Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 28. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: A

Das Wort Gottes ist lebendig und kraftvoll (Heb. 4,12)

„Lebendig ist das Wort Gottes, wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens; vor ihm bleibt kein Geschöpf verborgen, sondern alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft schulden.“ Das haben wir in der ersten Lesung gehört (Hebräer 4,12-13).

Wir wissen, wie wirksam das gesprochene Wort ist. Das Wort, das wir hören, beeinflusst nicht nur unsere Gedanken, sondern auch unser Leben. Wir hören oft in den Fernseh- und Radiosendungen und lesen in den Zeitungen oder Zeitschriften viele schlechte Nachrichten. Solche Nachrichten beeinflussen unsere Gedanken, Pläne und manchmal auch unseren Lebensstil und unsere Erwartungen an das Leben. Auch die Worte, die wir von anderen hören, ob schlecht oder gut, haben Wirkungen auf unser Leben, wenn wir sie ernsthaft und als glaubhaft annehmen. Wenn wir unsere Ohren nur der Welt öffnen, hören wir viel zu viele negative Dinge, die in uns Angst oder Furcht verursachen. Das Wort ist sehr wichtig im Leben – die Worte, die wir hören und glauben, und die Worte, die wir sprechen in unseren jeweiligen Lebensumständen. Daraus resultiert unsere Darstellung über das Leben.

Wie schön wäre es, wenn wir das Wort Gottes als das Fundament unseres Lebens annähmen. Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam. Notwendig ist es aber, dass wir das Wort Gottes nicht nur glauben und es hören, sondern auch jeden Tag über es nachsinnen und es in allen Situationen unseres Lebens vertrauensvoll sprechen. Wenn das Wort Gottes die Antwort wäre, die wir in allen unseren Lebensumständen benötigen, dann würde all unsere Sorge durch Frieden und Ruhe ersetzt. Ungeachtet der herausfordernden Umstände, mit denen wir im Leben konfrontiert sein mögen, lasst uns jede negative Erfahrung und Erwartung durch das Böse, das sich in unser Leben drängen will, durch eine zuversichtliche Erwartung von Gutem ersetzen.

Liebe Brüder und Schwestern, über das Wort Gottes nachzusinnen führt zu Fruchtbarkeit in jedem Bereich unseres Lebens. In Psalm 1 lesen wir: „Selig der Mann, der sein Gefallen hat an der Weisung des Herrn, bei Tag und bei Nacht über seine Weisung nachsinnt. Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Bächen voll Wasser, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, es wird ihm gelingen.“ Was kann man mehr sagen?

Wissen Sie, oft gelingt uns etwas nicht, was wir tun. Warum? Weil wir etwas Falsches denken, über uns oder über unsere Fähigkeiten, oder auch über die anderen. Was und wie wir glauben beeinflusst wie wir uns in bestimmten Situationen oder anderen Menschen gegenüber verhalten. Wenn z.B. meine Denkweise über meine Arbeit falsch ist, kann ich mich nicht richtig gegenüber der Arbeit verhalten. Und wenn es so wäre, wie könnte mir meine Arbeit gelingen?

Das Wort Gottes aber führt uns auf den Weg der Wahrheit. Im Johannes-Evangelium sagt uns Jesus: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien.“ (Joh. 8,31-32). Das heißt, im Wort Gottes erkennen wir die Wahrheit über uns, über die anderen, über unsere Familie, über die Welt, über alle Umstände unseres Lebens. Das Erkennen der Wahrheit ist selbst eine befreiende Kraft, die Kraft, durch die wir unsere Lebensherausforderungen gut verstehen und überwinden, die Kraft, die unsere Sicht- und Denkweise verändert, die Kraft, die unsere Sorge durch Frieden und Ruhe ersetzt, die Kraft, die uns ermöglicht, loszulassen und Gott alles anzuvertrauen, die Kraft, aus der übernatürliche Erholung strömt, die Kraft, durch die wir unser Leben im Griff halten. Das Wort Gottes kommt aus derselben Quelle, aus der Himmel und Erde geschaffen sind. Die Quelle der unwiderstehlichen Kraft.

Wenn wir im Leben über solche Kraft verfügen wollen, dann sollten wir uns jeden Tag mit dem Wort Gottes beschäftigen, es kennen und mit dem Mund aussprechen. Die effektive Kraft des Wortes strömt aus, indem wir das Wort glaubend aussprechen.  Über jede Situation unseres Lebens wird etwas geschrieben. Für jeden Lebensumstand gibt es ein geeignetes geschriebenes Wort Gottes. Wenn wir in jeder Situation das geeignete Wort aussprechen, dann verfügen wir über unser Leben durch das Wort Gottes.

Liebe Gemeinde, obwohl wir die reale Angst vor bösen Erwartungen nicht wegargumentieren können, können wir mit dem Wort Gottes alle Angst und Furcht überwinden. Denn alle Ängste verschwinden vor der Wahrheit, vor dem Wort Gottes.



Evangelium vom 28. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr :

Das Gleichnis vom k├Âniglichen Hochzeitsmahl

Mt 22,1-14

In jener Zeit erz├Ąhlte Jesus den Hohenpriestern und den ├ältesten des Volkes das folgende Gleichnis:

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem K├Ânig, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen G├Ąste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!

Eine gro├če festlich geschm├╝ckte Hochzeitstafel ist bereitet!
Es ist alles bereitet, Herzlich Willkommen!

Sie aber k├╝mmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen ├╝ber seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der K├Ânig zornig; er schickte sein Heer, lie├č die M├Ârder t├Âten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.

Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die G├Ąste waren es nicht wert eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Stra├čen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Stra├čen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, B├Âse und Gute, und der Festsaal f├╝llte sich mit G├Ąsten.

Eine Hochzeitsgemeinschaft ist beim Abendessen.
Eine gute Gemeinschaft basiert auf einem festen Fundament!

Als sie sich gesetzt hatten und der K├Ânig eintrat, um sich die G├Ąste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.

Da befahl der K├Ânig seinen Dienern: Bindet ihm H├Ąnde und F├╝├če, und werft ihn hinaus in die ├Ąu├čerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Z├Ąhnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserw├Ąhlt.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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