Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum 4. Adventssonntag Lesejahr: B

Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, denn für Gott ist nichts unmöglich

In einem bedeutungslosen Ort am Rande des mächtigen römischen Reiches bekommt eine junge Frau unerwartet Besuch. Alles ändert sich für sie. Ein Gesandter Gottes, Gabriel, überbringt eine Botschaft und erwartet eine Antwort. Es geschieht im sechsten Monat der Schwangerschaft Elisabeths, der Mutter des Täufers Johannes. Der Engel spricht Maria als „Begnadete“ an, er enthüllt ihr Gottes einzigartige Erwählung. Er bittet um ihr Zutun, damit sich erfüllen kann, was Gott mit der Menschheit vorhat. Maria soll der Welt einen Sohn gebären, der „groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden” wird. In ihm wird die Verheißung an das Haus David wahr: dass seiner Herrschaft ewige Dauer zuteilwird im Geist des künftigen Überwinders des Todes.

Aber, wie kann so etwas sein? Wie kann es geschehen, dass Maria mit dieser Berufung zurechtkommt? Ein Kind zu gebären, ohne einen Mann zu erkennen? Ein Kind zu gebären, der auch Sohn Gottes genannt wird? Maria machte sich Sorge über die Möglichkeit einer solch großartigen – aber schwierigen – Aufgabe. Sie stellte auch dem Engel eine Frage über ihre Sorge. Dann bekam sie die Antwort, „… für Gott ist nichts unmöglich.“ Maria glaubte einfach die Antwort des Engels. Daher erwiderte sie, „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“

Maria konnte diese schwierige Aufgabe annehmen, weil sie geglaubt hat, dass für Gott nichts unmöglich ist. Sie konnte „Ja“ sagen, auch wenn aus rein menschlicher Überlegung nur „Nein“ die einzige vernünftige Antwort gewesen wäre. Das „Ja“ war das Ergebnis des festen Glaubens Marias. Liebe Schwestern und Brüder, „Ja“ zu sagen, wenn alles unmöglich zu sein scheint, ist nur möglich, wenn wir glauben, dass die Kraft Gottes viel mehr ermöglichen kann, als unsere eigene Kraft; also, wenn wir mehr auf Gott vertrauen als auf unsere eigene Kraft.

Besonders in dieser schwierigen Zeit ist es wichtig, dass wir nicht nur auf unsere eigene Kraft vertrauen, nicht nur auf die Berichte der Wissenschaftler, sondern auch – und zwar darüber hinaus – auf die Kraft Gottes vertrauen. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Die menschliche Vernunft kann nicht die ganze Realität und alle Möglichkeiten genau abwägen und einschätzen. Aber über den Rahmen unserer Möglichkeiten hinaus wirkt die Kraft Gottes. Wenn unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten sich uns in den Weg stellen, denken wir an das Wort des Engels: „Denn für Gott ist nichts unmöglich“ und vertrauen wir mehr auf Ihn als auf unsere eigenen Kräfte. Wenn es unmöglich scheint weiterzugehen, denken Sie daran, dass für Gott nichts unmöglich ist. Auch wenn hier in Bonn die Inzidenz der Infektionszahlen über 200 ist, vergessen wir nicht, dass in unserer jetzigen Situation nicht nur das Coronavirus im Spiel ist, sondern auch Gottes Plan und Wirkung. Der Immanuel, der zu uns kommt, er ist mitten unter uns.



Evangelium vom 4. Adventssonntag im Lesejahr :

Die Ankündigung der Geburt Jesu

Lk 1,26-38

Vier Kerzen brennen am Adventkranz!
Foto: eyetronic, by fotolia



In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Der Engel Gabriel bringt Marias die Nachricht, dass sie einen Sohn vom Heiligen Geist empfangen wird.
Tizian, Verkündigung an Maria



Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenführer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276