Auswahl der Predigten von Pater Ezekiel Oko


Predigt vom 31. Sonntag im Jahreskreis

Das Gebot der Liebe

Wir befinden uns jetzt im November, dem Monat, in dem wir unserer Verstorbenen gedenken. Heute, am ersten Sonntag in diesem Monat, betonen die Lesungen das Gebot der Liebe. Gut gefügt - entsprechen doch die Lesungen von heute dem Thema des jetzigen Moments, einem Moment, in dem wir uns fragen können, wo unsere Verstorbenen eigentlich sind. In diesem Moment ist es ganz wichtig, dass wir an die Liebe Gottes denken. Aus Liebe hat Gott uns einen Hohenpriester gegeben, der heilig ist, unschuldig, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel. ER, der sich selbst ein für alle Mal für unsere Sünden als Opfer dargebracht hat. Wenn wir für unsere Verstorbenen beten, richten wir unser Herz glaubend auf das Opfer Christi, das die Sünden der Welt, auch die unserer Verstorbenen, ein für alle Mal weggenommen hat. Unser Glaube an Jesus Christus als unseren Erlöser und Heiland ermutigt uns, die Hoffnung zu haben, dass unsere Verstorbenen eine ewige Heimat bei Gott finden werden. Denn Jesus, das geopferte Lamm, ist für sie vor Gott eingetreten.

Wir alle, die wir an Christus glauben, bilden eine große Familie, die wir die Gemeinschaft der Heiligen nennen. Durch sein Opfer am Kreuz sind wir geheiligt. In ihm sind wir miteinander verbunden - auch mit allen unseren verstorbenen Angehörigen und unseren Brüdern und Schwestern im Glauben. Wir feiern in der Eucharistie diese Gemeinschaft, die auf das Opfer Jesu Christi gegründet ist. Deswegen heißt es Kommunion – an dem Leib und dem Blut Christi teilzunehmen. Kommunion heißt eigentlich: Gemeinschaft. Es gäbe aber keine Gemeinschaft, wenn sie nicht auf der Liebe gegründet wäre. Also, der Kern unserer Gemeinschaft in Christus ist die Liebe, die wir miteinander teilen, wenn wir den Leib und das Blut Christi empfangen. In dieser Liebe sind wir geheiligt. Jesus, unser Herr ruft uns in seiner Liebe zur Kommunion miteinander. Diese Kommunion der Liebe, die in der Eucharistiefeier beginnt, endet nicht in der Kirche. Wir müssen sie in der Welt verbreiten. Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, fragt er sie: „Begreift ihr, was ich an euch getan habe? … Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“ (Joh 13,12-15)

So sind auch wir aufgefordert auf die Liebe Jesu zu antworten, indem wir ihn, den Herrn, unseren Gott, mit unserem ganzen Herzen lieben, und unseren Nächsten wie uns selbst. Das Gebot der Liebe ist aber selbst ein Geschenk aus Gottes Liebe. Wir sollen Gott und den Anderen lieben, um aus unserem irdischen Leben das Beste zu machen.  Wie Mose in der ersten Lesung betont: damit es uns gut geht. „Deshalb, Israel, sollst du hören und darauf achten, alles, was der Herr, unser Gott, mir gesagt hat, zu halten, damit es dir gut geht…“ (Dtn 6,2-6) Schauen Sie mal, wir leben in einer Welt, wo Milch und Honig fließen, aber wir genießen sie gar nicht, weil wir dazu eine Gemeinschaft der Liebe brauchen, bevor wir das Beste in unserer Welt entdecken können. Wir brauchen einander, um aus dem Leben das Beste zu machen.

Jedes Gute, das wir aus dem Leben herausholen hat etwas mit den anderen zu tun – entweder mit den helfenden Händen der anderen oder mit den Nöten der anderen. Das Leben ist dann am Besten, wenn wir die helfenden Hände finden, die wir brauchen, und bereit sind, den anderen bei ihren Nöten und Bedürfnissen zu helfen. Nur so können wir die Gemeinschaft der Liebe miteinander bilden. Aber ohne Liebe entsteht keine solche Gemeinschaft.

Es ist zwar wichtig, dass wir für unsere Verstorbenen beten, dass wir die Hoffnung haben, dass sie eine Heimat bei Gott finden. Aber wichtiger ist es, dass wir einander, sofern es möglich ist, und so gut wie möglich, helfen, das Beste aus dem Leben herauszuholen, solange wir noch am Leben sind. Denn unser irdisches Leben währt nur eine kurze Zeit. Gebt einander eine helfende Hand, wenn wir einander brauchen. Denn wir wissen nicht, was als Nächstes auf uns zukommt.



Evangelium vom 31. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr A:

Die Wehe-Rufe gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer

Matthäus 23,1-12

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.

Jesus begegnet den Pharisäern.
Bringe denken, reden und tun in Einklang!

Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister - nennen.

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

Jesus w√§scht Petrus die F√ľ√üe.
Verzichte auf Macht und diene!




Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.








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Kommentare zu diesen Evangelium:
Das in Wein verwandelte Wasser, Hl. Augustinus (354-430)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, 276

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