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Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum Pfingsten Lesejahr: B

Wo Gottes Geist wirkt, wird Unvorstellbares möglich

Meine liebe Gemeinde, es ist schön, dass Sie alle, dass ihr alle heute hier seid. Pfingsten ist ein ganz besonderes Fest der katholischen Kirche. Warum? Ohne das Kommen des Heiligen Geistes wäre die Kirche nicht entstanden. Denn die verängstigten Jünger Jesu hätten sich nicht getraut, das Evangelium Jesu anzunehmen und es weiterzutragen. Weil sie aber durch die Begegnung mit dem Heiligen Geist von der Angst um sich selbst befreit waren, konnten sie auf die Straßen und Plätze hinausgehen und den Menschen ihrer Zeit die Frohe Botschaft bringen. Es gibt heute Menschen, die denken, diese uralte Geschichte vom Kommen des Heiligen Geistes könne nicht wahr sein. Etwa vor 20 Jahren während meiner Zeit als Seminarist hatten wir ein Vorbereitungsseminar für das jährliche Praktikum in den Gemeinden. Das dauerte 9 Tage und behandelte das Thema „Heiliger Geist“. Alle Teilnehmer diskutierten über die Jünger Jesu, die in fremden Sprachen sprechen konnten. Einige von meinen Freunden waren skeptisch, weil sie das nicht glauben konnten. Ich wünschte mir damals ein Zeichen, dass der Geist Gottes wirklich unter uns wirkt. Am vorletzten Tag des Seminars waren wir zum Gebet in der Kapelle versammelt. Der Priester, der die Gebetsstunde leitete, betete um eine Begegnung mit dem Geist Gottes und legte uns die Hände auf. Einige Seminaristen in diesem Raum in Enugu in Nigeria redeten plötzlich in fremden Sprachen. Keiner von uns konnte sie richtig verstehen. Einer von den Seminaristen sagte nach dem Gebet, „ich kann nicht begreifen, was mit mir passiert ist. Ich konnte meine Rede nicht kontrollieren.“ Wir anderen waren erstaunt und etwas schockiert, weil wir uns das nicht erklären konnten. Seit dieser Erfahrung bin ich mir ganz sicher, dass der Geist Gottes wirklich in uns wirken kann. Liebe Schwestern und Brüder, ich weiß nicht, was Sie über die Pfingsterfahrung der Jünger Jesu denken. Ich weiß nicht, ob Sie glauben, dass auch wir in unserem Leben das Wirken des Heiligen Geistes erleben können. Ich bin aber sicher, dass Er, der Geist Gottes, auch heute unter uns ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass, wer dem Heiligen Geist sein Herz gibt, unbedingt erfahren wird, dass Er lebt und wirkt. Ja, dem Heiligen Geist das Herz geben! Nur das brauchen wir. Wir beten jeden Sonntag im Glaubensbekenntnis: „Ich glaube an den Heiligen Geist…“ Das lateinische Wort für „glauben“ heißt „credere“ und stammt aus zwei Begriffen: „cor“ (das Herz) und „dare“ (für „geben“). So kann „credere“ bedeuten, „das Herz geben“. Ich gebe also dem Heiligen Geist mein Herz. Damit ist gemeint, dass ich mit dem Heiligen Geist spreche wie mit einem sehr guten Freund und einem lieben Vater. Sie brauchen und ihr braucht überhaupt keine Angst zu haben, im Gebet alles zu erzählen, was Sie, was ihr auf dem Herzen habt. Manchmal hat man ein Problem, und dadurch, dass man das im Gebet zum Ausdruck bringt, sieht man plötzlich klar und findet die Lösung. Man weiß dann selber nicht, wie das passiert ist, aber es ist sicher, dass der Heilige Geist dann bei uns war, unser Herz erfüllt hat und wir getröstet sind. Die Hauptsache an Pfingsten ist allerdings nicht die Rede in fremden Sprachen, sondern die Begeisterung, die auch mit dieser Befähigung gekommen ist, die Begeisterung, die die Jünger bewegt hat, die Situation der Menschen ihrer Zeit anzusprechen und ihnen die Frohe Botschaft zu verkünden. Die versammelten Leute waren erstaunt und sagten: „Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden!“ Viele von ihnen kamen zum Glauben. Meine lieben Schwestern und Brüder, ich wünsche uns allen, dass wir heute diese Begeisterung durch die Begegnung mit dem Geist Gottes erleben, dass wir öfter im Gebet bei Gott sind und begeistert sind, und, dass wir durch die Verkündigung der Frohen Botschaft auch andere Menschen begeistern können. Lasst uns diese Botschaft des Pfingstfestes annehmen und dem Geist Gottes unser Herz öffnen! „Komm Heiliger Geist, und erfülle die Herzen von uns allen!“



Evangelium vom Pfingsten im Lesejahr :

Die 3. Abschiedsrede: Das Kommen des Geistes und neue Begegnung mit Jesus

Joh 15,26-27.16,12-15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.

Eine Taube kommt zwischen hellen Wolken vom blauen Himmel auf uns herab.
Foto: ILYA AKINSHIN,Quelle: Fotolia
Heiliger Geist komm ...

Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.

Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt:

Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenführer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276