Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum 5. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: B

Gottes gn├Ądiges Handeln an uns, wenn es anscheinend keine Hoffnung gibt

Es gibt manchmal in unserem Leben Situationen, in denen wir nicht wissen, was man noch tun kann, weil wir alle Möglichkeiten schon ausgeschöpft haben. Solche Situationen lassen uns die Erfahrung machen, wie es ist, nichts mehr tun zu können, um unsere Lage zu verbessern. Wir haben gehört, was mit Jesaja in der ersten Lesung geschehen ist. Jesaja hatte eine furchterregende Erscheinung des Herrn erlebt. Während dieser Erfahrung dachte er: „Weh mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und meine Augen haben den König, den Herrn der Heere, gesehen.“ Jesaja hatte keine Hoffnung, diese Erfahrung zu überleben. Es war für ihn also eine Situation, in der er alle Hoffnung aufgegeben hat. Ähnlich ist das, was den Fischern Simon Petrus und seinen Gefährten im Evangelium widerfahren ist, wie sie die ganze Nacht gearbeitet und keinen Fisch gefangen haben. Auch sie hatten die Hoffnung aufgegeben, bevor sie Jesus begegnet sind. Mit solchen Erfahrungen sind wir nicht allein. Denn viele andere Menschen haben sie auch schon erlebt. Die gute Nachricht ist, dass es in dieser Situation einen Faktor gibt, der uns die Hoffnung wiederschenkt. Der Faktor ist Gottes gnädiges Handeln an uns. So hat Paulus das in der heutigen zweiten Lesung beschrieben (vgl. 1 Kor 15,10).

Gott lässt uns nicht im Stich, auch wenn es scheint, dass es keine Hoffnung gibt. Wenn wir alle uns bekannten Möglichkeiten ausgeschöpft haben, bleibt noch eine Möglichkeit, die niemand ausschöpfen kann. Diese unerschöpfliche Möglichkeit ist die Kraft von Gottes gnädigem Handeln. Als Jesaja alle Hoffnung aufgegeben hatte, flog einer der Serafim zu ihm, berührte seinen Mund mit einer glühenden Kohle und sagte zu ihm: „Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt.“ (Jes 6,7) Sogleich bekam er so viel Kraft und Hoffnung, dass er dem Ruf Gottes ein 'Ja'-Wort gab. Das war Gottes gnädiges Handeln. Die Fischer Petrus und seine Begleiter haben auch die gleiche Erfahrung gemacht. Sie konnten ihre leeren Netze mit einer großen Menge an Fischen füllen, nachdem Jesus sie angewiesen hatte, die Netze noch einmal auszuwerfen. Der wichtige Punkt ist, was Gottes gnädiges Handeln bewirkt, in uns und in unserer Situation.

Das ist immer erstaunlich! Das gnädige Handeln Gottes geschieht nicht immer dramatisch, wie in diesen beiden Fällen, die wir beschrieben haben. Manchmal braucht es viel Zeit, bevor wir herausfinden, dass Gott etwas in unserer hoffnungslosen Situation tut, dass er durchaus bei uns ist, dass er uns nicht im Stich lässt. Manchmal ist es für uns nicht einfach, zu hören oder zu verstehen, was Gott uns in dieser Situation sagt. Hätte Petrus das nicht gehört oder geglaubt, was Jesus ihm sagte, hätte er dieses Wunder der Gnade Gottes nicht erlebt! „Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus!“ Diese Worte, diese Anweisung Jesu scheint sinnlos zu sein. Oder? Aber Petrus hat ihm geglaubt, er hat geantwortet: „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“

Vielleicht erfährst du gerade eine hoffnungslose Situation, in der du alle Möglichkeiten ausgeschöpft hast. Vielleicht denkst du jetzt, „für mein Problem gibt es keine Lösung. Es gibt für mich keine Hoffnung.“ Vielleicht hast du alle möglichen Arten von Gebeten dafür ausprobiert. Bitte, gib nicht die Hoffnung auf. Kannst du dir jetzt Zeit nehmen, Gott in der Stille deines Herzes zuzuhören? Er möchte dich beraten, was noch zu tun ist, oder wie du sein gnädiges Handeln in deiner Situation erleben könntest. Ich bete heute für dich, dass du Gottes gnädiges Handeln an dir erfährst, wenn es scheint, dass es keine Hoffnung gibt, dass du seine Anweisung und ermutigende Gegenwart erfährst. Amen.



Evangelium vom 5. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus

Mk 1,29-39

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Joh in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.

Ein Mann hilft einer liegenden Frau beim Aufstehen.
Maler: Rembrandt, Werk: Heilung der Schwiegermutter des Petrus
Quelle: Wikimedia Commons

Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.

Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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