Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 27. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: A

Du bist Gottes Weinberg!

Liebe Brüder und Schwestern, die Eucharistie, die wir feiern, ist immer eine Dankfeier. Aber, wenn wir das, was wir heute feiern, besonders als Dankmesse bezeichnen, ist das in außergewöhnlicher Weise ein Anlass zum Danken. Wem danken wir? Und wofür? Ja, im Jahre 1972 legte die Deutsche Bischofskonferenz den ersten Sonntag im Oktober als Festtermin des Erntedankfestes fest. Normalerweise wird an diesem ersten Oktobersonntag die Eucharistie vielfach als „Dank für die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“ auf dem von Erntedank-Gaben umgebenen Altar gefeiert. Wenn wir heute aber um unseren Altar herumschauen, werden wir keine klassischen Erntedank-Gaben sehen – wie z.B. Früchte vom Bauernhof.

Heute feiern wir das Erntedankfest in besonderer Weise, weil wir als eine Gemeinde die Frucht unserer gemeinsamen Arbeit bringen – nicht Früchte vom Baum oder vom Bauernhof – sondern Frucht, die unser Glaube hervorgebracht hat, aus Liebe zueinander und durch Dienst aneinander. Heute in dieser Heiligen Messe werden 15 Kinder als Messdiener eingeführt. Das Wachstum des Glaubens dieser Kinder verdanken wir natürlich zuallererst Gott, der unsere Arbeit zum Gedeihen bringt. Aber das Wachstum hat auch mit der menschlichen Arbeit zu tun. Gott hat in vielen von uns Mitarbeiter gehabt, die diesen Kindern den Glauben gezeigt und sie gelehrt haben. Zuerst ihre Eltern und Familien, die für sie das Licht des Glaubens haben leuchten lassen. Die ehrenamtlich engagierten Katecheten, die diese Kinder bei der Erstkommunionvorbereitung geleitet und ihnen geholfen haben – natürlich mit viel Arbeit und Mühe, aber alles aus Liebe.

Diese Einführung der Messdiener und Messdienerinnen ist nur ein Zeichen der vielfältigen Früchte, die unser Dienst aneinander und in Liebe füreinander hervorgebracht haben. Es sind die Früchte der gemeinsamen Arbeit als eine Gemeinde. In ihnen sehen wir das, was aus unserer Mitarbeit mit Gott und miteinander geworden ist, etwas, für das wir Gott dankbar sein sollen. Wenn wir dann noch alle anderen Früchte unserer gemeinsamen Arbeit in der Gemeinde betrachten, werden wir mit einer großen Dankbarkeit erfüllt. Dankbarkeit gegenüber Gott und allen Menschen, die dabei mitgewirkt haben. Deswegen nehmen wir das heutige Fest als einen besonderen Anlass, den vielen ehrenamtlich Engagierten in unserer Gemeinde zu danken. Wir sind stolz auf Euch alle, die Ihr großartig mitgearbeitet habt und immer noch mitarbeiten wollt. Wie schön ist es, Euch hier zu haben. Eure großartigen Beiträge in der Gemeinde sprechen für sich. Danke dafür, dass Ihr da seid!

Liebe Brüder und Schwestern, in den heutigen Lesungen hören wir vom Weinberg, der Gott gehört, von dem Er (Gott) Früchte erwartet. Jeder von uns ist ein Weinberg Gottes. Als eine Art Weinberg – so können wir im übertragenen Sinne sagen – hat Gott unser Inneres angelegt. Mit unseren Talenten und Fähigkeiten, mit der uns gegebenen Kraft, mit dem Boden, auf dem wir stehen, mit den Sonnenstrahlen, die uns erreichen, sind wir ein Weinberg, der Früchte bringen kann und soll. Heute am Erntedankfest muss sich jeder von uns fragen: „Was ist aus mir geworden?“

Was wird wohl unser Motiv sein, was sollte uns bewegen, ein Weinberg zu sein, der gute Früchte hervorbringt? Es wird vor allem Dankbarkeit gegenüber Gott sein. Wer in Ruhe bedenkt, mit welcher Sorge uns Gott umgibt in seiner Liebe zu uns, der wird zu Gott sagen: Ich möchte dir, meinem Gott, danken durch die Früchte, die ich bringe. Denn wunderbar und groß ist dein Anteil daran, dass ich fähig bin, gute Früchte zu bringen. Selbst wenn ich krank, schwach, alt oder behindert bin, kann ich Früchte tragen - Früchte des Wohlwollens, der Liebe, des Verzeihens, des Trostspendens oder der Ermutigung. Dir, meinem Gott, überbringe ich als Tribut und Gabe: Dank, Lobpreis und Ehre, mein Vertrauen in dich und mein erneutes Ja zu dir und zu deinem Willen, meine Mühe.



Evangelium vom 27. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Das Gleichnis von den b├Âsen Winzern

Mt 21,33-43

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den ├ältesten des Volkes: H├Ârt noch ein anderes Gleichnis:

Wir sehen seinen Weg in einer bergigen Landschaft.
Geh deinen Weg, arbeite und setze dich ein ...

Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.

Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Fr├╝chten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen pr├╝gelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erstemal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.

Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn t├Âten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um.

Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun?

Blick von einem Berg in das weite Land!
... und bringe Frucht!

Sie sagten zu ihm: Er wird diesen b├Âsen Menschen ein b├Âses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Fr├╝chte abliefern, wenn es Zeit daf├╝r ist.

Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder?

Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Fr├╝chte bringt.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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