anderer persönlichen Fähigkeiten, die Botschaft Jesu abgelehnt haben. Dagegen meinte er mit den „Unmündigen“ die, die offen für seine Botschaft waren, weil sie glaubten, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten genügten nicht, alle Schwierigkeiten des Lebens zu lösen. Sie glaubten an Jesus, trotz der Tatsache, dass sie noch nicht alles von Jesus verstanden hatten.

Auch in unserer Zeit gibt es die Weisen, die Klugen und die Unmündigen. Es gibt Menschen, die nichts von Gott hören möchten, weil sie denken, der Glaube an Gott, an die Kirche und an alles, was mit Gott zu tun hat, soll abgeschafft werden. Sie meinen, es macht keinen Sinn mehr, zu glauben, weil die Wissenschaft, also das Resultat des menschlichen Wissens, schon die meisten Probleme des Lebens lösen kann. Ich erinnere mich an das populär gewordene Zitat des Philosophen des neunzehnten Jahrhunderts, Friedrich Nietzsche: „Gott ist tot.“ Er meinte, dass der Glaube an Gott aus der Mode gekommen ist. Einfacher gesagt, die „Weisen und Klugen“ sind alle diejenigen, die ihr Herz vor Gott verschlossen haben, weil sie denken, es nützt ihnen nichts, an ihn zu glauben. Es ist aber lächerlich, zu denken, dass der Glaube nutzlos geworden ist, der - zumindest in der westlichen Zivilisation - die Strukturen des Lebens geprägt hat.

Unmündig zu sein dagegen, bedeutet in diesem Kontext, offen zum Lernen zu bleiben, zu glauben, trotz meiner Zweifel, zu glauben wegen Jesus, der aus Liebe zu uns kommt. Trotz der menschlichen Fortschritte, trotz aller Fehler der Kirche, trotz aller möglichen Missbräuche an Gläubigen, trotz aller ungelösten Probleme unseres Lebens, trotz meines unbeantworteten Betens, trotz aller enttäuschenden Erlebnisse, die mit meinem Glauben zu tun haben, kommt Gott niemals aus der Mode in unserer Welt, in unserem Leben. Öffnen wir ihm neu unser Herz!

Gebet: Herr und Gott, in unserer Bedrängnis rufen wir zu dir, erhöre die Bitten deines Volkes, bewahre uns vor aller Ansteckung des Bösen und tröste uns durch die Ankunft deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk 10, 21-24



03.12.2018

Sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund (Mt 8,5-11)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 01. Adventswoche im Lesejahr C

Heute lesen wir im Evangelium über einen Hauptmann, der an Jesus herantrat und ihn bat, seinen erkrankten Diener gesund zu machen. Er glaubte, dass Jesus ihn heilen könnte, selbst wenn Jesus dafür nur ein Wort sprechen würde. Er sagte: „Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.“ Das bedeutet, ob Jesus sein Haus tatsächlich betritt oder nur ein Wort der Heilung spricht, er kann seinen Diener heilen. Über seinen großen Glauben war Jesus erstaunt. Nur ein Wort von Jesus genügt, um geheilt zu werden!

In der gestrigen Predigt haben wir darauf hingedeutet, dass uns die Adventszeit die Chance gibt, das Gespür der Gegenwart Jesu wiederzugewinnen. Wäre es uns möglich, Jesus real zu begegnen, wäre es ganz einfach, das Gespür seiner Gegenwart zu haben. Aber hier geht es um spirituelle Begegnung. Das Wort Gottes schenkt uns eine große Möglichkeit, Jesus jeden Tag zu begegnen. Und wie schön wäre es, wenn wir diese Gelegenheit nutzen wollten. Jesus spricht immer noch zu uns und in allen Situationen unseres Lebens. Wenn wir glauben wie der Hauptmann - von dem das Evangelium berichtet -, dass ein Wort von Jesus Heilung bewirkt, können wir die Kraft seines Wortes erleben. Aber wie?

Das Wort Gottes bewirkt Wunder, indem es unser Herz verwandelt und uns eine neue hilfreiche Sicht unserer Situation schenkt. Es unterstützt uns auch, das zu wissen und zu tun, was in unserer Hand liegt, um geheilt zu werden. Somit können wir auch unser Verhalten gegenüber einer Situation entsprechend verändern. Das hilft uns, diese Situation zu behandeln, statt zu reagieren. Die Möglichkeit, eine übernatürliche Heilung als ein Wunder zu erleben, ist dazu auch gar nicht ausgeschlossen. Denn Jesus kann solche Wunder bewirken und will das tun, immer, wenn es notwendig ist. Mit „notwendig“ meine ich, wenn es nötig ist, den Plan Gottes in unserem Leben zur Erfüllung zu bringen.

Des Weiteren ist auch daran zu denken, dass jeder Mensch Heilung braucht. Das versteht man, wenn man erkennt, dass Gesundheit nicht nur körperlich zu begreifen ist, sondern auch seelisch und sozial. WHO (World Health Organisation) zufolge bedeutet Gesundheit: „Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“. Mit dieser idealen Definition von Gesundheit im Blick, ist kaum jemand völlig gesund, weil wohl niemand in einem solchen Zustand des völligen Wohlbefindens ist. So kann man sagen: Jeder Mensch ist in einem gewissen Sinne krank. Jeder von uns braucht daher die Heilung, die Jesus schenken kann. Nur ein Wort von Jesus, ein Wort jeden Tag – auch heute – genügt, ein wenig mehr geheilt zu werden.

Gebet: Herr Jesus Christus, du willst, dass alle Menschen geheilt werden von allen körperlichen, seelischen und sozialen Krankheiten. Dein Wort bewirkt diese Heilung. Sprich das Wort, das uns Heilung schenkt und stärke unseren Glauben an die Kraft deines Wortes, damit wir diesem Wort zuhören und geheilt werden. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 8,5–11



02.12.2018

Wo ist Jesus in meinem Leben? Wie erlebe ich seine Gegenwart hier und jetzt?


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 1. Adventsonntag

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 21,25-28.34-36



01.12.2018

Wo ist Jesus in meinem Leben? Wie erlebe ich seine Gegenwart hier und jetzt?


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 1. Adventsonntag

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 21,25-28.34-36



30.11.2018

Kommt her, folgt mir nach! (Mt 4,18-22)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 34. Woche im Lesejahr II

Es ist kein Zufall, dass wir heute nochmal den Ruf Jesu an seine ersten Jünger hören. Die Kirche hat uns das Thema ganz am Anfang des Jahres – am zweiten Sonntag des Jahreskreises – bekanntgemacht, damit wir immer daran denken, dass unser Leben nur Sinn macht, wenn wir mit Jesus durch alle Erfahrungen des Lebens gehen. Jetzt am Ende des Kirchenjahres erscheint das Thema noch einmal zu unserer besinnlichen Erinnerung. Wir sollen jetzt bedenken, inwiefern es uns im Laufe des Jahres gelungen ist, Jesus nachzufolgen und mit ihm auf dem Weg unseres Lebens zu gehen. Vielleicht habe ich Anfang des Jahres auf den Ruf Jesu mit „Ja“ geantwortet, wie Petrus, Andreas und die anderen Jünger. Halte ich immer noch an meinem „Ja“ zu ihm fest?

Das Ja-Wort, Jesus nachzufolgen, ist nicht ein Automatismus. Das benötigt unsere tägliche freiwillige Entscheidung, die wir zeigen sollen, nicht nur in Worten, sondern auch in Taten. Weil das Leben viel mehr enthält, als wir erwarten, können wir leider nicht bereits schon am Anfang erkennen oder verstehen, wie es uns gehen wird. Wichtig ist es deshalb, dass wir Jesus das Ja-Wort bedingungslos geben. Das bedeutet, egal, wie es uns gehen möge, wir wollen ihn niemals aus den Augen verlieren. Er steht uns auch immer bei. Also überlege ich jetzt, wie es mir ergangen ist, wie ich im Laufe des Jahres mit dem Ja-Wort umgegangen bin. Wo brauche ich Umkehr? Der heilige Andreas, dessen Gedenktag wir heute feiern, hat an seinem Ja-Wort sogar bis zur Hingabe seines Lebens festgehalten. Lasst uns ihn nachahmen.

Gebet: Allmächtiger Gott, du hast deiner Kirche den heiligen Apostel Andreas als Boten des Glaubens und als Hirten gegeben. Erhöre unser Gebet und gib, dass auch wir und die Kirche unserer Tage die Macht seiner Fürsprache erfahren. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 4,18–22



29.11.2018

Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe (


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 34. Woche im Lesejahr II

Ja, wir sind in einer gewissen Weise auch am Ende einer Zeit – des Kirchenjahres. Noch zwei Tage vor dem Ende des Kirchenjahres! Wenn wir jedes Jahr die Rede Jesu über das Ende der Zeit lesen oder hören, ist eine Sache sehr wichtig, und zwar, dass wir einen Erlöser haben, der uns nahe ist. Die Rede bereitet uns daher auf das Kommen des Herrn vor. Im heutigen Evangelium hat Jesus das Wichtigste angedeutet: Was wir tun sollen, wenn all das beginnt – „Richtet euch auf, und erhebt eure Häupter.“ Warum? „denn eure Erlösung ist nahe.“ Das Wichtigste ist, dass unsere Erlösung nahe ist. Das bedeutet, dass unser Erlöser nahe ist. Genau das ist das Leitwort der Adventszeit. Jetzt sollen wir mit unseren Gedanken umkehren. Statt uns auf die schlimmen Ereignisse zu konzentrieren, die unvermeidlich im Leben geschehen, sollen wir uns auf unsere Erlösung und unseren Erlöser konzentrieren.

Das schlimmste Problem ist nicht, dass im Leben schlechte und unerwünschte Dinge passieren, sondern, wenn wir keine Hoffnung auf Erlösung haben. Gott sei Dank, wir haben einen Erlöser, der uns nahe ist. Aber, wo genau stehe ich meinem Erlöser gegenüber? Er ist nahe. Wo bin ich eigentlich? Es ist die Zeit, nachzudenken, wo ich das ganze Jahr war - und jetzt bin, gegenüber Jesus, der mir immer nahe ist. Wie kann ich meine Beziehung mit ihm beschreiben? Könnte es sein, dass ich allein durch die schlechten Erlebnisse des Jahres gegangen bin? Das wäre schlimm! Oder? Jetzt ist die Zeit, in der wir unseren spirituellen Kompass neu ausrichten sollen, um nochmal zu suchen und zu schauen, wo genau wir uns gegenüber unserem Erlöser befinden. Und es ist dringend erforderlich. Diese Suche wird uns die ganze Adventszeit beschäftigen. Sie beginnt bald.

Gebet: Gott, unser Vater, nichts ist schlimmer als, dass wir unseren Erlöser aus den Augen verlieren. Hilf uns, daran zu denken, dass er uns immer nahe ist, selbst wenn wir das vergessen. Auch jetzt führe uns bei der inneren Suche nach ihm, so dass wir bereit werden, ihm mit offenem Herzen zu begegnen. Amen.  

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 21,20–28



28.11.2018

Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen (Lk 21,19)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 34. Woche im Lesejahr II

Jesus Christus betont im heutigen Evangelium die Tugend der „Standhaftigkeit“ oder was wir auch „Ausdauer“ nennen könnten. Nachdem er schlimme Geschehen aufzählt, die zu erwarten sind, erwähnt er deutlich, dass man nicht aufgeben soll. Man soll sich nur in Gott verankern. Standhaftigkeit ist allerdings nicht nur notwendig, wenn etwas Schlechtes geschieht. Man braucht diese Tugend unbedingt, um überhaupt im Leben Fortschritte zu machen. Denn es ist eine Sache, ein Ziel im Leben zu haben oder wichtige Entscheidungen zu treffen, aber es ist eine andere Sache, auf dem Weg zu unserem Ziel zu bleiben oder uns an unsere Entscheidungen zu halten. Der Unterschied zwischen einem erfolgreichen Leben und einem erfolglosen Leben ist oft nicht, dass das Eine ein Ziel hat, während das Andere kein Ziel hat, sondern es ist die Beständigkeit, mit der jeder sein Ziel verfolgt - das macht den Unterschied zwischen Beiden aus.

Es muss noch ein Weiteres hervorgehoben werden, nämlich, dass es eben besonders schwer ist, in einer schwierigen und harten Zeit standhaft zu bleiben. Wenn alles so läuft, wie wir geplant haben, ist es einfacher auf dem Weg zum Ziel zu bleiben, als wenn wir Enttäuschungen oder Schwierigkeiten erleben. Allerdings können wir leider im Leben nicht alle Schwierigkeiten vermeiden. Ein berühmter amerikanischer Psychologe Jordan Peterson hat einmal gesagt: „Das Leben ist untrennbar mit dem Leid verbunden.“ Ich denke auch so. Ein Leben ohne Leiden und Schwierigkeiten ist nur zu wünschen. Aber es entspricht niemals der Realität des Lebens. Das Kreuz ist erfahrbar in den kleinen und großen Erlebnissen, die wir jeden Tag haben. Die Frage ist aber: „Was lernen wir aus unserer Erfahrung des Kreuzes?“ Dazu kommt auch diese Tugend – Standhaftigkeit. Wenn wir uns in den Schwierigkeiten an das Ziel halten, dann können wir das erhalten, was uns in den schlimmen Zeiten retten kann. Jesus verspricht uns seinen tröstenden Beistand und seine Hilfe. Diejenigen, die im Gebet vertrauensvoll auf ihn die Augen richten, können die nötige Kraft empfangen und das Leben gewinnen.

Gebet: Gott, unser Vater, auf dich richten wir unsere Augen. Egal, was geschieht, du bist der Herr und König unseres Lebens. Bekräftige uns besonders, wenn wir denken, es gibt keine andere Möglichkeit, als aufzugeben. Ermutige uns, wenn es uns zu schwerfällt, weiterzugehen. Denn du lebst und herrschst in Ewigkeit. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 21,12–19



27.11.2018

Es wird eine Zeit kommen, da wird kein Stein auf dem andern bleiben, aber das Ende kommt noch nicht


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 34. Woche in dem Lesejahr II

Eine Zeit, in der kein Stein auf dem andern bleiben wird, aber das Ende noch nicht sofort kommt, das erfahren wir manchmal - auch ich - im Leben. Jesus hat mit diesen Worten das Ende der Zeit beschrieben. Was er beschreibt ist uns doch nicht unbekannt im normalen Lauf unseres Lebens. Ein Mann zum Beispiel, der für die Ausbildung seiner Karriere viel Zeit und viel Mühe auf sich genommen hat, wird enttäuscht, wenn die Erwartungen, die er in seinen erhofften Beruf gesetzt hat, sich nicht erfüllen. Ich stelle mir auch vor, was geschieht, wenn eine mit höchsten Erwartungen geschlossene Ehe scheitert. Solche Situationen sind u.a. eine Zeit, in der es scheint, dass kein Stein auf dem andern bleibt. Eine schlechte Zeit im Leben, die wir uns niemals wünschen, in der wir uns sehr wahrscheinlich fragen werden: „Wofür lebe ich noch?“ In solch einer Zeit wollen manche von uns ihr Leben aufgeben.

Allerdings ist es wichtig, dass wir auch an die Ergänzung denken, die Jesus zugefügt hat: „aber das Ende kommt noch nicht sofort.“ Egal, was passiert im Leben, sofern wir noch am Leben bleiben, haben wir einen Grund, für den wir leben können. Und wenn wir in der schlechten Zeit fragen: „Wozu?“ statt: „Warum ich?“ können wir eine Zukunft entdecken, die unsere Hoffnung erneuern kann. Bei der Frage: „Warum ich?“ vergleichen wir uns und unsere Situation mit der der anderen. Indem wir vergleichen, werden wir nicht den Grund finden, womit das schlechte Geschehnis erklärt würde. Denn es wird immer die anderen geben, deren Situation wir uns wünschen. Der Wunsch, dass es uns geht, wie den anderen, verbessert doch nicht unsere Situation. Es ist nur eine Utopie. Aber die Frage: „Wozu?“ hilft uns, unsere Situation zu überdenken, in Bezug auf unsere Zukunft und Vergangenheit. Dadurch entdecken wir praktische Möglichkeiten, mit denen wir angesichts unserer Situation weitergehen können. Liebe Brüder und Schwestern, das Ende kommt noch nicht sofort, egal, was passiert. Wir haben noch eine Zukunft, für die wir leben dürfen und können, wenn wir wollen.

Gebet: Gott, unser Vater, erwecke deine Gläubigen zu neuem Eifer, damit das Werk deines Erbarmens in unserem Leben reiche Frucht trägt und wir einst die Fülle des Heils empfangen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 21,5–11



26.11.2018

Von unserem Überfluss opfern oder das Ganze geben: was das bedeutet


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 34. Woche im Jahreskreis in dem Lesejahr II

Es gibt im Leben Dinge, denen wir unsere Aufmerksamkeit schenken, aber nur dann, wenn es vom Überfluss unserer Zeit oder Kraft oder auch unseres Geldes ist. Das bedeutet, solche Dinge bekommen von uns die Aufmerksamkeit nur, wenn es irgendeinen Überfluss gibt. Also, wenn es keinen Überfluss gäbe, würden wir ihnen keine Aufmerksamkeit schenken. Es sind die Dinge, die sich ganz zuhinterst unserer Prioritäten im Leben befinden. Im heutigen Evangelium lesen wir über die Reichen, die etwas von ihrem Überfluss in den Opferkasten hineinwarfen. Doch lesen wir darin auch etwas über eine arme Witwe, die ihren ganzen Lebensunterhalt hergab. Es ist unbestreitbar, dass jeder von uns zwar solche Dinge hat, denen er große Aufmerksamkeit schenken will, aber auch Dinge, die er überhaupt nicht beachtet, sondern nur, wenn er einen Überfluss von Zeit, Kraft oder Geld hat. Denn es ist nicht möglich in unserem Leben, dass alle Dinge die gleiche Beachtung finden.

Das Problem ist allerdings, ob das, dem wir die Priorität einräumen, dieser wirklich bedarf. Manchmal erkennen wir nicht einfach die Dinge, denen wir im Leben die Priorität geben sollen. Bevor man wissen kann, was im Leben der Priorität bedarf, muss man zuerst zwei Fragen beantworten, und zwar: Wer bin ich? Und wie funktioniert mein Leben überhaupt? Es ist selbstverständlich, dass uns die Antwort auf die erste Frage bewusst ist. „Wir sind Menschen!“ sagen wir selbstverständlich. Aber alles, was das betrifft, verstehen wir nicht so einfach. Es ist daher für uns nicht einfach zu verstehen, wie unser Leben optimal funktionieren kann. Somit meine ich, dass es uns auch schwerfällt, das zu erkennen, was unsere Beachtung verdient und inwiefern es sie verdient.

Es gibt Kernfaktoren, die wir niemals verachten sollten, wenn wir als Menschen unser Leben optimal gestalten wollen.

  • Erstens soll unser Leben ein Ziel haben, das für uns von Bedeutung ist. Wenn wir das Ziel mit Gott verknüpfen, hat unser Leben eine unerschütterliche Bedeutung.
  • Zweitens soll das Ziel uns auch die Möglichkeit geben, Anderen in ihrem Leben dabei zu helfen, dass sie auch ein Ziel haben, das für ihr Leben von Bedeutung ist.
  • Drittens sollen wir uns auch um die körperliche Realität unseres Wesens kümmern.

Zusammengefasst bedeutet das dann, dass wir sowohl körperliche, soziale als auch spirituelle Wesen sind. Wenn das, was wir tun, die körperlichen, spirituellen und sozialen Bereiche unseres Lebens berücksichtigt, werden wir unser Leben optimal gestalten können. Alle diese drei Bereiche unseres Lebens bedürfen einer großen Aufmerksamkeit, die nicht aus dem Überfluss unserer Zeit, Kraft oder unseres Geldes kommt, sondern des Ganzen bedürfen. Keiner von diesen Bereichen unseres Lebens darf verachtet werden.

Gebet: Gott, unser Vater, erwecke uns zu neuem Eifer, damit das Werk deines Erbarmens in unserem Leben reiche Frucht trägt und wir einst die Fülle des Heils empfangen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 21,1–4



25.11.2018

Mein Königtum ist nicht von dieser Welt, so Jesus


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Hochfest Christkönig

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Sonntag bereitgestellt. Bibelstelle des heutigen Tages: Johannes 18,33-37



24.11.2018

„Mein Königtum ist nicht von dieser Welt“, so Jesus


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Samstag der 33. Woche im Lesejahr II

Als Impuls haben wir Ihnen heute die Predigt vom Christkönigsfest bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Johannes 18,33-37



23.11.2018

Die Wahrheit und eigenes Interesse


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 33. Woche im Lesejahr II

Im heutigen Evangelium bewirkt die Lehre Jesu eine Art von Spaltung: während die Führer des Volkes Jesus umzubringen suchten, hing das ganze Volk an ihm und hört ihn gern. Die Lehre Jesu ist die Wahrheit und deswegen kennt sie keine Spaltung unter den Menschen. Sie ist für alle da, um ihnen den richtigen Weg zu zeigen. Aber warum kommt es unter den Menschen oft zur Spaltung in ihrem Verhältnis gegenüber oder in ihrer Reaktion zur Wahrheit? Es hängt davon ab, was für ein Interesse wir haben. Wenn jemand ein bestimmtes Interesse hat, das er nicht bereit ist aufzugeben, fällt es ihm sehr schwer, die Wahrheit zu erkennen oder zu akzeptieren, wenn die Wahrheit diesem Interesse widerspricht. In diesem Fall ist es egal, wie verstehbar sie erscheint. Das war das größte Problem mit den Führern des Volkes zur Zeit Jesu. Sie wollten die Lehre Jesu nicht akzeptieren, weil diese Lehre im Widerspruch zu ihrem Interesse stand. Sie wollten nicht ihr Interesse und ihre Haltung aufgeben. Die gebliebene Wahl für sie war, die Lehre zu verwerfen und Jesus umzubringen.

Jeder von uns kann auch einen Widerstand gegen die Wahrheit leisten, egal, ob wir zu den Führern des Volkes oder zum Volk selbst zählen. Wir können auch die Wahrheit des Evangeliums im Alltag verwerfen, wenn sie unserem Interesse widerspricht. Wir sollten aber aufpassen, dass wir keine Monster aus dem eigenen Interesse bauen. Das bedeutet, eigenes Interesse oder eigene Meinung wird niemals zum Maßstab für die Wahrheit. Die Wahrheit ist immer größer als das, was jeder von uns weiß oder kennt. Wenn wir uns ihr öffnen, haben wir die Gelegenheit, in der Weisheit zu wachsen. Man darf allerdings nicht vergessen, dass es nicht einfach ist, das eigene Interesse zurückzustellen oder gar aufzugeben. Denn das zählt als Kreuz, das wir tragen werden, wenn wir Jesus nachfolgen wollen.

Gebet: Gott, du Urheber alles Guten, du bist unser Herr. Lass uns begreifen, dass wir frei werden, wenn wir uns deinem Willen unterwerfen, und dass wir die vollkommene Freude finden, wenn wir in deinem Dienst treu bleiben. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 19,45–48



22.11.2018

Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt! (Lk 19,42)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 33. Woche im Lesejahr II

Mit diesen Worten sprach Jesus die Stadt Jerusalem an, als er ihr näher kam, sie sah und über sie weinte. Er hatte Jerusalem angesprochen, als ob sie ein Mensch sei. „Jerusalem“ bedeutet nach einer Volksetymologie „Stadt des Friedens“. Die Stadt war zur Zeit Davids Regierungssitz Israels und war auch der religiöse Mittelpunkt seines Reichs (vgl. 1. Sam 16ff). Später baute König Salomo in dieser Stadt auch einen Palast und den ersten Tempel für Jahwe (1). Diese Stadt war also die Verkörperung der ganze Geschichte Israels und Israels Beziehung mit Gott. Jerusalem bezeichnete daher nicht nur einen Menschen, sondern auch eine ganze Kultur und eine Zivilisation.

Aber diese Kultur, deren Ziel das Heil durch den erwarteten Messias war, hat den Messias nicht erkannt, als er gekommen ist.  Deswegen die Worte, die Jesus über Jerusalem gesprochen hat: „Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen.“ (Lk 19,42) In diesem Sinn vertritt Jerusalem eine Kultur, die der Vergangenheit so verhaftet ist, dass sie sich den zukünftigen Möglichkeiten nicht öffnen will. Eine Kultur ist aber die gesamten akzeptierten Haltungen eines Volkes gegenüber dem Leben. Eine Kultur muss sich den Realitäten öffnen, die das Leben mit sich bringt, wenn sie wachsen will. Nur so ist die Kultur dynamisch und bleibt am Leben.

Die Worte Jesu sind auch für uns. Denn der individuelle Mensch soll sich auch den Realitäten des Lebens öffnen, um überhaupt wachsen zu können. Was bringt uns Frieden? Was sollen wir heute erkennen, um Frieden zu erhalten? Es ist das, was die Realität des Lebens uns lehrt: dass es keine Station des Lebens gibt, an der wir nicht fortzuschreiten brauchen. Im Leben gewinnen wir Frieden, wenn wir Fortschritte in die richtige Richtung machen und die sicheren Strukturen bewahren, die wir als Fundament unseres Lebens aufgebaut haben. Wir sollen entwicklungs-, umkehr- und änderungsbereit sein, um im Frieden zu leben. Nur so können wir mit der Heiligen Cäcilia Gott ein neues Lied singen, indem wir unsere Gaben entfalten und die von Gott gegebenen Gelegenheiten nutzen sollen. Der Hl. Augustinus sagt dazu: „Zum neuen Menschen gehört der neue Bund, passt das neue Lied. Das neue Lied passt nicht zum alten Menschen, nur neue Menschen lernen es, die durch die Gnade aus alten zu neuen geworden sind. …“ (Augustinus, Auslegung zu Psalm 33)

Gebet: Großer Gott, du hast uns geschaffen, damit wir dich loben und preisen. Wir preisen und loben dich, wenn wir die Gaben entfalten, die du uns geschenkt hast. Erhöre auf die Fürsprache der heiligen Cäcilia unser Gebet und lass uns mit Freude und Hingabe dein Lob verkünden. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 19,41–44



21.11.2018

Sei zuverlässig im Kleinsten!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 33. Woche im Lesejahr II

Im Rhythmus der Zeit ist es immer so, dass wir jedes Jahr an eine Stelle kommen, wo wir mit einer großen Intensität die Vergänglichkeit der Zeit bedenken. Wir sind gerade an dieser Stelle angelangt, zumindest gemäß dem Kirchenjahr. Eine Woche vor der Letzten im Kirchenjahr! Die tiefste Frage, die unserer Furcht vor der Vergänglichkeit der Zeit unterliegt, ist die über unsere Zukunft. Wo liegt unsere Zukunft? Wonach streben wir, wenn die Zeit vergänglich ist? Die gleichen Fragen werden an Jesus im heutigen Evangelium gestellt. Und seine Antwort darauf? Ein Gleichnis, das ungefähr sagt: „Sei zuverlässig in den kleinsten Dingen und Gelegenheiten, die das „Hier und Jetzt“ deines Lebens mit sich bringt.“ Also, sei zuverlässig im Kleinsten! Das ist die Haltung, die Jesus uns gegenüber dem Kommen des Reiches Gottes lehrt. Das macht Sinn!

Uns ist es noch nicht ganz klar, was die Zukunft für uns bereithält. Wir können die Zukunft nicht manipulieren, egal, was wir glauben oder nicht. Aber wir können die Gelegenheiten oder die kleinsten Dinge, die uns heute anvertraut sind, so behandeln, dass wir daraus das Bestmögliche für die Zukunft machen. Diese sind die uns von unserem Schöpfer gegebenen Gaben und Instrumente. Damit können wir eine sichere Zukunft schaffen. Die Frage ist, was habe ich hier und jetzt vor? Wie verhält sich mein gegenwärtiges Handeln im Hinblick auf meine Zukunft? Verspricht es mir eine sichere Zukunft?

Jesus ist das Reich Gottes, das zu uns gekommen ist. Sein Leben und seine Opfergabe bringen uns das Heil. Aber das Heil, das wir durch Jesus empfangen, macht uns nicht passiv. Wir sollen auch unser Leben so gestalten, wie Jesus es uns gelehrt hat. Wir sollen - wie Jesus - realistisch sein, egal was die Euphorie des momentanen Vergnügens oder die Trauer des Moments mit sich bringt. Nochmal: „Sei zuverlässig im Kleinsten!“

Gebet: Gütiger Gott, wir gedenken am heutigen Tag der seligen Jungfrau Maria, die du mit der Fülle deiner Gnade beschenkt hast. Höre auf ihre Fürsprache und lass auch uns am Reichtum deiner Gnade teilhaben, damit wir mit ganzer Hingabe und frohem Vertrauen vor dir leben. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 19,11–28



20.11.2018

Er wollte gern sehen, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 33. Woche in dem Lesejahr II

Jedes Mal, wenn ich die Geschichte von Zachäus lese, bin ich von seiner praktischen und sinnvollen Haltung gegenüber seiner Schwäche beeindruckt. Er war der oberste Zollpächter und reich, aber er wollte gern sehen, wer Jesus sei. Er war allerdings so klein, dass die Menschenmenge ihm die Sicht versperrte. Doch er gab nicht auf, sich zu bemühen, Jesus zu sehen. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, der am Weg stand, wo Jesus vorbeikommen musste. Es ist nicht selten in unserem Leben, den Versperrungseffekt einer Menschenmenge zu erfahren. Dazu auch den entmutigenden Einfluss unserer Schwäche.

Es gibt in der Bibel drei wichtige Stellen, an denen die Menschen den Versperrungseffekt der Menschenmenge überwinden mussten, bevor die gewünschte Begegnung mit Jesus gelingen konnte:

  1. Mk 5,21-34: eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutfluss litt. Sie musste sich in der großen Menschenmenge, die um Jesus herum versammelt war, drängen, um geheilt zu werden.
  2. Mk 10,46-52: der blinde Bettler Bartimäus musste den Befehl der Menschenmenge ignorieren, bevor er die erwünschte Aufmerksamkeit Jesu gewinnen konnte.
  3. Lk 19,1-10: das heutige Evangelium – über Zachäus.

Zum einen könnte die versperrende Menschenmenge symbolisch verstanden werden. Was symbolisiert sie in unserem Leben? Alle äußerlichen – aber auch manchmal innerlichen – Widerstände, die versuchen, unsere erwünschten und nötigen Fortschritte im Leben zu verhindern. Wenn wir uns solchen Widerständen ausliefern, können wir das erwünschte Ziel im Leben nicht erreichen. Zum anderen könnte unsere Schwäche die Wirkung vergrößern, die Gewalt der Menschenmenge auf uns hat.

Wie schwer war es für eine Frau, die schon zwölf Jahre krank war, sich in der Menge zu drängen; für einen blinden Bettler, die Stimme der Menge zu überschreiten; für den kleinen Zachäus, Jesus zu sehen; so ist es oft genug auch schwer für uns, wegen unserer Schwäche, den Versperrungseffekt der Menschenmenge zu überwinden. Was sollen wir in solchen Fällen tun? Einfach weitermachen, solange wir sicher sind, dass der Fortschritt für unsere Zukunft notwendig ist. Nicht aufhören, solange die rettende und heilende Begegnung oder das frohmachende Erlebnis noch nicht stattgefunden hat. Der Wunsch, den wir haben, reicht nicht aus. Wir müssen den Versperrungseffekt der Menschenmenge überwinden, bevor wir den nötigen Fortschritt machen können.

Gebet: Herr, neige dein Ohr und vernimm das Gebet deiner Gläubigen. Erhelle und heile, was in der Tiefe unseres Herzens krank ist, damit kein Begehren uns in seinem Bann gefangen hält, die wir erleuchtet wurden durch das Licht der himmlischen Gnade. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 19,1–10



19.11.2018

Kehr zurück zu deiner ersten Liebe


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 33. Woche im Jahreskreis in dem Lesejahr II

An die Gemeinde in Ephesus wurde geschrieben: „Ich werfe dir aber vor, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist. Kehr zurück zu deinen ersten Werken! (verg. Offenbarung 2,2-4)“ Die Lesung deutet die Tatsache an, dass die erste Liebe verblassen kann. Wir wissen, dass Liebe verblassen kann. In einer Beziehung zum Beispiel kann die erste Liebe im Laufe der Zeit schwach werden. Warum? Es gibt immer einen Grund für die Liebe. Und je bedeutender der Grund ist, desto stärker ist die Liebe, oder auch umgekehrt. Wenn meine Liebe für den Anderen schwach geworden ist, ist es notwendig zu bedenken und zu fragen: warum war die Liebe früher stark und warum ist sie es jetzt nicht mehr? Was war früher der Grund für die Liebe? Was habe ich früher gemacht oder wie habe ich meinen Geliebten früher gesehen, dass meine Liebe zu ihm oder ihr so stark war?

Es geht hier aber um die Liebe zu Gott. Doch diese Liebe zu Gott ist unbedingt verzahnt mit der Liebe zu den anderen Menschen. Denn niemand kann Gott wirklich lieben, ohne dass er auch seine Mitmenschen liebt. Manchmal erzählen die Leute von ihrem Glauben in der Vergangenheit. Sie erzählen, wie stark sie glaubten, wie sie in ihrer Jugend Gott mit großer Leidenschaft gedient haben, wie sie als Kinder sehr andächtig waren, von der tollen Arbeit, die sie für Gott früher getan haben. Vielleicht sind solche Geschichten auch meine. Warum konnten wir so großartige Dinge für Gott in der Vergangenheit tun, aber heute nicht mehr? Es kann in unserem Leben passieren, dass wir unsere innere Sicht verlieren. In dieser Situation fällt es uns schwer, unsere Liebe zu Gott aufrechtzuerhalten, weil wir auch den Grund für diese Liebe verlieren.

Wenn das passiert, was genau sollen wir tun? Der erste Schritt ist zu bedenken, wie unsere Beziehung mit Gott war, und aus welcher Höhe wir gefallen sind. Der zweite Schritt ist zu versuchen, die innere Sicht wiederzugewinnen. Wie der Blinde, der Jesus im heutigen Evangelium bittet: „Herr, ich möchte wieder sehen können“, sollen wir zu Jesus zurückkehren, um die innere Sicht wiederzugewinnen. Das kann man durch persönliche Exerzitien tun. Auch die Beichte schenkt einem die Gelegenheit, wieder (neu) zu sehen. Jesus mahnt uns: Kehr zurück zu deiner ersten Liebe!

Gebet: Gott, du Vater der Armen, du hast der heiligen Elisabeth ein waches Herz für die Armen gegeben, in denen sie Christus erkannte und verehrte. Auf ihre Fürsprache gib auch uns den Geist deiner Liebe und leite uns an, zu helfen, wo Menschen in Not und Bedrängnis sind. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 18,35–43



18.11.2018

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 33. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls haben wir Ihnen die heutige Predigt bereitgestellt!

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 13,24–32



17.11.2018

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Samstag der 32. Woche im Lesejahr II

Als Impuls betrachten Sie bitte die Predigt vom kommenden Sonntag.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 13,24-32



16.11.2018

Unser heutiges Tun hat künftige Konsequenzen, auf die wir achten sollen (Lk 17,26-37)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 32. Woche im Lesejahr II

Ein Weiser hat einmal gesagt: „Es ist falsch zu sagen, dass das Leben eines Menschen erfolgreich ist, solange er noch auf dem Lebensweg unterwegs ist und noch nicht am Ende seines Lebens angelangt ist.“ Wenn man das Leben eines Menschen ausreichend beurteilen möchte, muss man das ganze Leben im Blick haben. Denn die Vergangenheit und das „Hier und Jetzt“ unseres Lebens sind nur dann gut zu beurteilen mit Blick auf die Zukunft, auf die alles zuläuft - zu der wir unterwegs sind. Es ist daher nicht genug, heute zu essen, zu trinken oder zu heiraten, ohne dass man die zukünftigen Wirkungen dieses Tuns im Blick hat. Aber oft verlieren wir uns in der Euphorie des momentanen Vergnügens so sehr, dass wir nicht mehr an die Zukunft denken.

Die heutigen Lesungen raten uns, die künftigen Konsequenzen unseres heutigen Tuns zu bedenken. Denn diese Konsequenzen können unser Leben entweder beschädigen oder retten. Im Evangelium gibt Jesus zwei Beispiele, um diesen Punkt zu vertiefen: Erstens sind da die Leute, die zur Zeit Noachs aßen, tranken und heirateten, die aber nach einigen Tagen von der Flut vernichtet wurden. Zweitens sind da die Leute, die zur Zeit Lots auch aßen, tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten, die aber nach einigen Tagen durch Feuer und Schwefel umkamen. Deswegen warnt Jesus: „Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren, wer es dagegen verliert, wird es gewinnen“ (Lk 17,33). Das betont die Wichtigkeit der jetzigen Hingabe, die unsere Zukunft sichert. Aber unsere Zukunft bedeutet nicht nur der Abend unseres irdischen Lebens, sie schließt auch das Leben über den Tod hinaus ein. Bemühen wir uns also nicht nur, für heute zu leben, sondern auch mit einem sinnvollen Blick auf die Zukunft.

Gebet: Herr und Gott, schenke uns den Reichtum deiner Gnade und lenke unsere Schritte auf den Weg deiner Gebote, damit wir schon in diesem Leben Trost und Frieden finden und einst die ewige Freude erlangen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 17,26–37



15.11.2018

Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch (Lk 17,20-25)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 32. Woche im Lesejahr II

Es sind noch eineinhalb Wochen, bevor zum Ende des Kirchenjahres in den Lesungen betont wird: das Wiederkommen Christi, der Weltuntergang, das Kommen des Reiches Gottes - Themen, wie wir sie immer zu dieser Zeit lesen und hören. Gemäß dem christlichen Kalender sind wir in der Kirche am Ende angelangt, dann bricht etwas Neues an. Ob uns das Wiederkommen Christi oder der Weltuntergang bevorsteht oder nicht, das Wichtigste ist, dass das Reich Gottes schon da ist und, ich denke, auch immer unter uns ist. Jesus ist zur Welt gekommen, um uns die Gegenwart dieses Reiches bewusst zu machen. Alles, was er für uns getan hat, einschließlich der Hingabe seines Lebens, ist geschehen, um die Botschaft und die Bekanntmachung des Reiches Gottes zu verkünden. Aber, was verstehen wir unter „das Reich Gottes“?

Das Reich Gottes bedeutet die Herrschaft Gottes über alles. Gott ist der Herr, der allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist. Nichts ist von seiner Herrschaft ausgenommen. Aber nur in Jesus Christus erleben wir, wie Gott über alles herrscht. Und je mehr wir in Christus Jesus sind und bleiben, desto bewusster sind wir der Herrschaft Gottes. Wir machen uns viele Sorgen um viel zu viele Dinge, weil wir denken, wir sind überfordert. Aber je mehr wir Jesus unser Leben anvertrauen, umso mehr erleben wir Gottes Herrschaft in unserem Leben und in allen Situationen, die das Leben mit sich bringt. Gott herrscht schon mitten unter uns. Er ist immer da!

Gebet: Herr, lass uns heute und immerdar bedenken, dass du mitten unter uns herrschst. Gib, dass wir alles dir anvertrauen und dir furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit alle Tage unseres Lebens. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 17,20–25



14.11.2018

Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? (Lk 17,11-19)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 32. Woche im Lesejahr II

Das heutige Evangelium betont die Wichtigkeit der Dankbarkeit. Aber es zeigt auch, wie undankbar wir oft sind. Zehn Aussätzige kamen zu Jesus. Sie sind alle rein geworden, aber nur einer von ihnen kam zu Jesus zurück, um ihm zu danken. „Wo sind die übrigen neun?“ fragte Jesus. Das bedeutet, nur 10% der rein gewordenen Aussätzigen sind Jesus dankbar. Die anderen 90% legen keinen großen Wert auf Dankbarkeit. Sie sind schon weg. Diese Geschichte ist uns nicht unbekannt. Denn sie erinnert uns nicht nur an unseren Mangel an Dankbarkeit, sondern auch an den Mangel an dieser Tugend – Dankbarkeit. Oft vergessen wir dankbar zu sein für das Gute, das wir besitzen. Oft konzentrieren wir uns nur auf das, was uns noch fehlt.

„Keine Schuld ist dringender als die, Dank zu sagen“ so Marcus Tullius Cicero. Aber wenn wir nur an das denken, was uns noch fehlt, erkennen wir nicht den Sinn und die Notwendigkeit der Dankbarkeit. Wir vergessen allzu oft, das zu schätzen, was wir haben, weil wir immer noch mehr haben wollen. Aber es gibt immer einen Anlass, dankbar zu sein, weil wir sehr viel haben, was wir schätzen sollen, egal, wie unerfüllt unsere Wünsche bleiben. Jeder von uns hat die Wahl, dankbar oder unzufrieden zu sein, wenn wir z.B. ein halbvolles Glas Wasser erhalten – dankbar, weil wir das Wasser darin schätzen, obwohl das Glas nicht voll ist; oder unzufrieden, weil wir nur denken, wäre das Glas doch voll. Aber wer dankbar ist, gewinnt sogar mehr als er hat.

Dankbarkeit ist ein Zeichen, dass wir das schätzen, was wir haben. Und je mehr wir das schätzen, was wir haben, desto fruchtbarer werden wir sein, und umso mehr gewinnen wir das Vertrauen des Gebers. Also, eine der Belohnungen für die Dankbarkeit ist Fruchtbarkeit. Die andere ist das Vertrauen des Gebers. Dann gewinnen wir mehr und mehr. Es folgen aber auch Zufriedenheit und Freude. „Wenn wir uns bewusst daran erinnern, wofür wir dankbar sein können, dann macht sich ein tiefes Gefühl der Befriedigung, der Zufriedenheit und der Freude in uns breit;“ so die Psychotherapeutin Doris Wolf. Damit bin ich einverstanden. Auch Gott erwartet von uns Dankbarkeit. Er fragt immer noch: „Wo sind die übrigen neun?“ Bin ich unter den übrigen neun?

Gebet: Herr, unser Gott, oft vergessen wir dir Dank zu sagen. Du zeigst uns viel mehr Liebe als wir erwarten, aber oft denken wir nicht an das Gute, das du uns getan. Stattdessen denken wir immer an das, was wir noch haben wollen. Schenke uns ein dankbares Herz, damit wir immer das schätzen, was wir haben, und dir dankbar sind. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 17,11–19



13.11.2018

Wessen „Sklave“ bin ich?


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 32. Woche in dem Lesejahr II

In einer Welt, in der das Recht auf Freiheit einen großen Vorrang hat, scheint es dumm zu fragen, wessen Sklave man ist. Und doch ist es sinnvoll zu verstehen, dass der Mensch immer ein „Sklave“ bleibt, ob Sklave eines anderen Menschen oder der einer anderen Sache. Normalerweise verstehen wir unter einem Sklaven jemand, der in völliger wirtschaftlicher und rechtlicher Abhängigkeit von einem anderen Menschen als dessen Eigentum lebt. Aber mit dem Begriff „Sklave“ meine ich hier nicht nur wirtschaftliche und rechtliche Abhängigkeit. Jede Art von Abhängigkeit lehrt uns, dass die menschliche Freiheit nicht eine totale Unabhängigkeit bedeutet. Unsere Freiheit besteht darin, fähig zu sein, selbst zu entscheiden, wer der Herr unseres Lebens sein soll.

Man verliert seine Freiheit, wenn über unser Leben ein Herr herrscht, den man nicht gewählt hat. So verstanden, kann man sagen, dass jemand ein Sklave des Alkohols ist oder sogar eines emotionalen Zustands oder eines Anderen. Aber auch solch eine Abhängigkeit beginnt normalerweise mit einer persönlichen Entscheidung. Also, man verliert seine Freiheit nur dann, wenn man es versäumt, die nötigen Entscheidungen zu treffen. Aber das Versäumnis, die nötigen Entscheidungen zu treffen, ist auch eine Art von Entscheidung und ein Zeichen der Freiheit. Es ist daher das Beste, wenn man sich entscheidet, ein Sklave eines vertrauenswürdigen Herrn zu sein. Wie wäre es, wenn wir uns wirklich entscheiden, Knechte Christi zu sein, die ihm gehorsam folgen, wie ein Sklave seinem Herrn folgt und auf ihn hört?

Jesus ist ein Herr, der seine Untertanen nicht ausnutzt. Seine Antwort ist Liebe. Er verspricht denjenigen, die sich seiner Herrschaft unterordnen, dass er sie als Freunde und nicht als Diener betrachtet. (vgl. Joh 15,15) Seine Worte, Lehre und Liebe versprechen uns unendlich viel mehr, als ein Knecht je empfangen könnte. Mit ihm ist unser Leben und unsere Zukunft gesichert.

Gebet: Gott und Herr, mehre in uns den Glauben an dich, damit unser Leben Frucht bringt für Zeit und Ewigkeit. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 17,7–10



12.11.2018

Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 32. Woche im Jahreskreis in dem Lesejahr II

Einmal hat ein Philosoph Battista Mundi gesagt, dass der Mensch ein Bündel von Möglichkeiten ist. Er meinte, dass, für den Menschen, viel zu viel möglich ist, je nach dem, wozu er neigt. Zum einen sind wir Menschen fähig zu vielen bösartigen Dinge, wenn wir den Versuchungen zum Bösen nachgeben. Z.B. sind wir fähig zu viel Neid, Streit und Krieg. Wir können uns und die andere durch unsere bösartigen Neigungen überraschen. Zum anderen sind wir auch fähig zu vielen Guten. Aber wollen wir es tun? Die Frage ist nun, wie neigen wir uns zu den Guten? Jesus lehrt uns im heutigen Evangelium, dass wir die Versuchungen zum bösartigen Leben zwar nicht vermeiden können, wir aber vor solchen Versuchungen schützen, indem wir an ihn glauben, selbst wenn unser Glaube so groß wie ein Senfkorn ist. Glaube und Gnade sind immer verbunden. Wenn wir an Jesus Christus glauben, empfangen wir die Gnade, viel mehr Gutes zu tun, als wir normalerweise tun können. Die Kraft z.B., den anderen zu vergeben, ist nicht menschlich selbstverständlich.

Wir brauchen den Glauben zu haben, der nur so groß wie ein Senfkorn. Das bedeutet, unser Glaube braucht nicht größer als ein Senfkorn zu sein. So groß wie ein Senfkorn! Wie klein ein Senfkorn sein mag, es enthält die Kraft, eine volle Pflanze zu werden. Wichtig ist es, dass wir wirklich an Jesus Christus glauben. Es ist egal, wie groß oder klein, der Glaube ist. Der Glaube, der mit der Person Jesus Christus verknüpft ist, ist schon groß genug, viel Gutes zu wirken. Und je mehr wir von Jesus Christus erfahren, desto stärker und wirksamer wird unser Glaube an ihn. Der Glaube wächst mit der Erfahrung. Aber es reicht schon, die Hindernisse zu verringern, die den Zugang zum guten Leben absperren. Wenn unser Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, können wir diese Hindernisse überwinden.

Gebet: Gott, unser Vater, du weißt wie schwach wir Menschen sind. Ohne deine Kraft überrascht uns unsere Schwäche. Aber deine Kraft bekräftigt uns, viel mehr Gutes zu tun, als wir uns vorstellen können. Stärke unseren Glauben und bekräftige uns dadurch, so dass wir zu den Guten neigen und unsere Welt verbessern. Amen. 

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 17,1–6



11.11.2018

Entdeckt man ein „Wozu“ im Leben, ist es leichter, einen Weg dahin zu finden


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 32. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls haben wir für Sie die Sonntagspredigt bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 12,38–44



08.11.2018

Selbst 1% von dem, was im Leben zählt, soll man nicht verloren gehen lassen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 31. Woche im Lesejahr II

In den heutigen Lesungen lesen wir einerseits von dem, was wir niemals verloren gehen lassen dürfen, und andererseits von dem, was wir verloren gehen lassen dürfen. Das Eine ist das, was im Leben zählt, das Andere ist aber das, was im Leben nicht wirklich zählt. In der ersten Lesung, sagt Paulus, „Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft.“ (Phil 3,8a) Das heißt, ich bin bereit, alles aufzugeben, weil Jesus Christus, den ich habe, alles übertrifft. Anders gesagt, wer Christus Jesus hat, verliert nichts wirklich. Denn er enthält alles, was im Leben wirklich zählt. Im Evangelium sagt uns Jesus Christus, dass, selbst wenn man 1% oder einen kleinen Teil von dem verliert, was im Leben zählt, sollte man sich darum bemühen, das verlorene 1% oder den verlorenen kleinen Teil wiederzufinden. Gott gibt uns ein Beispiel: er lass keinen Menschen verloren gehen, weil er uns so sehr liebt und schätzt.

Im Leben aber erfahren wir, wie in einem Rhythmus, Verluste und Gewinnen. Wir verlieren etwas hier oder da, aber vielleicht gewinnen etwas Anderes an einer anderen Stelle. Die Fragen sind: Was gewinnen wir? Was verlieren wir? Wenn wir das verloren gehen lassen, was das Leben sinnvoll macht, ist dies wirklich ein erheblicher Verlust. Ich gebe ein Beispiel: Eine Gesellschaft, in der die Bedeutung der Familie verloren ist, begeht einen Selbstmord, weil die Familie das Fundament jeder lebendigen Gesellschaft ist. Es passiert auch in unserem Leben, dass wir manchmal das verloren gehen lassen, was unser Leben lebendig und sinnvoll macht. Das sollte aber nicht so sein. Wir sollen uns bemühen, das festzuhalten, was wichtig im Leben ist. Jesus Christus ist in diesem Sinn, der Eine, der unser Leben sinnvoll macht. Schätzen wir ihn immer noch? 

Gebet: Allmächtiger Gott, erleuchte die Völker, die im Schatten des Todes sitzen, mit dem Licht jener Herrlichkeit, mit der uns der Aufgang aus der Höhe heimgesucht hat, Jesus Christus, unser Herr. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 15,1–10



07.11.2018

Ohne Hingabe und Kreuz gibt es kein bedeutsames Leben


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 31. Woche im Lesejahr II

Einer der wichtigsten Schätze, die der christliche Glaube uns gebracht hat, ist die Bedeutung des Kreuzes. Das Kreuz bezeichnet nicht nur das Heil, das uns Jesus durch seine Hingabe geschenkt hat. Es bezeichnet auch die Wahrheit, dass ohne Hingabe und Annahme des Kreuzes im eigenen Leben unser Leben kaum bedeutsam werden kann. Jesus hat uns diese Wahrheit des Lebens gelehrt, nicht nur durch sein Kreuz, sondern auch durch seine lehrenden Worte. Auch das heutige Evangelium deutet klar darauf hin: „Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.“ Und ich denke, ich mache keinen Fehler, wenn ich dazu sage: „Wer nicht sein Kreuz im Leben trägt, der kann kein bedeutsames Leben erlangen.“ Die größte Illusion aller Zeiten aber ist, zu denken und zu glauben, dass das Leben „a bed of roses“ ist.

Aber was genau man unter „das Kreuz“ versteht, ist eine andere Frage. Das Kreuz ist der Widerstand, den der Status Quo gegen uns leistet, wenn wir etwas im Leben - ob im eigenen Leben oder in dem der anderen - verbessern wollen. Dieser Widerstand kann von unseren Verwandten – Mutter, Vater, Bruder, Schwester, usw. – oder Freunden oder sogar von uns selbst kommen. Schauen Sie mal das Kreuz Jesu. Es bezeichnet den Widerstand, den die Gesellschaft gegen seine Lehre geleistet hat. Aber noch tiefer und bedeutungsvoller ist es, den Ursprung dieses Widerstands zu verstehen: Der ursprüngliche Gegner der Menschheit – der Satan – will nicht, dass den Menschen der richtige Weg und die Wahrheit gezeigt werden. Allerdings kann er im Herzen der Menschen nur dann Einfluss ausüben und sich gegen Verbesserungen wehren, wenn die Menschen auf seine Einflüsterungen hören. Das Kreuz ist das Leid, das wir annehmen sollen, wenn wir - trotz aller Widerstände gegen unsere  richtigen und guten Fortschritte - weitermachen wollen. So verstanden, ist das Kreuz und die Hingabe unvermeidbar im Leben, besonders wenn man ein bedeutsames Leben erlangen will. Das Kreuz unseres Lebens ist dann nicht nur als ein bloßes Leid zu verstehen, wenn wir es mit dem Ziel unseres Lebens und mit dem heilenden Kreuz Jesu verbinden wollen.

Gebet: Allmächtiger Gott, deine Weisheit hat uns erschaffen und deine Forschung leitet uns. Lass dein heiliges Licht in unseren Herzen leuchten, damit wir in allem, was wir heute sinnen und tun, dir in Treue dienen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 14,25–33



06.11.2018

Bitte, entschuldige mich!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 31. Woche im Lesejahr II

Das sind die Worte, mit denen wir darauf antworten, wenn wir etwas fasch gemacht haben. Der Grund, für den man sich entschuldigt, entsteht entweder aus eigener Entscheidung oder aus einer Situation, die man gar nicht erwartet. Wenn das aus einer unerwarteten und ungeplanten Situation entsteht, entschuldigt man sich oft unbewust. Aber, wenn das aus eigener Entscheidung oder aus vorsehbarer Situation entsteht, muss man trotzdem die Verantwortung für seine Entscheidung übernehmen. Wir setzen unsere Priorität je nachdem, worauf wir Wert legen. Aber wir tragen auch Verantwortung für unser tun. Jesus spricht im heuten Evangelium von den Entscheidungen, die die Menschen über die göttliche Einladung treffen. Gott lädt jeden von uns ein, an dem Heil teilzunehmen, das Jesus Christus uns gebracht hat. Aber Gott lässt uns die Freiheit der Entschiedung. Er schenkt uns die Freiheit, zu entscheiden, wie wir leben wollen. Aber wir müssen das verantworten, was wir entschieden haben. Die Folgen der freien Entschiedung müssen wir ertragen.

Niemals ist die Freiheit-Frage so unterstrichen wie heutzutage. Wir haben auch viele Möglichkeiten, von irgendwo eine Zustimmung zu bekommen, egal wie wir leben möchten. In den Medien kann man heute entsprechende Fans finden, die ihren Lebensstil vertreten, egal was diesen Lebensstil ausmacht. Für das aber, was mein Lebensstil mit sich bringt, muss ich Verantwortung übernehmen.

Ist es dann nicht besser, vorher zu überlegen, welche Bedeutung und welche Konsequenzen mein Lebensstils hat, bevor ich ihn umsetze? Gott schenkt uns den bestmöglichen Lebensstil – mit ihm ein Mitarbeiter in der Welt zu sein und sein Heil anzunehmen. Wie schön wäre es, wenn wir uns frei für diesen entscheiden würden?

Gebet: Allmächtiger Gott, alles, was du erschaffen hast, ist gut und schön. Auch unsere Freiheit ist ein schönes Geschenk von dir. Lass uns freiwillig entscheiden, mit dir zu leben, damit wir diesen Tag freudig beginnen und in Wort und Tat aus Liebe zu dir und den Menschen vollendet werden kann.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 14,15–24



05.11.2018

Achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 31. Woche im Jahreskreis in dem Lesejahr II

Achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen

Der Mensch ist fast immer profit-orientiert in seinem Handeln. Diese Orientierung ist auch ein entscheidender Faktor in seinen Beziehungen. Er geht Beziehungen ein, die seinem Interesse dienen. Es ist wie ein Lebensprinzip, dass wir uns genau in den Aktivitäten engagieren wollen, die zur Erfüllung unserer Erwartungen und Ziele hilfreich sind. Auch bei Wohltaten, die wir anderen erweisen, ist es manchmal der Fall, dass wir auch das eigene Interesse, den eigenen Vorteil, im Blick haben. Also, ich leiste einen Dienst an „A“, weil ich darauf hoffe, dass „A“ mir in der Zukunft, bei einer entsprechenden Gelegenheit, etwas dafür zurückgibt. Profit-Orientiertsein ist nicht in sich schlecht. Es ist ein menschliches Prinzip, dass wir unsere Schätze dort investieren wollen, wo sie vermehrt werden können.

Es gibt auch noch ein anderes Prinzip, das biblisch ist – wer hat, dem wird mehr gegeben werden und er wird im Überfluss haben. (vgl. Mt 13,12; und Mt 25,28) In Bezug auf die Verteilung der Talente hat Jesus dieses Prinzip zitiert, um zu betonen, wie wichtig es ist, sich zu bemühen, aus den eigenen Talenten und Lebensgelegenheiten das Bestmögliche zu machen. Wir sollen aber mit dem, was uns geschenkt wurde, auch dem Wohl der anderen dienen. Jesus fordert uns auf, den anderen Wohltaten zu erweisen, ohne die Erwartung, irgendetwas dafür von ihnen zurückzuerhalten: „Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.“ (Lk 14,14). Dies ist ein Beispiel von der extra Meile der Liebe, die von uns erwartet wird, weil wir Christen sind.

Gebet: Herr, unser Gott, lass unser Werk gelingen und mach uns fruchtbar, damit wir unseren Mitmenschen helfen, die keine Helfer haben. Lenke unser Tun nach deinem Willen und gib uns den Mut, zu dir zu halten, selbst wenn wir dabei den eigenen Profit verlieren. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 14,12–14



04.11.2018

Das Gebot der Liebe


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 31. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls haben wir hnen die Predigt zum heutigen Sonntag bereitgestellt.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 12,28-34



03.11.2018

Das Gebot der Liebe


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Samstag der 30. Woche im Lesejahr II

Als Impuls stellen wie Ihnen heute die Predigt zum morgigen Sonntag zur Verfügung.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 12,28-34



02.11.2018

Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 30. Woche im Lesejahr II

An diesen zwei Tagen nacheinander – Allerheiligen und Aller Seelen – feiern wir die Realität unseres Glaubens an die Gemeinschaft der Heiligen, die Vergebung der Sünden, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Wir glauben, dass alle Getauften zu einer großen Familie gehören, die wir die Gemeinschaft der Heiligen nennen. Diese vier Teile unseres Glaubensbekenntnisses – die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben – beweisen die Nichtigkeit des Todes. Der Tod kann nicht das neue Leben von den Getauften nemen, das sie durch die Taufe empfangen haben. Für die Getauften ist der Tod nur ein Übergang zum ewigen Leben. Er hat keine Macht über alle, die an Jesus Christus glauben und in seiner Liebe leben.

Also, wenn wir in Christus sind, macht es keinen Unterschied, ob wir leben oder ob wir sterben. Denn nichts scheidet uns von der Liebe Christi – nicht einmal der Tod. Das heißt sowohl die lebenden und die Toten gehören zusammen in dem Mystischen Leib Christi. Durch den Tod sind unsere verstorbenen Gläubigen nicht von Christus – und deswegen auch nicht von uns – geschieden. Wenn wir für unsere Verstorbenen beten, zeigen wir unsere Hoffnung, dass nichts sie und uns von der Liebe Christi scheiden kann. Jesus sagt uns im heutigen Evangelium, „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ In ihm finden wir die wahre Heimat, ob wir leben oder ob wir sterben.

Gebet: Allmächtiger Gott, wir glauben und bekennen, dass du deinen Sohn als Ersten von den Toten auferweckt hast. Stärke unsere Hoffnung, dass du auch unsere Brüder und Schwestern auferweckt wirst zum ewigen Leben. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 5,1–12a



01.11.2018

Allerheiligen: das Fest der Gnade und Liebe Gottes


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Allerheiligen im Lesejahr B

Als Impuls für den heutigen Tag stellen wir Ihnen die Predigt zum Fest Allerheiligen bereit.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 5,1–12a



31.10.2018

Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 30. Woche im Lesejahr II

In meiner Muttersprache heißt es im Sprichwort: „Lasst uns heute das genießen, was zu genießen da ist; morgen erleben wir das, was das Leben uns bringt.“ Das Sprichwort betont die Notwendigkeit, dem „Jetzt“ unseres Lebens eine genügende Aufmerksamkeit zu schenken. Aber, das bedeutet nicht die Wichtigkeit unserer Zukunft zu verleugnen. Die Menschen wissen, wie wichtig die Gegenwart und die Zukunft des Lebens sind. Wir bereiten uns auf unsere Zukunft vor. Wir versuchen, unsere Zukunft so gut wie möglich abzusichern. Die Frage ist aber: In dieser Vorbereitung auf sichere Zukunft, denken wir auch an das Leben über den Tod hinaus?

Im heutigen Evangelium heißt es: „In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte.“ (Lk 13,22). Das Leben ist eine Reise nach Jerusalem. Jerusalem bedeutet aber in diesem Fall die ewige Gegenwart Gottes – was wir „Himmel“ nennen. Jesus ist vor uns auf den Weg nach Jerusalem gegangen. Er ermuntert uns, die wir auf diesen Weg sind, uns mit allen Kräften zu bemühen, durch die enge Tür zu gelangen. Was bedeutet eine enge Tür? Eigentlich handelt es sich nicht um materielles Vermögen. Denn viel materielles Vermögen kann nicht durch eine enge Tür gelangen. Jesus ist die enge Tür. Wenn wir mit ihm die Reise unseres Lebens machen, lernen wir an das festzuhalten, was im Leben wirklich zählt.

Gebet: Gütiger Gott, lass es hellen Tag werden in unserem Herzen, damit wir nicht in die Irre gehen, sondern auf dem Weg seiner Gebote der Liebe bleiben. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 13,22–30



30.10.2018

Demut und Geduld: die Kennzeichen des Lebens für das Reich Gottes


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 30. Woche in dem Lesejahr II

Im heutigen Evangelium vergleicht Jesus das Reich Gottes mit einem Senfkorn und dem Sauerteig. Ein Senfkorn und der Sauerteig haben etwas gemeinsam: Am Anfang scheinen sie unbedeutsam. Und wenn man das Senfkorn pflanzt, braucht es viel Zeit, um zu wachsen und zu einem Baum zu werden. Ebenso braucht der Sauerteig viel Zeit, bevor er einen großen Trog Mehl ganz durchsäuern kann. Am Ende des Prozesses kommt dann die Bedeutung und die Nutzung der beiden zum Vorschein. Welche Lehre entnehmen wir diesen Gleichnissen?

Demut und Geduld.

Jesus Christus ist das personifizierte Reich Gottes. In ihm ist das Reich Gottes in die Welt und zu uns gekommen. Am Anfang seines irdischen Lebens schien er unbedeutsam. Aber nachdem er geduldig den Weg des Kreuzes gegangen ist, konnten sogar seine Gegner seine Herrlichkeit erkennen. Ebenso ist es mit dem Leben für das Reich Gottes. Das Leben der Gnade scheint der Welt unbedeutsam und nutzlos. Jeder, der ein solches Leben führen möchte, sollte verstehen, dass es ein Weg der Demut und der Geduld ist. Es ist ein Weg der Gelassenheit. Wenn es dem Willen Gottes dient, sich unterzuordnen, so sollte das kein Problem sein; denn unsere Herrlichkeit als Kinder Gottes mindert das nicht. Unsere Herrlichkeit mag noch nicht zum Vorschein kommen, aber in Christus sind wir immer verherrlicht und die Kraft der Gnade wirkt immer neu in uns.

Gebet: Herr Jesus Christus, du wahres Licht, das alle Menschen erleuchtet, damit sie das Heil finden, gib uns die Kraft, das Leben der Gnade zu führen und damit deinem Frieden und deiner Gerechtigkeit den Weg zu bereiten und unsere Herrlichkeit in dir niemals zu verlieren. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 13,18–21



29.10.2018

Lebt als Kinder des Lichts!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 30. Woche im Jahreskreis in dem Lesejahr II

Mit diesen Worten endet die heutige Lesung. Gestern sind die Uhren um eine Stunde – mangels Tageslicht im Winter – zurückgedreht worden. Bei dieser Umstellung der Uhren geht es um das Licht. Wir drehen die Uhren eine Stunde vor oder zurück, je nachdem, wie lange es hell bleibt am Tag. Wir brauchen das Licht, um zu arbeiten. In der Finsternis kann man nicht aktiv sein. Fast alle unsere Aktivitäten finden bei Licht statt. Ohne das Licht würde das Leben nichts anderes sein als der Tod. So wichtig ist bei allen Dingen das Licht, dass Gott es zuerst erschaffen hat: „Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Und Gott schied das Licht von der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag“ (Gen 1,3-5). Ohne das Licht gäbe es keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Wenn das geschaffene Licht so wichtig ist, wieviel wichtiger im Leben ist dann das unerschaffene Licht! Jesus Christus ist das wahre Licht.

Als Kinder des Lichts zu leben bedeutet, auf Jesus alles zu beziehen, was wir tun, uns vor- oder zurückzudrehen, so dass wir immer in seiner Gegenwart bleiben und unter seiner Gnade stehen. Wie wir die Uhren vor- oder zurückdrehen, um das Tageslicht am besten zu nutzen, so sollen wir jeden Tag versuchen, mehr von Jesus zu erleben. Er ist der Ursprung der wahren Kraft. Ohne ihn können wir nichts tun. Wie er eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, von ihrem Leiden erlöst hat, so befreit er uns aus allen Situationen, die uns vom aktiven Leben aussperren. Zu ihm rufen wir im vertrauensvollen Gebet.

Gebet: Herr, allmächtiger Gott, du hast uns diesen neuen Tag geschenkt. Bewahre uns an ihm vor Unheil und Sünde und lenke unsere Gedanken, Worte und Werke, damit wir stets deinen Willen tun, durch Jesus Christus, deinen Sohn, der das wahre Licht ist. Amen.  

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 13,10–17



28.10.2018

Von Gott berufen sein: von Beruf zur Berufung


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 30. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls für diesen Tag emfehlen wir die Predigt zum 30. Sonntag im Jahreskreis.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 10,46-52



27.10.2018

Von Gott berufen sein: von Beruf zur Berufung


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Samstag der 29. Woche im Lesejahr II

Als Impuls für den heutigen Tag möchten wir Ihnen die Predigt vom morgigen Sonntag empfehlen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 10,46-52



26.10.2018

Ertragt einander in Liebe


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 29. Woche im Lesejahr II

Der Schluss, den man aus dem GGKL-Prinzip zieht, das wir ein paar Tage vorher erwähnt haben, ist, dass der Endpunkt der Beziehung mit Gott die Liebe ist. Nochmal zur Erinnerung: GGKL heißt Glaube-Gnade-Kraft-Liebe. Wenn wir an Jesus glauben und dadurch das Leben der Gnade annehmen, empfangen wir die Kraft zu lieben. Das Wort „Liebe“ wird aber in vielerlei Weise begriffen. Der entscheidende Unterschied zwischen allen anderen Arten von Liebe und der Liebe, von der wir sprechen, ist das Ziel der Liebe. Es ist einfach zu lieben, wenn wir das zugunsten unseres eigenen Interesses tun, wenn das unserer Vergünstigung dient. Aber zu lieben, wenn es schmerzvoll ist, ist möglich nur aus der Kraft Gottes, aus der Kraft der Gnade. Paulus ermahnt uns in der heutigen Lesung, einander in Liebe zu ertragen. Wenn etwas zu ertragen ist, dann ist das schon wie eine Last oder eine Schwierigkeit. Die Liebe, die uns einander ertragen lässt, ist nicht die, mit der man nur dem eigenem Interesse dient. Sie ist die Liebe Gottes – „Agape“.

Jesus gibt uns im Evangelium ein Beispiel von dieser Liebe: „Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen.“ (Lk 12,58) Das ist aber menschlich nur schwer zu befolgen! Das  Bemühen, mit einem Gegner sich zu einigen, ist nur möglich aus der Kraft der Liebe, deren Ziel das Gute des anderen einschließt. Nur diejenigen, die diese Kraft empfangen haben, können einander in Liebe ertragen - und sich mit dem Anderen wieder einigen. Oft fehlt uns aber diese Kraft, obwohl wir an Jesus Christus glauben. Warum? Es benötigt noch eine kontinuierliche Vertiefung unserer Beziehung mit Jesus. Die Vertiefung einer Beziehung braucht viel Zeit, damit das benötigte Vertrauen entstehen kann. Wie schön wäre es und wie bekräftigt würden wir, wenn wir jeden Tag mit Jesus durch alle Situationen unseres Lebens gehen wollten und könnten! Wie schön wäre das, wenn wir zu ihm im Gebet die schwierigen Situationen unseres Lebens bringen würden! Trotz unserer Schwachheit finden wir große Kraft in Christus – die Kraft der Liebe. Auch heute steht uns diese Kraft zur Verfügung.

Gebet: Gott, durch das Licht deines Wortes vertreibst du das Dunkel der Unwissenheit. Mehre in unserem Herzen die Kraft des Glaubens, damit das Feuer, das deine Gnade in uns entfacht hat, durch keine Anfechtung ausgelöscht wird. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 12,54–59



25.10.2018

Die Liebe Christi ist nicht zu wissen, sondern zu erleben


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 29. Woche im Lesejahr II

Die Liebe Jesu Christi ist, wie jede Art von Liebe, zu erleben. Es ist nicht nur eine Sache der Erkenntnis. Es ist möglich, über diese Liebe zu lesen oder zu hören; aber solange man diese Liebe nicht persönlich erfahren hat, kann man sie nicht verstehen. Jeder, der sich in diese Liebe hineingeworfen hat, wird befähigt, sie zu verstehen und in sie hineinzuwachsen. Paulus gibt das schön zum Ausdruck in der heutigen Lesung: „In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt.“ (Eph 3,18-19). Also nochmal: Niemand gelangt zu der Erkenntnis der Liebe Christi, ohne sie persönlich erlebt zu haben. Das bedeutet, dass wir, wenn wir Jesus und seine Liebe verstehen möchte, den Zugang zu dieser Liebe brauchen, und das ist der Glauben an Jesus.

Es ist aber bedauerlich, dass uns oft die praktische und spirituelle Perspektive des Glaubens fehlt, auch wenn wir viel theoretisches darüber sagen könnten. Es kann sein, dass sogar ein Theologe, ohne diese praktische und spirituelle Perspektive des Glaubens Jesus bezeugen kann. Wir können viel über Gott reden. Wenn wir aber keine persönliche Erfahrung mit Jesus haben, sind unsere Worte leer. Es reicht nicht aus, die theoretische Perspektive des Glaubens gut zu kennen, um Zeuge Jesu sein zu können. Denn ein Zeuge muss von seiner persönlichen Erfahrung sprechen können, die er in einer bestimmten, ihn betreffenden Situation, gemacht hat. Auch die Jünger Jesu verbrachten drei Jahre mit Jesus, bevor sie zu Zeugen Jesu wurden.

Die wichtige Frage ist, wie erfahre ich Jesus persönlich? Wie erfahre ich seine Liebe? Ich will glauben, dass Jesus, über den ich lese und höre, auch immer real und hier mit uns ist. Ich will glauben, dass seine Liebe real und immer wirksam ist. Dann versuche ich auch, meine religiösen Aktivitäten nicht mehr als bloße Routine, sondern als eine Beziehung mit einer lebendigen Person – Jesus – zu begehen. Auch meine Gebete werden allmählich lebendige Gespräche mit Jesus, der alle meinen Situationen gut kennt und versteht und die Macht hat, in mir zu wirken und unendlich viel mehr tun kann, als ich erbitte oder mir ausdenken kann (vgl. Eph 3,20). Es heißt dann, dass ich damit stets unter der lebendigen Begleitung Jesu stehe, egal, wo ich bin oder was ich tue. Dann beginnt das Feuer seiner Liebe in meinem Leben zu brennen. Ich will  zu dieser persönlichen Erfahrung kommen, um Jesus wirklich zu erkennen und seine Liebe zu verstehen.

Gebet: Allmächtiger, ewiger Gott, am Abend, am Morgen und am Mittag preisen wir deine göttliche Herrlichkeit und bitten: Vertreibe aus unserem Herzen alle Finsternis, damit wir zum wahren Licht gelangen, zu Christus, deinem Sohn. Amen. 

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 12,49–53



24.10.2018

Wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 29. Woche im Lesejahr II

Gestern haben wir betont, dass ohne die Gnade, die wir durch unseren Glauben an Jesus empfangen, wir Gott nicht gefallen können. Wir haben sogar überlegt, dass Jesus der Schlussstein ist, ohne den unser Leben keinen Zusammenhalt hätte. Wichtig ist aber auch, dass Gott nach dem Schenken seiner Gnade von uns erwartet, dass wir damit fruchtbar sind. Gott vertraut uns seine Gnade an, damit wir Kraft bekommen, um Früchte der Liebe hervorzubringen. Das Leben eines Christen ist eine tägliche Reise mit Jesus Christus. Denn er ist mit uns, er bewirkt in uns, Spuren der Liebe zu hinterlassen, die der Welt Zeugnis von Jesus bringen. Jesus verlangt von uns, Früchte der Liebe hervorzubringen, je mehr er uns seine Gnade anvertraut. Deswegen sagt er uns, „Wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen.“

Solche Worte hat Jesus an anderen Stellen der Bibel erörtert. Nachdem er z.B. zehn Aussätzige geheilt hatte, und nur einer von ihnen zu Jesus zurückkam, um ihm zu danken, fragte Jesus ihm: „Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?“ (Lk 17,17-18). Er verlangt von uns dankbar zu sein, wenn wir die Gnade Gottes oder Erbarmen Gottes erlebt haben: „Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?“ (Mat 18,33) Wir empfangen viel Gnade von Gott. Es heißt dann, dass wir damit reiche Fruchte bringen sollen: Dankbarkeit, Liebe, Barmherzigkeit zu den anderen, usw. sind Früchte die von uns erwartet werden.

Wenn wir diese erwartete Früchte der Gnade nicht tragen können, ist es wichtig, dass wir um die Kraft dafür bitten. Wir sind Kanäle der Gnade Gottes. Wir sollen die spirituellen Vermögen, die uns anvertraut sind, nicht nur bewahren, sondern sie auch vermehren. Denn als Christen sind wir von Gott eingesetzt, den anderen dieses spirituelle Vermögen mitzuteilen. So verkünden wir der Welt die Botschaft Jesu Christi sowohl in Worten als auch in Taten und bleiben so wach für unseren Herrn.

Gebet: Erhöre uns, Gott, unser Heiland, und gib, dass wir in deinem Licht leben und die Wahrheit tun; denn als Kinder des Lichtes sind wir aus dir geboren. Mache uns zu deinen Zeugen unter den Menschen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 12,39–48



23.10.2018

Der Schlussstein ist Christus Jesus selbst (Eph 2,20-22)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 29. Woche in dem Lesejahr II

Mir sind diese Worte von Paulus in der heutigen Lesung aufgefallen (Eph 2,20-22). Er beschreibt die damaligen Gläubigen als einen Bau, der aus vielen fremden Teilen – Juden und Heiden – aufgebaut ist und der ohne Jesus Christus keinen Zusammenhalt finden kann. Jesus vereinigte die beiden Teile und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder. Er stiftete Frieden. An diesem Bau ist Jesus deswegen der Schlussstein. Ein Schlussstein ist der Stein, der alle anderen Teile eines Gewölbes oder eines Bogens zusammenhält. Ohne diesen wichtigsten Stein gäbe es kein Gewölbe oder Bogen. Jesus ist der Zusammenhalt der Kirche. Denn ohne ihn gäbe es weder den Glauben noch die Kirche. Durch ihn sind Menschen von unterschiedlichen und fremden Kulturen, Nationen, Farben, Neigungen, usw. vereinigt. In Christus sind sie eins. Das bedeutet, wenn wir Jesus aus den Augen verlieren, verstehen wir nicht mehr, warum wir eins sein sollen. Denn es gibt keinen anderen Grund einander anzunehmen, als dass wir verstehen, dass wir schwache und elende Menschen sind, die ohne Jesus keine Hoffnung und kein Heil hätten.

Auch in unserem Leben ist Jesus der Schlussstein. Denn im Leben gibt es auf vielerlei Weise auch eine trennende Wand der Feindschaft, die das Leben sinnlos machen könnte, wenn es keinen Vereinigungspunkt gäbe. Solch eine trennende Wand der Feindschaft kann sich auch zwischen unserer Vergangenheit und unserer Zukunft befinden, so dass wir keinen Zusammenhang zwischen den beiden Phasen unseres Lebens finden können. Es könnte sein, dass wir keine Beziehung zwischen den verschiedenen Aufgaben unseres Lebens, zwischen der Arbeit und des Familienlebens, usw. finden. Vielleicht ist alles im Leben so getrennt, dass wir keinen Sinn mehr darin finden können. Jesus ist der Schlussstein, der allen getrennten Phasen, Situationen, Neigungen, usw. den nötigen Sinn schenkt. Ohne ihn bleibt alles wirr und durcheinander, egal wie sehr wir uns bemühen, alles zusammenzubringen. Er schenkt den Sinn des Lebens.

Gebet: Herr, neige dein Ohr und vernimm das Morgengebet deiner Gläubigen. Erhelle und heile, was in der Tiefe unseres Herzens krank ist, damit kein Begehren uns in seinem Bann gefangen hält, die wir erleuchtet wurden durch das Licht der himmlischen Gnade. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 12,35–38



22.10.2018

Aus der Gnade durch den Glauben, nicht aus eigener Kraft (Eph 2,8-9)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 29. Woche im Jahreskreis in dem Lesejahr II

Es gelingt nicht aus eigener Kraft, Gott zu gefallen, ein seliges Leben führen oder für das Reich Gottes leben zu können. Die Gnade Gottes bewirkt den Glauben an Jesus Christus. Oft fühlen sind wir frustriert, wenn wir trotz unseres Bemühens, ein seliges Leben führen zu wollen, gefallen sind. Für die Menschen ist das unmöglich, aber für Gott ist alles möglich, so reagierte Jesus auf die Sorge seiner Jünger, wenn sie einander gefragt haben: „Wer kann dann noch gerettet werden?“ Die Geschichte unseres Bemühens bleibt eine Geschichte der Schwachheit und Frustration, außer wenn wir in der Verbindung mit der Gnade Gottes stehen.

In der ersten Lesung liefert uns Paulus ein Verfahren zum Leben für das Reich Gottes. Das Verfahren nenne ich „GGKL“ (Glaube => Gnade => Kraft => Liebe). GGKL-Lebensverfahren bedeutet, dass wir durch den Glauben an Jesus Christus in das Leben der Gnade eintreten. Die Gnade Gottes selbst verleiht uns die Kraft, mit der wir die Werke der Liebe tun können. Paulus wußte was es heißt, frustriert zu sein, wenn man versucht, aus eigener Kraft für Gott zu leben oder die Sünde zu überwinden. Er hat einmal seine Frustration klagend ausgedrückt: „Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will. Denn in meinem Innern freue ich mich am Gesetz Gottes, ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern herrscht. Ich elender Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten?“ (Röm 7,21-24). Diese Worte von Paulus entsprechen der Geschichte jedes Menschen, die aus eigener Kraft Gott gefallen versucht.

Aber Paulus hat auch betont: „Wenn der Geist Gottes in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt“ (Röm 8,11). Es ist also nicht aus eigener Kraft, dass wir für Gott leben können, sondern aus der Kraft des Heiligen Geistes, die Gnade Gottes, die wir durch den Glauben empfangen. Der Heilige Johannes Paul II., dessen Gedenktag wir heute feiern, ist ein Mann, der das Leben der Gnade geführt hat. Darum hat Emeritierter Papst Benedikt XVI. ihn mit diesen Worten beschrieben: „Welch ein großes Geschenk der Gnade war das Leben dieses großen Papstes für die ganze Kirche! Sein Zeugnis erleuchtet weiterhin unser Leben und bleibt für uns ein Ansporn, wahrer jünger Christi zu sein.“ Wie schön wäre es, wenn wir heute versuchen, wie er das Leben der Gnade zu führen!

Gebet: Herr, unser Gott, komm unserem Beten und Arbeiten mit deiner Gnade zuvor und begleite es, damit alles, was wir beginnen, bei dir seinen Anfang nehme und durch dich vollendet werde. Amen

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 12,13–21



21.10.2018

Es geht nicht darum, Plätze zu besitzen, sondern darum, dem Plan Gottes zu dienen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 29. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls möchten wir Sie auf die Predigt zum 29. Sonntag verweisen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 10,35-45



20.10.2018

Es geht nicht darum, Plätze zu besitzen, sondern darum, dem Plan Gottes zu dienen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Samstag in der 28 Woche

Als Impuls möchten wir Sie auf die Predigt zum morgigen Sonntag verweisen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 10,35-45



19.10.2018

Fürchtet euch nicht!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 28. Woche im Lesejahr II

Furcht ist eins der Dinge, die das Leben unangenehm und schwer machen kann. Aber was genau versteht man unter dem Begriff „Furcht“? „Furcht ist das Gefühl, das man vor bevorstehendem Schmerz oder drohender Gefahr empfindet,“ so „Langenscheidt Großwörterbuch: Deutsch als Fremdsprache“. Furcht ist der Angst ähnlich, indem beide Gefühle mit Anspannung, erhöhtem Erregungszustand, Erwartung einer Gefahr oder unangenehmen Situation, Unwohlsein und innerer Unruhe zu tun haben. Aber meiner Meinung nach wird Furcht nur durch zwei Bedingungen ausgelöst: erstens, wenn man die betroffene Situation oder Sache als drohend und gefährlich einschätzt; zweitens, wenn man sich vor der Situation oder Sache ungeschützt fühlt. Deswegen kommt es darauf an, ob ich etwas als gefährlich oder bedrohlich betrachte und ob ich mich vor diesem ungeschützt fühle. Wenn eine dieser Bedingungen fehlt, kann man keine Furcht haben.

Jesus sagt uns heute: „Fürchtet euch nicht!“ Im Leben erfahren wir oft Anspannungen, Erregungszustände, weil wir uns vor vielen gefährlichen Situationen oft ungeschützt fühlen. Deswegen bestimmt oft Furcht und Angst unser Leben. Aber, wer Gott hat, wer an ihn wirklich glaubt, fürchtet sich nicht. Selbst wenn eine Situation oder Sache bedrohlich und gefährlich ist, ist das Kind Gottes niemals ungeschützt. Wir haben einen Vater, der allmächtig ist, der uns so sehr schätzt, dass er seinen geliebten eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns hingegeben hat. Er sagt uns heute: "Fürchtet euch nicht! Habt keine Angst!"

Wir sind Gottes Eigentum, wir, die wir durch Christus als Erben vorherbestimmt und nach dem Plan dessen eingesetzt sind, der alles so verwirklicht, wie er es in seinem Willen beschließt. (vgl. Eph 1,11-14) Vor wem oder wovor sollten wir uns dann fürchten? Wenn Gott mit uns ist, wird nichts wirklich gefährlich oder bedrohend. Nur das, was uns von der Liebe Gottes scheiden kann, ist eigentlich gefährlich. Aber wenn es geschrieben ist, dass nichts uns von der Liebe Christi scheiden kann, brauchen wir keine Furcht zu haben. (vgl. Röm 8,31-39) Wir müssen nur an ihn glauben und unser Recht als Erbe Gottes verstehen, und das in allen Situationen betonen.

Gebet: Herr und Gott, schenk uns den Reichtum deiner Gnade und lenke unsere Schritte auf den Weg deiner Gebote, damit wir schon in diesem Leben Trost und Frieden finden und alle Furcht und Angst überwinden. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 12,1–7



18.10.2018

Liebe zu dieser Welt oder Liebe zu Gott?


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 28. Woche im Lesejahr II

„Mein Sohn! Démas hat mich aus Liebe zu dieser Welt verlassen und ist nach Thessalónich gegangen; Krészenz ging nach Galátien, Titus nach Dalmátien. Nur Lukas ist noch bei mir.“ So berichtet Paulus in der heutigen Lesung. Wir können nur einander geduldig dienen, wenn wir aus der Liebe zu Gott leben. Im Evangelium sagt Jesus seinen Jüngern: „Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe!“ Er meinte, dass seine Jünger nicht an weltlichem Reichtum hängen sollten. Denn in der Zeit Jesu waren diese Dinge – Geldbeutel, Vorratstasche und extra Schuhe – Zeichen weltlichen Reichtums. Hängt man am Reichtum dieser Welt, kann man die Liebe zu Gott nicht wirklich entwickeln und die Botschaft Gottes nicht liebevoll verkünden. Aus Liebe zu dieser Welt verlassen wir zuerst Gott - und dann verlassen wir auch einander. Denn ohne Liebe zu Gott können wir den anderen nicht dienen.

Lukas ist bei Paulus geblieben, als alle anderen ihn aus Liebe zu dieser Welt verlassen haben. Paulus hat diesen Brief als Gefangener in Rom an Timótheus geschrieben (vgl. 2. Tim 1,16-17) und bald sollte sich sein Schicksal erfüllen (vgl. 2. Tim 4,6). Also, nur aus Liebe zu Gott kann man einem Gefangenen dienen, der schon zum Tode verurteilt ist. Denn Gott ist Liebe. Es befähigt uns, einander wirklich zu lieben und füreinander zu leben, wenn wir in der Liebe Gottes verankert sind. Es gibt einen Sinn im Dienst, den man nur aus Liebe zu Gott gewinnen kann – Dienst an den anderen, nicht um des eigenen Vorteils willen, sondern zugunsten des anderen. Solcher Sinn des Dienstes bringt tiefe Freude und inneren Frieden, die wir niemals durch den weltlichen Reichtum erlangen können.

Wir leben in einer Welt, in der viele reich sind, aber sehr viele in Not bleiben; eine Welt, in der viele Friedensgespräche stattfinden, aber mit so vielen Kriegswaffen wird gehandelt, eine Welt mit so viel Reichtum, aber mit wenig Liebe, eine Welt mit so vielen Experten, um viele Positionen zu besetzen, aber die größte Herausforderung für die Menschheit wird missachtet, eine Welt mit mehr Wissen, aber mit unfairem und schlechtem Urteilsvermögen, eine Welt, in der die Starken gelernt haben, aufzusteigen, indem sie die Schwachen zerstören. In einer solchen Welt fehlt uns das Wichtigste – die Liebe zu Gott. Nur Liebe zu Gott kann die Situation in unserer Welt wieder in Ordnung bringen. Heiliger Lukas, lehre uns heute, unsere Prioritäten richtig zu setzen: aus Liebe zu Gott füreinander zu leben.

Gebet: Herr, unser Gott, du hast den Evangelisten Lukas auserwählt, in Wort und Schrift das Geheimnis deiner Liebe zu den Armen zu verkünden. Gib, dass alle, die sich Christen nennen, ein Herz für die anderen haben. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 10,1–9



17.10.2018

Mittwoch in der 28. Woche im Lesejahr II


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen (Lk 11,42-46)

Reduzierung funktioniert gut in manchen Bereichen des Lebens, ist aber keine gute Wahl in manchen anderen. Reduzierung ist eine Art von Verkleinerung, mit der man die Menge oder Zahl etwas kleiner macht. Sie funktioniert gut nur dann, wenn man dadurch das Wichtige vom Unwichtigen unterscheidet. Aber wenn man durch Reduzierung einen Teil des Wichtigen ablehnt oder unterlässt und einen anderen Teil annimmt, wird daraus eine absichtliche Lüge. Das hilft niemandem! Im heutigen Evangelium verurteilt Jesus solches Verhalten: „Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen“ (Lk 11,42).

Es ist nicht hilfreich, einen Teil der Wahrheit des Wortes Gottes annehmen zu wollen und einen anderen absichtlich wegzulassen. Das tun wir aber oft - wie die Pharisäer. Wir wählen oft aus, welchen Teil der Bibel wir gern lesen oder hören wollen, und denken, dass ein anderer Teil nicht relevant ist. Einen Teil der Wahrheit anzunehmen und einen anderen Teil bewusst abzulehnen ist aber auch teilweise eine Lüge. Reduzierung, so begangen, verursacht viele Streitigkeiten im Zusammenleben der Menschen. Wenn wir nur einen Teil der Wahrheit über Gott und unsere Erlösung, über die anderen, über unsere Politiker, über wissenschaftliche Entdeckungen, über unser Leben, usw. hervorheben und mit Bedacht den anderen Teil unterlassen, verleugnen wir eine Sicht der Wahrheit, und verhindern dadurch auch einen Weg zum Fortschritt und zum Frieden.

Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen: sowohl die äußerliche Darstellung des Glaubens als auch die innerliche Wandlung durch den Heiligen Geist. Jesus meint, dass äußerliche Leistungen ohne Gerechtigkeit und Liebe zu Gott nichts nützen. Es nützt nichts, wenn wir nur einen Teil der Wahrheit einer Situation wahrnehmen oder anerkennen wollen. Denn die Wahrheit ist das, was sie ist, nur im Ganzen.

Gebet: Herr Jesus, es ist nicht einfach, die ganze Wahrheit über uns, über die anderen, über unsere Welt und über alle Situationen des Lebens wahrzunehmen und anzuerkennen. Aber du bist die Wahrheit. In dir erkennen wir uns wirklich. Hilf uns, aus Gerechtigkeit und Liebe zu dir, alles anzunehmen, was zur Erfüllung des Ziels unseres Lebens wichtig ist. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 11,42–46



16.10.2018

Den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist (Gal 5,6)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 28. Woche in dem Lesejahr II

Einige christliche Konfessionen werfen der Katholischen Kirche vor, die Erlösung durch Glauben und Werke zu lehren. Sie sind der Ansicht, dass die Erlösung nur durch den Glauben kommt. Wenn Paulus uns aber in der heutigen Lesung sagt: „In Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.“ meint er nicht, dass die Werke der Liebe keine Rolle spielen, sondern, dass es keinen Glauben gibt, der keine Werke der Liebe hervorbringt. Auch im Evangelium meint Jesus nicht, dass die äußere Sauberkeit der Pharisäer schlecht war, sondern, dass sie auch das Innere sauber halten sollten: denn er fragt: „Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?“ (Lk 11,37-41).

Der Glaube ist zwar die Voraussetzung der Teilhabe an der Erlösung, die Jesus uns geschenkt hat. Aber der Glaube soll nicht tot sein. Er soll in der Liebe wirksam sein. Das bedeutet, dass der Glaube an Christus die Früchte der Liebe bringen soll. Oder glaubt man wirklich an Jesus, wenn keine Früchte der Liebe daraus hervorgehen?  Glaube bedeutet natürlich viel mehr als etwas nur Äußerliches, aber, wenn man durch den Glauben das ‚Ja‘ zur Wandlung des eigenen Herzens gesagt hat, fließt aus einer solchen inneren Wandlung viel Gutes, das auch äußerlich zu sehen ist. Erlösung ist nicht die Frucht des eigenen Werkes, sondern ein Geschenk Gottes durch Jesus an alle, die an Christus glauben. Aber der Beweis unseres Glaubens sind die Spuren der Liebe, die auch die äußerliche Welt berühren.

Deswegen sagt uns der Heilige Jakobus: „Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung sind und ohne das tägliche Brot, und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch! Ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt das? So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat. Aber es könnte einer sagen: Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen, zeige mir deinen Glauben ohne die Werke und ich zeige dir aus meinen Werken den Glauben.“ (Jak 2,15-18) Es gibt keinen wahren Glauben, der keine Werke vorzuweisen hat, obwohl der Glaube der Ausgangspunkt ist.

Gebet: Heiliger Gott, du hast deine Gemeinde zur Heiligkeit berufen. Du befähigst uns schon in dieser Welt zu einem neuen Leben. Vergib uns, wenn wir dennoch immer wieder versagen. Sende uns deinen Geist und lass uns erfahren, dass du die Herzen der Menschen verwandelst. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 11,37–41



15.10.2018

Gott allein genügt!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 15. Oktober Gedenktag der heiligen Teresia von Avila

„Nichts soll dich verwirren, nichts dich erschrecken. Alles geht vorbei, Gott allein bleibt derselbe. Die Geduld erreicht alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts: Gott allein genügt.“ (Teresa von Jesus) In diesen Worten der Heiligen Teresa von Jesus besteht eine große Weisheit: Gott allein genügt. Wenn wir wüssten, was das bedeutet, dass Gott allein genügt, würden wir versuchen, Gott festzuhalten. In  unserem Leben ist nur eins wichtig, dass wir den Zweck des Lebens erfüllen. Aber wer kennt diesen Zweck? Nur der Schöpfer kennt wirklich den Zweck jedes Geschöpfes und wie diesen Zweck erfüllt werden kann. Nur Gott kennt den Zweck unseres Lebens. Ohne ihn wird alles bedeutungslos, was wir besitzen. Ohne ihn als das Fundament unseres Lebens ist all unser Bemühen zwecklos. Verwirrung und Erschrecken gehören zum zwecklosen Bemühen.

Ich vergleiche unser Leben mit der Geschichte von einem Kind, das die Aufgabe hatte, eine in Stücke gerissene Karte zusammenzufügen. Zum Glück entdeckte das Kind, dass auf der anderen Seite der Karte ein Bild von Jesus steht. Weil es das Bild von Jesus gut kannte, fixierte es einfach das Bild von Jesus. Dann wurde die Karte automatisch zusammengefügt. In demselben Sinne finden wir den Zusammenhang unseres Lebens, wenn wir Gott den zentralen Platz im Leben geben. Unsere Welt ist heute wie eine in Stücke gerissene Karte. Vielleicht ist auch mein Leben wie eine in Stücke gerissene Karte! Wir können die Situation fixieren, indem wir den Platz Gottes wiederherstellen. Das lernen wir heute von der Heiligen Teresa von Avila. Auf ihre Fürsprache bitten wir.

Gebet: Herr unser Gott, deine Herrlichkeit überragt die Himmel. Wer gleicht dir, Herrn unserem Gott, du der in der Höhe thronst und in die Tiefe hinabschaust? Gewähre uns die wahre Erkenntnis, dass, wenn wir dich haben, uns nichts fehlt. Sei gelobt in Ewigkeit. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages:



14.10.2018



Impuls von Pater Ezekiel Oko für 28. Sonntag im Jahreskreis

Der Impuls von Pater Ezekiel ist heute die Predigt zum 28. Sonntag im Jahreskreis.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 10,17-30



13.10.2018



Impuls von Pater Ezekiel Oko für

Der Impuls von Pater Ezekiel ist heute die Predigt zum 28. Sonntag im Jahreskreis.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 10,17-30



12.10.2018

Sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel (Lk. 11,14-26)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 27. Woche im LesejahrII

Nachdem Jesus einen Dämon ausgetrieben und den Mund eines Stummen freigemacht hat, staunten alle Leute. Aber einige von ihnen ließen sich nicht von Jesus überzeugen. Sie forderten von ihm noch ein Zeichen. Wenn Jesus, trotz aller Wunder, die er gewirkt hat, nicht alle Leute überzeugt, brauchen auch wir nicht alle Leute zu überzeugen. Es lässt sich aber fragen, ob ich von Jesus überzeugt bin. Viele Leute verlassen das Christentum, vielleicht weil sie die von ihm erwarteten Zeichen nicht sehen können. Aber diejenigen, die von Jesus kein Zeichen mehr erwarten, außer seiner sich hingebenden Liebe, sind immer noch von Jesus überzeugt. Sie glauben an Jesus, ohne dass sie von ihm ein Zeichen fordern.

Es gibt kein größeres Zeichen, das Jesus uns geben könnte, als dass er aus Liebe für uns sein Leben hingegeben hat. In seiner Hingabe besteht das größte Zeichen, das jeden Menschen mit einem offenen Herzen überzeugen kann. Alle anderen Dinge, die wir von ihm erwarten, sind nebensächlich, ob ein Zeichen, ein Wunder oder sonst irgendwas. Wenn wir solche Erwartungen haben, die von ihm nicht erfüllt werden, wird seine Liebe für uns oder seine Macht über alle Situationen dadurch nicht gemindert. Denn niemals können seine Liebe und seine Macht verkleinert werden. Durch den Glauben, nicht durch Zeichen, empfangen wir die notwendigen Segnungen, die die Liebe Jesu uns gebracht hat, und dadurch vertiefen wir in uns seine Liebe. Er ist Gott und allmächtig, selbst wenn das Leben anders verläuft als ich erwarte. Mit glaubenden Augen kann ich immer seine Liebe sehen, auch in einer schlechten Phase. 

Gebet: Herr, unser Gott, groß sind deine Werke und kostbar sind alle, die sich an ihnen freuen. Du waltest in Hoheit und Pracht, und deine Gerechtigkeit hat Bestand für immer, selbst wenn wir sie nicht immer verstehen können. Du bist barmherzig und gnädig. Sei uns gnädig, wenn es uns am nötigen Glauben fehlt und lass uns immer an deine Liebe denken. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 11,14–26



11.10.2018

Das Gesetz befolgen oder die Botschaft des Glaubens annehmen? (Gal. 3,1-5)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 27. Woche im Lesejahr II

In meiner letzten Sonntagspredigt habe ich darüber nachgedacht, dass uns der Wille Gottes anders oder sogar mehr als das Gesetz beauftragen kann. Unser Glaube an Christus fordert uns auf, eine extra Meile zu gehen. Es reicht nicht aus, nur das Gesetz zu befolgen. Jeder kann das Gesetz befolgen, egal, ob er ein Christ ist oder nicht. Aber nur diejenigen, die die Botschaft des Glaubens ernsthaft angenommen haben, können in ihrem Umgang mit anderen über das Gesetz hinaus gehen. Was bedeutet, eine extra Meile gehen oder über das Gesetz hinaus gehen? Das bedeutet, aus der Nächstenliebe heraus mehr tun, als vom Gesetz gefordert ist. Nur diejenigen, die von einer solchen Liebe bewegt werden, können beispielsweise um Mitternacht wegen der Zudringlichkeit eines Freundes, der sich in einer schwierigen Situation befindet, aufstehen und ihm das geben, was er erbittet, so Jesus im heutigen Evangelium (vgl. Lk. 11,5-13). Die Frage, die uns der Hl. Paulus in der heutigen Lesung stellt, ist daher wichtig: Was bewegt uns? Das Gesetz oder die Botschaft des Glaubens?

Ich frage mich oft, woran erkennt man unseren Glauben, wenn wir einen anderen anklagen, ihn vielleicht sogar vor das Gericht bringen, ohne dass wir die Situation zuerst aus Liebe zu lösen versuchen? Wenn wir nur unser Recht suchen, egal, was dabei mit den anderen passiert? Wenn wir nur unser Interesse hervorheben, selbst wenn das katastrophal für den anderen ist? Wir haben den Heiligen Geist empfangen, damit wir nicht nur das Gesetz befolgen, sondern uns auch in den Beziehungen zueinander eine extra Meile der Liebe einbringen können.

Gebet: Gepriesen seist du, Herr, unser Gott, denn du hast uns einen starken Retter erweckt im Hause deines Knechtes David. Erleuchte uns mit dem Licht deiner Herrlichkeit, damit wir die Botschaft unseres Glaubens an ihn ernsthaft annehmen und eine extra Meile der Liebe gehen können. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 11,5–13



10.10.2018

Beten, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat: Was das heißt (Lk. 11,1-4)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 27. Woche im Lesejahr II

Dass man ein Nachfolger Jesu, ein Christ, ist, bedeutet noch nicht, dass man weiß, was es heißt, in der richtigen Weise zu beten. Man muss zuerst von Jesus lernen, wie man gut oder richtig betet. Das haben die Jünger Jesu gemacht. Aus ihrer Bitte, dass Jesus sie lehren möge, zu beten, stammt das Gebet des Herrn, das wir im heutigen Evangelium lesen dürfen, das Gebet, das wir jeden Tag beten (Lk. 11,1-4). Das Gebet ist aber mehr als nur Worte, die man sprechen soll. Es ist ein Leitbild, das uns alles zeigt, was man im Gebet tun soll: auf der Suche nach dem Willen Gottes sein. Auf dieser Suche finden wir heraus, was wir falsch gemacht haben und wo wir einen neuen Anfang benötigen. Sie entlastet uns von der Langweiligkeit des Alltags und enthüllt Überraschungen, die Gott uns schenkt, die neue Wege in unserem Leben ans Licht bringen.

Die Suche nach dem Willen Gottes endet aber nicht mit dem Gebet. Das soll auch in jeder Situation unseres Lebens geschehen. Da unser Gebet und das praktische Leben ineinandergreifen sollen, soll diese Haltung auch unser praktisches Leben umgreifen. Wenn jeder von uns auf dieser Suche nach Gottes Willen sowohl im Gebet als auch im Alltag wäre, wäre unser Leben nicht so kompliziert, und wir könnten einander besser verstehen und annehmen. Denn alle, die dem Willen Gottes Priorität gegeben haben, sind auch im Einklang miteinander im praktischen Leben.

Aber, weil wir oft an unserem Willen festhalten oder den Menschen gefallen möchten,  versuchen wir entweder alles (auch Gott) nach unserem Willen zu manipulieren oder wir begehen Heuchelei. In der heutigen Lesung wurde Petrus der Heuchelei beschuldigt. Weil er den beschnittenen Juden gefallen wollte, zog er sich von den Heiden zurück und trennte sich von ihnen (vgl. Gal. 2,7-14); das aber war gegen den Willen Gottes. Auf der Suche sein nach dem Willen Gottes, im Gebet und im Alltag: das will uns Jesus heute lehren.

Gebet: Allmächtiger Gott, deine Weisheit hat uns erschaffen, und deine Vorsehung leitet uns. Lass dein heiliges Licht in unseren Herzen leuchten, damit wir in allem, was wir heute sinnen und tun, deinen Willen suchen und dir in Treue dienen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 11,1–4



09.10.2018

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu (Lk. 10,39)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 27. Woche in dem Lesejahr II

Viel zu viele Dinge erregen unsere Aufmerksamkeit, aber nur wenige von ihnen sind unserer Aufmerksamkeit eigentlich würdig. Die Dinge zu erkennen, die unserer Aufmerksamkeit würdig sind, und unsere Prioritäten gemäß dieser Erkenntnis zu setzen, sind entscheidende Zeichen der wahren Weisheit. Denn es ist nicht einfach, diesen Unterschied herauszufinden. Heute hören wir im Evangelium die Geschichte von Marta und ihrer Schwester Maria. Als Jesus zu Besuch bei den beiden war, war Marta ganz davon in Anspruch genommen, für Jesus zu sorgen, während Maria sich dem Herrn zu Füßen setzte und seinen Worten zuhörte (vgl. Lk. 10,38-42). Beides, für Jesus zu sorgen und ihm zuhören, ist wichtig, aber das eine kommt vor dem anderen, und zwar ihm zuhören.

Es hilft uns nicht, wenn wir uns viele Sorgen machen und uns mühen, ohne dass wir uns zuerst jeden Morgen zu den Füßen Jesu gesetzt und seinen Worten zugehört haben. Das würde bedeuten, das 'Pferd vom Schwanz' her aufzuzäumen. Wie Marta würden wir uns schnell überfordert fühlen, wenn wir es so wie sie machten. Alles würde durcheinandergehen, wenn das geschehen würde. Jesus sagt uns heute: „Nur eines ist notwendig“: dass wir uns jeden Tag zu Füßen Jesu setzen und seinen Worten zuhören, bevor wir an unsere tägliche Arbeit gehen. Es lohnt sich, wenn wir uns zuerst von Gott beraten lassen. Wir verlieren niemals Zeit, wenn wir sie mit Gott im Gebet verbringen. Denn daraus strömt nicht nur die Einsicht, sondern auch die Kraft, auf dem richtigen Weg weitermachen zu können.

Gebet: Herr, unser Gott, von fern erkennst du unsere Gedanken. Mit all unseren Wegen bist du vertraut. Auch unsere Zukunft ist dir niemals verborgen. Zeige uns heute den richtigen Weg, so dass wir deinen Plänen für uns keinen Widerstand leisten. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 10,38–42



08.10.2018

Geht es mir um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott? (Gal. 1,10)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 27. Woche im Jahreskreis in dem Lesejahr II

In der heutigen ersten Lesung stellt uns Paulus eine wichtige Frage: Von wem erwarte ich Zustimmung? Von wem ist sie mir am wichtigsten? Von Menschen oder von Gott? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Auf verschiedene Weise brauchen wir im Leben die Zustimmung von Menschen. Dass manche Bereiche unseres Lebens oder Lebensprojekte oder Lebensaufträge die Zustimmung unserer Mitmenschen benötigen, lässt sich nicht bestreiten. Ein Job-Bewerber benötigt beispielsweise die Zustimmung des Arbeitgebers, um den beantragten Arbeitsplatz zu sichern. Mann und Frau brauchen einander das Ja-Wort, um ein Ehepaar zu werden. Ebenso braucht es einwilligende Helfer, um eine benötigte Hilfe zu erhalten. Das bedeutet aber nicht, dass, ohne eine solche Zustimmung von Menschen, unser Leben scheitern würde.

Wenn die Menschen die von uns benötigte Zustimmung verweigern, bedeutet das noch nicht, dass wir solcher Zustimmung unwürdig sind. Denn oft stimmen die Menschen nur dem zu, was ihrem eigenen Interesse entspricht. Und, weil sich solche Interessen mit der Zeit ändern, ist es nicht einfach, den Menschen immer zu gefallen. Es ist dann sinnlos, zu versuchen, den Menschen zu gefallen. Wir müssen auf jeden Fall die anderen respektieren und schätzen. Aber wir sollen unsere Hoffnung nicht allein auf die Zustimmung von Menschen setzen. Ansonsten werden wir enttäuscht.

Nur Gottes Genehmigung, sein Ja, brauchen wir unbedingt im Leben. Denn ohne das wird alles scheitern, selbst wenn wir die Zustimmung aller Menschen haben. Wenn er uns oder unseren Plan bejaht, bewegt er auch die Menschen, deren Hilfe oder Beitrag dazu zählt. Im heutigen Evangelium erzählt uns Jesus, wie ein Mann, dem ein Priester und ein Levit die benötigte Hilfe verweigert haben, von einem Mann aus Samarien die Hilfe bekommt (vgl. Lk. 10,25-37). Außer Gott gibt es niemanden, ohne den wir im Leben nicht weitergehen können. Das bedeutet auch, dass wir uns den anderen gegenüber nicht so verhalten sollen, als ob sie ohne uns keinen Erfolg im Leben haben können. Denn die Wahrheit ist, dass sie im Leben auch ohne unser Einverständnis erfolgreich sein können, solange Gott ihnen zustimmt. Was zählt, ist Gottes Zustimmung! Suchen wir sie und erbitten wir sie für heute.

Gebet: O Herr, die Werke deiner Hände sind gerecht und beständig. Du bestimmst deinen Bund für ewige Zeiten und deine Pläne für uns werden niemals scheitern. Dafür preisen und rühmen wir dich heute und alle Tage unseres Lebens. Amen

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 10,25–37



07.10.2018

Über die Ehe und Ehescheidung und die Segnung der Kinder


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 27. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls für heute betrachten Sie bitte die Predigt vom heutigen Tag.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 10,2-16



06.10.2018

Worüber freuen wir uns?


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Samstag der 26. Woche im Lesejahr II

Nachdem die Zweiundsiebzig zurückgekehrt und voll Freude über den Erfolg ihrer Botschaft berichtet haben, sagte Jesus ihnen, „freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.“ (Lk. 10,20) Es ist eine gute Sache, im Leben Freude zu finden. Die Frage ist aber, was bereitet uns Freude? Woran erfreuen wir uns? Die Zweiundsiebzig hatten sich über ihre Macht gegen Satan und Dämonen gefreut. Aber solche Dinge haben keinen Bestand. Sie sind nicht unbedingt da. Wenn der Ursprung unserer Freude Dinge sind, die keinen Bestand haben, dann hat auch unsere Freude keinen Bestand. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns nach beständiger Freude sehnen. Die Erfahrung Ijobs in der ersten Lesung, lehrt uns, dass selbst schmerzvolle Erfahrungen zu beständiger Freude führen können, wenn sie dem Willen Gottes entsprechen. Jede Erfahrung, die mit dem Willen Gottes in unserem Leben übereinstimmt, ist ein Ursprung der wahren Freude, ob sie schmerzvoll oder angenehm ist. Denn durch sie werden unsere Namen im Himmel verzeichnet.

Das bedeutet aber nicht, dass Freude an vergänglichen Dingen in sich schlecht ist. Sie ist nur schlecht, wenn sie zum einen dem Willen Gottes widerspricht. Zum anderen ist es nicht gut, Freude an vergänglichen Dingen zum Ziel statt zum Mittel zu machen. Der Sinn jedes Ding bezieht sich nicht auf sich selbst, sondern auf Gott, der es für einen bestimmten Zweck erschaffen hat. Auch wenn wir vergängliche Dinge besitzen, soll unsere Freude nicht auf sie verhaftet sein. Nur als Mittel zum Zweck sind solche Dinge erschaffen. Und wir sind für Gott geschaffen. Die große und beständige Freude ist es, dass wir für ihn leben. Er ist den Zweck unseres Lebens. Übereinstimmung unseres Lebens mit seinem Willen ist der größte Grund für Freude.

Gebet: Herr, unser Gott, die Erklärung deiner Worte bringt Erleuchtung, den Unerfahrenen schenkt sie Einsicht. Gib mir Einsicht, damit ich verstehe, was du gebietest und dadurch wahre Freude empfange. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 10,17-24



05.10.2018

Du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter (Psalm 139,13)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 26. Woche im Lesejahr II

In diesem Psalm findet man einen Zusammenhang der heutigen Lesungen: meine Existenz ist nicht unabhängig von Gott und seiner Pläne. Es ist denn Unsinn zu denken, dass ich ohne Gott ein bedeutungsvolles Leben führen kann. Ganz stark ist Jesu Urteil gegen solche Dummheit. Jesus meint, dass alle, die die Wunder Gottes ignorieren, die in unserem Leben jeden Tag geschehen, verpassen auch die Seligkeit, die mit solchen Wundern kommen. Das lesen wir im heutigen Evangelium (vgl. Lk. 10,13-16).

Es ist aber Schade, dass wir oft Gott als einen Zusatz nehmen, den man ignorieren darf. Manche von uns denken, es macht nichts, wenn wir unser Leben nach eigenen Vorstellungen planen. Doch gibt es in unserer Welt und unserem Leben Geheimnisse, die wir gar nicht verstehen können, ohne dass wir unser Blick auf Gott glaubend richten. Das hat Ijob in der ersten Lesung gemerkt und hat Gott beantwortet: „Siehe, ich bin zu gering. Was kann ich dir erwidern? Ich lege meine Hand auf meinen Mund.“ (Ijob 40,4).

Einfach gesagt, zu leben als ob es keinen Gott gibt, ist Dummheit. Denn alles, was wir wahrnehmen oder erfahren sagt uns etwas über Gott. Gott hat uns und die Welt so geheimnisvoll erschaffen, dass wir ihn in diesem Geheimnis suchen und finden können. Keine Wissenschaft kann das Geheimnis erklären. Nur mit dem Glauben an Gott können wir das erfassen. Wenn wir Gott wegschaffen, würden uns nur eine kaputtgemachte Welt oder ein zerstörtes Leben bleiben.

Gebet: Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern kennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen. Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Psalm 139,13



04.10.2018

Sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe: Hl. Franz von Assisi


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 26.Woche im Lesejahr II

Das Reich Gottes bedeutet die Herrschaft Gottes anerkennen. Wir verkünden es, indem wir unseren Mitmenschen helfen, diese Herrschaft Gottes zu erfahren. Obwohl Gott herrscht über alle Situation, kann man diese Herrschaft manchmal nicht erfahren, ohne dass jemand sie verkündet. Heute feiern wir den Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, dessen Leben ganz und gar auf Jesus Christus bezogen war. Er ist Jesus in der Armut nachgefolgt und hat dadurch den Armen das Reich Gottes verkündet. Auch wir sind gerufen, das Reich Gottes zu verkünden. In zweierlei Weise können wir diese Berufung annehmen:

  1. Unser Leben unter Gottes Herrschaft stellen. Das heisst mit allen Situationen meines Lebens glaubend umgehen, egal was passiert. Glauben, dass uns nichts von Liebe Gottes trennen kann (vgl. Röm. 8,31-39). Es macht uns mutig, wenn wir an diese Liebe glauben. Ijob war zu dies Glauben gekommen, als er in seinem Leiden die Liebe Gottes anerkannte. Er sagte: „Ich weiß: mein Erlöser lebt…“ (Ijob 19,25) Nur glaubende Augen können selbst im Leiden die Herrschaft und Gutheit Gottes sehen.
  2. Wenn wir durch unseren Dienst, den anderen zur Erfahrung von der Gutheit Gottes vermitteln. Dies geschied nicht unbedingt durch Worte. Denn auch durch gute Taten können wir unseren Mitmenschen das Reich Gottes verkünden. Im Evangelium hat Jesus seine Jünger gesandt, den Städten und Familien den Frieden zu bringen und den Kranken zu heilen.

Denken wir heute daran, wie wir in unserem Leben und unserer Umgebung das Reich Gottes verbreiten können. Dafür hat Gott uns alle gerufen. Lasst uns darum als Kanäle von Gottes Gutheit jenen dienen, denen wir heute begegnen werden.

Gebet: Herr, unser Gott, lass uns im Land der Lebenden dein Güte schauen und sei unser Helfer. Mach uns zu Kanälen, durch die unsere Mitmenschen dein Güte erfahren können. Verstoß uns nicht, verlass uns nicht, du Gott unseres Heiles. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk. 10,9



03.10.2018

Warum hört Gott mich nicht?


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 26. Woche im Lesejahr II

„Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört.“ So reklamiert Ijob in der heutigen Lesung. Seine Situation ist uns nicht unbekannt. Denn manchmal denken wir auch, dass Gott unser Gebet nicht hört. Wir fragen: „Warum hört Gott mich nicht?“ „Warum scheint ihm meine Situation egal?“ Wenn wir die ganze Geschichte von Ijob lesen, entdecken wir etwas Wichtiges - nicht nur über uns, sondern auch über Gott. Wir sehen und verstehen unsere Situation nicht ganz. Es gibt immer einen Teil unserer Situation, der uns verborgen ist, der aber Gott bekannt ist. Gott sieht, versteht und herrscht über allem. Er weiß ganz und gar den Grund dafür, warum etwas passiert und ganz genau, wie wir mit einer Situation umgehen können.

Wegen dieses Unterschieds hinsichtlich unserer Erkenntnis und der Allwissenheit Gottes, entsteht oft auch der Unterschied zwischen unserem Willen und dem Willen Gottes über eine Situation. Also, weil wir die Situation nicht ganz sehen oder verstehen, fehlt unserer Bitte die Ganzheit. Ijob hat nur die selbst erfahrenen Seiten seiner Situation gekannt. Er wusste nicht, was Gott mit all seinen Leiden machen wollte. Deswegen reklamierte er bitterlich seine Situation und dachte, dass Gott ihn im Stich gelassen hat. Auch im heutigen Evangelium lesen wir eine Reihe von Unstimmigkeiten zwischen dem, um was manche Menschen Jesus angefleht haben und dem, was Jesus ihnen als Antwort gegeben hat (vgl. Lk. 9,57-62). Das zeigt also auch, dass ein Unterschied bestehen kann zwischen dem Willen Gottes und unserem Willen. In einem solchem Fall zählt nicht unser Wille, sondern Gottes Wille. Wenn es so eine Unstimmigkeit zwischen unserem Willen und dem Willen Gottes gibt, wie sollen wir beten? Oder worum sollen wir bitten?

Am besten bitten wir um Einsicht, so dass wir überhaupt erst einmal verstehen, was der Wille Gottes in einer Situation ist. Das Gebet, das im Einklang mit dem Willen Gottes ist, kann niemals von Gott unerhört bleiben. Wenn wir die Einsicht in den Willen Gottes in einer Situation haben, sind wir ermutigt, darüber in ihrer Ganzheit mit Gott zu reden. Und aus solch einem Gespräch kommt die nötige Antwort. Damit unser Gebet nicht fruchtlos bleibt, sollen wir in dieser Weise beten.

Gebet: Herr, unser Gott, jeden Tag rufe ich zu dir, früh am Morgen tritt mein Gebet vor dich hin. Verwirf mich nicht und verbirg nicht dein Gesicht vor mir. Lass mich deinen Willen in meiner Situation erkennen und zustimmend danach handeln. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Ijob9,1-12



01.01.1970



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Bibelstelle des heutigen Tages:



02.10.2018

Das Fest der Schutzengel. Alles ist nicht materiell!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 2. Oktober Das Fest der Schutzengel

Drei Tage nachdem wir das Fest der drei Erzengel gefeiert haben, dürfen wir uns heute daran erinnern, dass es andere Engel gibt, die uns schützend zur Seite gestellt sind. Sie sind Schutzengel genannt. Sie sind anwesend und beeinflussen unsere Aktivitäten je nach ihrem Dienst. Sie sind auch eineVerbindung zwischen uns und Gott. Denn außer ihres vornehmsten Dienstes – der Lobgesang auf Gott – sind sie mit Botschaften zu den Menschen gesendet. Durch ihre Dienste bleibt uns Gott nahe.

Wir können und dürfen mit ihnen kommunizieren. Aber nicht jeder von uns will das. Denn, wenn wir der Materie verhaftet sind, scheint uns die Rede über die Engel sinnlos. Wichtig ist es doch, dass wir verstehen, dass alles nicht materiell ist. In einer zum Materialismus gerichteten Welt scheint alles materiell zu sein. Aber alles, was es auf der Erde oder in unserer Welt gibt, ist nicht materiell. Gott hat die Welt nicht nur als Materie geschaffen. Es gibt immer eine spirituelle Sicht unserer Welt, die wir niemals mit den physischen Augen sehen können. Aber Gott ermöglicht es uns, mit Menschen sowohl als physische wie auch mit spirituellen Geschöpfen zu kommunizieren. Die Engel gehören zu der „nicht-materiellen“ Sicht unserer Welt. Nur diejenige, die spirituell fähig sind, können mit ihnen kommunizieren. Wir bitten nur, dass Gott uns spirituell fähig macht, eine enge Beziehung mit unseren Schutzengeln aufzubauen.

Gebet: Herr, unser Gott, du bist für uns Zuflucht und Burg, unser Gott, dem wir vertrauen. Du lasst uns unter deinen Schwingen Zuflucht, Schild und Schutz finden. Auch durch unsere Schutzengel, vermittelst du uns diese Dienste. Mache uns fähig mit ihnen in Beziehung zu bleiben und ihre Botschaften zu hören und befolgen. Amen

Bibelstelle des heutigen Tages: Matthäus 18,10



01.01.1970



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01.10.2018

Theresia vom Kinde Jesu. Alles von Gott erwarten, wie ein Kind


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 01. Oktober Gedenktag der Heiligen Theresia vom Kinde Jesu

Eine meiner Lieblingsbibelverse ist Röm. 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind.“ Die hervorgehobenen Worte „alles zum Guten gereicht“ sind mir nicht nur spannend, sondern auch berührend und beruhigend. Sie sind meine tröstenden Worte in allen Situationen. Sie lehren mich, dass in meinem Leben, auch in der Welt, nichts passiert, ohne dass Gott das weiß. Selbst wenn etwas Böses geschieht, überstimmt das nicht die Macht Gottes. Denn durch die Macht Gottes gereicht alles, was in unserem Leben passiert, zu unserem Guten. Das bedeutet, egal was passiert, Gott hat immer mein Leben in seiner Hand. Nur die, die das verstehen oder glauben, können Gott alles anvertrauen, wie ein Kind seinen Eltern oder seinem/r Erzieher/in alles anvertraut. Das lernen wir nicht nur aus der heutigen Lesung aus der Geschichte Ijobs (Ijob 1,6-22), sondern auch aus dem Leben der Hl. Thérèse vom Kinde Jesu, deren Gedenktag wir heute feiern dürfen.

Die Heilige Thérèse vom Kinde Jesu wollte unscheinbar und im Verborgenen ihre Lebensdienste mit ganzer Hingabe tun und vertrauensvoll wie ein Kind alles von Gott erwarten. Das bedeutet aber nicht eine kindische Lebensweise, sondern eine echte großartige Lebensweise, die sich der Abhängigkeit Gottes immer mehr bewusst wird. (vgl. Magdalena Widmers Einführungsrede für die heutige Feier in Liturgie Konkret. September 2018. Jahrgang 41. Verlag Friedrich Pustet). Diese Lebensweise bezeichnet Jesus im heutigen Evangelium als ein Zeichen der Größe (Lk 9,46-50). Manchmal streiten wir um Macht und Stellung, weil wir denken, alles liege in unserer Hand. Aber das ist nicht die Wahrheit. Gott steuert und lenkt die Welt. Und alles wird in unserem Leben zum Guten gereichen, wenn wir ihm alles anvertrauen. Ich lasse ihn mein Leben steuern, egal was passiert. Ich überlasse mich ihm ganz. Denn nichts, was ihm anvertraut ist, geht zu Grunde.

Gebet: Großer Gott, du rufst Menschen in deine Nähe, die nichts von sich selbst erwarten, sondern alles von dir erhoffen. Führe uns den Weg der Demut und der Gotteskindschaft, den du der Heiligen Theresia gezeigt hast. Vollende auf ihre Fürsprache auch unser Leben in deiner Herrlichkeit und lass uns dein Antlitz schauen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk 9,46-50



30.09.2018

Der fremde Wundertäter und die Warnung vor der Verführung zum Bösen


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Impuls von Pater Ezekiel Oko für 26. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls für heute betrachten Sie bitte die Predigt vom heutigen Tag.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 9,38-48



01.01.1970



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29.09.2018

Gott kümmert sich um uns auch durch die Engel!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 29. September - Das Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael

Das biblische Wort für Engel „mal’ak“ bedeutet „Bote“. Nach Hebr. 1,14 sind die Engel Geister, die im Dienst Gottes stehen und die er denen zu Hilfe schickt, die gerettet werden sollen. Heute feiern wir den Gedenktag von dreien der Engel (Erzengel) Michael („Wer ist wie Gott“), Gabriel („Kraft Gottes“ oder „Held Gottes“) und Raphael („Gott heilt“). Im Alten Testament ist die Geschichte von den Diensten dieser drei sehr bekannt. Sie sind unter den vier (s. Ez. 1,5) oder sieben Erzengeln (vgl. Tob. 12,15), die damit befasst sind, den Zustand der Welt wahrzunehmen und Gottes Aufträge auf der Erde auszuführen, damit Gottes Gerechtigkeit zur Geltung kommt.

Gabriel ist mit den Visionen Daniels sehr verbunden (vgl. Dan. 3,28. 6,23. 8,15-27. 9,20-27. 10,9). Auch in der Kindheitsgeschichte Johannes‘ des Täufers (vgl. Lk. 1,5-25) und der von Jesus (vgl. Lk. 1,26-38) ist er hervorgehoben. Als himmlischer Bote ist Gabriel Patron der Briefboten, seit 1951 auch des Rundfunk- und Fernmeldewesens. Michael erschien als Bote Gottes für den Menschen (das Volk Gottes) in allen Kämpfen gegen den Teufel (vgl. Dan. 12,1; Jud. 9; Apk. 12,7). Er scheint für die Koordination von Schutzengeln und deren menschlichen Schutzbefohlenen zuständig zu sein, denn an ihn richten sich die über „schlechte Menschen“ gesetzten Engel. Als Anführer der Engel leitet er die himmlischen Heerscharen im Kampf gegen Satan und das Böse. An seiner Seite spielt Rafael eine entscheidende Rolle im Buch Tobit. Zur Erfüllung des erhörten Gebetes Tobits (Tob. 3,1-6) und Saras (Tob. 3,10-15) um Heilung wurde Rafael gesandt (vgl. Tob. 3,16-17). Im Christentum wird er als Engel der Heilung, himmlischer Arzt und Schutzengel, der Glück und Erfolg bringt, bezeichnet.

Alles längst Geschichte meinen wir! Vielleicht scheint sie auch nicht interessant! Doch dürfen wir die wichtigste Lehre dieser Geschichte nicht vergessen: Gott ist seinen Kindern immer nahe. Er ist uns immer nahe. Auf verschiedene Weise hat er den Menschen sein Dabeisein mitgeteilt. „Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen …; am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens.“ (Hebr. 1,1-3) Auch heute ist Gott immer bei uns. Er kümmert sich um uns, um alle unsere Anliegen und um unser Gebet. Er sendet uns die nötige Heilung und schützt uns vor dem Bösen. Dies können wir gemäß dem Willen Gottes durch den himmlischen Boten empfangen. Gott ist immer da!

Gebet: Herr, unser Gott, ich danke dir aus ganzem Herzen. Dir will ich vor den Engeln singen und spielen. Vor dir will ich mich niederwerfen und deinem Namen für deine Huld und Treue danken. Denn du hast mich erhört und meiner Seele große Kraft gegeben. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Johannes 1,51



28.09.2018

Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit (Kohelet 3,1)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 25. Wocheim Lesejahr II

Der Gedanke, dass es eine bestimmte Zeit für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt, ist meiner Meinung nach sehr tief. Man braucht sich nicht mit den philosophischen Behauptungen über die Zeit zu befassen. Trotzdem soll man sich fragen: Wer bestimmt die Zeit für jedes Geschehen unter dem Himmel? Bei dieser Frage geht es nicht einfach um eine Kalenderplanung. Dass ich meine vorgesehenen Termine in den Kalender eingetragen habe, bedeutet noch nicht, dass ich die Zeit für diese Termine bestimme. Denn es gibt viele andere Faktoren, die mit meinen Plänen übereinstimmen sollen, bevor sie erfüllt werden können. Ich kenne all diese Faktoren nicht und kann sie nicht beherrschen.

Die Zeit für ein Geschehen ist der Punkt, in dem alle Faktoren übereinstimmen, die für das Geschehen notwendig sind. Da wir nicht alle notwendigen Faktoren für die Erfüllung unserer Pläne beherrschen können, können wir auch die Zeit nicht bestimmen. Selbst wenn wir alle menschlich möglichen Voraussetzungen für die Erfüllung unserer Pläne eingesetzt haben, können wir doch noch nicht die Zeit dafür völlig bestimmen. Man braucht einen weiteren Schritt: zu wissen, dass es auch Faktoren gibt, die gar nicht in meiner Hand liegen. Ich kann z.B. bestimmen, wie ich mich dem anderen gegenüber verhalte. Aber ich habe keinen Einfluss darauf, wie er mein Verhalten versteht.

Das heutige Evangelium liefert uns ein praktisches Beispiel: Egal was Jesus tat, die Leute konnten nicht genau verstehen, wer er ist. (Lk. 9,18-22). Jesus wusste, dass es noch seiner Hingabe am Kreuz bedurfte, damit die Menschen verstehen, dass er der Sohn Gottes ist. Nur derjenige, der alle notwendigen Faktoren für ein Geschehen kennt und beherrscht, kann die Zeit dafür bestimmen. Nur Gott kann dies. Nur er kann die Zeit für jedes Geschehen in meinem Leben bestimmen. Ich brauche nur das zu erledigen, was in meiner Hand liegt. Alle anderen Faktoren soll ich Gott anvertrauen. Auch heute vertraue ich ihm alles an, was ich gar nicht bestimmen oder beherrschen kann.

Gebet: Herr, unser Gott, du bist mein Fels, der Herr meines Lebens. Du bist meine Huld und meine Burg, meine Festung, mein Retter, mein Schild, dem ich vertraue. Ohne dich gleichen mein Leben und meine Tage einem flüchtigen Schatten. Sei gelobt, o Herr, weil du dich um mich kümmerst. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk. 9,18-22



27.09.2018

Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch (Buch Kohelet 1,2)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 25. Woche im Lesejahr II

Hinter der Vergänglichkeit aller Dinge gibt es den Sinn, der alles zusammenhält, in dem die Einheit und die Bedeutung von allem zu finden ist. Das Problem ist, dass, wenn man diesen Sinn verliert, man auch die Bedeutung und den Zusammenhang aller anderen Dinge verliert. Gemäß dem König Salomo, den die Bibel als den klügsten und reichsten Menschen beschreibt, ist alles Windhauch. So eine Schlussfolgerung kann man ziehen, wenn man lebt, ohne den Sinn aller Dinge vor Augen gehabt zu haben, wenn man nur für das Vergängliche gelebt hat. Das Leben geht nicht bedeutungsvoll weiter, ohne ein „Wozu“. Aber wenn das „Wozu“ keine Beständigkeit hat, bietet es keine richtige Lösung. Denn jedes Vergängliche ist in-sich auch wie ein Windhauch.

Salomo hat für das Vergängliche gelebt: also für den Reichtum und die Frauen. Er hatte sein Bündnis mit dem Herrn, der der Hintergrund seines Königreichs war, aus den Augen verloren. Alles, was ihm verblieben ist, glich einem Windhauch. Ebenso ist es mit dem König Herodes im heutigen Evangelium. (vgl. Lk. 9,7-9) Er hatte Johannes den Täufers enthaupten lassen, um seiner Herrin Herodias zu gefallen. Jetzt kommt Jesus, der von den Leuten für Johannes gehalten wird. Muss auch er ermordet werden, um das Gefallen der Menschen zu finden? Wenn ich also nur für das Vergängliche lebe: wie z.B. um den Menschen zu gefallen, für den Reichtum, oder für die menschliche Begierde, würde ich irgendwann merken, dass mein Leben keinen Sinn hat. Das heißt, ich muss das gleiche Ding wieder tun oder ersehnen, ohne dass ich davon satt werde, ohne dass ich darin einen befriedigenden Sinn finde.

Gott ist der Sinn des Lebens. Nur in ihm können wir den Zusammenhang aller Dinge finden. In ihm ist das Gestern, Heute und Morgen als eine Einheit zusammengefasst. „Tausend Jahre“ sagt der Psalmist, „sind für ihn wie der Tag, der gestern vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht.“ (Psalm 90,4). Ohne Gott vor Augen zu haben, verlieren wir den Sinn des Lebens. Denn ohne ihn bleibt uns nur das Vergängliche.

Gebet: Herr, unser Gott, du bist der Sinn unseres Lebens, du bist der Zusammenhang der vergänglichen Welt. Lehre uns unsere Tage nach deinem Willen zu zählen, so dass wir ein weises Herz gewinnen und für das Unvergängliche leben. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk. 9,7-9



26.09.2018

Gib mir weder Armut noch Reichtum (Sprichwörter 30, 8)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 25. Woche im Lesejahr II

„Um zweierlei bitte ich dich, versag es mir nicht, bevor ich sterbe: Falschheit und Lügenwort halt fern von mir; gib mir weder Armut noch Reichtum, nähr mich mit dem Brot, dass mir nötig ist, damit ich nicht, satt geworden, dich verleugne und sage: wer ist denn der Herr?, damit ich nicht als Armer zum Dieb werde und mich am Namen meines Gottes vergreife.“ (Sprichwörter 30,7-9). Die Weisheit, nur um unser tägliches Brot zu bitten und nur danach zu streben, fehlt uns heute sehr. Wir bemühen uns um so viele Dinge, dass wir oft das vergessen, was wichtig für heute ist. Manche von uns sind so dem Gestern verhaftet, dass sie für heute nicht wirklich leben können. Manche machen sich so viel Sorgen um ihre Zukunft, dass sie nicht mehr das sehen können, was heute für sie nötig ist. Wenn wir mehr haben als wir brauchen, werden wir einfach von dem Wichtigsten abgelenkt.

Was ist das Wichtigste? Dass wir niemals in unserem Leben Gott vergessen! Denn die Kraft und die Vollmacht, die Gott uns täglich schenkt, ist wirklich das Wichtigste. Jesus rief die Zwölf zu sich „und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. … (und) das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Er sagt zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd.“ (Lk. 9,1-6) Nur die Kraft, die wir täglich von Gott empfangen, ist uns nötig. Durch diese Kraft können wir alle Situation in unserem Leben und in unserer Welt beherrschen: Dämonen austreiben, die Kranken gesund machen, und das Reich Gottes dadurch verkünden.

Ich frage mich aber, was los mit uns ist. Was passiert? Wir möchten Gott austreiben statt der Dämonen. Wir denken, die Rede über Gott sei veraltet. Wir denken, die Welt sei wissenschaftlich so fortgeschritten, dass niemand einen Gott braucht. Jeder Fortschritt ohne Gott ist doch zur Selbstvernichtung verdammt. Das erleben wir schon. Mit dem Fortschritt ohne Gott versuchen wir einander zu unterwerfen und überwältigen. Drohungen vom Krieg und Streit herrscht fast jede Ecke der Welt. Ist das eigentlich ein Fortschritt?

Gebet: Herr, unser Gott, versag uns die Weisheit niemals, dich nicht zu vergessen. Gib uns heute unser tägliches Brot, damit wir nicht, satt geworden, dich verleugnen und sagen: wer ist denn der Herr?, damit wir nicht als Armer zum Dieb werden und uns am Namen unseres Gottes vergreifen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Sprichwörter 30, 8



25.09.2018

Wohl denen, die nach der Weisung des Herrn leben (Psalm 119,1)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 25. Woche im Lesejahr II

Jedes Leben hat einen motivierenden Grund, für den es sich zu leben lohnt. Ebenso ist jede wahre menschliche Handlung niemals ohne Absicht. Die wichtigste Frage, die die heutigen Lesungen und der heutige Psalm uns stellen, ist: „Wozu leben wir?“ Anders formuliert: „Wie handeln wir?“ Diese Frage ist eine grundlegende Frage, die jeder von uns beantworten muss. Warum tue ich was ich tue? Warum lebe ich wie ich lebe? Ohne diese Frage beantwortet zu haben, hat mein Leben oder meine Handlung keinen Sinn. Es ist noch nicht ausreichend, dass ich den motivierenden Grund meines Handelns kenne. Es braucht noch einen Schritt, den ich tun muss: Es ist auch wichtig, dass ich überlege, ob der motivierende Grund meiner Handlung meines Lebens würdig ist.

Ich erinnere mich an den Hl. Augustinus: Um seinen Freunden und Freundinnen zu gefallen, ließ er sich in Unmoral fallen. Das Verlangen seiner Freunde und Freundinnen war der motivierende Grund von Augustinus‘ Handeln vor seiner Umkehr. Es könnte auch sein, dass wir handeln, nur um jemandem zu gefallen. Was sagt Jesus dazu? „Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.“ (Lk. 8,21) Für Jesus ist die Beziehung mit Gott wichtiger, als die mit der Mutter und den Geschwistern. Das heißt: während er uns alle liebt, ist der Wille seines Vaters der Hintergrund seines Handelns. „Wohl denen, die nach der Weisung des Herrn leben.“

Gebet: Herr, unser Gott, du bist würdig, alle Herrlichkeit und Ehre zu empfangen. Denn du bist es, der die Welt erschaffen hat. Durch deinen Willen war sie erschaffen. Schenke uns heute die Gnade, nach deinem Willen zu handeln, so dass wir das Ziel unseres Lebens erlangen, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk. 8,21



24.09.2018

Versag niemandem die benötige Wohltat


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 25. Woche im Lesejahr II

Die heutige Lesung beginnt mit den Worten: „Mein Sohn, versag keine Wohltat dem, der sie braucht, wenn es in deiner Hand liegt, Gutes zu tun.“ (Sprüche 3,27). Wohltaten sind nicht unbedingt große Taten. Sie können auch klein sein: Ein paar nette Worte oder sogar ein Lächeln, z.B., das man dem Anderen mit großer Liebe schenkt, kann ihm vieles Gutes tun. Jeden Tag haben wir die Gelegenheit, viele kleinen Taten aus großer Liebe zu vollbringen. Aber oft ignorieren wir solche Gelegenheiten, weil wir sie vielleicht für überflüssig halten. Etwas zum Wohl des Anderen zu tun, kann jedoch nicht überflüssig sein, weil es sein Leben erleuchtet.

Unsere Wohltaten sind wie ein Licht, das nicht nur das Leben unseres Nächstens sondern auch unser Leben erleuchtet. Sie sollen auch nicht verborgen sein. Dazu sagt Jesus im Evangelium: „Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. …“ (Lk. 8,16-18). „Alle guten Keime, die Gott in einer Seele niederlegt, sind in ihrem Wachsen und Fruchtbringen auch für die anderen bestimmt. Wo immer Licht und Leben ist, da muss es ausstrahlen, da muss es über alle Borne quellen“ so Peter Lippert. Wir bitten heute darum, dass unsere Wohltaten ausstrahlen können, wie das Licht, und unserem Nächsten etwas Gutes leisten.

Gebet: Heiliger Gott, du hast uns das Gebot der Liebe zu dir, zu unserem Nächsten und uns selbst als die Erfüllung des ganzen Gesetzes aufgetragen. Gib uns die Kraft, dieses Gebot treu zu befolgen, damit wir das ewige Leben erlangen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk. 8,16-18



23.09.2018

Die zweite Ankündigung von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu


Impuls von Pater Ezekiel Oko für 25. Sonntag im Jahreskreis

Als Impuls für heute betrachten Sie bitte die Predigt vom heutigen Tag.

Bibelstelle des heutigen Tages: Markus 9,30-37



22.09.2018

Die zweite Ankündigung von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Impulse für morgen!

Bereiten Sie sich auf den Sonntag mit dem Evangelium und einer Predigt vor.

Bibelstelle des heutigen Tages: 1 Kor. 11



21.09.2018

Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer (Matt. 9,9-13)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 24. Woche Lesejahr II

Dass Jesus mit den Zöllnern, die damals als schlechte Menschen verrufen waren, und zusammen mit Sündern aß, zeigt uns, dass er keinen Menschen für unrettbar verloren hielt. Er gibt jedem Mensch die Gelegenheit zu der Umkehr, aber wollen wir diese Gelegenheit nutzen. Heute feiern wir das Fest des Apostels Matthäus, einer der Zöllner, die von Jesus gerufen wurden. Er hat Jesu Ruf: „Folge mir nach!“ gehört und ist Jesus in Treue nachgefolgt. Jesus ruft auch uns jeden Tag, ihm nachzufolgen. Selbst wenn wir in Sünden gefallen sind, verurteilt er uns nicht. Er schenke uns sein Erbarmen und zeigt uns den Weg zu der Umkehr.

Ist das denn richtig, dass wir die anderen verurteilen? Nein. Jesus will, dass wir unseren Mitmenschen Barmherzigkeit zeigen. Es wäre eine richtige Entscheidung, wenn ich heute beschließe, meinen Schuldigern Barmherzigkeit zu zeigen. Barmherzigkeit lohnt sich in drei Weisen:

  1. Sie gewinnt die Sünder,
  2. schenkt dem, der den anderen vergibt, inneren Frieden, und
  3. eröffnet Gott unser Herz.

Unsere Welt wird weniger kalt und viel gerechter, wenn wir jeden Tag ein wenig Barmherzigkeit üben. Wir sollen auch nicht auf die Bitte unserer Schuldiger warten, bevor wir ihnen vergeben. Denn „die christliche Liebe wartet nicht auf der Dürftigen Bitte, sondern hilft auch vor der Bitte“ so Pabst Maximilian I. (1459-1519)

Gebet: Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn gesandt, zu suchen und zu retten, was verloren war; in erbarmender Liebe hat er den Zöllner Matthäus zum Apostel berufen. Hilf uns auf die Fürsprache dieses Evangelisten, mit ganzer Treue Christus nachzufolgen, wie er es getan hat. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Matt. 9,9-13



20.09.2018

Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 24. Woche im Lesejahr II

Es ist nicht selten, dass Jesus sich einsam unter Menschenmengen fühlt, weil sich nur weniger unter diesen Leuten wirklich für den Willen Jesu interessieren. Das heutige Evangelium berichtet von einem solchen Geschehnis. Eine Frau, die von den Leuten als eine Sünderin betrachtet wurde, hatte Jesus viel Liebe gezeigt: sie „hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet. … ihm unaufhörlich die Füße geküsst, … ihm die Füße mit ihrem wohlriechenden Öl gesalbt.“ Wenn man in damaliger Kultur der Juden ein Besuch so begrüßte, war das wirklich ein großes Zeichen der Liebe. Das hat die Frau für Jesus getan, während der eigentliche Gastgeber Jesu solche liebevolle Begrüßung nicht für wichtig gehalten hat.

In vielen anderen Fällen war es auch so. Die Leute kamen zu Jesus, ohne dass sie den Wille Jesu dienen wollen. Sie dachten nur an eigenen Interessen. Obwohl sie Jesus berührten, waren sie sich kaum bewusst der Kraft Jesu. (vergl. Matt. 9,19-26). Sie erhielten viel von Jesus, aber selten kamen sie zurück, um ihm Dank zu sagen. (vergl. Lk. 17,17). Auch heute ist es nicht anders. Jesus fühlt sich einsam in unseren Gottesdiensten, weil wir uns seiner Liebe und seiner Gegenwart kaum bewusst sind. Milliarden von Christen und Christinnen gibt es in der Welt, aber wie viele von uns suchen wirklich den Willen Jesu zu tun? Wie viele interessieren sich wahrlich für Jesus? Wenn wir an Jesus echtes Interesse hätten, könnten wir unsere Welt durch Liebe anders bewegen. Jemand, der Jesus liebt, tut alles um seinetwillen (d.h. um Jesu Willen). Die wenige, die Jesus so viel Liebe zeigen, indem sie sich seiner Gegenwart und Liebe bewusst sind, indem sie seinen Willen im Alltag vertreten, indem sie ihm dankbar sind, sind Jesus nicht unbekannt. Er erkennt immer eine solch große Liebe an.

Gebet: Herr Jesus Christus, mit großer Liebe begleitest du uns in unserem Alltag. Selbst wenn wir und deiner Liebe und Gegenwart nicht bewusst sind, bist du immer da. Du versagst uns niemals die Chance, diese Liebe zu erleben, aber wir sind uns ihr kaum bewusst. Hilf uns, deine Liebe nicht nur zu entdecken, sondern auch sie liebevoll und dankbar anzuerkennen. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 7,36–50



19.09.2018

Wenn ich die Liebe nicht hätte, macht was ich tue, keinen Sinn


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 23. Woche im Lesejahr II

„Brüder! Strebt nach den höheren Gnadengaben! Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.“ so rät uns Paulus in der heutigen ersten Lesung (1. Kor. 12,31.13,1-13). Als ich diesen Text las, fiel mir ein wichtiges Zitat des Heiligen Augustinus ein: „Ein für alle Mal gibt es dann ein kurzes Gebot: Liebe, und tu, was du willst: ob du deinen Frieden hältst, halte durch die Liebe deinen Frieden; ob du aufschreist, schreie durch die Liebe auf; ob du berichtigst, berichtige durch die Liebe; ob du verschonst, verschone durch die Liebe: lass die Wurzel der Liebe der Hintergrund deiner Taten sein; denn aus dieser Wurzel kann nichts entspringen, als was gut ist.“ (vergl. In epistulam Ioannis ad Parthos, tractatus VII, 8).

Liebe Brüder und Schwestern, Liebe ist die Wurzel, die unsere Taten sinnvoll macht. Wenn wir Gott lieben, unseren Nächsten wie uns selbst lieben, und aus dieser Liebe heraus tun, was wir wollen, dann wird es das richtige sein. Ich denke sowohl an den Zustand der Kirche als auch der Weltgesellschaft. Zurzeit passiert viel zu viel. Das Vertrauen aufeinander und das Gefühl, gesichert zu sein gehen verloren. Aufschreien und Protest gegeneinander scheint die richtige Antwort zu sein. Aber ohne Liebe bleibt alles durcheinander. Wenn man Liebe aus Augustinus' Gebots wegnimmt, bleibt nur noch der zweite Teil: "tu, was du willst". Das heißt, ohne Liebe kommen alle unsere Taten aus Egoismus heraus. Egoismus löst doch kein Problem. Er vermehrt unsere Probleme und Herausforderungen. Ja, wir versuchen unsere Sicherheit und das Vertrauen wieder auf die Beine zu bringen. Aber wir sollen das aus Liebe tun, indem wir nicht nur an unser eigenes Gutes denken, sondern auch an das Gute der anderen.

Gebet: Herr unser Gott, durch dein Wort erleuchtest du unser Leben und rufst uns aus der Finsternis in dein wunderbares Licht. Lenke heute unser Denken und Tun so, dass wir aus Liebe alles tun, was wir tun. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: 1. Kor. 13



18.09.2018

Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 24. Woche im Lesejahr II

Jesus hat die Kraft zu retten und Hoffnung wiederherzustellen, selbst wenn es in einer Situation scheint, das alles unausweichlich schief gegangen ist.

Im heutigem Evangelium hat Jesus einer Frau und Witwe ihren einzigen Sohn, der tot war, zurückgegeben. „Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!“ sagt Jesus dem Toten. Der Tote richtete sich auf und begann zu sprechen.

„Das ist ein Wunder“, meinen wir. Aber solches Wunder tut Jesus gern für alle, die zu ihm kommen und auf ihn ganz herzlich vertrauen. Auch heute geschieht dieses Wunder in allen Situationen, die Jesus anvertraut sind. Ich meine damit nicht, das die Toten buchstäblich ins Leben zurück kommen, so dass unsere Verstorbenen leiblich unter uns wieder leben werden. Damals passierte so etwas.

Ich meine hier aber, dass man Tot-Sein auch symbolisch betrachten kann. Jedes Ding, das seine Relevanz oder Nützlichkeit verliert, verliert sein Leben, und insofern ist es gut wie tot. Vielleicht gibt es etwas in meinem Leben, das getötet worden ist, ein Bereich meines Lebens, dass sein Leben verloren hat, eine Situation, in der alle Hoffnungen verloren  scheint. Jesus kann das wiederherstellen. Nichts, das Jesus anvertraut ist, verliert sein Leben, seine Relevanz oder Nützlichkeit. Jesu Kraft zu retten oder Hoffnung wiederherzustellen verblasst niemals. Denn „Jesus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.“ (Heb. 13,8).

Gebet: Jesus du schenkst uns Hoffnung, wenn wir sie verloren haben. Du bist der Anfang und das Ende. Der Himmel und die ganze Welt sind deiner Hoheit unterstellt, wie auch alle Situationen unseres Lebens. Alles, was uns gehört, vertrauen wir dir an, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 7,11-17



17.09.2018

Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden (Lukas 7,1–10)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 24. Woche im Lesejahr II

In unserer Welt denken viele Menschen, Gottes Gegenwart sei nicht realistisch oder die Geschichte Jesu sei eine veraltete Geschichte. In heutigem Evangelium sagt Jesus ein Hauptmann, dessen Diener krank war: „Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.“ Er glaubte, dass das Wort Jesu ausreicht, seinen Diener zu heilen. Er hielt es nicht für notwendig, dass Jesus physikalisch da sein muss, bevor er ausreichende Wirkung auf die Situation erzielt. Sein Wort ist genug. Diese Stimme, die unsere Situation verändern kann, hören wir, wenn wir das Wort Gottes glaubend lesen. Das Wort ist immer wirkend. Das Wort Gottes entspricht jeder Situation unseres Lebens. Glauben wir daran, wie der Hauptmann, dann sprechen wir sein passendes Wort zu jeder Situation, in der wir uns befinden.

Wenn wir die Stimme Gottes unser Leben beeinflussen lassen, bleibt unser Leben in harmonischem Einklang mit dem Willen Gottes. Heilige Hildegard von Bingen deren Gedenktag wir heute feiern, hat einmal gesagt, dass Adam den harmonischen Klang des menschlichen Lebens verlor, indem er die Stimme des lebendigen Geistes verlor. Lasset uns heute die Stimme Gottes in den Situationen des Alltags hören. Er ist immer da und kann jede Situation unseres Lebens beeinflussen.

Gebet: Gott, durch dein Wort erschaffst und lenkst du alle Dinge. Sieh gnädig auf uns. Gib, dass wir dir mit ganzem Herzen zuhören und die Macht deiner Liebe an uns erfahren. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 7,1–10



16.09.2018

Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Montag in der 24. Woche im Lesejahr II

In unserer Welt denken viele Menschen, Gottes Gegenwart sei nicht realistisch oder die Geschichte Jesu sei eine veraltete Geschichte. In heutigem Evangelium sagt Jesus ein Hauptmann, dessen Diener krank war: „Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.“ Er glaubte, dass das Wort Jesu ausreicht, seinen Diener zu heilen. Er hielt es nicht für notwendig, dass Jesus physikalisch da sein muss, bevor er ausreichende Wirkung auf die Situation erzielt. Sein Wort ist genug. Diese Stimme, die unsere Situation verändern kann, hören wir, wenn wir das Wort Gottes glaubend lesen. Das Wort ist immer wirkend. Das Wort Gottes entspricht jeder Situation unseres Lebens. Glauben wir daran, wie der Hauptmann, dann sprechen wir sein passendes Wort zu jeder Situation, in der wir uns befinden.

Wenn wir die Stimme Gottes unser Leben beeinflussen lassen, bleibt unser Leben in harmonischem Einklang mit dem Willen Gottes. Heilige Hildegard von Bingen deren Gedenktag wir heute feiern, hat einmal gesagt, dass Adam den harmonischen Klang des menschlichen Lebens verlor, indem er die Stimme des lebendigen Geistes verlor. Lasset uns heute die Stimme Gottes in den Situationen des Alltags hören. Er ist immer da und kann jede Situation unseres Lebens beeinflussen.

Gebet: Gott, durch dein Wort erschaffst und lenkst du alle Dinge. Sieh gnädig auf uns. Gib, dass wir dir mit ganzem Herzen zuhören und die Macht deiner Liebe an uns erfahren. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 7,1–10



15.09.2018

Gedächtnis der Schmerzen Mariens (Heb. 5,7-9; Lk. 2,33-35)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Samstag in der 23. Woche im Lesejahr II

„Und Simeon segnete sie (Josef, Maria und das Kind Jesu) und sagte zu Maria, … Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (vergl. Lk. 2, 34-35). Diese Worte Simeons machte klar, wie groß Mariens Schmerzen und Leiden wurden. Als Mutter Jesu sind ihre Schmerzen nicht unabhängig von ihrer Berufung. Denn alles, was Maria erleiden musst, entstand von ihrer Berufung als Mutter Jesu. Ihre Schmerzen sind mit dem Kreuz Jesu verbunden. Es ist deswegen sinnvoll, einen Tag nach dem Fest Kreuzerhöhung, der Mutter Christ zu gedenken, die mit Schmerzen unter dem Kreuz ihres Sohnes stand. Jetzt hat sie teil an der Herrlichkeit Jesu.

Durch unsere Berufung ist jeder von uns ein Mitarbeiter in seinem Heilsplan. Dementsprechend sind auch die Schmerzen, das wir erleiden müssen. Diese Schmerzen entstehen von unserer Teilhabe an unserem Heilsplan. Die Gnade Gottes ist genug für uns. Der Triumph Jesu und Mariens soll uns ermutigen. Egal, unter welchen Schmerzen wir heute leiden mögen, es erwartet uns durch sie die Herrlichkeit. Die Schmerzen, die wir hier in der Welt erleiden müssen, sind vergänglich.

Gebet: Gib, o Mutter, Born der Liebe, dass ich mich mit dir betrübe, dass ich deine Schmerzen fühle, dass mein Herz von Liebe entbrenne, dass ich nur noch Jesus liebe, dass ich Gott allein liebe. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk. 2,33-35



14.09.2018

Das Kreuz Jesu: das Heilsmittel (Num. 21,4-9; Joh. 3,13-17)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Freitag in der 23. Woche im Lesejahr II

„Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ heißt es im heutigen Evangelium. Heute feiern wir das Fest des Hochheiligen Kreuzes – das wiedergefundene Kreuz auf dem Jesus für uns hingerichtet wurde. Das Kreuz ist eigentlich das Heilsmittel. Durch sein Kreuz hat Jesus unsere Sünde weggenommen und uns den Weg zu dem Vater wiedergeöffnet. Aber auch jeder von uns trägt sein eigenes Kreuz. Denn wer Jesus nachfolgen will, muss sein Kreuz tragen, und zwar jeden Tag. Das bedeutet, alle Leiden um Gottes Willen zu ertragen. „Gott nimmt uns nicht das Kreuz ab, aber er gibt uns die Kraft zum Tragen“ betont John Henry Newman. Mir fällt auch ein, was Jeremias Gotthelf gesagt hat: „Wer das wahre Kreuz bei sich trägt, über den hat der Teufel keine Macht, aber das wahre Kreuz ist weder eins von Silber noch von Gold, sondern er ist der Sinn, der willig und mit Dank trägt, was ihm Gott auferlegt.“

Wenn man auch über die Sünde der anderen nicht schweigen möchte, bleiben nur zwei Möglichkeiten – entweder die Gesündigt zu richten oder ihnen den Weg zum Heil zu zeigen. Es ist ganz einfach die Gesündigt zu richten. Das tun die Welt. Aber wenn man den Gesündigt den Weg zum Heil zeigen will, ist es nicht einfach. Das Kreuz Jesu ist den Heilsweg. Jeder, der das Heil empfangen will, muss, wie die Israeliten in der Wüste, zu dem Kreuz Jesu aufblicken (Num. 21,4-9). Es ist aber unsere Aufgabe, in der Welt das Kreuz Jesu zu zeigen. Wenn wir genau das tun, entsteht eine Art von Kreuz: die hingebende Liebe, die uns unser Recht oder das rechtmäßige Vergnügen oder die Behaglichkeit versagen.

Gebet: Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine Auferstehung preisen und rühmen wir: Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes kam Freude in alle Welt. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Joh. 3,13-17



13.09.2018

Liebe beachtet die Schwäche der anderen (1. Kor. 8,1b-7.11-13; Lk. 6,27-38)


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Donnerstag in der 23. Woche im Lesejahr II

Jeder Mensch verhält sich je nach seiner Erkenntnis und seiner Überzeugung. Jeder trägt seine Schwachheit. Normalerweise denken wir nicht an diese Art von Einzigartigkeit, wenn wir uns gegenüber dem anderen verhalten. Wir wollen die anderen durch unsere eigene Überzeugung urteilen. Aber nicht alle haben die gleiche Erkenntnis und Überzeugung, die wir haben. Deswegen hat Paulus uns in heutiger Lesung einen Hinweis gegeben, die Schwäche der anderen zu beachten, in unserem Verhalten ihnen gegenüber. Er sagt, „Wenn darum eine Speise meinem Bruder zum Anstoß wird, will ich überhaupt kein Fleisch mehr essen, um meinem Bruder keinen Anstoß zu geben.“ (vergl. 1. Kor. 8,1b-7.11-13;)

Alles, was ich tue, um meinem Bruder keinen Anstoß zu geben, nennt  Jesus „Liebe“ im Evangelium. Er erwartet, dass wir unsere Feinde lieben, Gutes tun und etwas leihen, wo wir nichts dafür erhoffen, einander vergeben, diejenigen segnen, die uns verfluchen, für diejenigen beten, die uns misshandeln: Diese Erwartungen Jesu sind nicht erfüllbar, wenn wir die Schwäche der anderer ignorieren. Wenn wir aber mit dem anderer durch Liebe und Empathie umgehen, wäre unsere Welt, unsere Familie, unsere Gesellschaft ganz anders: Es gäbe keinen Hass oder Streit, es gäbe keine Diskriminierung.

Gebet: Herr, du erforschst jeden Menschen und kennst jeden. Ob er sitzt oder steht, du weißt von ihm. Von fern erkennst du seine Gedanken. Ob er geht oder ruht, es ist dir bekannt. Du bist vertraut mit all seinen Wegen. Denn du hast sein Inneres geschaffen. Aber das Inneres der anderer bleibt mir verborgen. Schenke mir die Kraft, damit ich mit dem anderen liebevoll umgehen kann. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lk. 6,27-38



12.09.2018

Selige Unruhe


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Mittwoch in der 23. Woche im Lesejahr II

Mir ist es eingefallen, dass im heutigen Evangelium Jesus die Armen, die Hungernden, die Weinenden, und die Verfolgte seliggesprochen hat. Natürlich meinte Jesus nicht, dass Armut, Hunger, Verfolgung usw. uns zu wünschen wären. Es geht um die Haltung, die wir gegenüber dem irdischen Leben haben.

Die Armen, die Hungernden, die Weinenden und die Verfolgte haben etwas gemeinsam. Das Bewusstsein, dass ihnen etwas fehlt. Je mehr es uns bewusst ist, dass wir niemals einwandfreie Befriedigung unserer Wünsche hier auf der Erde bekommen können, desto mehr blicken wir über das irdische Leben hinaus, und umso mehr verlangen wir in Gott dauerhafte Zufriedenheit zu finden.

Der Heilige Augustinus erkannte diese Unzufriedenheit, die wir erleben, bis wir Gott finden. Deswegen hat er zuletzt gesagt: „Unsere Herzen sind ruhelos, bis sie in Dir ruhen.“ Unruhe und Unzufriedenheit mit allen, was wir besitzen, sind Zeichen, dass nichts außer Gott das Verlangen unseres Herzes sättigen kann. Die Schönheit unseres Lebens blüht, nur wenn wir in ein gemeinsames Leben mit Gott eintreten.

Gebet: Herr, lass uns nicht mit dem vergänglichen Leben so zufrieden sein, dass wir keinen Platz mehr für das Unvergängliches haben. Verschaffe in uns eine Unruhe, die uns zu dir führt und lass uns in Dir Ruhe finden. Amen.

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 6,20-26



11.09.2018

Das Gebet: Die Quelle der Kraft


Impuls von Pater Ezekiel Oko für Dienstag in der 23. Woche im Lesejahr II

„Alle Leute versuchten, ihn (Jesus) zu berühren, denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.“ Diese Worte, die im heutigen Evangelium (Lukas 6,12-19) zu lesen sind, deuten darauf an, wie man tägliche Kraft bekommen kann. Die Kraft, durch die wir tägliche Herausforderungen des Lebens umgehen können, kann uns niemals fehlen, wenn wir jeden Tag versuchen, Jesus zu berühren, und zwar im Gebet.

Jesus ist uns sogar ein Vorbild: „Er ging auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel.“ Die Kraft, durch die wir unsere täglichen Aufgaben erledigen können, die Kraft, durch die wir Streiten mit Mitmenschen vermeiden oder überwinden können, die Kraft, durch die wir Heilung bekommen, kommt aus Jesus. Wenn wir ihn im Gebet berühren, bekommen wir diese Kraft.

„Durch das andächtige Gebet gewinnt der Mensch an jedem Tag mehr, als die ganze Welt wert ist“ so hl. Bonaventura. Gewinnen wir mehr als wir heute erwarten, indem wir jetzt vor Jesus vollvertrauen treten und ihn betend berühren.

Gebet: „Herr, deinen Namen anzurufen und an dich zu denken ist mein Verlangen. Meine Seele sehnt sich nach dir in der Nacht, mein Geist verlangt nach dir am Morgen.“ (Jes. 26,8-9)

Bibelstelle des heutigen Tages: Lukas 6,12-19