Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum 5. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: B

Gott interessiert sich für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden

„Wie geht es Dir?“ oder „Wie geht es Ihnen?“ ist eine Frage, die uns oft mehrmals am Tag gestellt wird, die wir aber vielleicht auch mehrmals am Tag anderen Menschen stellen. Manchmal antworten wir auf diese Frage einfach so: „Mir geht es gut“, nur um ein weiteres Nachfragen zu vermeiden. Manchmal stellen wir dem anderen die Frage auch nur als eine bloße Förmlichkeit, ohne, dass wir wirklich wissen wollen, wie es dem anderen geht. Ich denke manchmal, dass, wer wirklich wissen will, wie es einem Mitmenschen geht, er es ihm oft schon ansehen kann, auch ohne eine Frage zu stellen. Trotzdem kann man durch eine solche Frage viel über den Zustand des anderen erfahren, wenn sie einfühlsam gestellt und ernst gemeint ist. Nachfragen und Worte können hilfreich sein, um uns zu versichern, ob unsere Beobachtung richtig ist oder nicht. Wenn wir uns wirklich für das Wohlbefinden des anderen interessieren, werden wir herausfinden, wie es ihm geht. Ob wir das durch Beobachtung oder eine einfühlsame Frage tun, das ist zweitrangig.

Es gibt viele Menschen, die an Krankheiten, an gebrochenem Herzen, an Enttäuschungen leiden, oder deren Leid noch von anderer Art ist. Wie in der Geschichte des Ijob, die wir in der ersten Lesung gehört haben, geraten Leidende manchmal in Hoffnungslosigkeit und denken – wie Ijob: – „Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, sie gehen zu Ende, ohne Hoffnung. … Mein Leben ist nur ein Hauch. Nie mehr schaut mein Auge Glück.“ (Ijob 7,7) Ijobs Leid war besonders schwer zu ertragen, nicht nur wegen der Tiefe des Schmerzes, sondern auch, weil ihn seine Frau und alle seine Freunde verlassen hatten. Niemand war mehr da, der ihm durch Worte oder einfühlsame Begleitung helfen konnte. Er dachte nur noch an die Größe und Intensität seines Leids. Vielleicht kennen Sie jemanden, der solch ein großes Leid ertragen muss, ob wegen seines gesundheitlichen Zustands oder sonst einem Grund. Sie können ihm ein Licht der Hoffnung schenken – durch einfühlsame und tröstende Worte. Fragen Sie ihn nicht nur einfach: „Wie geht es Dir - oder Ihnen?“, sondern schenken Sie ihm eine kurze wohltuende Zeit.

Vielleicht haben Sie selbst ein Leid zu ertragen. Machen Sie sich nicht nur Sorge. Bedenken Sie, Jesus begegnet Ihnen jetzt in dieser Heiligen Messe und so, wie Er die Schwiegermutter des Simon aufrichtet, wird Er auch Sie aufrichten. Er interessiert sich für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Er fragt Sie nicht „Wie geht es Dir?“ Denn Er weiß auch ohne diese Frage schon, wie es Ihnen geht. Er sagt einfach: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28-29) Im heutigen Evangelium heißt es auch: „Er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten.“ (Mk 1,34)

Wie wäre es, wenn Sie heute – gleich nach dem Empfang der Heiligen Kommunion – sich allein mit Ihm hinsetzen und mit Ihm über Ihre Situation, also über Ihr Leid oder Ihren Schmerz sprechen. Er, der das gebrochene Herz heilt, ist hier mit uns. Wie schon gesagt, Er interessiert sich für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden.

Wir denken auch an die Chance, die wir heute haben, den Blasius-Segen zu empfangen; ein Anlass, Gottes Schutz vor allen Krankheiten zu erhalten, durch die Fürsprache des Heiligen Blasius. Liebe Schwestern und Brüder, wenn wir heute diesen Segen empfangen, lasst uns auch an unsere Schwestern und Brüder denken, die zwar der Heilung bedürfen, aber keine Gelegenheit haben, diesen Segen zu empfangen.

 



Evangelium vom 5. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus

Mk 1,29-39

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Joh in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.

Ein Mann hilft einer liegenden Frau beim Aufstehen.
Maler: Rembrandt, Werk: Heilung der Schwiegermutter des Petrus
Quelle: Wikimedia Commons

Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.

Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenführer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276