Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 5. Sonntag der Osterzeit A

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben

Liebe Gemeinde, wir kennen diese Aussage von Jesus gut. Darin erklärt uns Jesus, wie unersetzlich er ist in unserem Leben. Denn wer den Weg oder die Wahrheit oder das Leben verliert, kann nicht mehr leben. Ich meine, nicht mehr leben im wahrsten Sinne des Wortes ‚leben‘. Denn zu leben, ohne den rechten Weg zu finden, die Wahrheit zu erkennen und den Sinn des Lebens zu finden, ist wahrhaftig kein Leben.

Liebe Brüder und Schwestern, jedes Ding hat seine Natur. Diese Natur bestimmt den Weg, die Wahrheit und das Leben seines Daseins. Als Menschen haben wir eine Natur, die den Weg, die Wahrheit und das Leben unseres Daseins bestimmt. Die menschliche Natur besteht darin, dass wir erschaffen sind, um Gott ähnlich zu sein. Als Abbild Gottes ist der Mensch erschaffen. Gott ist reiner Geist und die geistige Natur Gottes kommt in uns Menschen leiblich zum Vorschein. Wir dürfen teilhaben an dieser göttlichen Natur. Genau darin besteht unsere Gottähnlichkeit. Diese Gottähnlichkeit bestimmt für unser Dasein den Weg, die Wahrheit und das Leben. Unsere geistige Natur findet keine Erfüllung in der Materie, oder in dem, was wir haben. Sie findet ihre Erfüllung nur in unserer Verbundenheit mit Gott,miteinander und mit dem Sinn des Lebens, einem Sinn, der über unseren unmittelbaren Zustand hinausgeht, einem Sinn, der unserem Leben Bedeutung gibt, auch wenn wir leiden müssen.

Das bedeutet, liebe Brüder und Schwestern, dass wir keine rein materiellen Wesen sind und wir nicht allein von der Materie leben können. Die Bedeutung unseres Lebens kann niemals nur vom unmittelbaren Zustand des Lebens bestimmt werden, sondern nur in Verbundenheit mit Gott, mit unseren Mitmenschen und mit einem wahren Sinn. Und diese Verbundenheit geschieht zuerst auf der geistigen Ebene unserer Natur. Je weiter entfernt von diesem wichtigen Teil unserer menschlichen Natur wir leben, desto mehr entfernen wir uns von dem Weg, von der Wahrheit und vom Leben.

Wenn Jesus uns sagt, "Ich bin der Weg, die Wahrheit, und das Leben", meint er zwei wichtige Dinge: 1. Ich zeige euch durch meine Lehre und mein Leben, was es bedeutet, ein Mensch zu sein - im wahrsten Sinne des Wortes. Nur in Verbundenheit mit meinem Vater und mit dem Heiligen Geist lebe ich. Mein Dasein kann niemals aus dieser Verbundenheit herausgenommen werden. 2. Ich habe all das entmachtet, was sich deiner Verbundenheit mit Gott, mit den anderen und mit dem Sinn deines Lebens in den Weg gestellt hat. Du brauchst nur an mich zu glauben, meiner Stimme und Lehre zu folgen, um diese Verbundenheit und dadurch deine Menschlichkeit wiederzugewinnen.

Gerade in dieser Corona-Krise schenkt Gott uns die Gelegenheit zu überlegen, ob der Weg, dem wir gefolgt sind, wahrhaftig der rechte Weg zum Leben ist, ob das, was wir bisher als die Wahrheit geglaubt haben, in Wirklichkeit die Wahrheit ist, ob das Leben, das wir bisher geführt haben, das wahre Leben ist. Und ich denke, jetzt ist die Zeit zum Umdenken. Ich frage mich schon, warum glauben wir daran, dass die Wahrheit über diese Corona-Krise und deren Lösung nur durch die Behauptungen der Wissenschaftler zu erlernen ist? Warum glauben so viele von uns mehr an die Hilfe von Masken und Desinfektionsmitteln als an die Kraft des Gebetes? Ja, ich möchte hier die Hilfe der Schutzmaßnahmen und die Ergebnisse der Forschungen unserer Wissenschaftler gar nicht geringachten oder unterschätzen. Ich sage nur, wenn wir all diese Schutzmaßnahmen ernst nehmen, ohne uns an Gott zu wenden, können wir zwar die Corona-Virus-Krise überleben, aber die Lehre aus der Krise würden wir verpassen.



Evangelium vom 5. Sonntag der Osterzeit A im Lesejahr A:

Die Erste Abschiedsrede. Fortgang und neues Kommen Jesu

Joh 14,1-12

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!

Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wĂ€re, hĂ€tte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz fĂŒr euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz fĂŒr euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.

Gott Vater und Jesus siten im Himmel. Wzischen Ihnen ist die Weltkugel. Über dieser schwebt der Geist. Jesus hĂ€lt ein zepter und die Bibel in seinen HĂ€nden.
Malerei von der Kirche des Heiligen Grabes eines unbekannten KĂŒnstlers

Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genĂŒgt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!

Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch grĂ¶ĂŸere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.





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Kommentare zu diesen Evangelium:
Es sind blinde BlindenfĂŒhrer, Origenes (um 185-253)
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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