Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum 26. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: B

Miteinander unseren Besitz teilen und einander fördern

Eine der größten Herausforderungen in unserem Alltag ist die Frage, wie wir mit dem Gut umgehen, welches uns Gott geschenkt hat. Weiter stellt sich die Frage:"Wie gehe ich mit dem Gut um, das die Anderen besitzen?" Wir beschäftigen uns in dieser Predigt mit den beiden Fragen.

Zur ersten Frage liefert uns die heutige Lesung einen Rat. Das Gute, das wir besitzen, soll mit den anderen geteilt oder für sie eingesetzt werden, egal ob es sich um geistiges oder materielles Gut handelt. Wir haben gehört: „Gott nahm etwas von dem Geist, der auf Mose ruhte und legte ihn auf die siebzig Ältesten der Israeliten. Sobald der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in prophetische Verzückung, die kein Ende nahm.“ (Numeri 11,25-29). Ähnlich ist das, was Gott mit der Erschaffung Evas gemacht hat: „Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so dass er einschlief. Er nahm eine seiner Rippen und verschloss die Stelle mit Fleisch. Gott der Herr baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte eine Frau und führte sie dem Menschen zu …“ Wir kennen diese Geschichte gut, die aus dem Buch Gen. 2,21-22 genommen ist.

Das bedeutet, dass Gott nicht alle einzelnen Dinge, die die anderen brauchen, vom Himmel senden oder neu erschaffen muss. Er hat uns mit vielem Gutem – geistlich und materiell – beschenkt, damit wir diese Gaben mit dem Nächsten teilen. Wenn jeder von uns das Seine mit den anderen teilen wollte, würden wir alle genug haben. Also, das Gute, das ich besitze gehört nicht nur mir sondern auch allen anderen, die davon profitieren können. Ich darf mich nicht über die Anderen erheben, da ja auch ich von ihnen profitiere und bereichert werde. Mit meinem geistlichen und materiellen Besitz kann ich somit getrost großzügig umgehen. Gott wird es mir lohnen!

Zur zweiten Frage – wie verhalten wir uns dem Guten gegenüber, das die anderen besitzen? – So befiehlt uns Jesus im Evangelium, kein Hindernis auf den Weg des Anderen zu legen. „Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt,“ sagte Johannes zu Jesus. Jesus erwiderte: "hindert ihn nicht!“ Wir erleben das gleiche Geschehnis fast jeden Tag. Wir versuchen, die anderen zu hindern, weil wir vielleicht keinen Einfluss auf sie haben, oder weil wir auf ihre Talente oder ihren Besitz eifersüchtig sind. Jesus ermuntert uns, sie nicht zu hindern. Denn sie arbeiten auch für Gott, wenn sie zur Förderung der Menschheit und der Welt ihre Talente und Güter einsetzen.

Also, mit den anderen das Gute zu teilen, womit Gott uns beschenkt hat und es zur Förderung der anderen einsetzen. Darüber hinaus: das Gute, das die Anderen besitzen, zur Entfaltung zu bringen. Diese sind meiner Meinung nach zwei Seiten derselben Münze - die Liebe! Wenn wir einander lieben, können wir miteinander unser Inneres und unser Äußeres wahrhaftig teilen und im Gebet vor Gott bringen. Nur so können wir Egoismus und Eifersucht überwinden!

Dafür bitten wir heute um Gottes Gnade und Kraft. Amen



Evangelium vom 26. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Der fremde Wundertäter und die Warnung vor der Verführung zum Bösen

Mk 9,38-48

Da sagte Joh zu ihm: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen eine Machttat vollbringt, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Wenn dir deine Hand Ärgernis gibt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dir dein Fuß Ärgernis gibt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dir dein Auge Ärgernis gibt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.



Video zum Thema:


Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenführer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276