Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt zum 1. Adventssonntag A Lesejahr: B

Der Menschensohn kommt an

Das liturgische Jahr der Kirche beginnt heute. Worum es aber im Kirchenjahr geht, erkennen wir schon an dem Thema der heutigen Lesungen: „Der Menschensohn kommt.“ Ja, dieses Thema macht uns aufmerksam darauf, dass der Menschensohn mit seinem Wirken in unserem Leben der Maßstab sowohl der Ewigkeit als auch der Zeit ist. Am letzten Sonntag haben wir erwähnt, dass er der Schlussakkord des Jahres ist. Wenn also am Anfang des Jahres angekündigt wird, dass der Menschensohn ankommt, ja, dass er, der der Maßstab der Zeit ist, kommt, will man damit sagen, „seht Ihn, der uns durch dick und dünn des Lebens begleitet.“

Liebe Brüder und Schwestern, seitdem Jesus in unserer Welt angekommen ist, wird die Jahreszählung der christlichen Zeitrechnung als „Anno Domini“ (abgekürzt A.D.) gekennzeichnet. „Anno Domini Nostri Jesu Christi“, wie man es vollständig auf Latein schreibt, bedeutet „im Jahre unseres Herrn Jesus Christus“ und wird ab seiner Geburt gezählt. Damit betont man, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Zeit vor seiner Geburt und der nach seiner Geburt. Wenn wir die Zeit in „vor der Geburt Jesu“ und „nach der Geburt Jesu“ einteilen, ist diese Einteilung natürlich nicht unbedeutsam. Denn die Gegenwart Jesu Christi in der Welt, sein geschichtliches Eintreten in unsere Welt, macht einen wahrhaftigen Unterschied. Seit dem Ankommen Jesu in die Welt tritt der Mensch in die Zeit der Erfüllung ein, und zwar die Zeit der Erfüllung der Verheißungen Gottes an uns Menschen. Die Verheißung Gottes, die Würde des Menschen wieder einzusetzen, wird in und durch Jesus Christus erfüllt. Deswegen dürfen wir die Zeit „nach der Geburt Christi“ die Zeit der Wiedereinsetzung nennen: Wiedereinsetzung der Menschenwürde. Es ist unsere Würde als Menschen, als Kinder Gottes zu leben. Diese Würde haben wir durch die Sünde verloren. Aber Jesus ist gekommen, um sie wieder einzusetzen. Somit ist seine Ankunft in unserer Welt das beste Geschenk, das wir von Gott, unserem Vater, bekommen dürfen.(können.)

Vor 2019 Jahren ist Jesus in die Welt gekommen. Warum spricht man dann an jedem Anfang des Kirchenjahres immer noch von seiner Ankunft – Advent? Ja, weil wir es brauchen, dass er in unserem persönlichen Leben ankommt. Die Tag-für-Tag-Einsetzung dessen, was er für uns getan hat, bedarf noch seiner Begleitung. Er kommt nicht nur in der Welt an, sondern auch in unserem persönlichen Leben. In dieser persönlichen Begegnung geschieht die Umwandlung, die uns das tägliche Erleben der erfüllten Verheißung Gottes ermöglicht.

Liebe Brüder und Schwestern, Jesus möchte in unserem persönlichen Leben kommen. Er will in unserer Familie ankommen. Er will in allen Bereichen unseres Lebens ankommen. Er klopft an, und will, dass wir ihm unser Herz öffnen und es jeden Tag offenhalten. Er will uns durch dieses liturgische Jahr begleiten, als das Alpha und Omega unseres Lebens. Ohne Ihn, der uns die richtige Sicht der Dinge schenkt, können wir kein erfülltes Leben haben. Ohne Ihn, der unserem Leben seinen Zusammenhang gibt, können wir keinen dauerhaften Sinn des Lebens finden. Wollen wir bitten: „Komm, Herr Jesus!“, nicht nur heute, sondern jeden Tag, jeden Morgen. „Komm, Herr Jesus! Komm und begleite mich! Komm und begleite uns!



Evangelium vom 1. Adventssonntag A im Lesejahr :








Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde Blindenf├╝hrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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